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Österreichische PATENTSCHRIFT Nr. 16666. SIEMENS & HALSKE AKTIENGESELLSCHAFT m WIEN.
Schaltungseinrichtung zum Anlassen von Elektromotoren.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist eine Einrichtung zum Anlassen von Elektromotoren, bei welcher an Stelle der Vorschaltwiderstände Spannungen verwendet werden, die in den Stromkreis des Elektromotors eingeschaltet werden, entweder als Zusatz-oder als Gegenspannungen.
Bei Verwendung von Gegenspannungen wird der Motor mit seinem einen Pol an eine Hauptleitung des Netzes gelegt, mit seinem anderen Pol unter Vorschaltung der Gegenspannung an die zweite Hauptleitung oder gegebenenfalls bei Mehrleitersystem an eine erste Teilspannung des Netzes, worauf die Gegenspannung allmählich vermindert und dadurch gleichzeitig die Klemmenspannung dos Motors erhöht wird.
Bei Verwendung von Zusatzspannungen dagegen wird der zweite Pol des Elektromotors unter Vorschaltung des Zusatzankers an dieselbe Hauptleitung gelegt, wie der erste Pol und hierauf die Spannung des lIilfsankers und damit gleichzeitig diejenige des Motoren- ankers allmählich erhöht. Wenn die Klemmenspannung des Elektromotors bei Mehrleiter-
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von Null bis auf einen entsprechenden Wert. die Klemmenspannung des Elektromotors weiter gesteigert werden.
Zur Erzeugung der erforderlichen Zusatz-bezw. Gegenspannung wird gemäss vorliegendem Verfahren der Anker einer Hi1fsdynamomaschine verwendet ; dieser ist mit einem zweiten Anker oder auch mit mehreren Ankern mechanisch gekuppelt. Die mit dem Vor- schaltanker gekuppelten Anker werden an die volle Netzspannung oder an eine Teilspannung des Netzes angeschlossen. Wenn der Elektromotor die volle Netzspannung erreicht hat, an welch er angeschlossen werden soll, so wird der Elektromotor direkt an das Netz angeschlossen und der ihm vorgeschaltete Hilfsanker aus dem Stromkreis des Elektromotors ausgeschaltet.
Die einfachste Anordnung dieser Art ist in Fig. 1 und 2 dargestellt, worin d die Hauptdynamomaschine, m den anzulassenden Motor und h die Hilfsmaschine bedeutet, und zwar 11, den ans Netz angeschlossenen Anker derselben und t'den dem Elektromotor vor- geschalteten Anker. In Fig. 1 ist der Fall angenommen, dass der Vorschaltanker eine
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Einschalten, wenn der Elektromotor in noch spannungslos ist, der Anker v die volle Netzspannung liefert. Diese wird allmählich verringert, so dass in demselben Masse die Klemmenspannung des Motors M steigt und den Wert der vollen Netzspannung erreicht, wenn die
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geschlossen und der Motor w direkt an das Netz gelegt.
Die Hilfsmascbine h kann hierauf vollständig vom Netz abgeschaltet werden.
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Er wird daher an dieselbe Leitung angeschlossen, wie der erste Pol des Elektromagneten m und seine Spannung wird so geregelt, dass sie bei der Einschaltung des Elektromotors zu-
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hat, wobei gleichzeitig die Klemmenspannung des Elektromotors m auf dieselbe Höhe steigt, so dass der Motor alsdann unmittelbar an das Netz angeschlossen und die Hilfsmaschinen abgeschaltet werden kann.
In Mehrleiteranlagen kann man eine Ausgleichsmaschine in vorteilhafter Weise zum Anlassen eines Elektromotors benutzen, sei es, dass der eine Anker der Ausgleichsmascbinen dauernd oder mit dem anderen abwechselnd an eine der Teilspannungen angeschlossen wird und jeweils der zweite Anker als VOfscha1tanker dient. Fig. 3 und 4 stellen die letztere Ausführungsform mit nacheinander erfolgender Benützung der beiden Anker der Ausgleichsmaschine dar. Wie Fig. 3 zeigt, bleibt der Anker n2 an der ihm zugeordneten Teilapannung des Netzes liegen, während der Anker "1 dem Elektromotor vorgeschaltet wird, und zwar entweder im Sinne einer Zusatzspannung oder im Sinne einer Gegenspannung. In Fig. 3 ist der erstere Fall angenommen.
Nachdem der Elektromotor m in der oben beschriebenen Weise mit Hilfe des Ankers n1 auf eine Klemmenspannung gebracht ist, welche der Teilspannung, die zwischen dem Aussenleiter und Mittelleiter herrscht, gleich ist, wird der Anker n1 wieder an eine Teilspannung angeschlossen, an welche auch der Elektromotor m vorübergehend während der Ausschaltung angeschlossen wird. Hierauf wird der Anker Mg dem Elektromotor vorgeschaltet, u. zw. ebenfalls im Sinne einer Zusatzspannung oder im
Sinne einer Gegenspannung. In Fig. 4 ist das letztere angenommen.
Nachdem der Elektro- motor alsdann in der oben beschriebenen Weise mit Hilfe des Ankers n2 auf die volle Netzspannung gebracht ist, wird der Elektromotor unmittelbar an das Netz angeschlossen und der Anker Mg wieder wie vorher an die ihm zugeordnete Teilspannung des Netzes.
Gegenüber der in Fig. 1 und 2 dargestellten Anordnung bietet diese Anordnung den Vor- teil, dass die Anker der Hilfsmaschine nur für die halbe Spannung und Leistung bemessen zu sein brauchen und dass die Hilfsmaschine auch als Ausgleichsmaschine verwendet werden kann.
Diese zuletzt beschriebene Anordnung lässt sich natürlich auch anwenden bei Mehr- leiteranlagen mit mehr als zwei Teilspannungen. Es genügt in solchen Fällen auch, eine Zwei-Ankermaschine in der Weise zu verwenden, dass einer der Anker an eine Teilspannung angeschlossen wird, während der zweite die Klemmenspannung des Elektromotors von Teil- spannung zu Teilspannung in der soeben beschriebenen Weise erhöht, beispielsweise so, dass der Elektromotor zunächst von der Spannung Null auf die erste Teilspannung gebracht wird, hierauf nach Umschaltung des Hilfsankers und nötigenfalls vorübergehendem Anschluss des Elektromotors an die erste Teilspannung weiter erhöht wird, bis zu der Höhe der
Summe der beiden ersten Spannungen u. s. w.
Unter Umständen wird es vorteilhaft sein, in solchem Fall die beiden Anker abwechselnd an das Netz oder eine Teilspannung des- selben anzuschHessen, bezw. als Vorschaltanker zu benutzen und die Spannungserhöhung in der einen Teilspannung durch Zusatzschaltung, in der anderen durch Gegenschaltung zu be- wirken, in ähnlicher Weise, wie dies in Fig. 3 und 4 dargestellt war. Es ergeben sich dadurch unter Umständen bedeutende Vereinfachungen bei der praktischen Ausführung.