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Aufhängemittel für Kühlplatten von Kühl-oder Gefriervorrichtungen
Die Erfindung bezieht sich auf Kühl-oder Gefriervorrichtungen jener Art, die als Mehrplattenkühler bekannt sind und einen lotrechten Stapel von waagrechten Kühlplatten enthalten, die zwischen sich die zu kühlenden Produkte aufzunehmen vermögen und die zum Beschicken mit Gut und zu dessen Entnahme voneinander trennbar sind.
In solchen Vorrichtungen wird die zum Öffnen und Schliessen des Plattenstapels erforderliche Kraft entweder von Hand aus oder von einer Kraftquelle, etwa einem elektrischen Motor oder hydraulischen Stempel geliefert. In manchen Fällen ist die Bodenplatte ortsfest und es wird die Scheitelplatte zum Öffnen des Stapels angehoben.
Von Platte zu Platte sind entsprechende Verbindungen hergestellt, so dass die Zwischenplatten mit Hilfe der Scheitelplatte angehoben werden. In der Offenstellung sind daher die Zwischenplatten tatsächlich an der Scheitelplatte aufgehängt. Nach Beschickung sinken die Platten durch ihre Schwere herab oder werden durch einen auf die Scheitelplatte ausgeübten Pressdruck nach abwärts bewegt, bis sie in Kontakt mit dem zwischengelegten Gut kommen ; die Veränderungen zwischen den Platten sind dabei solche, dass sie deren relative, zu diesem Zweck notwendige Annäherung aneinander nicht stören.
Bei einer anderen Type solcher Vorrichtungen, die ebenfalls viel in Gebrauch steht, ist die Scheitelplatte ortsfest und es wird die Bodenplatte so weit angehoben, bis das darauf befindliche Produkt mit der nächst höheren Platte in Berührung kommt und diese mit anhebt, und so fort, bis auf diese Weise der Plattenstapel für das Kühlen oder Frieren geschlossen wird. Nachher wird der Stapel durch Absenken der Bodenplatte geöffnet, wobei die Zwischenplatten durch ihre Schwere herabsinken. In der Offenstellung sind die Zwischenplatten manchmal auf der Scheitelplatte mit Hilfe entsprechender Zwischenverbindungen von Platte zu Platte aufgehängt. Gewöhnlich wird jedoch von diesen Verbindungen zwischen den Platten abgesehen, dass man die Platten in ihren tiefsten Stellungen auf festen, vom Maschinenrahmen getragenen Anschlägen aufsetzen lässt.
Die letzterwähnte Tragart der Platten in der
Offenstellung hat in der Praxis entsprochen, sie hat aber gewisse Mängel. In erster Linie ist sie nur für einen Stapel verwendbar, der vom Boden aus geschlossen wird, wogegen es oft wünschens- wert ist, den Stapel von oben her zu öffnen und zu schliessen, weil die zulässige Höhe der Scheitel- beschickungsstation über dem Boden durch prak- tische Erwägung begrenzt ist und weil die An- ordnung der Kraftanlage unterhalb des Stapels die verwendbare Anzahl von Platten und damit die Leistungsfähigkeit der Maschine vermindert.
Weiters erfordert dieses Tragsystem Führungsstangen od. dgl. lotrechte Glieder nächst dem
Stapel, in welchen die Anschläge genau festgelegt werden müssen. Der Materialverbrauch und die für die Herstellung und Aufstellung erforderliche Arbeit, desgleichen das Gewicht und die Gestehungskosten der Maschine werden dadurch grösser. Ausserdem ist der Abstand der Platten in der Offenstellung festgelegt und die Stellung der Anschläge kann nicht rasch verändert und eingestellt werden, um die Maschine zum Tiefkühlen oder Frieren von Gut von verschiedenen Dicken bereitzumachen ; infolgedessen muss man drehbare Führungsstangen mit verschiedenen Sätzen von Anschlägen benützen.
Die vorstehenden Nachteile hinsichtlich festgelegtem Abstand der Platten, Gestehungskosten usw. gelten auch für die bisher vorgeschlagenen Aufhängeverbindungen zwischen den Platten, wie z. B. geschlitzte Lenker, Gleitbolzen und Augen usw., aber diese gleitenden oder scheuernden Verbindungen haben zusätzliche Mängel.
Z. B. unterliegen sie einer erheblichen Abnützung und machen es schwierig, sie gegen Rost zu schützen. Weiters treten auch Betriebsschwierigkeiten infolge Anhäufung von Frost, Schnee und Eis auf, welche den Betrieb der Maschine ernstlich stören. Schliesslich können bei Gleitverbindungen, wie Lenkern oder Bolzen, Fehler in der Abstandgebung der Platten infolge von Eis, Abnützung oder ungenauer Herstellung auftreten und jede derartige Ungenauigkeit in den Verbindungen zwischen zwei Platten beeinflusst nachteilig die Stellung aller tieferen Platten, so dass sich derartige Fehler durch den ganzen Stapel hindurch
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11 und 12 sind Darstellungen der die Platten verbindenden Aufhängemittel ; die Fig. 13 und 14 zeigen Klemmeinrichtungen für die Aufhängemittel.
Fig. 15 und 16 zeigen eine andere Aus- bildung von Klemmitteln und Fig. 17 schliesslich zeigt eine andere Ausführung der Aufhängemittel.
Der Mehrplattenkühler nach Fig. l, 2 und 3 gehört einer wohlbekannten Type an und braucht daher nicht in allen seinen Einzelheiten beschrieben zu werden. Er besteht aus einem entsprechend isolierten Rahmen oder Gehäuse 1, in dessen Innerem ein lotrechter Stapel von horizontalen Kühlplatten 2 untergebracht ist, von welchen die Scheitelplatte in irgend einer Weise mit dem Gehäuse durch Arme 3 verbunden und die Bodenplatte von einem hydraulischen Stempel 4 getragen ist. Fig. l zeigt die Platten in der Offenstellung für die Aufnahme der einzufrierenden Waren und die Bodenplatte ist dabei vermittels des Stempels 4 auf die Gehäusesohle abgesenkt und die Zwischenplatten hängen an der Scheitelplatte.
Nach Fig. 2 ist der Stempel betätigt worden, um den Plattenstapel gegen den Scheitel zu zu schliessen, wodurch die zwischenliegenden Waren auf beiden Seiten von den Platten gefasst und vorzugsweise beim Einfrieren komprimiert werden. Bei der dargestellten Ausführung ist der Mindestabstand zwischen den Platten in der Schliessstellung durch Distanzstangen 5 festgelegt, die in irgend einer Weise, etwa durch Schweissen, an den Seitenrändern der Platten befestigt sind, aber grössere lotrechte Abmessung als diese zeigen, so dass sie aufeinanderliegen, wenn die Platten vollständig geschlossen sind.
Für das Kühlen der Platten kann irgendeine geeignete Vorkehrung getroffen werden und die Zeichnungen zeigen schematisch ein Ammoniaksystem, welches aus einer Trommel 6 für flüssiges Ammoniak und einem Zuführungsrohr 7 besteht, welches mit den Platten durch einzelne biegsame Schläuche 8 verbunden ist, die in Fig. 3 veranschaulicht, in den Fig. l und 2 aber weggelassen sind, um die Darstellung der später beschriebenen Aufhängemittel nicht unklar zu machen. Nach Durchgang durch die Platten wird das Ammoniak durch gleichartige biegsame Schläuche 9 (Fig. 3) abgeführt, die nach aufwärts zur Trommel führen (Fig. 2).
Die Aufhängemittel bestehen aus einer entsprechenden Anzahl biegsamer Drahtseile oder Kabel 10, u. zw. sind bei der dargestellten Ausführung vier solche Aufhängekabel veranschaulicht, von denen je eines einem Eck des Plattenstapels zugeordnet ist. Die Kabeln sind vorzugsweise an den Stirnseiten der Stapel angeordnet, damit sie das Beschicken und Entleeren der Platten nicht behindern. Die einzelnen Platten sind, wie nachstehend beschrieben, in Abständen mit den Kabeln 10 verbunden und die Abstände zwischen den Anschlusspunkten der Platten an den Kabeln bestimmen die Entfernung zwischen den Platten in der Offenstellung. Wie aus Fig. 1
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rechten Seite der Fig. 8 veranschaulicht ist.
In der Offenstellung sind die Zwischenplatten des
Stapels auf der Scheitelplatte mit Hilfe der später beschriebenen Aufhängemittel aufgehängt. Für das Kühlen der Platten kann selbstverständlich jede beliebige Vorkehrung getroffen werden und letztere ist gewöhnlich ähnlich jener, wie sie für die Fig. l-3 vorhin beschrieben wurde. Sie fehlt in den Fig. 8 und 9 der Klarheit wegen.
Wenn der Plattenabstand in der Schliessstellung klein ist und die Platten relativ dünn sind, werden die Bogen oder Biegungen bei einer Aufhängung, wie vorhin beschrieben, sehr scharf und wenn das Gewicht der Platten die Benützung von Kabeln mit kleinem Querschnitt ausschliesst, kann bei wiederholtem Öffnen und Schliessen der Stapel ein vorzeitiges Brechen eintreten. In einem solchen Fall kann es wünschenswert sein, zwei oder mehrere parallele Kabeln (Fig. 8-12) an jeder Stapelecke anzuordnen und jedes Kabel mit Platten zu verbinden, die nicht aufeinander folgen, um auf diese Weise das Gewicht zu verteilen und die Verwendung dünnerer Kabeln zu ermöglichen, wodurch gleichzeitig die Schärfe der Biegungen vermindert wird.
Man kann für diesen Zweck getrennte Kabelstücke verwenden, es ist aber zweckmässig, eine einzige kontinuierliche Kabellänge 19 zu wählen, die über eine Klemme 20 zurückgebogen und mittels dieser mit dem Plateau 17 verbunden wird. Wie aus den Fig. 9 und 11 entnehmbar, ist das eine Trumm des Kabels mit der ersten Platte 16, sodann mit der dritten usw. verbunden, während das andere Trumm die zweite, vierte usw. Platte anfasst. Bei einem Tiefkühler oder einer Gefriervorrichtung der in den Fig. 8 und 9 veranschaulichten Type kann es ferner erwünscht sein, dass die Kabel nach auswärts, weg von den Stirnflächen der Stapel (siehe Fig. 8 und 12) ausgebogen werden und in diesem Falle wird die Klemmeinrichtung so gebaut, dass sie die Biegungsrichtung dementsprechend erzwingt.
Die Fig. 13 und 14 stellen eine für diesen Zweck geeignete Klemmeinrichtung dar. Das Kabel 19 wird gegen die Fläche einer Stange 21, die sich quer zur Plattenstirnseite erstreckt, mit Hilfe einer Klemme 22 angepresst, die durch Bolzen 23 festgehalten wird. Die Innenfläche des Klemmgliedes kann bei 24 genutet sein, um sich dem Kabel 19 anzupassen, die Fläche der Stange 21 wird jedoch vorzugsweise flach belassen. Wird die Klemme angezogen, so presst sie das Kabel zusammen und dessen Querschnitt wird in einer Richtung parallel zur Stirnfläche des Stapels gestreckt, so dass die Biegungsebene hiezu unter rechtem Winkel steht. Damit sich die Kabel nach aussen, d. i. vom Stapel weg, biegen, ist die Nut 24 des Klemmteiles oben und unten, wie bei 25 in Fig. 14 angedeutet, ausgenommen oder abgerundet.
Die Fig. 15 und 16 stellen eine andere zweckentsprechende Type einer Klemme dar, die aus einem in ein Loch der Stange 21 eingesetzten und durch einen Stift 27 festgehaltenen Zapfen 26
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besteht, der einen Bund 28 besitzt, mit dem er an der Aussenfläche der Stange 21 anliegt. Der
Teil 29 der Klemme ist gespalten oder gegabelt, um das Kabel aufzunehmen und die Aussen- flächen der gegabelten Enden sind mit Gewinden für eine Mutter 30 ausgestattet, mit welcher das
Kabel, in der Schlitzsohle liegend, gegen die
Fläche des Bundes 28 angepresst wird. Die Innen- fläche der Mutter 30 ist bei 31 abgerundet und wirkt dadurch ähnlich wie die Rundung 25 nach
Fig. 14, und gewährleistet, dass sich das Kabel nach aussen, von den Stirnseiten der Stapel weg, ausbiegt.
Die Fig. 17 stellt eine weitere Ausbildung eines biegsamen Aufhängemittels dar, u. zw. wird dort an Stelle eines Drahtseiles oder Kabels eine
Glieder-oder Gallsche Kette 32 verwendet. Bei diesem Aufhängeglied ist die Biegungsebene durch die Richtung der Drehachsen der Ketten- glieder bestimmt. Ist eine Ausbiegung ent- sprechend jener nach den Fig. 8 und 9 erwünscht, so werden diese Achsen parallel zu den Stirnseiten der Stapel (Fig. 17) angeordnet. Damit die Biegung unbedingt nach auswärts, d. i. von den
Stirnflächen der Stapel weg, vor sich gehe, können Mittel, wie Blattfedern 33, angeordnet werden, die bestrebt sind, die in Fig. 17 mit vollen Linien veranschaulichten Stellungen einzunehmen, aber in die strichlierten Stellungen zurückgedrückt werden, wenn die Ketten 32 beim Öffnen der Platten gestreckt werden.
Werden alsdann die Platten wieder geschlossen, so leiten die Federn die Kettenbiegung in der gewünschten Richtung ein.
Jede entsprechende Gattung von Klemmen kann zum Anschluss der Ketten 32 an die einzelnen Platten verwendet werden. Gemäss Fig. 17 ist die Klemme 34 an der Stange 21 mit Hilfe von Bolzen 35 befestigt, die die Kette 32 an der Platte festklemmen. Vorzugsweise sind die Kettenglieder derart, dass ein Klemmen an allen gewünschten Punkten ihrer Länge ausführbar ist.
Wie ersichtlich, dienen die verschiedenen beschriebenen Ausführungen von Aufhängemitteln dazu, die Platten aneinander aufzuhängen, wenn der Stapel in Offenstellung ist ; sie sind aber befähigt sich zwischen ihren Anschlusspunkten an den einzelnen Platten derart auszubiegen, dass sich die Platten beim Schliessen des Stapels einander nähern können. Die Anschlusspunkte an die einzelnen Platten können genau festgelegt werden, um einen gleichförmigen Abstand sicherzustellen, da man die Platten an jedem beliebigen Punkt der Aufhängemittel festklemmen kann.
Weiters ist es für den Fall, dass eine Plattenabstandsänderung erwünscht ist, etwa für Waren von verschiedenen Dicken, nur notwendig, den Abstand der Klemmstellen entlang de1 Aufhängemittel einzustellen, was leicht bewerkstelligt werden kann. Ausserdem vermag ein Irrtum, der bei der Abstandgebung zweier benachbarter Platten unterlaufen kann, die Stellung der anderen Platten des Stapels nicht zu beeinträchtigen.
Daraus folgt, dass Aufhängemittel nach der vorliegenden Erfindung sowohl vorzüglich geeignet sind für Kühlvorrichtungen mit gegen den
Scheitel als auch gegen die Sohle zu schliessenden Platten, wie solche in den Fig. 1-3 bzw. 8-9 veranschaulicht sind. Betriebsschwierigkeiten und Probleme der Instandhaltung, verursacht durch Abnützung von gleitenden und reibenden Verbindungsmitteln sind beseitigt und Anhäufungen von Schnee und Eis haben keinen oder nur geringfügigen Einfluss auf den Betrieb der Vorrichtung, insbesondere jener mit Drahtseilen oder Kabeln als Aufhängemittel. Letztere sind leicht zu installieren und zusammenzubauen, sie haben geringes Gewicht und sind billig und verringern infolge der bequemen und verlässlichen Art der Bestimmung des Plattenabstandes Arbeit-und Kostenaufwand.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Aufhängemittel für Kühlplatten von Kühloder Gefriervorrichtungen mit einer Anzahl horizontaler, vertikal übereinander angeordneter, sowie zwecks Aufnahme zu kühlender Waren einander näher-und entfernbarer Platten, die in Offenstellung aneinander aufgehängt sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufhängung mittels Gliedern erfolgt, die zwischen ihren Anschlusspunkten an die Platten biegsam sind.