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Rohhauthammer und Verfahren zur Herstellung desselben
Vorliegende Erfindung betrifft einen Rohhauthammer, der aus einem Rohhautwickel hergestellt ist und ein Verfahren zur Herstellung des letzteren.
Als Rohhaut kann verwendet werden : die Haut aller Tiere, die eine gewisse Stärke aufweist, vornehmlich die Häute der Rindviehklasse.
Die bisher benützten Hämmer dieser Art hatten zylindrische Form und wurden in der Weise hergestellt, dass man den feuchten Rohhautwickel in einer zylindrischen Hohlform presste. Solche Hämmer hatten nun den Nachteil, dass im Gebrauch durch die Schläge eine Trennung der durch das Schwinden beim Trocknen ohnehin nur in losem Zusammenhang stehenden Windungsschichten bewirkt wurde ; die äusseren Windungen neigten infolgedessen sowie infolge des senkrechten Auftreffens beim Schlag dazu, sich nach aussen aufzurollen und brachen unter dem Einfluss der Schläge am Umfang aus, so dass der Hammer nach kurzer Zeit und längst vor der normalen Abnützung unbrauchbar wurde, um so mehr als er sich auch durch die Trennung der Windungen am Stiel lockerte.
Diese Nachteile werden nun beim erfindungsgemässen Rohhauthammer beseitigt. Derselbe ist an den Enden verjüngt z. B. in Tonnenform, wobei die äusserste Rohhautwindung unversehrt ist. Dieser Hammer wird in der Weise hergestellt, dass man den Rohhautwickel in einer Pressform mit gegen die Enden sich verjüngender Höhlung mittels auf seine Stirnenden einwirkender Pressstempel erst in feuchtem und dann in trockenem Zustand presst, derart, dass die Windungen des Rohhautwickels ineinander gestaucht werden.
Dank dieser Herstellungsweise ergibt sich einerseits ein Ineinanderstauchen der Windungsschichten des Rohhautwickels, welche mit welligen Vorsprüngen oder Fältelungen ineinandergreifen, u. zw. ist naturgemäss diese Wellenbildung an den verjüngten Enden, wo infolge des grösseren Radialpressdruckes und des unmittelbar wirkenden Axialdruckes das Material am stärksten verdrängt bzw. gestaucht worden ist, am grössten, und andererseits wird infolge dieser grösseren Stauchwirkung an den verjüngten Enden auch die stärkste Deformation der Fasern auftreten, so dass diese Deformation eine bleibende ist, und keine Tendenz zum Aufspringen oder Lockern der äusseren Windungen mehr besteht.
Auch besitzt dieser Rohhautwickel ein viel einheitlicheres Gefüge als eine Wicklung bisheriger Art, da die letzte Pressung in schon stark angetrocknetem Zustand vorgenommen wird, so dass keine Erweiterung der Wickelfugen durch Schwinden eintreten kann. Infolgedessen wird eine Trennung der äusseren und inneren Windungsschichten beim Schlagen mit Sicherheit vermieden. Ferner ergibt die durch die Verjüngung der Stirnenden erzielte Neigung der Windungsschichten den Vorteil, dass dieselben beim Aufschlagen des Hammers nicht senkrecht auftreffen und infolgedessen nicht die Tendenz haben, nach aussen verdrängt zu werden. Schliesslich erhält man durch die hiebei erzielte Form zugleich auch einen sogenannten zügigen"Hammer.
Man hat zwar diese Formgebung des Hammers auch schon durch entsprechendes Abdrehen zylindrischer Rohhautwickel erzielt, aber auf Kosten des Zusammenhaltes der Windungen, denn der Rohhautwickel wurde hiebei in seinem Gefüge nicht nur nicht verbessert, sondern im Gegenteil infolge des Durchschneidens der Fasern der äusseren Windungen noch verschlechtert und die Lebensdauer des Hammers noch entsprechend beeinträchtigt.
Ein solcher Hammer kann sowohl mit rundem als auch mit quadratischem oder polygonalem Querschnitt ausgeführt werden und wird zweckmässig mittels einer Stiftschraube auf dem Stiel gesichert. Auch können zur Versteifung des Gefüges des Rohhautwickels in diesen noch Querschraubenbolzen eingesetzt sein.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes nebst eine Variante ist in der Zeichnung dargestellt, u. zw. zeigt Fig. 1 einen Rohhauthammer in Seitenansicht mit teilweisem Schnitt ; Fig. 2 zeigt eine Stirnansicht desselben und Fig. 3 eine Stirnansicht einer Variante.
Der in Fig. 1 und 2 dargestellte Rohhauthammer ist aus einem einzigen Wickel 1 gebildet, dessen äusseres Wicklungsende la durch Nägel od. dgl. festgehalten ist. Der Hammer 1 ist mit einer gekrümmten Erzeugenden gegen die Stirnenden hin verjüngt, so dass er Tonnenform besitzt. In der Nähe des Stiels 3 sind zwei durchgehende Schraubenbolzen 2 zur Versteifung des Gefüges quer zu den Windungen des Rohhautwickels eingesetzt und auf dem Stiel ist derselbe mittels einer
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Stiftschraube 4 gesichert. Die Stirnenden sind als leicht kegelige Flächen ausgebildet. Der Roh- hautwickel besitzt hier kreisrunden Querschnitt als Rotationskörper, könnte aber auch als Prisma mit quadratischem Querschnitt ausgebildet und gegen die Stirnenden hin verjüngt sein oder wie in Fig. 3 dargestellt, polygonalen bzw. acht- eckigen Querschnitt aufweisen.
Das Verfahren zur Herstellung dieses Hammers kann beispielsweise folgendermassen ausgeführt werden :
Der in nassem Zustand gerollte, zylindrische Rohhautwickel, bestehend aus in Streifen geschnittener Rohhaut, wird in eine zweiteilige, rohrförmige Pressform eingebracht, deren Höhlung die gleiche Tonnenform besitzt, d. h. gegen die
Stirnenden hin verjüngt ist wie der fertige Hammer selbst. In dieser Pressform wird der Rohhautwickel durch eingeführte Pressstempel an den Stirnflächen einer axial und zugleich auch radial auf denselben einwirkenden Pressung unterworfen. Alsdann wird der Rohhautwickel herausgenommen, getrocknet und hierauf wieder in der Pressform gepresst.
Als Ergebnis dieser Behandlung werden die einzelnen Windungsschichten 1 w des Rohhautwickels, wie aus der rechten Hälfte der Fig. 1 ersichtlich, stark ineinander gestaucht, so dass sie mit wellenartigen Vorsprüngen sowohl im Inneren des Gefüges als auch an den Stirnflächen ineinandergreifen, und jeder Schlag beim Gebrauch sich stets gleichmässig auf alle Windungen überträgt. Am stärksten verzahnt und ineinander gedrängt wird das Material natürlich an den Endpartien des Rohhautwickels, da hier ausser dem Axialdruck auch der grösste Radialdruck wirksam ist.
Das beschriebene Verfahren bezweckt also nicht nur die genannte Formgebung des Hammers, sondern auch eine Modifikation des Fasergefüges der Rohhautschichten an den höchst beanspruchten Stellen, durch welche das oben erwähnte Ergebnis in bezug auf die Gefüge- festigkeit und den Zusammenhalt und damit eine verlängerte Lebensdauer erzielt wird.
Natürlich könnte die Verjüngung des Hammerkörpers auch in der Weise erzielt werden, dass dessen Mittelpartie zylindrisch und die Endpartien kegelstumpfförmig, oder aber bei polygonalem Querschnitt prismatisch und pyramidenstumpfförmig ausgeführt würden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Rohhauthammer, dessen Kopf aus einem Rohhautwickel besteht, dadurch gekennzeichnet, dass derselbe an den Stirnenden verjüngt ist, wobei die äusserste Rohhautwindung unversehrt ist.