<Desc/Clms Page number 1>
Einrichtung an einer Metallspritzapparatur
Die praktische Erfahrung bei Ausführung von
Metallspritzarbeiten mit drahtförmigem Spritzgut, insbesondere an Innenflächen, hat erwiesen, dass sich das Spritzgut nur dann an der zu bespritzenden Fläche entsprechend verankern kann, wenn es auf diese in möglichst steilem
Winkel, am besten also senkrecht, aufgeschleudert wurde. Diese Verankerung ist beim Bespritzen von Innenflächen von besonderer Bedeutung, weil die beim Abkühlen der Spritzschichte eintretende Schrumpfung ein Ablösen derselben begünstigt. Um diese Haftung zu verbessern, werden die Werkstücke oft mit in einer oder mehreren Richtungen schräg eingedrehten
Gewinden, Rillen u. dgl. versehen, die aber nur dann ihren Zweck erfüllen können, wenn man sie ganz mit Spritzgut ausfüllt.
Das ist nun erreichbar, wenn man die Richtung des
Spritzstrahles in beliebigen Winkeln einstellen kann, wozu man die sogenannte"Winkeldüse", die diesen Erfordernissen Rechnung trägt, benützen muss.
Heute finden meist Winkeldüsen Verwendung, bei welchen die ortsfest oder drehbar angeordnete
Düse mit einer abgeschrägten Düsenspitze versehen ist und innerhalb des Düsensystemes ein Teil der Zerstäubungsluft abgezweigt und so auf den Spritzstrahl geleitet wird, dass dieser eine Ablenkung in einer unveränderlichen Winkellage von etwa 45'erfährt. Die Abzweigung eines Teiles der Zerstäubungsluft innerhalb des Düsensystemes beeinträchtigt aber die Gleichmässigkeit der Zerstäubung. Solche Winkeldüsen entsprechen daher in mehrfacher Hinsicht nicht den Erfordernissen.
Für das Verspritzen von pulverförmigen oder flüssigen Materialien hat man auch eine Einrichtung vorgeschlagen, bei der der Ablenkungsluftstrom nicht dem Düsensystem entnommen, sondern in einer gesonderten Rohrleitung bis zur Düsenspitze vorgeleitet wurde, wo man diesen in einer veränderlichen Winkellage auf den Spritzstrahl einwirken liess. In diesem Falle wird der Ablenkungswinkel des Spritzstrahles vor allem durch die Winkelverstellung der Ablenkungsdüse bestimmt, wobei der Ablenkungsluftstrom auf verschiedene Teile des sich ausbreitenden Spritzstrahles trifft. Auf diese Weise kann eine Gleichmässigkeit desselben nicht erreicht werden. Das Fehlen einer Abschrägung der Düsenspitze hat weiters zur Folge, dass leicht eine Verlegung der Düsenspitze eintritt.
Den geschilderten Übelständen hilft die
Erfindung dadurch ab, dass man den in einer gesonderten Rohrleitung bis zu einer zweckmässig abgeschrägten Düsenspitze vorgeleiteten Ab- lenkungsluftstrom in unveränderlicher Winkel- lage auf den Spritzstrahl einwirken lässt und das
Ausmass der Ablenkung wird hiebei aus- schliesslich durch Änderung der Druckdifferenz zwischen Zerstäubungs-und Ablenkungsluftstrom geregelt, wobei zweckmässig bloss letzterer zu dieser Änderung herangezogen wird.
Die Abschrägung der Düsenspitze in der
Ablenkungsrichtung des Spritzstrahles schafft diesem Raum selbst bei Ablenkungen bis zu 90 und verhindert ein Verlegen der Düse.
Wenn der Ablenkungsluftstrom höheren Druck als der Zerstäubungsluftstrom besitzt, wird eine
Ablenkung des Spritzstrahles in beliebigenWinkeln von etwa 45 bis 900 möglich. Anderseits besteht aber ohneweiters die Möglichkeit, auch geringere Ablenkungsgrade zu erzielen, indem man den Ablenkungsluftstrom entsprechend drosselt bzw. ganz abschaltet.
Durch die Erfindung kommt somit eine Winkeldüse für Metallspritzpistolen zustande, die es bei einfacher Handhabung der Apparatur ermöglicht, das Spritzgut in jeweils günstigstem Winkel auf die zu bearbeitende Fläche aufzutragen, u. zw. auch dann, wenn es sich um schwer zugängliche Stellen von Bohrungen handelt.
Dadurch wird eine verlässliche Qualität der Spritzarbeit erreichbar.
In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes im Längsschnitt dargestellt.
Die nur zum Teil angedeutete Spritzpistole p weist-abgesehen von den nicht dargestellten Gasanschlüssen-ausser der üblichen Druckluftleitung d noch eine besondere Rohrleitung a auf, die längs der Spritzdüse geführt ist und im Bereich der Spritzdüse k in einer Düse a'für den Ablenkungsluftstrom endigt.
Das Spritzgut, also ein Metalldraht, wird der Spritzdüse k in üblicher Weise durch eine zentrale
<Desc/Clms Page number 2>
Bohrung m zugeführt, wogegen der Ringkanal g für das Brenngasgemisch konzentrisch zu dieser Bohrung m und weiter aussen der Ringkanal d für die Zerstäubungsluft gelegen ist.
Die Düse a'für den Ablenkungsluftstrom ist nun gegenüber der Spritzdüse in einer solchen ortsfesten Lage angeordnet, dass der von ihr ausgeblasene Ablenkungsluftstrom in einer unveränderlichen Winkellage auf den Spritzstrahl einwirken, d. h. diesen abbiegen kann.
Die Regelung des Ablenkungsgrades des Spritzstrahles erfolgt ausschliesslich durch Änderung der Druckdifferenz zwischen Zerstäubungs-und Ablenkungsluftstrom, wozu ein Druckminderventil oder ein einfacher Ventilverschluss, die in der Zeichnung nicht dargestellt erscheinen, benützt werden kann. Ein solcher Ventilverschluss wird in vorteilhafter Weise an Stelle des in der Zeichnung dargestellten Dreiweghahnes h eingebaut. Durch Betätigung des Ventilverschlusses kann der Druck geändert und somit der Spritzstrahl in jedem beliebigen Winkel von 0 bis 90 abgelenkt werden.
Es empfiehlt sich, die selbständige Rohrleitung a an der Spritzpistole p so zu befestigen, dass man sie jederzeit entfernen kann, wenn man mit einer verlängerten Düse arbeiten will, eine Ablenkung des Spritzstrahles aber nicht erforderlich sein sollte.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Einrichtung an einer Metallspritzapparatur zum Verspritzen drahtförmigen Spritzgutes, bei der die Austrittsrichtung des Spritzstrahles mittels eines in einer vom Düsensystem räumlich getrennten Leitung zur zweckmässig abgeschrägten Spritzdüsenmündung vorgeführten Ablenkungsluftstromes geändert wird, dadurch gekennzeichnet, wird, dass der Ablenkungsluftstrom in einer starren und unveränderlichen Winkellage gegen den Spritzstrahl gerichtet ist, und die Regelung des Ablenkungsgrades des Spritzstrahles ausschliesslich durch Änderung des Druckverhältnisses zwischen Zerstäubungs-und Ablenkungsluftstrom, zweckmässig durch blosse Druckänderung des letzteren, erfolgt.