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Verfahren zur Herstellung von Farblacken.
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Farblacken, worunter Körper- farben verstanden werden, die einen organischen
Farbstoff, vorzugsweise einen Teerfarbstoff, an einen Grundstoff (Substrat) gebunden enthalten.
Als Substrate kommen mineralische Stoffe in feinverteilte Zustande, die farblos oder nahezu farblos oder weiss sind, in Betracht, wie farb- lose oder weisse Hydroxyde oder Salze, Kiesel- säureverbindungen usw. Im einzelnen seien beispielsweise genannt : Ton, Kaolin, Bimstein- pulver, Kieselgur, Talkum, Gips, Aluminium- phosphat, Aluminiumhydroxyd, Bariumsulfat,
Bariumphosphat, Kalziumkarbonat, Magnesium" karbonat, Natriumsulfat, Zinkoxyd, Magnesia,
Titandioxyd usw. Es können auch Mischungen mehrerer solcher mineralischer Grundstoffe zur
Bindung der organischen Farbstoffe angewendet werden.
Zur Herstellung von Farblacken verfährt man bisher in der Weise, dass man den organischen
Farbstoff aus wässerigen Lösungen auf dem
Substrat niederschlägt, z. B. basische Teerfarb- stoffe durch saure Substanzen, wie Gerbsäure,
Türkischrotöl usw., saure Farbstoffe durch Barium- chlorid, Kalziumchlorid oder Bleiacetat. Wasser- unlösliche Teerfarbstoffe, sogenannte Pigmentfarben, werden in Mischmaschinen mit den Sub- straten zu Farblacken mechanisch verarbeitet.
Es ist auch schon vorgeschlagen worden, farbstoffreiche Silikatfarben durch inniges Vermischen basischer organischer Farbstoffe mit ganz oder teilweise kolloidalen Tonerdesilikaten bei Gegenwart von zur Lösung der Farbstoffe nicht ausreichenden Flüssigkeitsmengen herzustellen, wobei die Vermischung auch unter Erhitzen erfolgen kann ; in diesem Falle wird die Mischung von Farbstoff und Lösungsmittel einige Zeit, allenfalls unter Überdruck, in einem Druckrührkessel gekocht. Nach einem ähnlichen Vorschlag werden basische Farbstoffe in Gegenwart von natürlichen oder künstlichen Aluminiumsilikaten, welche entfärbende oder basenaustauschende Eigenschaften besitzen, zusammen mit einer Wassermenge, die zur Lösung des Farbstoffes ungenügend ist, erhitzt. Auch in diesem Falle findet ein Kochprozess statt.
Bei diesen Verfahren steht die zur Herstellung des Farblackes benötigte Menge organischer Farbstoffe zu den anorganischen Adsorptionsmitteln im Verhältnis von etwa 1 : 1 bis 1 : 3. Schliesslich ist die Herstellung von Körperfarben unter Verwendung
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voluminöser Kieselsäure beschrieben worden, wobei die Vereinigung der wässerigen Kiesel- säuresuspension mit Farbstofflösungen in An- oder Abwesenheit von Fällungsmitteln oder durch trockenes oder feuchtes Vermahlen der genannten Komponenten vorgenommen werden soll.
Das Verfahren gemäss der Erfindung zur
Herstellung von Farblacken besteht nun im Wesen darin, dass man das anorganische Substrat in
Gegenwart eines innig verteilten basischen Teer- farbstoffes so lange trocken bei höheren Tempera- turen brennt, bis eine Fixierung des Farbstoffes an das Substrat eingetreten ist. Eine obere
Grenze für die im Zuge dieses Brennprozesses anzuwendende Temperatur ist dadurch gegeben, dass diese die Temperatur, bei welcher das
Substrat zu glühen beginnt, unterschreiten soll und dass die Temperatur unterhalb der Zersetzungstemperatur des Farbstoffes liegen muss.
Im allgemeinen hat sich je nach der Art des Substrates und des Farbstoffes und dem gewünschen Grad der Färbung die trockene Erhitzung auf Temperaturen innerhalb des Bereiches von etwa 120 bis 2400 C als zweckmässig erwiesen.
Man kann bei Ausführung dieses Brennverfahrens in der Weise verfahren, dass man ein inniges Gemenge des mineralischen Substrates mit einem trockenen Farbstoffpulver (z. B. eines Chrysoidinfarbstoffes oder Rhodaminfarbstoffes), je nach der Menge des behandelten Gutes durch einige Zeit, z. B. 30 bis 60 Minuten, erhitzt, oder dass man während der Erhitzung des Substrates diesem den Farbstoff allenfalls anteilsweise unter Rühren zufügt. Das gebrannte Produkt, dass ist der Farblack, kann gewünschtenfalls feinst gemahlen werden. Durch den Brennprozess findet eine leicht vor sich gehende, aber intensive Antärbung des mineralischen Substrates statt, so dass man schon mit etwa % bis 2% des Farbstoffes zur Anfärbung des Substrates bzw. zur Gewinnung eines Farblackes sein Auslangen findet.
Das Verfahren gemäss der Erfindung zeichnet sich weiter dadurch aus, dass es zu fein verteilten, völlig gleichmässig
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gefärbten Farblacken führt, die eine hohe Ausgiebigkeit besitzen.
Die erfindungsgemäss erhaltenen Farblacke können, allenfalls für sich oder nach Zusatz von Füllmitteln usw., als Puder, Nagelglanz oder für die Füllung und zur Färbung von Seifen, ferner zur Füllung und Färbung von Kunstharzen, Kunststoffen (z. B. aus Polymerisaten), von Kautschuk u. dgl., überhaupt zur Färbung aller Stoffe, für welche man homogen gefärbte, anorganische Substanzen verwendet, benutzt werden.
Ausführungsbeispiele :
1. Ein Gemenge von 10 kg Zinkweiss, 10 kg Talkum und 10 kg gepulvertem Bimsstein wird mit 0, 3 kg eines Chrysoidinfarbstoffes (z. B.
B. WA 68 Fa. Brauns, Wien), der in Pulverform vorliegt, in trockenem Zustande innig vermischt und je nach dem gewünschten Grad der Färbung 'auf eine Temperatur von etwa 120 bis 220 langsam erhitzt. Auf dieser Temperatur wird die Mischung durch bis 1 Stunde gehalten und dann langsam abkühlen gelassen. Will man sich mit schwachen Färbungen begnügen, so kann man den Brennprozess auch bei niedrigeren Temperaturen, selbst unter 100 , durchführen.
Das Brennprodukt kann als solches verwendet oder vermahlen werden.
2. Eine Mischung von Kaolin und Talkum im Verhältnis von 1 : 1 wird mit 0. 5% Rhodamin B (in Pulverform) versetzt und nach gleichmässiger Verteilung je nach der Farbtönung auf 1200 bis 140 C durch etwa eine halbe Stunde erhitzt und dann erkalten gelassen.