AT158747B - Abfederung, insbesondere für Schienenfahrzeuge. - Google Patents

Abfederung, insbesondere für Schienenfahrzeuge.

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  Abfederung, insbesondere für Schienenfahrzeuge. 



   Die Erfindung betrifft eine elastische Abstützung des Drehgestelles von Schienenfahrzeugen gegenüber dem Wagenkastenrahmen. 



   Es hat sich im Laufe der Zeit auch bei Schienenfahrzeugen die Erkenntnis durchgesetzt, dass ein ruhiges, für den Fahrgast angenehmes Fahren nur dann erreichbar ist, wenn der Wagenkasten gegenüber dem Fahrzeugrahmen bzw. dem Drehgestell entsprechend abgefedert ist. 



   Um den Wagenkasten von sämtlichen   Erschütterungen   frei zu halten, das Auftreten von
Resonanzschwingungen zu vermeiden und ferner die Weiterleitung von Geräuschen auf den Wagen- kasten zu verhindern, ist es notwendig, zwischen ihm und dem Fahrzeugrahmen jede metallische
Verbindung zu vermeiden. Eine   elastische Abstützung   des Wagenkastens an der Stelle, die für die
Verwendung von Gummimetallagern am geeignetsten wäre, nämlich am Drehzapfen, scheitert meist an den Schwierigkeiten, die die   Unterbringung   der notwendigen Lager verursacht. Man hat deshalb bereits vorgeschlagen, den Wagenkasten auch seitlich gegenüber dem Drehgestellrahmen elastisch abzustützen.

   Da das Drehgestell aber in den Kurven seine Lage zum Rahmen verändert, wären zur elastischen Aufnahme dieser Verschiebungen Federwege notwendig, die von den praktisch verwend- baren Gummimetallagern nicht aufgebracht werden können. Man ist deshalb dazu übergegangen, die mit dem Wagenkasten verbundenen Gummimetallager auf Rollen abzustützen, die im Drehgestell- rahmen in Fahrtrichtung angeordnet sind. Damit ist also in den Kurven die Verschiebung des Dreh- gestelles gegenüber dem Wagenkasten durch Abwälzen der Rollen an den starren Platten der Gummi- metallage ermöglicht und gleichzeitig die senkrechte und waagrechte Abfederung quer zur Fahrt- richtung durch Beanspruchung des Gummis auf Druck bzw. auf Schub erzielt. Der Drehzapfen selbst ist hiebei ebenfalls in ein Gummimetallager eingebettet.

   Dieser Ausführung einer Abfederung des
Wagenkastens bei Schienenfahrzeugen haften aber noch immer Mängel an, deren Ursache hauptsächlich darauf   zurückzuführen   ist, dass die Nachgiebigkeit der zwischen Wagenkasten und Drehgestell eingeschalteten Gummifederung quer zur Fahrtrichtung nicht ausreicht, d. h. die Lagerung zu steif ist. 



  Noch weichere Gummilager wären aber, selbst wenn sie hergestellt werden könnten, unbrauchbar, weil der Wagen im Hinblick auf die grossen   Beschleunigungs- und Verzögerungs kräfte   die in der Fahrtrichtung notwendige Stabilität nicht mehr besitzen würde. 



   Die Erfindung besteht nun darin, dass das Drehgestell mit dem Wagenkastenrahmen über einen Drehgestellzapfen verbunden ist, der in Fahrtrichtung elastisch abgestützt ist und eine auf ihm drehbare Hülse trägt, die sich an der elastischen Abstützung frei abwälzen kann. Durch eine derartige Anordnung ist es möglich, den Drehgestellzapfen von der Übertragung von quer zur Fahrtrichtung wirkenden Kräften zu entlasten. Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemässen Anordnung liegt darin, dass die erwähnten quer zur Fahrtrichtung wirkenden Kräfte nunmehr durch besondere elastische Lager aufgenommen werden können, die wesentlich weicher ausgebildet sein können, als es sonst mit Rücksicht auf die Stabilität und Sicherheit in Fahrtrichtung möglich wäre. 



   Bei der erfindungsgemässen Anordnung werden die   Beschleunigungs- und Verzögerungskräfte   also über den Drehgestellzapfen und die ihn umgebende Hülse auf quer zur Fahrtrichtung angeordnete Gummimetallager unter Druckbeanspruchung derselben übertragen, während die Rückstellkräfte für die Bewegungen des Wagenkastens. quer zur Fahrtrichtung durch Gummimetallager aufgebracht werden, welche seitlich zwischen Wagenkasten und Drehgestellrahmen angeordnet sind und diese Kräfte unter Schubverformung aufnehmen.

   Die zuletzt genannten Lager können gleichzeitig damit 

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 in der senkrechten   Richtung wirkende Kräfte   unter Druckverformung aufnehmen und auch in dieser Richtung zur Abfederung des Wagenkastens beitragen. 
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 verschiedene   Fedenmgssysteme.   Die in der senkrechten Richtung wirkenden Stösse und Kräfte werden   zunächst   über die Hauptfeder und dann über die der seitlichen Abstützung dienenden GummimetalIlager aufgenommen, wobei die   Federungskonstante   dieses Systems durch die Hintereinanderschaltung der beiden Federn sehr weich gehalten werden kann.

   Die waagrecht und quer zur Fahrtrichtung wirkenden Kräfte werden durch die seitlich angeordneten elastischen   Abstiitzungen   unter Schubverformung derselben aufgenommen, wobei ebenfalls durch die grosse Nachgiebigkeit des Gummis   gegenüber Schubbeanspruchungen   eine geringe Federkonstante des Systems besteht. In der Fahrt- 
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 die Nachgiebigkeit in den beiden andern Richtungen so gewählt werden, wie es mit   Rücksicht   auf die Stabilität und Sicherheit des Fahrzeuges erforderlich ist. 



   Da weiter die auftretenden Kräfte alle unter günstigsten Bedingungen und mit einer verhältnismässig grossen Nachgiebigkeit aufgefangen werden, ist es möglich, den Wagenkastenrahmen selbst entsprechend leichter zu bauen, da er verwindenden Momenten kaum mehr unterworfen ist. Zur Erhöhung der Sicherheit der Verbindung in   Fahrtrichtung können   die die elastische Führung und   Abstützung   des Drehzapfens übernehmenden   Gummimetallager   auch so angeordnet sein, dass sie unter Vorspannung stehen.

   Es ist dann aber, um eine freie Beweglichkeit des Drehgestellzapfens in der quer zur Fahrtrichtung liegenden   Richtung zu ermöglichen, erforderlich,   an dem Zapfen bzw. an der ihn umgebenden Gleithülse lose Rollen anzuordnen, die sich auf den dem Zapfen zugekehrt liegenden Metallplatten der elastischen Lager abrollen. Diese Anordnung hat eine besonders gute Geradführung des Wagenkastens quer zur Fahrtrichtung zur Folge und wird insbesondere da mit Vorteil anzuwenden sein, wo die Abstützung des Wagenkastens hauptsächlich im Drehzapfen selbst durchgeführt wird, während seitlich zwischen Wagenkasten-und Drehgestellrahmen lediglich   Ausgleichs-bzw. Stabilitätsfedern   angeordnet sind.

   In diesem Falle können die   Gummimetallager   entweder mit dem Drehzapfen bzw. der ihn umgebenden Hülse oder aber mit dem Drehgestell verbunden sein. Bei der letztgenannten Ausführung ist dann die den Drehgestellzapfen umgebende Hülse mit z. B. angegossenen Lappen versehen, zwischen denen die unabhängigen Rollen sich drehen können. Die Achsen dieser Rollen liegen dann in Ebenen, die senkrecht stehen und quer zur Fahrtrichtung verlaufen. Zwischen den Rollen können an den starren Platten Führungsleisten angebracht sein, die eine kraftschlüssige Verbindung des Wagenkastens mit den   Gummimetallagern   bei quer zur Fahrtrichtung auftretenden Stössen vermitteln, während die Abstützung in Fahrtrichtung von den dem Zapfen auch als   Füllrung dienenden Gummimetallagern übernommen   wird.

   Es ist klar, dass die Anordnung auch   umgekehrt   erfolgen kann, wobei Rollen und   Gummimetallager   ihren Sitz vertauschen, im   übrigen   aber dieselbe   Wirkungsweise beibehalten.   Bei der Abstützung des Wagenkastens hauptsächlich unterhalb des Drehzapfens wird es auch möglich sein, auf die Rollen zwischen Traglager und Zapfen zu verzichten und statt dessen eine unmittelbare Verbindung zwischen beiden herzustellen. 



  Die Verschiebung des Drehgestelles gegenüber dem Wagenkasten in den Kurven ergibt nämlich in der Nähe des Drehzapfens in den meisten Fällen nur Federwege, die den üblichen   Gummimetallagern   ohne weiteres, insbesondere da sie ja auf Schub beansprucht sind, zugemutet werden können. 



   Die Zeichnung stellt eine schematische Ausführung der vorliegenden Erfindung dar, u. zw. zeigt Fig. 1 einen Querschnitt durch einen   Drehgestell-und Wagenkastenrahmen   ; die Fig. 2 und 3 veranschaulichen einen Grundriss und eine Seitenansicht zu Fig. 1, die Fig. 4 und 5 eine Gleithülse des Drehzapfens für eine   Sonderausführung   im Grundriss und Aufriss. 



   In der Zeichnung bedeutet 1 den Wagenkasten-und 2 den Drehgestellrahmen. Die mit dem 
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 angeordneten Gummikörper 5 bestehenden   Gii1nmimetallager   stützen sich über ein   Führungsstück   6 an den im Dreligestellrahmen 2 gelagerten Rollen 7 und 8 ab. Die Rollen 7 und 8 sitzen auf einer quer 
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   kastenrahmen 1   ist der Drehzapfen 10 fest verschraubt. Den Zapfen 10 umgibt drehbar eine Gleithülse   11,   die zwischen den beiden in Fig. 2 ersichtlichen, aus zwei Metallplatten 12 und   13   und einem dazu festhaftend angeordneten   Gummikörper   14 bestehenden Gummimetallager quer zur Fahrtrichtung eine elastische Führung, in Fahrtrichtung eine elastische Abstützung erfährt.

   Die Gummimetallager sind mit ihren Platten   12   an die die   Längsträger   des Drehgestellrahmens verbindenden   Querträger   15 und 16 fest angeschraubt. In den Fig. 1 und 2 ist noch schematisch die Lage der Radachse 17 mit dem Rad 18 und der sie gegen den Drehgestellrahmen 2 abfedernden Blattfedern 19 dargestellt. 



   Aus den Fig. 1 und 2 ist die Wirkungsweise der Abfederung leicht zu erkennen. Der Wagenkasten überträgt sein Gewicht unter Druckbeanspruchung der seitlichen Gummimetallager 3,4, 5 auf die Rollen 7 und 8 des Drehgestellrahmens 2, während die Kräfte in Fahrtrichtung lediglich über 
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 in den seitlich angeordneten   Gummimetallagern 3, 4, 5,   während sich bei der relativen Bewegung des Wagenkastens gegenüber dem Drehgestell in derselben Richtung die Hülse 11 an den Metallplatten 13 um den Zapfen 10 als Achse abwälzt, ohne zu der Rückstellkraft der seitlichen Lager einen störenden Beitrag zu leisten. 



   In den Fig. 4 und 5 ist eine Gleithülse dargestellt, wie sie z. B. dann Verwendung finden kann, wenn die den Drehgestellzapfen in der Fahrtrichtung abstützenden   Gummimetallager   den Drehgestellzapfen unter Vorspannung umschliessen. Die zylindrische Hülse 20 ist unten in einen Flansch 21 erweitert, der zur Befestigung der stützenden Gummimetallager dient, die sich selbst wieder gegen im Drehgestell angeordnete Rollen anlegen. Der Flansch 21 kann aber auch umgekehrt die Rollen aufnehmen, wobei das Gummimetallstützlager im Drehgestell befestigt wird. Die Bewegungsfreiheit des Drehgestells ist durch den in der Hülse 20 drehbaren Zapfen, die des Wagenkastens quer zur Fahrtrichtung durch die Rollen 22 gewährleistet, die in Ansätzen 23 und 24 der Hülse 20 gelagert sind. 



  Die entsprechenden   Gummimetallager   12, 13, 14, die für den Drehzapfen bzw. Wagenkasten Stütze und Führung bedeuten, können nunmehr auch mit Vorspannung an den Rollen 22 liegen, ohne dass hiedurch eine Beeinträchtigung der Querbeweglichkeit des Drehgestellzapfens verursacht wird. 



   Für die Erfindung ist die statische   Abstützung   des Wagenkastens nicht von wesentlicher Bedeutung ; sie kann daher auch für solche Abfederungsanordnungen verwendet werden, die, wenn auch nicht dargestellt und beschrieben, doch durchaus bekannt sind. Das wesentliche Merkmal der Erfindung besteht in der beanspruchten und beschriebenen Lagerung des Drehzapfens, d. h. einer solchen Lagerung, die Kräfte in Fahrtrichtung wohl elastisch abfängt, quer zur Fahrtrichtung aber keinen Beitrag zu den   Federrückstellkräften   der Wagenkastenabstützung liefert. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Abfederung, insbesondere für Schienenfahrzeuge, mit einem auf dem Drehgestellrahmen elastisch gelagerten Wagenkasten, gekennzeichnet durch einen in Fahrtrichtung elastisch abgestützten und quer zur Fahrtrichtung an einer elastischen Führung sich frei abwälzenden Drehzapfen (10).

Claims (1)

  1. 2. Abfederung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur elastischen Abstützung und Führung des Drehzapfens zwei, z. B. im Drehgestellrahmen (2) an Querträgern (15) befestigte Gummimetallager (12, 13, 14) vorgesehen sind.
    3. Abfederung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gummimetalllager aus an sich bekannten, zwischen zwei starren ebenen Platten (12, 13) festhaftend angeordneten Gummikörper (14) bestehen.
    4. Abfederung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Drehzapfen (10) eine Gleithülse (11) besitzt, die sieh längs der starren Platten (12) der elastischen Führung um den Zapfen als Achse frei abwälzen kann.
    5. Abfederung nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass an der den Drehzapfen (10) umgebenden Hülse (11) eine Anzahl selbständiger Rollen (22) angebracht sind, deren Achsen in zu den Platten (12) der elastischen Führung parallelen Ebenen und auch parallel zur Drehzapfenachse liegen.
    6. Abfederung nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die die elastische Abstützung und Führung des Drehzapfens bildenden Gummimetallager (12, 13, 14) unter Vorspannung stehen und daher den Drehzapfen (10) über die Rollen (22) bzw. die Gleithülse (11) nach Art eines elastischen Klemmfutters umgeben.
    7. Abfederung nach einem der vorhergehenden Ansprüche mit elastischer Abstützung des Wagenkastens im Drehzapfen, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Drehzapfen (10) bzw. einer ihn umgebenden Gleithülse (11) fest verbundene und mit Führungsleisten versehene Gummimetallage (3, 4, 5) sich zwischen den Führungsleisten auf im Drehgestell (2) in Fahrtrichtung angeordnete Rollen (7, 8) abstützen oder umgekehrt.
AT158747D 1937-05-05 1938-05-05 Abfederung, insbesondere für Schienenfahrzeuge. AT158747B (de)

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