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Verfahren zum Klären von Melasse durch Schleuderwirkung.
Das Reinigen von durch Chemikalien zum Zweck der Klärung nicht vorbehandelter Melasse durch Schleuderwirkung, welche insbesondere für die Vorbereitung der Melasse zur Presshefeerzeugung bedeutungsvoll ist, ist an sich bekannt. Die Melasselösung wird dabei vor der Schleuderung nur mit Wasser wenig verdünnt und erhitzt. Gegenüber den chemischen Klärmethoden weist das Schleuderklärverfahren grosse Einfachheit auf und gewährleistet auch eine besonders gleichmässige und gute Hefe. Es ist auch bekannt, dass eine schon einmal zentrifugierte Melasse angesäuert und dann neuerlich zentrifugiert werden soll, wenn die Verunreinigungen ausgefallen sind. Die Ansäuerung bedeutet aber eine chemische Behandlung und damit die Inkaufnahme aller mit den chemischen Melasseklärmethoden verbundener Umstände und Nachteile.
Der Schmutzgehalt der Melasse ist sehr verschieden und es ist deshalb notwendig, vor der Separierung entweder Schmutzproben zu machen oder aus Gründen der Sicherheit die Schleuderung vorzeitig zu unterbrechen und eine Trommelreinigung vorzunehmen. Man hat deshalb schon vorgeschlagen, die Melasse durch Schleudern mit kontinuierlicher Schlammabführung zu klären, wobei eine Aufteilung des Schleudergutes in eine reine Nährlösung und in ein Schmutzkonzentrat erfolgt. Zur Verminderung der Verluste wird das Sehmutzkonzentrat mit Wasser verdünnt und seinerseits durch Schleudern wiederum in ein klares und in ein schmutziges Produkt getrennt.
Viele in der Rohmelasse enthaltene, insbesondere anorganische Stoffe gehen bekanntlich bei höherer Verdünnung in Lösung, deshalb wird die Schleuderklärung gewöhnlich bei einer Konzentration von etwa 40 Ball. vorgenommen. Anderseits gibt es Stoffe, die so feinverteilt und von solchem spezifischen Gewicht sind, dass sie erst bei geringer Konzentration mit einer wirtschaftlich ausreichenden Mengenleistung der Schleuder ausgeschieden werden können.
Ein wesentlicher Nachteil des bekannten Verfahrens ist darin gelegen, dass sowohl die ursprüngliche wenig verdünnte Melasselösung als auch die zwecks möglichst restloser Gewinnung der Nährstoffe stark verdünnt zu behandelnden Schmutzkonzentrate jeweils nur einer einzigen Reinigung durch eine einzige, bei einer gegebenen Konzentration stattfindenden Schleuderung unterworfen werden, denn die Schleuderung, aus der das Schmutzkonzentrat hervorging, kann bei der Schleuderung des verdünnten Schmutzkonzentrates nicht im Sinne der Reinigung dieser Flüssigkeit gezählt werden.
Bei der ersten Schleuderung muss, um eine genügende Klärung zu erreichen, mit verhältnismässig kleiner Leistung gearbeitet werden. Bei der zweiten Schleuderung werden durch die viel zu grosse Verdünnung schädliche Stoffe gelöst und gelangen in die Gärung.
Die genannten Nachteile werden erfindungsgemäss dadurch vermieden, dass die durch Chemikalien zum Zwecke der Klärung nicht vorbehandelte Melasse zwecks Ausscheidung der spezifisch schweren, insbesondere anorganischen Verunreinigungen vorerst bei höherer Konzentration, zweckmässig 40 bis 50" Ball., geschleudert und sodann nach Trennung von dem spezifisch schweren Schlamm und Verdünnung durch Frischwasser bei geringerer Konzentration, zweckmässig 15 bis 250 Ball., einer zweiten Schleuderung unterworfen wird, durch welche die feinverteilten, insbesondere organischen Verunreinigungen ausgeschieden werden.
In der Zeichnung ist eine Einrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens beispielsweise dargestellt.
Aus dem Behälter 1 wird die gegebenenfalls erhitzte Rohmelasse über die Rohrleitung 2, das Melassefilter 3 und die Melassemessuhr 4 der ersten Schleuder 5 zugeführt, die zweckmässig einen sehr
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grossen Schlammraum hat, mit verhältnismässig geringen Umdrehungszahlen betrieben wird und in welcher die Verunreinigungen, die bei stärkerer Verdünnung In Lösung gehen, bei hoher Konzentration der Melasse ausgeschleudert werden. Die Melassekonzentration liegt dabei zweckmässig bei 40 bis 500 Ball. oder höher. Von der Grossraumschleuder 5 wird sodann die vom spezifisch schweren Schlamm gereinigte Melasse über die mit dem Schauglas 6 versehene Leitung 7 gegen die Feinklärschleuder 8 hin befördert.
Sofort nach der ersten Schleuderung in der Grossraumschleuder 5 erfolgt dabei mittels
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schleuder 8 ist als Schleudertrommel von höchster Trennschärfe ausgebildet, die am besten mit hoher Drehzahl läuft und die naturgemäss einen verhältnismässig geringen Schlammraum hat. Bei der zweiten Schleuderung kommt man aber mit sehr wenig Schlammraum aus, weil der Anteil der spezifisch leichteren, hauptsächlich organischen Fremdstoffe in der Melasse gering ist. Anschliessend fliesst die geklärte Melasse durch die mit dem Schauglas 11 versehene Leitung 12 in kontinuierlichem Strom oder über ein Zwischengefäss in den Gärbottich oder in einen andern Sammelbehälter.
Mit Rücksicht auf den verfügbaren verhältnismässig kleinen Schlammraum der bisher allgemein üblichen Melasseschleudertrommel vermeidet man bis heute die Vermischung von Niederschlag bildenden Beimengungen mit der Melasse und verwendet z. B. statt des bei einer chemischen Vorbehandlung in Verbindung mit dem Absetzverfahren vielfach üblichen Superphosphates Diammonphosphat. Man hat zwar auch schon Superphosphatlösungen der Melasse vor der Schleuderklärung zugesetzt, liess aber dann entweder die Superphosphatlösung abstehen, damit sich die Fremdstoffe zu Boden setzten, oder behalf sich mit einer Unterbrechung der Schleuderklärung und öfteren Trommelreinigung. Dadurch werden die grossen Vorteile, welche die Schleuderklärung bei der Vorbereitung der Melasse für die Presshefefabrikation brachte, nicht im vollen Mass ausgenützt.
Es bedeutet nun einen weiteren Fortschritt, dass es durch das erfindungsgemässe Verfahren ermöglicht ist, die Superphosphatlösung, ohne sie abstehen zu lassen oder anderswie zu klären, direkt mit der Melasse zu vermischen, weil der Schlammraum der Vorklärschleuder gross genug ist, um die auch aus diesem Nährstoff ausfallenden Verunreinigungen mit aufzunehmen.