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Die bekannten Klärverfahren zur Erzielung einer blanken Melasse für die Presshefeerzeugung erfordern alle eine umfangreiche Apparatur, grosse Anschaffungskosten, bedeutende Unterhaltungskosten, vor allen Dingen aber viel Zeit.
Die Warm-Sauer-Klärung und das heissalkalische Klärverfahren werden in der Praxis am meisten benutzt, erfordern aber neben den zum Absetzen des Niederschlages notwendigen grossen Absetzbehältern eine beträchtliche Dampf- und Kühlwassermenge. Ersparungen an Dampf und Kühlwasser können nur durch erhöhten Zeitaufwand gemacht werden, indem die weniger stark verdünnte Melasse längere Zeit zum Absetzen braucht. Zeit kann nur durch weitere teure Apparaturen gewonnen werden, indem man nicht bis zum vollständigen Absetzen des Niederschlages wartet, sondern die halbgeklärte Lösung durch Filterapparate leitet.
Ausserdem wird durch die lange Erwärmung der Melasse die Bildung von Huminfarbstoffen gefördert, was nach Ansicht vieler Hefefachleute eine dunkler Farbe der Hefe hervorruft.
Dem letzteren Ubelstand versucht man durch die Kaltklärverfahren zu begegnen, von denen die Kalt-Sauer-und die kaltalkalische Klärung bisweilen angewendet werden. Dadurch wurde auch die Apparatur etwas vereinfacht, aber die grossen Absetzbehälter, der Verbrauch an Chemikalien und die Zeitverluste bleiben. Letztere sind sogar eher grösser geworden, da natürlich die Viskosität einer kalten Lösung grösser ist als bei einer heissen und demgemäss die Trübungsstoffe eine längere Zeit zum Absetzen brauchen. Der grosse Nachteil dieser Methoden besteht aber in der Gefahr einer Infektion, weil die Lösung unter für Mikroorganismen günstigen Lebensbedingungen längere Zeit stehen bleibt. Deshalb werden diese Verfahren in der Praxis wenig angewendet.
Man hat die Kaltklärung zu verbessern und zu vereinfachen gesucht dadurch, dass man die Melasse ohne Erwärmung und ohne Zusatz von Chemikalien nach Verdünnen mit Wasser durch Filterpressen klärt. Dabei wurde die Apparatur noch mehr vereinfacht, aber die Unterhaltungskosten stiegen, weil der Verbrauch an Filtermaterial und Anschwemmfiltermasse sehr hoch ist, ausserdem die Bedienung mehr Zeit erfordert. Dazu kommt, dass sich Filterapparate leicht verstopfen oder undicht werden, Umstände, die gerade in der Hefefabrik störend sich auswirken.
Die Erfindung besteht darin, dass die Melasse in handelsüblichem Zustande ohne besondere Vorbehandlung durch Chemikalien durch schnellaufende Schleudertrommeln geführt wird, nachdem dieselbe in bekannter Weise unmittelbar vor dem Einlauf in die Schleuder mit Wasser vermischt wurde, und darin, dass die Lösung, anschliessend an die Schleuderung, in den Gärbottich geleitet wird. Die Mischung der Melasse mit Wasser erfolgt zweckmässig durch die Zuführungspumpe für die Schleuder.
Dadurch wird die zur Klärung notwendige Apparatur auf Schleuder und Pumpe beschränkt, und sie nimmt einen Raum in Anspruch, der nur einen Bruchteil des bei allen übrigen Verfahren notwendigen Platzes beträgt.
Die Ansehaffungs-und Unterhaltungskosten sind geringer, jeder Zeitverlust ist vermieden und damit auch die Gefahr einer Infektion. Das hat sieh praktisch dadurch gezeigt, dass die Erhitzung zwecks Sterilisation bei diesem Verfahren gegenüber den bekannten eine weniger wichtige Rolle spielt und vielfach vollständig überflüssig ist.
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Der Verlust an Melasse ist geringer als bei allen bekannten Verfahren, weil mit der Schleuder- trommel fast trockener Schlamm gewonnen wird. Dazu hat es sieh gezeigt, dass durch dieses Reinigungverfahren mittels Separators die Melasse eine besondere Gleichmässigkeit erhält, so dass Verschiedenheiten in der Rohmelasse ausgeglichen werden. Die erzeugte Hefe ist auffallend hell und stets von gleichbleibender Güte, unabhängig vom Zustand der Rohmelasse. Diese Eigenschaft zeigt kein anderes Klar- verfahren. Nach Inbetriebsetzung der Zentrifuge kann man sofort mit der Gärung beginnen und spart dadurch die Zeit des bisherigen Maischen und der Klärung der Melasse. Hierin liegt ein grosser betriebstechnischer Vorteil.
Bei praktischer Montage, beispielsweise neben dem Gärbottich, werden auch Arbeitkräfte gespart, da die Zentrifuge von dem Gärführer mit bedient werden kann. Wenn die Rohmelasse vor dem Schleudern sterilisiert werden soll, so benötigt man nur etwa ein Zehntel von dem Dampf, der bei den bisherigen Kochverfahren verbraucht wird. Auch wird der Kühlwasserbedarf während der Gärung erheblich herabgesetzt, da bedeutend geringere Mengen von Melasse erwärmt werden. Durch die Möglichkeit, in neutralen Lösungen zu arbeiten, wird der Verschleiss der Gärgefässe und Apparate stark reduziert. Es tritt hiebei auch eine Ersparnis an Gärungsfett ein, da die Gärwürzen unter diesen Verhältnissen nur wenig schäumen.
Um eine vollständige Klärung der Melasse zu erzielen, ist eine Schleudertrommel von besonderer Bauart zweckmässig. Es hat sich gezeigt, dass mit Schleudertrommeln üblicher Bauart, z. B. mit Tellereinsatz, Lamelleneinsatz oder Flügeleinsatz, eine einwandfreie Klärung nicht immer zu erreichen ist.
Um eine vollständig klare Melasse bei bester Ausnutzung der Schleuder zu erzielen, müssen die in derselben enthaltenen Verunreinigungen möglichst schnell der Strömung eiltzogen werden. Zu diesem Zweck ist die Trommel in hintereinandergeschaltete Ringkammer unterteilt, deren Sammelräume dem Volumen der jeweiligen Ausscheidungen angepasst sind und die durch Siebe gegen die Strömungskanäle abgedeckt sein können. Durch die Unterteilung werden der Lösung stufenweise immer feinere Trübungsstoffe ent- zogen. In den Zonen stärkerer Zentrifugalkraft ist auch der Reinheitsgrad der Flüssigkeit grösser und dadurch wird die Wirkung der Trennkraft erhöht.
Die Zeichnung gibt ein Aufstellungsbeispiel für die nötige Klärapparatur.
Die Rohmelasse fliesst aus dem Behälter 1, in dem sie in handelsüblichem Zustande aufbewahrt wird, nötigenfalls nach Sterilisation, durch das Rohr 2 zur Pumpe 4, während das zur Verdünnung nötige Wasser durch das Rohr 3 der Pumpe zufliesst. Zur intensiven Mischung der Melasse mit Wasser kann die Pumpe 4 in der Leistung so gross gewählt werden, dass der Hauptstrom durch die Umlaufleitung 5 wieder vor die Pumpe fliesst und die Lösung also mehrmals die Pumpe passiert. Durch die Leitung 7 wird die verdünnte Rohmelasse in eine oder mehrere Schleudern 8 geführt und durchströmt die Trommel 9 in der angegebenen Richtung. In den Sehlammkammern 10 und 11 lagern sich die Trübungsstoffe ab.
Durch das Rohr 12 verlässt die geklärte Lösung die Schleuder und fliesst bei 13 in den Gärbottich.
Die ganze Apparatur kann geschlossen ausgeführt werden, um der Luft keinen Zutritt zu gewähren.
Dadurch wird eine Infektionsgefahr völlig ausgeschaltet.
Es kann zweckmässig sein, die Melasse zu entgasen oder zu belüften, und das geschieht ebenfalls am einfachsten in den Fanggefässen der Schleuder, indem eine Gasabsaugvorrichtung oder eine Evakuierungsanlage angebracht wird, bzw. indem gefilterte Luft durch den austretenden Flüssigkeits- schleier 14 geblasen wird.
Auch hier ist, wie dies bereits bekannt ist, eine gute Mischung von Melasse und Wasser unmittelbar
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für die Schleudern zur Mischung der Lösung bleibt die Apparatur so einfach wie möglich.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Klärung der Melasse für die Presshefeerzeugung, dadurch gekennzeichnet, dass die Melasse ohne Vorbehandlung mit Chemikalien in kontinuierlichem Strom durch schnellaufende Schlpudertrommeln geklärt und danach in den Gärbottich geleitet wird.