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Verfahren zur Behandlung des aus Kloakenahwässern ausgeschiedenen
Rohschlammes Zur Verwertung dies aus Kloakenabwässern ausgeschiedenen Schlammes
sind bereits verschiedene Verfahren vorgeschlagen und praktisch ausgeübt worden.
So hat man z. B. vorgeschlagen, dien aus den Abwässern erhaltenen Schlamm .durch
ein sog. nasses Carbionisierungsverfahnen zu behandeln, wodurch er zum Filtrieren
in den -,üblichen Filterpressen geeignet und die von den Filterpressen gewonnene
feste Masse ;als Düngemittel verwendbar gemacht wird.
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Nach einem anderen bekannten Verfahren wird der Schlamm in einem Behälter
erhitzt, der einen Teil einer Batterie bildet, von der während dieses Vorganges
ein zweiter beschickt und der bereits behandelte Inhalt eines dritten Behälters
in einer Wärmeaustauschvorrichtung gekühlt und dann, nachdem die in einem Klärgefäß
sich über den zu Boden gesunkenen festen Bestandteilen abscheidende Flüssigkeit
abgeleitet worden.ist, einer Filterpresse zugeführt wird, in der die festen Bestandteile
von der noch vorhandenen Flüssigkeit geschieden werden.
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Dieses Verfahren besitzt verschiedene Nachteile insofern, als bei
der dort vorgenommenen Erhitzung des Schlammes unter atmosphärischem Druck die Zersetzung
und Auflösung der festen Bestandteile desselben nur sehr langsam vor sich geht.
Ferner wird die Filtervorrichtung, durch welche. der in den Klärgefäßen gewonnene
Rückstand geleitet wird, durch die Humus- rund die anderen feinen Teilchen sehr
rasch verstopft, so daß die Ausscheidung der noch vorhandenen Flüssigkeit sehr stark
beeinträchtigt und verzögert wird.
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Das den Gegenstand der Erfindung bildende Verfahren macht von den
verschiedenen Arbeitsgängendieses bekannten Verfahrens ebenfalls Gebrauch; aber
@es .beseitigt die diesem anhaftenden Übelstände in einer Weise, daß durch die bei
dem Verfahren der Erfindung hierzu benutzten Arbeitsvorgänge wesentlich bessere
Ergebnisse hinsichtlich. des Feuchtigkeitsgehaltes des gewonnenen Filterkuchens
und des hierzu erforderlichen Zeitaufwandes erreicht werden.
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Diese neuen, in die Vorgänge des bekannten Verfahrens eingeschalteten
oder geänderten Arbeitsmaßnahmen bestehen darin, daß der Schlamm unter seinem Druck
vorn ungefähr 7 Atm. erhitzt wird und daß der in den Klargefäßen zurückgebliebene
Schlamm mit Hilfe von. in diesen Gefäßen angeordneten Rührwerken innig durcheinandergemischt
wird, damit bei der weiteren Behandlung des Schlammes, in den Filtervorrichtungen
die
faserigen Bestandteile desselben auf dem Filtertuch eine Schicht
bilden, welche die feinen Bestandteile des Schlammes zurückhält, ohne, die Durchlässigkeit
des Filtertuches in ein,-solchen Maße zu beeinträchtigen, d.aß '# Durchgang der
Flüssigkeit durch dasselbe' Weise erschwert wird.
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Die durch das Verfahren der Erfindung gegenüber den bekannten Verfahren
erzielten Vorteile bestehen, wie bereits oben erwähnt, darin, d.aß die .in dem zu
verarbeitenden Schlamm enthaltene Flüssigkeit in viel Pstärkerem Maße und in beträchtlich
kürzerer Zeit abgeschieden wird .als bei den bekannten Verfahren, so daß die nach
ihm gewonnenen Filterkuchen einen wesentlich geringeren Feuchtigkeitsgehalt besitzen
und die Anlagekosten sowie die Betriebskosten außerordentlich verringert werden.
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Nimmt man z. B. an, daß der von den Ablagerungsbehältern für gewöhnlich
erhaltene Rohschlamm einen Wassergehalt von 95% besitzt, so weist der bei Anwendung
des Verfahrens nach der Erfindung nach dem Kochgin, Kühlen -Luid Abstehen in den
Klärgef.äßlen und nach dem Abziehen der-in diesen Gefäßen ausgeschiedenen Flüssigkeit
gewonnene Schlamm nur noch einen Wassergehalt von 85 0;'o auf, -,voraus hervorgeht,
daß schar allein durch diese Arbeitsvorgänge die Ausgangsmenge an Rohschlamm bereits
zwei Drittel ihres Wassergehaltes verloren hat; denn der Prozentsatz von 15 % an
festen Bestandteilen in dem aus den Klärgefäßen gewanncnen Schlamm gegenüber einem
Prozentsatz von 5 0i0 an festen Bestandteilen in dem aus den Ablagerungsbehältern
zugeführten Rohschlamm entspricht dem Anteil der festen Bestandteile der dreifachen.
Ausgangsmenge von Robgchlamm. Es' wird aber nicht ,nur diese große Wassermenge entfernt,
sondern die Beschaffenheit des durch diese Arbeitsvorgänge erhaltenen Schlammes
wird auch gleichzeitig derart verändert, daß ihm nach dem in den Klärgefäßen vorgenommenen
Misch- und Rührvorgang in der Filterpresse weitere große Wassermengen entzogen werden
können, so daß die von der Filterpresse erhaltenen Kuchen nur noch einen Flüssigkeitsgehalt
van q.00/0 aufweisen und daher im Vergleich mit den durch die bekannten Verfahren
erhaltenen Kuchen als sehr trocken bezeichnet werden können. Dabei nimmt der zur
Erzielung von Filterkuchen solcher Beschaffen= heiterforderliche Preßvorgang nur
eine Zeit von r o bis 15 Minuten in Anspruch im Gegensatz zu ,anderen Verfahren,
welche hierzu einen Zeitaufwand von mehreren Stunden benötigen.
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Hieraus ist. zu ersehen, daß durch das neue Verfahren der .als Ausgangsstoff
dienende Schlamm mit einem Wassergehalt von 95 zu einem Kuchen von einem Zwölftel
des Rauminhalts der Ausgangsmenge bei einem ,Wassergehalt von 40% umgewandelt worden
.. :Eine solche Verringerung des Wassergehaltes und eine dadurch bewirkte beträchtliche
Raumverminderung des fertigen Kuchens zu erreichen ist mit den bekannten Verfahren
nicht möglich. Sto besitzen die nach einem in Amerika gebräuchlichen Verfahren erhaltenen
Kuchen einen Wassergehalt von 8o%, woraus hervorgeht, daß, wein der als Ausgangsstoff
benutzte, Schlamm ebenfalls einen Wassergehalt von 950;'o aufweist, der ,erhaltene
Kuchen ein Viertel des Rauminhalts der Ausgangsmienge besitzt. Bei nach einem ,anderen
Verfahren verhaltenen Kuchen, bei welchem der Schlamm durch Zentrifugen ausgeschleudert
wird, beträgt der Wassergehalt 5 %, so daß sie unter den gleichen Voraussetzungen
wie vorher ein Fünftel des Rauminhalts der Ausgangsmenge besitzen.
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Ein weiterer Vorteil dies neuen Verfahrens besteht :darin, daß infolge
der sehr vermehrten Entziehung von Wasser in der Filterpresse die Stoffe in einem
für die weitere Bkhandlung durch Trocknen für die Verwendung als Brennstoff oder
als Düngemittel wesentlich geeigneteren Zustande zurückbleiben -und daß, da dieses
auf künstlichem Wege bewirkt werden kann, die hierfür aufzuwendenden Kosten sehr
gering sind.
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In der Zeichnung ist eine zur Ausübung der Erfindung dienende Anlage
an Handeines Ausführungsbeispieles schematisch veranschaulicht.
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Der zu verwertende Schlamm wird aus der Schlammgrubea mittels einer
Pumpe b durch eine Leitung c gepumpt und durch eine einen Teil eines Wärmeaustauschers
bildende Leitung d einem Ventile zugeführt, durch welches er dem einen Behälter,
z. B. f1, einer aus mehreren, z. B. drei Behältern f 1, f z, f 3 bestehenden Batterie
zufließt, während der Schlamm aus einem ,anderen der Behälter, z. B. aus dem Behälter
f 2, durch das Ventile und ein Rohr g durch eine zweite Pumpe lz abgesaugt -und
über eine Leitung j, die ebenfalls einen Teil des genannten Wärmeaustauschers bildet,
an das eine Gefäß einer aus mehreren, z. B. drei Klärgefäßen k1, k2, k3. bestehenden
Batterie, z. B. an das Gefäß k1, abgegeben wird,' aus welchem die .oberstehende
Flüssigkeit dann durch geeignete Rohrleitungen ml, m°, nz3, die mit einem nach einem
Erhitzer o für Kesselspeisewasser führenden Rohrn verbunden sind, abgesaugt und
dann durch ein Rohr p abgeleitet wird.
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Das Ventil e ist so angeordnet, daß, wählend der eine Behälter, z.
B. f1, mit Hilfe der
Pumpe b mit Schlamm beschickt wird, der durch
das Rohr d des Wärmeaustauschers geleitet worden ist und dabei Wärme aufgenommen
hat, ein ;anderer Behälter, z. B. f2, mit Hilfe der Pumpe !a durch das Rohr j des
Wärmeaustauschersentleert wird, so daß sein Inhalt dort Wärme abgibt, bevor @er
zu dem Klärgefäß k1, k°- oder k3 gelangt, und der Schlamm in dem dritten Behälter,
z. B. /3 , der Wärmebehandlung unterworfen wird. Dieser Behälter 13 war vorher mit
Schlamm beschickt worden, während ein anderer Behälter, z. B. il, entleert
wurde und der Schlamm in dem dritten Behälter, z. B. f=, der Einwirkung der
Wärme ausgesetzt war.
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In jedem der Klärgefäße ki, k2 und k3 ist eine nicht dargestellte
Mischvorrichtung von irgendeiner geeigne:en Bauart angeordnet, deren Einwirkung
der Rückstand ausgesetzt wird, nachdem die darüberstehende Flüssigkeit abgelasszn
worden ist, worauf dieser Rückstand durch das dem betreffenden Gefäß zugeiardnete
Rohr g1, e loder g3, welches mit einem Rohr r verbunden ist, der einen einer aus
z. B. drei Filterpressen s1, s2, s3 bestehenden Batterie zugeleitet wird, worauf
der durch das Filter ,ausgepreßte Flüssigkeitsgehalt durch das entsprechende Rohr
il, t°
,oder 13 nach dem Rohrn, dem Kesselspeisewassererhitzer
9 und dem Rohr p zugeleitet wird, während die in dem Rückstand enthaltenen festen
Stoffe in der Presse zu Kuchen gepreßt und durch eine Fördervorrichtung a einer
Kachenbrechvorrichtung v und von da durch leine Fördervorrichtung w einer Tnokkenvorrichtungx
zugeführt ,werden. Von dort gelangen die getrockneten und zerkleinerten Kuchen übereinen
Elevator y, nach einem höher gelegenen Bunker z, von dem aus sie den Feuerungen
der Kessel i i, i i zugeführt werden. Die Verbrennungsgase der Kesselfeuerungen
werden dem die Rohre d, j umschließ-enden Ofen und der Trockenvorrichtung x in dein
erforderlichen Maße zugeleitet und schließlich durch einen Schornstein 1z abgeführt,
während der in den Kesseln i i erzeugte Dampf teilweise zum Kochen des Schlammes
in seinem der Behälter f1, f= Moder f3 und heilweise zum Antrieb von mit elektrischen
Generatoren verbundenen Dampfmaschinen verwendet wird. Die zerkleinerten, getrockneten
Schlammkuchen können auch ;als Düngemittel in der Landwirtschaft Verwendung finden.