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Die Erfindung bezieht sich auf Zünderteile für Drallgeschosszünder, die aus zwei miteinander vergossenen Teilen aus Werkstoffen verschiedener Festigkeit bestehen.
Zweck der Erfindung ist, einen Zünderteil zu schaffen, der billig herstellbar ist und mit dieser Eigenschaft den weiteren Vorteil verbindet, dass er, obgleich aus einem Werkstoff geringer Festigkeit, z. B. Aluminiumlegierung, hergestellt, trotzdem den hohen Beanspruchungen gewachsen ist, welche die Zünderteile beim Abschuss und während des Geschossfluges durch die Einwirkung der Massenträgheitskräfte und der Fliehkraft auszuhalten haben. Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, Zünderteile im Spritz- oder Pressgiessverfahren zu erzeugen, denn gerade dieses Verfahren bietet den Vorteil hoher Wirtschaftlichkeit und stellt verhältnismässig geringe Anforderungen an die Bedienung, so dass die in Kriegszeiten zur Verfügung stehenden weniger geschulten Arbeitskräfte ohne Schwierigkeiten eingesetzt werden können.
Im Spritz-oder Pressgiessverfahren hergestellte Zünderteile würden zwar der ersten hier vorangestellten Forderung, nämlich der der Billigkeit, entsprechen, nicht aber der weiteren Forderung nach hinreichender Festigkeit. Dieses Ziel wird erst erreicht mit einem Zünderteil, bei dem gemäss der Erfindung der den eigentlichen Zünderteil bildende weniger feste Werkstoff um eine als Verstärkungsstück dienende, sich im wesentlichen über den gesamten Teil erstreckende Einlage mittels des Spritz- oder Pressgiessverfahrens umgossen ist.
Es ist in der Giesstechnik bekannt, Formkörper aus Leichtmetall herzustellen, in welche verstärkende Einlagen eingegossen sind, die sich im wesentlichen über den gesamten Formkörper erstrecken.
Auch für Zünderkörper wurde schon vorgeschlagen, diese aus zwei miteinander vergossenen Teilen aus Werkstoffen verschiedener Festigkeit herzustellen. Der die höhere Festigkeit aufweisende Teil ist nur teilweise in dem weniger festen Teil eingebettet und dient in seinem herausragenden Teil als Träger von Gewinden und der Zündladung. Diese bekannten Zünderkörper wurden im üblichen Giessverfahren hergestellt. Der festere Teil erstreckte sich auch nicht im wesentlichen über den gesamten Formkörper und hatte nicht den Zweck, diesen durchweg zu verstärken.
Die Verstärkungseinlage kann je nach der Gestalt des Zünderteils die verschiedensten Formen annehmen. Denkbar sind ebene Einlagebleche, Gitter, Raumgebilde in Form von Trägern, Rohren u. dgl. Massive Einlagen, z. B. Schmiede-oder Presskörper, wird man vorzugsweise dann anwenden, wenn die Einlagen Träger der Lagerungs-und Gewindestellen des Zünderteils werden sollen. In allen Fällen wird die Einlage durch Anbringung von Löchern, Einbuchtungen u. dgl. derart zu gestalten sein, dass die Beanspruchung möglichst gleichmässig über den gesamten Zünderteil verteilt wird und eine möglichst innige Verbindung zwischen dem Guss und der umgegossenen Einlage gewährleistet wird. Die für die Einlagen hauptsächlich in Betracht kommenden Werkstoffe sind Eisen oder Stahl.
Zweckmässig werden die Einlagen auf etwa 300-5000 C vorgewärmt in die Giessform eingelegt. Die Vorwärmtemperatur liegt unterhalb des Schmelzpunktes des Spritzgutes. Dadurch, dass der Einlagekörper in vorgewärmtem Zustand eingegossen wird, vermag er dem beim Erkalten schrumpfenden Guss teilweise zu folgen. In diesem werden somit keine unzulässigen Spannungen entstehen. Anderseits wird durch die Verschiedenheit des Schrumpfmasses eine innige Verbindung zwischen Guss und Einlage erzielt.
Ein besonders vorteilhaftes Anwendungsgebiet für die Erfindung sind die Fliehgewichte, die bei den mechanischen Zeitzündern für Drallgeschosse häufig zum Antrieb des Laufwerkes benutzt werden. Diese Fliehgewichte unterliegen sehr hehen Beanspruchungen durch die Fliehkräfte. Ander-
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dadurch, dass an ihnen Verzahnungen vorgesehen sind, bei Anwendung spanabhebender Arbeitsverfahren ziemlich beträchtlich.
Als Ausführungsbeispiel für die Erfindung ist deshalb ein solches Fliehgewicht gewählt worden.
Es ist auf der Zeichnung dargestellt, u. zw. zeigt Fig. 1. ein Fliehgewicht mit Verstärkungseinlage zum Antrieb eines mechanischen Zeitzünders-in Ansicht, Fig. 2 das Fliehgewicht gemäss Fig.] im Schnitt.
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Einlage Stützfüsschen u. dgl. vorsehen.
Ausser den Fliehgewichten wird man auch andere Ziinderteile vorteilhaft als gegossene Formkörper mit Verstärkungseinlage gemäss der Erfindung herstellen, soweit diese Teile während des Geschossfluges durch Massenträgheits- und Fliehkräfte hohe Beanspruchungen erleiden. In Betracht kommen die Fliehbacken der Sicherung, Werkplatinen u. dgl. Bestandteile.