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Verfahren zur Herstellung von Produkten aus Faserstoff und hydraulischem Bindemittel.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Produkten, z. B. Platten aus Faserstoffen und hydraulischem Bindemittel, insbesondere aus Asbestzement, auf der Pappenmaschine.
Es ist bereits bekannt, dem zur Herstellung solcher Produkte verwendeten Gemisch vor dessen Aufbringen auf die Siebzylinder der Pappenmaschine einen Sand zuzusetzen, welcher möglichst fein, zumindest auf Zementfeinheit, vermahlen wurde, da man ganz allgemein bisher der Ansicht war, dass auf der Pappenmaschine die Verarbeitung von griessförmigem oder körnigem Gut nicht möglich sei.
Gemäss der Erfindung ist das Korn des zugesetzten Sandes grösser als jenes des verwendeten Zements oder sonstigen pulverigen Bindemittels. Als besonders zweckmässig hat sich sogenannter Wellsand erwiesen, der durch ein Sieb Nr. 45 mit 17 bis 18 Maschen pro laufenden Zentimeter gerade noch hindurchgeht. Aber auch noch gröberer Sand, etwa in der Grössenordnung des Kornes von 3 mm, kann anstandslos verarbeitet werden, da es sich gezeigt hat, dass ein übermässiger Verschleiss der Siebe und des Transportfilzes der Pappenmaschine nicht eintritt. Als zweckmässig hat sich ein Sand erwiesen, der, wie z. B. Quarzsand, gegen Abnützung und Witterungseinflüsse hohe Widerstandsfähigkeit besitzt. Im allgemeinen kommt jeder passende Sand aus natürlichen Gesteinen oder Mineralien in Betracht.
Nach einem älteren, nicht vorveröffentlichten Vorschlag werden grob gemahlene Abfälle von Asbestzement zu dem auf der Pappenmaschine zu verarbeitenden Asbestzementgemisch zugesetzt. Bei diesem Zusatz handelt es sich jedoch um ein Kunstprodukt, während im Sinne der vorliegenden Erfindung natürlicher Sand als Rohstoff zur Verwendung gelangt.
Die Erzeugung auf der Pappenmaschine erfährt durch den Sandzusatz keine Veränderung. Der Sand besitzt gegenüber der Asbestfaser, wie auch gegenüber dem Zement eine Affinität, die ein voll-
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gewählt werden, ohne dass die Festigkeit der Produkte unzulässig niedrige Werte erhält. Das Wesen der Erfindung besteht in dem Ersatz eines wesentlichen Teiles des Fasergehaltes durch den Grobsand. Der
Sandgehalt kann etwa bis zum Dreifachen des Zementgewichtes betragen und der Asbestgehalt kann dabei gegenüber der üblichen Zusammensetzung von Asbestzement auf etwa die Hälfte herabgesetzt werden.
Beispielsweise konnten bei einem Mischungsverhältnis von 4 kg Asbest, 100 kg Zement und 300 kg Grobsand auf der Pappenmaschine anstandslos Platten erzeugt werden, die zwar gegenüber der üblichen Zusammensetzung von Asbestzementplatten geringere Festigkeit, jedoch immerhin noch Steincharakter besassen.
Je nach dem Verwendungszweck der erzeugten Platten können dieselben durch und durch aus einem den Grobsand enthaltenden Gemisch bestehen, oder es können sandhaltige Schichten mit Schichten üblicher Zusammensetzung vereinigt sein (Asbestzementplatten aus Schichten verschiedener Zusammensetzung sind an sich bekannt). Beispielsweise wird bei Wandverkleidungsplatten an der Schauseite eine Schichte üblicher Zusammensetzung liegen, um das übliche glatte Aussehen zu zeigen und die Nagelbarkeit nicht zu beeinträchtigen ; die sandhaltige Schichte wird sich dann an der Rückseite befinden. Es können auch zwei übliche Schichten eine sandhaltige Mittelschicht zwischen sich einschliessen.
Für andere Fälle kann es zweckmässig sein, zwecks Erzielung rauher Oberflächen, die sandhaltige Schichte an die Schauseite zu verlegen bzw. zwei solche Schichten mit einer Mittelschicht üblicher Zusammensetzung zu vereinigen, etwa um die Festigkeit der Platte auf einer bestimmten
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Höhe zu halten. Derartige rauhe Oberflächen sind z. B. bei Fussbodenbelägen erwünscht, aber auch - aus den nachstehend angeführten Gründen-bei Dachplatten.
Der Vorteil des neuen Verfahrens besteht vor allem in dem Ersatz einer erheblichen Menge des teueren, aus dem Ausland einzuführenden Asbestes durch billigen, einheimischen Sand, wobei gegenüber der Verwendung von fein gepulvertem Sand der Vorteil einer weiteren Verbilligung durch
Wegfall der Feinvermahlung gegenübersteht. Ferner sind Vorteile in technologischer Hinsicht zu ver- zeichnen. Bei Wahl geeigneter Sandsorten zeigen die Platten oder sonstigen Erzeugnisse hohen Wider- stand gegen Verschleiss und auch gegen Witterungseinflüsse.
Es hat sich gezeigt, dass der Verschleiss üblicher Dachplatten aus Asbestzement, der an sich geringfügig, bei langjähriger Verwendung jedoch immerhin merkbar ist, nicht so sehr einer mechanischen Abnutzung, etwa durch abrutschenden Schnee und Eis oder den Temperaturschwankungen entspringt, sondern in der Hauptsache einem Herauslaugen von Kalk aus der Oberflächenschicht durch das Wasser. Es ist klar, dass durch den Ersatz von Zementteilchen durch Sandteilehen dieser Lösungsvorgang herabgesetzt und damit die Haltbarkeit der Platte erhöht wird.
Ein weiterer Grund für dieses günstige Verhalten liegt in der Schaffung einer rauhen Oberfläche, die rascher zum Ansetzen der üblichen, aus Staub-und Russteilchen bestehenden
Schichte führt, welche sozusagen einen Schutzüberzug des Daches gegen Witterungseinflüsse bildet.
Ferner ist zu beachten, dass durch die Verwendung von Grobsand die Oberfläehenschiehte der Platte grobporiger wird, so dass ein auf der Platte befindlicher Wassertropfen nicht auf der Oberfläche stehen bleibt und somit nicht Zeit zum Auslaugen von Kalk findet, sondern in die Oberflächenschichte eindringt, wodurch die hässlichen Kalkausschläge vermieden werden. Dieses Eindringen wird auch dadurch begünstigt, dass das Abfliessen des Regenwassers an der Platte wegen deren rauherer Oberfläche langsamer erfolgt. Schliesslich ist noch darauf zu verweisen, dass durch den Sandzusatz die Benetzungsfähigkeit der Platte erhöht wird, was die im Patent Nr. 154019 beschriebenen Vorteile mit sich bringt.
PATENT-ANSPRUCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Produkten aus einem Gemisch von Faserstoff und hydraulischem Bindemittel auf der Pappenmaschine, welchem Gemisch vor dessen Aufbringen auf die Siebzylinder der Pappenmaschine ein Sand zugesetzt wird, dadurch gekennzeichnet, dass dessen Korn grösser ist als jenes des verwendeten Bindemittels.