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Schaltungsanordnung zum Messen von Nachbildfehlern und zum Abgleichen von Nachbildungen in Telegraphenschaltungen, vorzugsweise bei Duplextelegraphie.
Bei Telegraphenschaltungen mit gleichzeitigem Sende-und Empfangsbetrieb auf derselben
Leitung verwendet man in der Regel Empfangsrelais mit zwei oder vier symmetrischen Wicklungen, die mit der Leitung, der Leitungsnachbildung und der Sendeeinrichtung eine Brücken-oder Ausgleichs- schaltung bilden. Dabei liegt die Sendeeinrichtung in einem Diagonalzweig'der Schaltung, während die Leitung bzw. ihre Nachbildung zwei Brückenarme der Schaltung darstellen. Die erreichbare Güte des Ausgleichs bzw. des Brückengleichgewichtes hängt dabei in hohem Masse von der Nachbildung der Leitung ab.
Die Erfindung betrifft eine Schaltungsanordnung zum Messen von Naehbildfehlern und zum Abgleichen von Nachbildungen und ist insbesondere anwendungsfähig bei Duplextelegraphieanlagen.
Dabei ergibt sich der Vorteil, dass mit dem gleichen Gerät auch die Verzerrung der andern Schaltungteile, insbesondere des Empfangsrelais, gemessen werden kann.
Es ist bereits bekanntgeworden, mit Hilfe von Verzerrungsmessern die Nachbildgüte von Übertragungsleitungen zu messen.
Die Erfindung betrifft nun eine Schaltungsanordnung, durch die sowohl die Naehbildgüte einer Übertragungsleitung durch einen Verzerrungsmesser gemessen, als auch durch den gleichen Verzerrungsmesser die Verzerrungsfreiheit des Empfangsrelais geprüft und eingestellt werden kann. Dies geschieht dadurch, dass die über Hin-und Rückleitung verlaufende Reihenschaltung von Drosselketten, Empfangsrelaiswicklungen und Nachbildung beider Stationen über einen Differentialübertrager vom Wechselsender des gleichen Verzerrungsmessers beeinflusst wird. Es ist auch möglich, Sender und Empfänger des Verzerrungsmessgerätes auf einer Achse zu vereinigen, wodurch sich eine Synchronsierung erübrigt. Schliesslich lässt die Schaltung auch Messungen unabhängig vom Gegenamt zu.
Fig. 1 zeigt ein Prinzipschaltbild des Messverfahrens, während Fig. 2 die Anwendung auf eine praktische Duplextelegraphenschaltung angibt.
In Fig. 1 ist das Prinzipschaltbild einer Duplextelegraphenverbindung dargestellt, bei der N1 die Leitung mit Relaiswicklung ER1 und Abschlusswiderstand und N2 die Nachbildung von N1 mit Relaiswicklung ER2 darstellen soll. Ee ist der Wechselsender des Verzerrungsmessers, der eine sinusförmige Sendespannung erzeugt, die über den Differentialübertrager Ü auf den Telegraphierstromkreis wirkt. Durch die Reihenschaltung der Übertragerwicklung mit der Leitung und dem Gegenamt erübrigt sich für die Messung eine Sendung vom Gegenamt aus. Das im Telegraphierstromkreis liegende Empfangsrelais ER beeinflusst mit seinem Kontakt er den Stromkreis des Empfängers des Verzerrungmessers VE, der z. B. nach dem stroboskopischen Prinzip aufgebaut sein kann.
In der Diagonale der Brückenschaltung wird bei Es die Spannung des Störsenders angelegt.
Das Messverfahren geht nun folgendermassen vor sich. Zunächst werden über den Differential- übertrager Ü von dem Wechselsender des Verzerrungsmessers Ee sinusförmige Wechsel auf das in Reihe mit N1 und N2 liegende Empfangsrelais ER gegeben. Die vom Empfangsrelais aufgenommenen Wechselzeiehen werden über den Kontaktkreis des Relais vom Empfänger des Verzerrungsmessers VE gemessen. Das Empfangsrelais ER wird dabei so eingestellt, dass die gemessene Verzerrung gleich Null wird. Dann wird eine Gleichspannung an die Klemmen Es gelegt. Der Verzerrungsmesser erhält wegen der Unsymmetrie der Brüekenzweige in bezug auf die Gleichstromerregung und der daraus
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sich ergebenden ungleichmässigen Erregung der Wicklung ER1 und EX. des Empfangsrelais eine einseitige Verzerrung.
Durch Einstellung der Nachbildung¯NVs wird die Symmetrie der Brücke wieder hergestellt, so dass der Verzerrungsmesser wieder die Verzerrung Null zeigt. Nunmehr wird an die Klemmen Es der Störsender, der Gleichstromweehsel gibt oder einen Telegraphiertext sendet, ange-
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zerrungsfrei eingestelltem Relais zeigt der Verzerrungsmesser die Nachbildgüte im Verzerrungsmass, d. h. in Prozent Verzerrung der Telegraphierzeichen, an.
In Fig. 2 ist das Schaltbild einer Duplextelegraphenverbindung zwischen den Ämtern A und B dargestellt. Beispielsweise ist eine Schaltung zur Tastung beider Adern mit zwei Relais gewählt, wie sie im Betrieb aus Symmetriegründen vorzukommen pflegt. Das Abgleichprüfgerät wird über den Übertrager mit den Wicklungen TV1, bzw. W1', Wu'un W, symmetrisch in beide Aderpaare zwischen die Wicklungen des Differentialrelais eingeschaltet. Als Empfänger und Sender wird ein an sich bekannter Verzerrungsmesser benutzt. Der Wechselsender arbeitet über eine Abflachkette Sp und eine Widerstandsanordnung i, auf den Differentialübertrager Ü.
Mit Hilfe der Widerstände Ri, und durch Umsehaltung des Kippschalters 1 (s kann die Weehselendespannung auf den gleichen Wert, den halben und den vierten Teil der Speisespannung des Störsenders bzw. Telegraphiersenders des Gegenamtes gebracht werden. Der Empfänger des Verzerrungsmessers ist an den Kontaktkreis des Differentialempfangsrelais angeschlossen. Um Unsymmetrien der Ortsbatterie des Empfangsrelais auszuschliessen, wird die Batteriemitte an einem symmetrischen Spannungsteiler R3, R4 abgegriffen, wie es z. B. beim Amt A dargestellt ist. Der Glimmlampenempfänger ist mit dem Sender des Verzerrungsmessers auf einer Achse angebracht, so dass sich eine Synehronisierung von Sender und Empfänger erübrigt.
Der Abgleieh der Nachbildung wird nach dem an Hand von Fig. 1 beschriebenen Verfahren vorgenommen. In den beiden Ämtern ist eine Taste BW vorgesehen, durch deren Umlegung die Senderelaiskontakte von der Leitung abgetrennt werden und der Sendezweig hinter der Vordrossel über einen Widerstand abgeschlossen wird. Nach Umlegen der BW-Taste im Amt B wird daher im Amt A unabhängig vom Gegenamt B der Abgleich vorgenommen und die Nachbildgüte der gesamten Schaltung gemessen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Sehaltungsanordnung zum Messen von Nachbildfehlern und zum Abgleichen von Nachbildungen in Telegraphenschaltungen, vorzugsweise bei Duplextelegraphie, unter Verwendung eines Verzerrungsmessers, dadurch gekennzeichnet, dass die über Hin-und Rückleitung verlaufende Reihenschaltung von Drosselketten, Empfangsrelaiswicklungen und Nachbildung beider Stationen über einen Differentialübertrager vom Weehselsender des gleichen Verzerrungsmessers beeinflusst wird.