AT156269B - Verfahren und Vorrichtung zur Aufschließung und Entfettung von festen Stoffen tierischer oder pflanzlicher Herkunft. - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Aufschließung und Entfettung von festen Stoffen tierischer oder pflanzlicher Herkunft.Info
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren und Vorrichtung zur Aufschliessung und Entfettung von festen Stoffen tierischer oder pflanzlicher Herkunft. Das Verfahren gemäss der Erfindung bezweckt die Aufschliessung und Entfettung von Stoffen tierischer oder pflanzlicher Herkunft und eignet sich insbesondere zur Herstellung von für Fütterungszwecke geeigneten hochwertigen, leicht verdauliehen Eiweissstoffe aus Abfällen und Rückständen aller Art. Die bisher bekannten Verfahren zur Gewinnung von Futtermitteln aus Abfällen erzeugen diese durch Anwendung eines mehrere Stunden dauernden Kochprozesses, bei welchem Dampf direkt oder indirekt zur Anwendung gelangt und bei gleichzeitigem Auftreten von Leimbildung Brühen erzeugt werden. Vielfach werden auch Fettlösungsmittel zur Anwendung gebracht, die jedoch verteuernd auf den Prozess einwirken und die Verwendbarkeit des Endproduktes beeinträchtigen. Das Verfahren gemäss der Erfindung kennzeichnet sich im wesentlichen dadurch, dass die im Naturzustand belassenen Rohstoffe in einer Schleudervorrichtung gleichzeitig dem Einfluss der Fliehkraftwirkung und dem Einfluss trockener heisser Gase mit einer Temperatur von mindestens 200 C ausgesetzt werden solcherart, dass die Rohstoffe ohne Vorbehandlung oder Zufuhr von Waschwasser. Wasserdampf oder Lösungsmittel unmittelbar entfettet und aufgeschlossen werden. Im Gegensatz zu den bekannten Verfahren wird jeder Kochprozess und jedwede Brühen-und Leimbildung gänzlich vermieden und eine überaus rasche Entfettung und Aufschliessung des Eiweiss erzielt. Unter der Einwirkung der heissen Gase findet während des Schleudervorganges eine momentane Verdampfung des im Ausgangsprodukt enthaltenen Wassers und eine beschleunigte Ausscheidung des darin enthaltenen Fettes bei gleichzeitiger Auflockerung oder Sprengung des Zellgewebes statt. Mit dem erfindungsgemässen Verfahren durchgeführte Versuche haben bei Verwendung von auf 200 bis 450 C erhitzten Gasen, wie z. B. von mit Luft verdünnter Kohlensäure, Stickstoff und ähnlichen Gasen, ergeben, dass die Verdampfungs-und Entfettungsdauer bei kontinuierlichem Betrieb je nach Zusammensetzung des Materials nur 40-120 Sekunden beträgt, wobei die Erwärmung des Rückstandes verhältnismässig gering ist. Beispielsweise enthält das sogenannte Leimleder, das sind EMI1.1 welches unter der Einwirkung der heissen Gase bis zu 5000 C zur sofortigen Verdampfung gelangt. Der Fettgehalt beträgt je nach dem Ausgangsmaterial zu des Nassgewichtes. Die Ausbeute an verdauliche Eiweissstoffen beträgt 22-27% des Rohmaterialgewichtes. Mit den Kondensaten scheiden sich auch die beigemengten Salze u. dgl. aus. Nach dem Verfahren gemäss der Erfindung lassen sieh verschiedene Abfälle tierischer Körper, EMI1.2 entfettet und aufgeschlossen werden. Die Rückstände liefern dann ein leicht verdauliche und bekömmliches Futtermittel. Durch den Wegfall der schweren und kostspieligen Dampferzeugungsanlage ergeben sich bei dem erfindungsgemässen Verfahren ganz wesentliche Ersparnisse sowohl was den Preis der Anlagen als auch die Betriebskosten anbelangt. Ferner ergibt sieh die Möglichkeit, kleine transportable Anlagen herzustellen, mit welchen die Verwertung von Abfällen, deren Transport sich nicht lohnen <Desc/Clms Page number 2> würde, an Ort und Stelle durchgeführt werden kann. Das nach dem erfindungsgemässen Verfahren erhaltene Endprodukt ist für den Organismus leicht verdaulich, vollkommen keimfrei und geruchlos. Die üblichen Sehleuderapparate (Zentrifugen) mit gelochten Trommelmänteln können zur Verarbeitung grösserer Flüssigkeitsmengen nur dann wirtschaftliche Verwendung finden, wenn die festen Rückstände grossporige, für die abzuscheidende Flüssigkeit leicht durchdringbare Filterschichten bilden. Da dies in vielen Fällen, z. B. beim Leimleder, nicht der Fall ist, so ist mit der gewöhnlichen EMI2.1 der Filter oder Siebe hereingepresst werden, dass letztere sich verstopfen und die Flüssigkeiten nicht austreten lassen. Dementsprechend wurde zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens eine Schleudervorrichtung geschaffen, die sich im wesentlichen dadurch kennzeichnet, dass der rotierende Teil aus zwei oder mehreren konzentrischen Trommeln besteht, deren Wände doppelt ausgebildet sind, wobei die jeweils innen liegende Wand aus einem Sieb oder Netz besteht und der Zwischenraum zwischen den Wänden das Abfliessen der extrahierten Flüssigkeiten gestattet. In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform einer solchen Sehleudervorriehtung schematisch dargestellt. Die Sehleudervorriehtung besteht im wesentlichen aus zwei oder mehreren konzentrisch an einer vertikalen Achse 1 befestigten doppelwandigen Trommeln 2, 2', 2", deren innere Wände aus Drahtsieben. Öl,""u. dgj. und deren äussere Wände 4"aus vollen Blechen bestehen. Der Zwischenraum 5, 5', 5" jeder Trommeldoppelwand steht entweder direkt oder indirekt durch Rohre 6 od. dgl. mit dem zwischen den beiden Trommelböden 7, 8 befindliehen Hohlraum 9 in Verbindung, um die durch die Drahtsiebe 3 durehgeschleuderten Flüssigkeiten zum Abrinnen zu bringen. Naturgemäss treten an den verschiedenen Trommelwänden verschiedene Schleuderdrücke auf, die von innen nach aussen hin zunehmen. Die nassen und elastischen 1\IaterialstÜckchen fallen in die mittlere Trommel 2, in der der geringste Schleuderdruck herrscht, und werden hier durch einige Zeit der Einwirkung des heissen Gasstromes ausgesetzt. In der Zwischentrommel 2'tritt bereits ein grösserer Schleuderdruck auf, doch sind die Materialstückchen hier bereits ziemlich entwässert und entfettet. Die vollständige Trocknung und Entfettung erfolgt sodann bei der Wanderung der Stückchen über die äusserste Siebfläche der Trommel 2/1. Die Konizität der inneren Siebwände 3 bewirkt ein stetes Wandern der Materialstückchen über die Siebflächen in spiralförmigem Sinne, wodurch auch ein Festkleben an den Sieben verhindert wird. Während der ganzen Wanderung der Materialstückchen über die einzelnen SiebfIäehen. 3 werden diese von dem durch die Siebe hindurchgesaugten heissen Gasstrom unter gleichzeitiger Einwirkung des Schleuderdmckes umspült, was die gründliehe Trocknung und Entfettung zur Folge hat. Eine gleichmässige und der jeweiligen Tourenzahl der Trommeln entsprechende Rohmaterialzuführung erfolgt durch eine an der verlängerten Trommelwelle 1 angebrachte Zubringersehnecke jfss. Beim Stillstand der Trommeln hört der Produkteinfall auf und beginnt wieder mit der Ingangsetzung der Trommel. Der Ausfall 11 der Zubringerschnecke 10 mündet in das Zuführungsrohr jf, P der heissen Gase, wodurch jedes einfallende Stückehen sofort vom heissen Gasstrom umspült und bereits eine intensive Verdampfung des Oberflächenwassers eingeleitet wird. Infolge der Schleuderwirkung wandern die in die innerste Trommel S einfallenden Material- EMI2.2 durch die Einwirkung des heissen Gasstromes und des Schleuderdruckes den grössten Teil des enthaltenen Wassers in flüssiger oder Dampfform sowie das dünnflüssig gemachte Fett ab. Haben diese rollenden und nach aufwärts getriebenen Stüelcehen den oberen Rand der Siebfläche. 3 erreicht, so werden diese an den oberen Rand der Siebfläche 3' der Zwischentrommel 2' geschleudert, worauf dann eine Wanderung der Stückehen in Spiralen von oben nach unten erfolgt. Hiebei bewirken die heissen Gase eine explosionsartige Verdampfung des Kapillarwassers, womit eine Zerreissung der Kapillarhüllen und der Zellenmembranen bzw. eine gründliche Aufschliessung verbunden ist. Eine gründliche Trocknung und Entfettung vollzieht sich bei der Aufwärtswanderung der Stückchen über die Siebfläehe worauf das aufgeschlossene, trockene und entfettete Produkt in den Sammelbehälter 1. 3 geschleudert wird, welcher ringförmig um den Trommelmantel gelagert ist. Der Trommelmantel steht mittels eines Rohres 14 mit der Saugöffnung eines Exhaustors in Verbindung, welcher den Wasserdampf, die Brüden und die ausgenutzten Gase aus dem Schleuderapparat absaugt. Der durch die Saugwirkung in der Trommel entstehende Unterdruck verhindert auch ein Ausströmen der heissen Gase und der Brüden aus dem Sehleuderapparat. Gegebenenfalls können die Gase aber auch durch die Trommeln hindurchgedrückt werden. Das verflüssigte Fett und die Kondensate fliessen in den geschlossenen Fett-und Wasserbehälter 1. 5 ab. Das Einfallen des rohen und die Aussehleuderung des fertigen Produktes erfolgt während des Umlaufes der Trommeln in ununterbrochener Folge. Die Dauer des Verfahrensprozesses kann auf einfache Weise durch Erhöhung oder Verringerung der Umdrehungszahl der Trommeln reguliert werden. Um einen kontinuierlichen Betrieb zu ermöglichen, können auch zwei oder mehrere Schleudertrommeln nebeneinander angeordnet und das Gaszuführungsrohr schwenkbar ausgebildet sein, so <Desc/Clms Page number 3> dass beim Stillstand einer Trommel zwecks Reinigung u. dgl. der Betrieb in der andern Trommel fortgeführt werden kann. Zur Erleichterung der Reinigung ist es vorteilhaft, die Schleudertrommeln mit der Antriebswelle abnehmbar zu verbinden. PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Aufschliessung und Entfettung von festen Stoffen tierischer oder pflanzlicher Herkunft, dadurch gekennzeichnet, dass die Stoffe ohne jede Vorbehandlung bei Durchzug von heissen Gasen von mindestens 200 C einem Schleudervorgang unterworfen werden.
Claims (1)
- 2. Schleudervorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, dass der rotierende Teil aus zwei oder mehreren konzentrischen Trommeln , 2', 2") besteht, deren Wände doppelt ausgebildet sind, wobei die jeweils innen liegende Wand (. 3,, 3',. 3") aus einem Sieb oder Netz besteht und der Zwischenraum (5, 5', 5") zwischen den Wänden das Abfliessen der abgeschleuderten Flüssigkeiten gestattet.3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Trommelwände bzw. 4, 4', 4") gegen die Vertikale geneigt sind, um das Gut von einem Ringraum in den folgenden äusseren Raum zu fördern.4. Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ungefähr oberhalb der Trommelmitte eine Rohrleitung (12) einmündet für die Zufuhr der heissen Gase, welche mittels einer Saugvorrichtung, z. B. eines Exhaustors, durch die Siebwände der Trommel hindurchgesaugt werden.5. Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuführung des Rohmaterials in das Zuführungsrohr (12) für die heissen Gase mündet, so dass das einfallende Gut vom Frischgas umspült wird.6. Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine mit dem Antrieb der Schleudertrommel in Verbindung stehende Fördervorriehtung, z. B. eine Förderschnecke (10), vorgesehen ist, die die Zufuhr des Rohmaterials in Abhängigkeit von dem Umlauf der Schleudertrommel regelt.7. Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zwei oder mehrere Schleudertrommeln nebeneinander angeordnet sind und die Rohrleitung für die Gaszufuhr schwenkbar ausgebildet ist, so dass sie beim Stillstand einer Sehleudertrommel an eine andere anschliessbar ist.8. Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Schleudertrommel mit der Antriebswelle (1) lösbar verbunden ist. EMI3.1
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