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Verfahren zur Anordnung genauer Löcher bei Erzeugnissen aus schwer bearbeitbarem Werkstoff. Angemeldet am 16. Dezember 1937; Priorität der Anmeldung in der Tschechoslowakel vom 16. Dezember 1936 beansprucht.
Die Erfindung betrifft die Herstellung von Gussstücken aus schwer bearbeitbarem Werkstoff, z. B. aus Magnetstahl, der sich nicht bohren, drehen, hobeln oder feilen lässt, so dass das Gussstück, wenn es mit einer genauen Bohrung versehen werden soll, mit einem Kern aus gut bearbeitbarem Werkstoff, wie Schmiedeeisen, Kupfer u. dgl., versehen werden muss, in dem die eigentliche Bohrung ausgearbeitet wird.
Man hat versucht, einen solchen aus Schmiedeeisen hergestellten Kern in das Gussstück bei seinem Giessen einzugiessen, es hat sich aber gezeigt, dass das Gussstück beim Abkühlen reisst. Auch wenn ein solcher Kern im voraus mit einer Bohrung versehen wurde, so hat seine Nachgiebigkeit nicht genügt, und das Gussstück wies nach dem Abkühlen Risse um den Kern herum auf, so dass es unbrauchbar war. Ausserdem wurde keine genügende Genauigkeit erzielt, weil der Kern beim Giessen und dann beim Abkühlen des Gussstückes nicht genau die gewünschte Lage beibehielt und sich deformierte, so dass die Bohrung nicht den geforderten genauen Verlauf aufwies. Auch das Einpressen des Kernes in das roh gegossene Loch ist nicht möglich, weil dabei die Gefahr des Zerspringens des Gussstückes besteht, die auch bei einem nachträglichen Bohren des Loches im Kern droht.
Das Einpressen eines Kernes mit bereits ausgebohrtem Loch hätte wieder eine Deformation des Loches zur Folge.
Die Erfindung beseitigt diese Nachteile der bekannten Verfahren dadurch, dass in das roh abgegossene Loch mit radialem Spiel ein Kern aus gut bearbeitbarem Werkstoff eingesetzt wird, welcher mit der gewünschten genauen Bohrung und mit Einspannmitteln zum Festklemmen am Gussstück versehen ist. Der Kern besteht zweckmässig aus einer Buchse, die an ihren Enden mit das Gussstück zwischen einander einklemmenden Stützen versehen ist. Eine solche Stütze kann von einem Flansch an dem einen Ende der Buchse und die andere durch eine am andern Ende der Buchse aufgeschraubte Mutter gebildet sein.
Bei dieser Anordnung wird der Vorteil erzielt, dass das Gussstück nach dem Abgiessen vollkommene Schrumpffreiheit hat, ferner dass kein kostspieliges und gefährliches Schleifen des Loches im Gussstück notwendig ist und dass die genaue Bearbeitung des Kernes vor dessen Einsetzen in das Gussstück erfolgt, so dass sie billig und ohne Gefährdung des Gussstückes vorgenommen werden kann.
Die Erfindung ist im folgenden an Hand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles erläutert. Als Beispiel ist die Herstellung eines Magnetankers insbesondere für Kleindynamos, wie sie z. B. bei Fahrrädern verwendet werden, gewählt. Ein solcher Anker, der in Fig. 1 im Querschnitt und in Fig. 2 im Grundriss dargestellt ist, besteht aus einem Gussstück 1 aus besonderem Magnetstahl, der sich nicht bohren, drehen, hobeln oder feilen und höchstens schleifen lässt. Zum Aufsetzen auf die Welle muss der Anker mit einem Loch 2 versehen werden. Dieses Loch soll einerseits genau zentrisch sein und soll einen genauen Durchmesser haben und anderseits soll seine Wand genau parallel mit der Längsachse des Ankers verlaufen. Die Bearbeitung der Wand des Loches 2 durch Schleifen wäre sehr kostspielig, u. zw. ganz besonders in dem betrachteten Falle.
Hier hat das roh gegossene Loch 2 einen Durchmesser von zirka 10 mm bei einem Ankerdurchmesser von zirka 36 mm, so dass der Durchmesser der Schleifscheibe höchstens 6 mm betragen könnte und die Drehzahl der Schleifscheibe pro Minute zirka 60. 000-70. 000 Touren betragen müsste ; die Abnutzung der Schleifscheibe wäre dabei ungewöhnlich gross.
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Gemäss der Erfindung wird in das roh gegossene Loch 2 des Ankers 1 eine Buchse J aus gut bearbeitbarem Werkstoff, z. B. aus Schmiedeeisen, eingesetzt. Der äussere Durchmesser der Buchse J wird derart gewählt, dass die Buchse in dem Loch 2 nicht fest, sondern mit einem gewissen radialen Spiel sitzt. An einem Ende der Buchse ist ein ringförmiger Flansch 4 ausgebildet und am andern Ende ein Aussengewinde 6, auf welches eine Mutter 5 aufgeschraubt wird, wodurch die Buchse ; ; im Loch 2 des Ankers 1 fest eingespannt wird. Die Buchse. 3 wird bereits vor dem Einsetzen in das Loch 2 mit einer genauen Bohrung und gegebenenfalls mit einem Innengewinde 7 zum Aufschrauben auf der Welle versehen.
Dank dem radialen Spiel zwischen der Wand des Loches 2 und der Buchse. 3 kann dieselbe mit Rücksicht auf den Aussenumfang des Ankers 1 genau zentrisch befestigt werden.
Zum Festspannen der Buchse. 3 im Loch des Ankers könnten natürlich auch andere, an sich bekannte Festspannmittel Verwendung finden.
Die Erfindung ist nicht auf das beschriebene Beispiel für Dynamoanker beschränkt, sondern ist allgemein überall dort verwendbar, wo in einem Gegenstand aus schwer bearbeitbarem Werkstoff ein genauer Kern bzw. ein genaues Loch vorgesehen werden soll.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Anordnung genauer Löcher bei Erzeugnissen aus schwer bearbeitbarem Werkstoff, dadurch gekennzeichnet, dass in das beim Giessen des Erzeugnisses belassene rohe Loch (2) ein Kern (. 3) aus gut bearbeitbarem Werkstoff mit radialem Spiel eingesetzt wird, welcher mit der gewünschen genauen Bearbeitung und mit Einspannmitteln zum Festklemmen am Gussstück versehen ist.