<Desc/Clms Page number 1>
Schaltungsanordnung zur selbsttätigen Regelung des Übertragungsmasses.
Bei den bekannten Regelschaltungen, wie sie beispielsweise zur Konstanthaltung des Ausgangs- pegels von Verstärkern benutzt werden, ist eine gewisse Zeitspanne zur Durchführung des Regelvorganges erforderlich. Je nach dem besonderen Verwendungszweck und nach den Eigenschaften des Übertragungs- systems, in das die Regelglieder eingeschaltet sind, wird diese Zeitspanne kurz oder lang bemessen.
Dient die Schaltung dazu, die auf Temperaturänderungen beruhenden und infolgedessen verhältnis- mässig langsam verlaufenden Dämpfungsänderungen eines Übertragungssystems auszugleichen, so wird die Regelgeschwindigkeit verhältnismässig gering bemessen.
Es ist ferner bekannt, in Übertragungs- systemen, in denen mehrere Regelschaltungen hintereinander liegen, die Regelgeschwindigkeit je nach dem Abstand vom Sendeamt verschieden zu wählen, um Fehlregelungen zu vermeiden.
In allen diesen Fällen, in denen die Regelung mit einer gewissen Verzögerung erfolgt, ergibt sich der Nachteil, dass die Regler beim Ausbleiben der den Regelvorgang steuernden Grösse, beispiels- weise der Steuerfrequenz, auf die obere Grenze des Regelbereiches eingeregelt werden und die zu regelnden
Verstärker auf Maximalverstärkung einstellen. Wird die Regelgrösse plötzlich wieder eingeschaltet, z. B. dadurch, dass vorhergehende Verstärker gezündet oder andere Leitungsabschnitte angeschaltet werden, so werden die Übertragungselemente und insbesondere die Verstärkerröhren übersteuert und unter Umständen unzulässig belastet. Die langsam arbeitenden Regeleinrichtungen würden diesen Zustand der Übersteuerung nur langsam ausgleichen, so dass unter Umständen infolge der gewisse
Zeit andauernden Überlastung die Lebensdauer der Röhren herabgesetzt werben kann.
Zur Vermeidung dieses Nachteils wird gemäss der Erfindung bei Erreichung der oberen Grenze des Regelbereiches die Geschwindigkeit des Regelvorganges für die nachfolgende Rückregelung erhöht.
Dies kann beispielsweise mit Hilfe eines Endkontaktes des Regelschalters erreicht werden, der ein Relais zum Ansprechen bringt, das seinerseits die Umschaltung der die Regelung bewirkenden Schaltelemente auf die gewünschte höhere Regelgeschwindigkeit bewirkt. Dienen zur Regelung keine bewegten Regelelemente, so dass eine unmittelbare Steuerung eines die Umschaltung der Regelgeschwindigkeit einleitenden Kontaktes nicht möglich ist, wie dies beispielsweise bei der Regelung durch Gitterpotentialverlagerung der Fall ist, so kann die erforderliche Umsteuerung der Geschwindigkeit beispielsweise in Abhängigkeit von der Grösse einer Spannung oder eines Stromes abhängig gemacht werden, der ein Mass für das jeweils eingestellte Übertragungsmass darstellt.
Bei Erreichen eines bestimmten Spannungs-oder Stromwertes kann mit Hilfe eines Relais oder einer Glimmlampe ein Schaltvorgang zur Änderung der Regelgeschwindigkeit, beispielsweise zur Umschaltung der Zeitkonstante eines Kondensatorstromkreises, ausgelöst werden.
Wird die Regelung mit Hilfe von Regelgliedern durchgeführt, die durch Scbrittschaltwerke gesteuert werden, so lässt sich die Regelgeschwindigkeit in einfacher Weise dadurch beeinflussen, dass die Stromstossfrequenz der Sehrittschaltwerke geändert wird. Hiefür stehen verschiedene Wege zur Verfügung. Bei Erzeugung der Stromstösse mit Hilfe nockengesteuerter Kontakte erreicht man eine Änderung der Stromstossfrequenz durch Umschaltung zwischen Nockenscheiben verschiedener Nocken-
EMI1.1
<Desc/Clms Page number 2>
Sind in Übertragungssystemen mit mehreren Regelstellen, die mit verschiedener Regelgeschwindigkeit arbeiten, besondere Verzögerungssehaltmittel vorgesehen, so können diese zur Erhöhung der Regelgeschwindigkeit unwirksam gemacht werden.
Im folgenden sind an Hand der Figuren zur Erläuterung des Erfindungsgedankens einige Ausführungsbeispiele beschrieben. Fig. 1 zeigt eine Übertragungsleitung L, in die vor dem Verstärker V ein gemäss der Erfindung gesteuertes Regelglied b eingeschaltet ist. Es wird angenommen, dass die Regelung in Abhängigkeit von einer besonderen Steuerfrequenz erfolgt. Diese wird über das Filter F, den Verstärker Vi, den Gleichrichter Gl dem Galvanometerrelais G zugeführt. Durch den Kontakt g dieses Relais wird bei positiven Pegelfehlern das Relais P und bei negativen Fehlern das Relais N eingeschaltet. Bei normalem Pegel ist keines der beiden Relais erregt.
In Fig. 2 a sind Di und D2 die Drehmagnete, die das Schrittschaltwerk, durch das die Dämpfung b (Fig. 1) verstellt wird, vorwärts bzw. rückwärts antreiben. Sie werden im Takte des Stromstosskontaktes erregt, wenn pI oder ni geschlossen ist, u. zw. so oft, bis der Normalpegel erreicht ist und die Relais P oder N durch das Relais G abgeschaltet sind.
Bleibt die Steuerfrequenz aus irgendeinem Grunde aus, so wird der Drehmagnet D2 über nI, eIl, s1 und i1 durch Stromstösse erregt. Der Regler wird so lange bewegt, bis seine Endstellung erreicht ist, die der Maximalverstärkung der aus dem Verstärker V und dem Dämpfungsglied b gebildeten Schaltungsanordnung entspricht. In dieser Stellung wird der Endkontakt eI (Fig. 3), der vom Regler z. B. durch einen Nocken mechanisch gesteuert wird, geschlossen, wodurch ausser dem Wecker W das Relais S eingeschaltet wird. Der Kontakt eII verhindert ein Weiterdrehen des Reglers in der gleichen Richtung. Das Relais S schaltet durch seinen Kontakt s1 statt des langsam arbeitenden Stromstoss- kontaktes il den schnell arbeitenden Kontakt i, ein.
Beide Kontakte werden über Nockenscheiben von demselben Motor M angetrieben. Die Nockenscheibe N1 hat eine wesentlich geringere Nr. ckenzahl als die Nockenscheibe , die den schnell arbeitenden Stromstosskontakt i2 steuert.
Wird nun die Steuerfrequenz wieder eingeschaltet, so wird über den Kontakt g das Relais P erregt, so dass nun der rückwärts regelnde Drehmagnet Di über pl, SI und i2 in rascher Stromstossfolge gesteuert und somit die Übersteuerung des Verstärkers rasch beseitigt wird. Das sofortige Abfallen des Relais S durch Öffnen des Kontaktes e1 nach dem Verlassen der Endstellung wird durch die Kontakte s und plI verhindert. Das Schrittschaltwerk Di arbeitet also im Schnellgang, bis der Normalpegel erreicht ist, das Relais P durch den Kontakt g abgeschaltet und der Drehmagnet Dadurch den Kontakt pl stillgesetzt wird.
Die Abschaltung des Relais S erfolgt über den Kontakt plI, während der Kontakt s'wieder auf den langsam arbeitenden Stromstosskontakt umschaltet, so dass nachfolgende Regelvorgänge mit der normalen geringen Geschwindigkeit durchgeführt werden.
Andre Ausführungsbeispiele erhält man, wenn man die Schaltung nach Fig. 2 a durch die Schal-
EMI2.1
schaltung gebildet, die aus einer Batterie (z. B. Anodenbatterie des Verstärkers), einem Widerstand R. einem Kondensator C, einer Glimmlampe Gl1 und dem Stromstossrelais 1 besteht. Die Stromstossfrequenz wird im wesentlichen durch die Zeitkonstante R. 0 bestimmt. Wird die Batterie eingeschaltet, so lädt sich der Kondensator C über den Widerstand R auf bis zur Zündspannung der Glimmlampe Cull. Ist diese erreicht, so spricht das Relais 1 an und entlädt den Kondensator C über den Kontakt iII.
Die Steuerung der Drehmagnete Di und D2 erfolgt entsprechend den Vorgängen in der Schaltung nach Fig. 2 a durch den Kontakt i-'sowie durch die Kontakte pI bzw. nI. In der dargestellten Lage des Kontaktes s'arbeitet die Schaltung mit geringer normaler Geschwindigkeit.
Der Schnellgang wird in diesem Falle jedoch dadurch herbeigeführt, dass durch das Relais S (Fig. 3) mit Hilfe des Kontaktes s der Kreis eines Hilfsrelais H1 geschlossen wird, das über die Kontakte ! i und d, mit dem Drehmagneten Di in rasch arbeitender Selbstunterbrecherschaltnng geschaltet ist, solange der Kontakt pl
EMI2.2
in Fig. 2 a durch das Relais S bzw. den EndsteHungskontakt eI vorbereitet und durch das Relais P ausgelöst bzw. beendet.
In der Schaltung nach Fig. 2 c wird der Schnellgang dadurch erreicht, dass durch den Kontakt s der Kondensator ci abgeschaltet und somit die Zeitkonstante von dem Normalwert R. (01 + O2) auf den Wert R. O2 verringert wird. Der Kontakt iI schaltet also rascher, wenn das Relais S ange- sprochen hat. Die Steuerung der Drehmagnete D1 und D2 erfolgt entsprechend Fig. 2 a.
Für die Durchführung des Erfindungsgedankens seien als weitere Möglichkeiten noch die folgenden erwähnt : Der Antrieb des Reglers erfolgt statt durch Schrittschaltwerke durch einen an sich stetig laufenden Motor, z. B. den Motor des Motorwählers mit Umsteuerung durch die Relais P und N.
EMI2.3
geschaltet, so dass die Regelgeschwindigkeit gering ist. Durch das Relais S 'wird bei Schnellgang statt der Stromstösse dauernd Strom zugeführt, der dann, wenn der Normalpegel erreicht ist, durch einen Kontakt des Relais P wieder unterbrochen wird.
Eine andere Möglichkeit der Geschwindigkeitsänderung besteht darin, dass durch Umschaltung der Übersetzung zwischen Motor und Reglerachse die Drehgeschwindigkeit der Reglerachse verändert wird.
<Desc/Clms Page number 3>
In Fig. 2 d ist die Schaltung eines Antriebsmotors für einen selbsttätigen Regler nach Fig. 1 dargestellt, wobei der Ankerstrom des Motors M und mithin auch der Drehsinn verschieden gerichtet ist, je nachdem, ob er von dem Relais P oder N eingeschaltet wird. Es sei angenommen, dass die einzelnen im Leitungszuge hintereinanderliegenden geregelten Verstärker mit annähernd gleicher Regelgeschwindigkeitarbeiten, jedoch mit verschiedenen Ansprechverzögerungen der Regelung. Die Ansprechverzögerung der Regelung wird beispielsweise durch die Verzögerungsschaltung VS herbeigeführt.
Tritt ein Pegelfehler auf, so spricht das Relais P oder N an und der Kontakt p oder nlll legt die Verzögerungsschaltung an eine Batterie. Nach einer für den betreffenden Verstärker festgelegten Zeit wird das Relais V erregt und schaltet durch den Kontakt v den Motor ein, dessen Drehsinn durch die
EMI3.1
die Verzögerungsschaltung aus, so dass der Regelvorgang sofort beginnt, wenn eine positive Pegelabweichung vorliegt und das Relais P zum Ansprechen bringt. Der Regelvorgang kann gegebenenfalls beschleunigt durch Einschalten eines Widerstandes in den Erregerkreis des Motors in Abhängigkeit von einem weiteren Kontakt des S-Relais erfolgen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Schaltungsanordnung zur selbsttätigen Regelung des Übertragungsmasses, dadurch gekennzeichnet, dass bei Erreichen der oberen Grenze des Regelbereiches Mittel wirksam werden, die die Geschwindigkeit des Regelvorganges für die nachfolgende Rückregelung erhohen.