AT153936B - Verfahren zur Herstellung von keimtötenden Produkten. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von keimtötenden Produkten.

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  Verfahren zur Herstellung von keimtötenden Produkten. 



   Die vorliegende Erfindung betrifft die Herstellung von keimtötenden Produkten. 



   Es ist bekannt, dass Silber und insbesondere auch oberflächlich oxydiertes Silber oligodynamische Wirkungen auszuüben vermag, die auf der Aussendung von Silberionen beruhen. Man hat für Desinfektionszwecke und Sterilisationszwecke auch schon die Anwendung von Stoffen mit grosser Ober-   flächenentwicklung   vorgeschlagen, die mit olygodynamisch wirkenden Metallen, insbesondere auch mit Silber und daneben allenfalls noch mit andern geeigneten Zusätzen, wie Mangandioxyd, beladen waren. Zu Produkten, deren Wirksamkeit auf der Gegenwart von metallischem Silber beruht und die im Gemisch mit dem Silber noch Oxyde bzw. Oxydhydrate mehrwertiger Metalle, wie des Mangans, enthalten können, gelangt man ferner, wenn man eine Silberionen liefernde Verbindung, z. B.

   Silbernitrat, mit einer niedrigwertigen Verbindung eines Metalls, das in mehreren Wertigkeitsstufen vorkommen kann, z. B. Manganonitrat, in alkalischem Medium umsetzt. Dabei wird das Silber in der Silberverbindung zu metallischem Silber reduziert, während das niedrigwertige Mangan zu einer höheren Wertigkeit oxydiert wird. Für Silbernitrat und Manganonitrat in Gegenwart von Natronlauge lautet die Reaktionsgleichung : 2   AgN03   + 4   NaOH   +   Mm (N0,), =   2 Ag + 4   NaN03   +   Mon0,   + 2   HiO.   Zum Unterschied hievon beruht die vorliegende Erfindung auf der Bildung und Wirksamkeit von salzartigen Verbindungen von Silberoxyd und Manganoxyden, insbesondere Mangandioxyd. 



   Die oligodynamische Wirkung des Silbers lässt bekanntlich mitunter sehr rasch nach oder verschwindet ganz, namentlich dann, wenn das Silber mit schwefelhaltigen Stoffen oder Verbindungen in Berührung kommt. Das Schwefelion bildet alsdann mit dem Silber praktisch unlösliches Schwefelsilber. Die hiedurch entstehende Haut verhindert eine Neubildung von Silberoxyd und damit eine Nachlieferung wirksamer Silberionen. Hingegen ist festgestellt worden, dass die salzartigen Verbindùngen von Silberoxyd und Manganoxyden insbesondere gegen die Einwirkung von Schwefelionen, welche die Oligodynamie des reinen Silbers sowie auch des mit Mangandioxyd aktivierten Silbers beeinträchtigen oder aufheben, beständig sind. 



   Das Verfahren gemäss der Erfindung zur Herstellung von   keimtötenden   Produkten besteht im Wesen darin, dass man grossoberflächige Trägerstoffe, wie Silikagel, Cellulose, Bolus, oder resorbierbare Stoffe, wie Catgutabfälle, Fibrin, Traubenzucker, Milchzucker usw., mit   Silberoxyd-Mangan-   oxydverbindungen, insbesondere Silbermanganit, belädt und allenfalls die beladenen Produkte durch nasse oder trockene Vermahlung, zweckmässig unter Zusatz von Schutzstoffen, z. B. Kolloiden, in feinpulverige Erzeugnisse überführt.   Zweckmässig   lässt man die gewünschte Silberoxyd-Manganoxydverbindung in bzw. auf dem Trägermaterial entstehen, z. B. derart, dass man dasselbe mit einer Lösung, welche Silbersalz, z. B.

   Silbernitrat, und Permanganat in geeigneten Mengenverhältnissen enthält, imprägniert und das gebildete Silberpermanganat der Reduktion mit Hilfe von Reduktionsmitteln unterwirft oder sie durch die Trägerstoffe selbst bewirkt. Man kann beispielsweise auch so vorgehen, dass man die grossoberflächigen Trägerstoffe z. B. durch Tränken mit einer Silbersalzlösung belädt, durch reduzierende Behandlung metallisches Silber auf und in dem Trägermaterial niederschlägt und das so erhaltene Produkt mit Permanganatlösung behandelt. Die Reduktion des Silbersalzes kann auch gleichzeitig mit der Beladung des Trägerstoffes vorgenommen werden, z. B. derart, dass man während des Beladungsvorganges Reduktionsmittel zur Einwirkung bringt.

   Schliesslich kann man auch noch derart vorgehen, dass man den Trägerstoff zuerst mit Reduktionsmitteln und dann mit einer Silbersalzlösung usw. behandelt. 



   Als Reduktionsmittel kommen z. B. in Betracht Zucker,   H, Sulfite,   Formaldehyd, Schwefeldioxyd. Reduktionsmittel, wie Formaldehyd, Schwefeldioxyd usw., können auch in Dampfform bzw. 



  Gasform zugeführt werden. 



   Das Trägermaterial kann in pulveriger Form zur Anwendung gebracht werden und nach Be-   ladung eventuell feiner pulverisiert werden. Man kann es aber auch in gröberer Form mit dem Silberoxyd-   Manganoxyd beladen und das Produkt alsdann in die gewünschte Pulverform überführen. Als Trägermaterial kommt insbesondere pulveriges Silikagel in Betracht. Für manche Anwendungszwecke können resorbiere Trägerstoff, wie z. B. Catgutabfälle, Stärke usw., gegebenenfalls Mischungen verschiedener derartiger Trägerstoffe verwendet werden. 



   Die Überführung des beladenen Materials in die gewünschte Pulverform kann durch nasse oder trockene Vermahlung, gegebenenfalls unter Zusatz von Schutzstoffen, z. B. Kolloiden, erfolgen. 



  Die Erzeugnisse können als Streupuder, Wundpuder usw. verwendet werden. Durch Vermischen mit andern inerten oder selbst wirksamen Pulvern können Produkte von gewünschtem Silbermanganit-   gehalt erhalten werden. Die Pulver können auch nach üblichen Methoden in Formkörper, wie Pastillen, Dragées od. dgl., übergeführt werden. Die erfindungsgemäss hergestellten pulverigen Produkte zeichnen   

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 sich durch ausgezeichnete oligodynamische Dauerwirkungen, Reizlosigkeit usw. aus. Für bestimmte Anwendungsgebiete kommt auch die Saugfähigkeit der verwendeten Trägerstoffe, wie Silikagel, Cellulose usw., oder die Resorbierbarkeit der Trägerstoffe vorteilhaft zur Geltung. 



   Besondere Vorteile bieten die erfindungsgemäss gewonnenen Pulver bei der Weiterverarbeitung auf Produkte, wie Salben, Pasten, Pflaster, Ovula, Zäpfchen usw. Wenn man nämlich SilberoxydManganoxydpulver, das für sich z. B. durch Aufeinanderwirken von Silbernitrat und Permanganat in wässriger Lösung und Reduktion des gebildeten Silberpermanganats gewonnen worden ist, in Fette, Salben usw. einarbeitet, so werden die bakteriziden Wirkungen mehr oder weniger herabgesetzt. 



  Verwendet man dagegen erfindungsgemäss hergestellte Pulver zur Herstellung von Salben, Pasten u.   dgl.,   so findet eine Herabsetzung der   oligodynamischen   Wirkung nicht statt. In manchen Fällen wurde sogar eine Steigerung der bakteriziden Kraft beobachtet. 



   Die Herstellung einer Silbermanganitsalbe kann z. B. derart erfolgen, dass man das erfindungsgemäss hergestellte Pulver mit einer geeigneten Salbengrundlage innig vermischt. Salben von besonderer Feinheit werden erhalten, wenn man das Pulver mit flüssigen Anteilen der Salbengrundlage, z. B. durch Vermahlen, innig vermischt und die festeren Bestandteile der Salbe alsdann zumischt. Man kann das Pulver auch unter Zusatz von Kolloiden, z. B. Tannin, mit wässrigen oder öligen Flüssigkeiten innig vermahlen und das Gemenge alsdann mit den übrigen Bestandteilen der Salbe, der Paste usw. innig vermengen. Vorteilhaft verwendet man Salbengrundlagen, deren pH-Werte der pH-Konzentration der Körpergewebe entsprechen oder diesen pH-Werten angepasst sind. Die Einstellung auf gewünschte pH-Werte kann durch Zusatz geeigneter Puffer erfolgen. 



   Mit Silberoxyd-Manganoxyd beladenes Silikagel kann man z. B. auch derart gewinnen, dass man stark wasserhaltiges Kieselsäuregel mit Silberpermanganat belädt und reduziert. Das erhaltene Produkt kann durch Dialyse gereinigt werden. 



   Man kann z. B. auch so vorgehen, dass man Kieselsäuregel, welches noch einen verhältnismässig hohen Wassergehalt, z. B.   80-90%, besitzt,   mit feuchtem, z. B. frisch gefälltem Silberoxyd-Manganoxyd (Silbermanganit) oder einer Aufschwemmung von Silberoxyd-Manganoxyd (Silbermaganit) in Wasser innig vermischt und zweckmässig unter Zusatz von Kolloiden, z. B. Zucker, Gummi   arabicum   od. dgl., sehr fein vermahlt. 



   Die mit Hilfe von Kieselsäuregel hergestellten Produkte zeichnen sich durch hohe Saugfähigkeit aus. Bei Einverleibung derselben in Salben u. dgl. Produkte bleibt die oligodynamische Wirksamkeit voll erhalten. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von   keimtötenden   Produkten, dadurch gekennzeichnet, dass man   grossoberfläehige   Trägerstoffe, wie Silikagel, Cellulose, Bolus, oder resorbierbare Stoffe, wie Catgutabfälle, Fibrin, Traubenzucker, Milchzucker usw., ausgenommen aber Fasermaterial, mit SilberoxydManganoxydverbindungen, insbesondere Silbermanganit, belädt, beispielsweise mit Lösungen von Silberpermanganat oder Komponenten, die Silberpermanganat bilden, imprägniert und das Silberpermanganat reduziert und allenfalls die beladenen Produkte durch nasse oder trockene Vermahlung,   zweckmässig   unter Zusatz von Schutzstoffen, z. B. Kolloiden, in feinpulverige Erzeugnisse überführt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass die mit der Silberoxyd-Manganoxydverbindung beladenen und allenfalls in die Form eines feinen Pulvers übergeführten Produkte in Salben, Pasten usw. oder Bestandteile solcher, wie Salbengrundlagen, eingearbeitet werden.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass man den Trägerstoffen die vorgebildete Silberoxyd-Manganoxydverbindung einverleibt, beispielsweise indem man Kieselsäuregel von verhältnismässig hohem Wassergehalt, von z. B. 80-90%, mit feuchtem, z. B. frisch gefälltem Silberoxyd-Manganoxyd oder einer Aufschwemmung von Silberoxyd-Manganoxyd innig vermischt und zweckmässig unter Zusatz von Kolloiden fein vermahlt.
AT153936D 1934-06-02 1934-10-29 Verfahren zur Herstellung von keimtötenden Produkten. AT153936B (de)

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