<Desc/Clms Page number 1>
Anordnung zur Wasserhaltung in Gruben.
Man ist in der Regel bestrebt, Kohlengruben so anzuordnen, dass der Schacht zur tiefsten Stelle des Flözes führt. Hiedurch wird nämlich einerseits die Kohlenförderung innerhalb der Grube, anderseits die Entwässerung der Grube vereinfacht, da die Materialförderung zum Schacht abwärts erfolgt und das Grubenwasser von selbst dem Schacht zufliesst. Bei Kohlengruben, die in wasserführendem Gebirge oder unterhalb von wasserführenden Gesteinsschichten verlaufen, muss jedoch der Schacht aus Sicherheitsgründen so angeordnet werden, dass er an der höchsten Stelle des Flözes auf die Grube stösst, denn nur auf diese Weise kann bei unvorhergesehenen Wassereinbrüchen der Ausweg aus der Grube durch den Schacht freigehalten werden.
Die Entwässerung in so angeordneten Gruben erfolgte bisher in der Weise, dass das Grubenwasser durch an verschiedenen Stellen der Grube angeordnete Pumpstationen in langen Rohrleitungen bis zum unteren Schachtende und von hier durch eine im Schacht nach oben verlaufende Druckrohrleitung nach Obertag gepumpt wurde. Durch die langen Rohrleitungen, die diese Art der Grubenentwässerung erfordert, und durch die in diesen Rohren entstehenden Druckverluste wird die Pumpleistung der zur Entwässerung der Grube notwendigen Wasserhaltungspumpen sehr erhöht, was eine starke wirtschaftliche Belastung bedeutet.
Die Erfindung steckt sich eine Vereinfachung und Verbilligung der Entwässerungsanlage solcher Schwimmsandgruben zum Ziele und besteht darin, dass an verschiedenen entfernt vom Schacht gelegenen Stellen der Grube verrohrte Bohrlöcher direkt durch das Gebirge nach Obertag führen, deren Rohre in der Grube möglichst unmittelbar an die Wasserhaltungspumpen angeschlossen sind.
In der Zeichnung ist ein Schnitt durch eine Kohlengrubenanlage in wasserführendem Gebirge veranschaulicht, die sowohl die bisher bekannte als auch die erfindungsgemässe Art der Entwässerung beispielsweise erkennen lässt.
Ein Schacht S führt von Obertag zu einer hochgelegenen Stelle des Kohlenflözes F. Vom unteren Ende des Schachtes verläuft die Grube in der Richtung des Flözes so, dass sie stets innerhalb des Flözes gelegen ist. Nach dem bisher üblichen Entwässerungssystem sind an verschiedenen Stellen der Grube Pumpstationen P angeordnet, die das Grubenwasser durch Rohrleitungen R zum unteren Ende des Schachtes und von hier durch den Schacht aufwärts pumpen. Die Länge der Rohrleitungen R ist in den meisten Fällen eine sehr bedeutende, sie kann viele Kilometer betragen. Die Entwässerung gemäss der Erfindung erfolgt durch verrohrte Bohrlöcher B, die von verschiedenen, vom Schacht entfernt
EMI1.1
der Grube aus gegen das Bohrloch aufgefahren werden.
Die Druckleitung der Wasserhaltungspumpen werden möglichst direkt mit der Verrohrung der Bohrlöcher verbunden, so dass das Grubenwasser unmittelbar durch das verrohrte Bohrloch nach Obertag gepumpt wird. Die Druckleitungslänge bei der erfindungsgemässen Entwässerungsart ist eine überaus kurze, da die Grube meist nicht allzu tief unter der Erdoberfläche liegt. In den ungünstigsten Fällen wird hier die Leitungslänge wenige 100 m betragen.
Die erfindungsgemässe Anordnung zur Wasserhaltung in Schwimmsandgruben verbilligt daher einerseits die Anlagekosten, indem sie viele kilometerlange Druckleitungen erspart, anderseits setzt sie auch die dauernden Betriebskosten bedeutend herab, da sie eine wesentliche Verkleinerung der Leistung der Wasserhaltungspumpen ermöglicht.