<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren zum Rösten sulfidische Erze und Hilttenprodukte.
Im Patente Nr. 147011 sind ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Abrösten sulfidischer Erze und Hüttenprodukte unter Gewinnung reiner schwefliger Säure durch Einblasen der pulverförmigen Materialien in eine Röstkammer und Durchleiten der Röstgase durch Kühler und Reiniger beschrieben.
Der ganze Arbeitsvorgang erfolgt in einer geschlossenen druckfesten Apparatur ; die zum Einblasen des Erzstaubes dienende Druckluft liefert das Druckgefälle für die ganze Apparatur. Da im Interesse der Gewinnung von möglichst konzentriertem SO, die in den Prozess eingeführte Luftmenge möglichst gering sein soll, so lassen sich die letzten Reste von Schwefel nur schwer oder gar nicht aus dem Abbrand der sulfidischen Erze entfernen.
Es ist bekannt, dass das Abrösten von Erzen um so schwieriger vor sich geht, je weniger Sauerstoff oder andere Reaktionsgase je Volumeneinheit Luft vorhanden ist. Um dieses sogenannte Totrösten, also die weitestgehende Vergasung des im Erz enthaltenen Schwefels, zu erreichen, sind schon verschiedene Massnahmen vorgeschlagen worden. Ein solcher Vorschlag findet es sogar erforderlich, dieses Totrösten ausserhalb des eigentlichen Röstapparates vorzunehmen. Um den gleichen Endzweck auf einfachste Weise zu erreichen, wird im Sinne der Erfindung die für das Totrösten erforderliche Luft durch einen entsprechend ausgebildeten Rost in der Röstkammer zugeführt. Da diese Luft den auf dem Rost liegenden noch sehr heissen Abbrand durchwandern muss, so findet zwangläufig die erforderliche Luftvorwärmung statt.
Diese so vorgewärmte Luft ist anderseits in der Lage, die noch vorhandenen Schwefelreste aus dem Röstgut weitgehend zu entfernen. Die Menge der Luft wird so bemessen, dass sie gerade hinreicht, die Entschwefelung des Röstgutes zu erzielen, und ist anderseits so gering, dass keine dem Hauptluftstrom entgegengesetzten Ströme auftreten können, die Luftwirbel in der Brennkammer oder einen teilweisen Stau des Röstgutes innerhalb der Brennkammer hervorzurufen in der Lage wären. Gemäss dem Stammpatente werden zur Staubabscheidung die Gasabfuhrstutzen ebenfalls in tangentialer oder entgegengesetzter Richtung zum Drehsinn der schraubenförmigen Einbauten angeordnet.
Zur Verbesserung der Staubabscheidung schon in der Reaktionskammer kann man auch die nach dem Kühler führende Leitung so dimensionieren und den Querschnitt derartig wählen, dass die sich im Gasstrom in der Richtung gegen den Rost, also nach abwärts bewegenden Röstgutteilchen zufolge der plötzlichen Querschnittsverengung des Abgasstutzens nicht plötzlich so beschleunigt werden können wie Gase, sondern zufolge ihrer Masse im wesentlichen die ursprüngliche Richtung beibehalten, mithin in der Brennkammer verbleiben, wodurch eine Verbesserung der Staubabscheidung innerhalb der Brennkammer erzielt wird. Eine Verbesserung der Massnahme liegt auch darin, dass der Austrittsstutzen ausser dem besonderen Querschnitt auch in entsprechender Höhe über dem Rost angebracht ist.
Auf der Zeichnung ist der untere Teil einer Röstkammer im Schnitt mit der erfindungsgemässen Ausbildung in beispielsweiser Ausführungsform dargestellt.
Die Röstkammer 1 ist am Boden durch einen Rost 2 abgeschlossen, welcher drehbar in einer mit dem unteren Teil der Röstkammer verbundenen Kammer 3 angeordnet ist und dieselbe gegen die Röstkammer abschliesst. Der Boden 4 der Kammer 3 trägt ein Lager 5 zum Aufnehmen einer den Rost 2 tragenden Welle 6. Die Welle 6 trägt ein Zahnrad 7, welches durch ein Vorgelege 8 angetrieben werden kann.
Die Kammer 3 besitzt eine verschliessbare Entleerungsöffnung 9 sowie einen Lufteinlass-
<Desc/Clms Page number 2>
stutzen 10 ; mit 11 ist der Gasabfuhrstutzen bezeichnet, der je nach dem spezifischen Gewicht und der
Korngrösse des verarbeiteten Materials in entsprechender Höhe über dem Rost 2 angeordnet und so dimensioniert ist, dass die Materialteilchen infolge der Trägheit auf den Rost auftreffen und von dem aus der Röstkammer abziehenden Gasstrom auch unter der Wirkung des durch den Stutzen 10 durch den Rost eingeführten Zusatzgasstromes nicht mehr mitgerissen werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Rösten sulfidischer Erze und Hüttenprodukte nach Patent Nr. 147011, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil der Reaktionsgase (Verbrennungsluft) am oder nahe am Boden der Röst- kammer eingeführt und durch den abgesetzten Abbrand hindurchgeführt wird, um die Reaktionsgase beim Durchstreichen des heissen Abbrandes auf die erforderliche Reaktionstemperatur vorzuwärmen und die Schwefelreste im Abbrand weiter abzurösten.