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Verfahren zum Betriebe Braunseher Röhren.
Es ist bekannt, bei Braunschen Röhren Schirme zu verwenden, die schräg zum Elektronenstrahl stehen. Sendeseitig bestehen solche Schirme aus einer Metallplatte, auf welcher photoelektrische Zellen angebracht sind, die durch das wiederzugebende Bild beleuchtet werden, während der Elektronenstrahl ihre Ladungen abführt und damit in Stromschwankungen umsetzt. Die Schrägstellung des Schirmes ist in diesem Falle notwendig, um gleichzeitig das Bild auf die Platte werfen zu können und das Abtasten mit Hilfe des Elektronenstrahles zu bewirken. Es ist auch bekannt, empfangsseitig solche schräg gestellten Schirme zu verwenden, um das auf ihnen entstehende Fluoreszenzbild auf einfache Weise projizieren zu können.
Infolge der Schrägstellung treten in Abhängigkeit vom Ablenkwinkel des Strahles zwei Fehler auf. Erstens wird der Leuchtfleck namentlich bei grösseren Ablenkwinkel verbreitert. Zweitens werden die Bildlinien verschieden lang und daher das Bild trapezförmig.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Fehler, die sowohl bei Sende-als auch Empfangsröhren auftreten, zu beseitigen. Sie erreicht dies dadurch, dass einerseits die Ablenkspannung für die Zeilenablenkung zusätzlich durch die Ablenkspannung für das Bild gesteuert wird und anderseits die Konzentrierung des Elektronenstrahlenbündels in Abhängigkeit vom Ablenkwinkel gesteuert wird.
Das erstgenannte Verfahren ist an sich für die Sendeseite bekannt, nicht dagegen für die Empfangsseite.
Das zweite ist an sich vorgeschlagen worden, jedoch nicht unter gleichzeitiger Verwendung des erstgenannten Verfahrens. Erst durch die Kombination beider Verfahren wird eine einwandfreie, unverzerrte und an allen Bildstellen gleich scharfe Wiedergabe erreicht.
Die Zeichnung stellt ein Schaltbild einer Einrichtung, mit welcher die Erfindung ausgeführt werden kann, dar. Der Übersichtlichkeit halber sind die Schaltelemente zur Helligkeitssteuerung der Braunschen Röhre weggelassen.
An den Empfänger E sind über Selbstinduktionsspulen 1, 2 zwei Gleichrichter , J in Doppelwegschaltung angeschlossen. Mittels der Kondensatoren 5, 6 und der ihnen parallel geschalteten Widerstände 7. 8 werden die Zeitkonstanten der beiden Gleichrichterkreise so gewählt, dass der Kippgenerator 9 für die Zeilen die kleinere Zeitkonstante besitzt und der Kippgenerator 10 für die Bildablenkung eine entsprechend grössere Zeitkonstante hat.
Die zu den Kippröhren 9, 10 gehörenden Ladekondensatoren 11 bzw. 12 werden über Wider-
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sind die Kippspannungen, die mit Kapazitätswiderstandsverstärkung durch Röhren 17, 18 verstärkt werden. Die Röhren 17, 18 sind mit den Ablenkplatten 19 bzw. 20 für die Zeilen-bzw. Bildablenkung des Braunschen Rohres verbunden, das im dargestellten Beispiel mit elektrostatischer Ablenkung arbeitet.
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der Zeilenlänge, anderseits zur Steuerung der Konzentrierung abgenommen.
Die beiden Fehler, die, wie erwähnt, durch die Schrägstellung des Schirmes entstehen, sind bedingt durch die verschiedenen Abstände der Bildpunkte des Schirmes von der Kathode des Braunschen Rohres B, sind also abhängig von dem Ablenkwinkel des Strahles.
Um einen dieser Fehler, nämlich die bekannte Trapezverzerrung, zu vermeiden. wird an dem Widerstand 21 über die Leitungen 22, 23 eine Spannung abgenommen und diese dem Kippgerät 9 zugeführt, das der Zeilenablenkung dient. Hiedurch wird erreicht, dass in der oberen Stellung des
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Strahles die auf ihn wirkende Spannung grösser ist als in seiner unteren Stellung. Durch geeignete
Wahl der Spannung kann so ein rechteckiges Bild erzeugt werden.
Der zweite Fehler äussert sich darin, dass der Leuchtileck verbreitert wird. Ist z. B. die Kon- zentrierung des Elektronenstrahlenbündels ideal auf einen mittleren Punkt des Fluoreszenzschirmes eingestellt, so ist bei abgelenktem Strahl die Konzentrierung auch bei idealer Ablenkung nicht mehr ideal. Der Fleck vergrössert sieh, weil der Abstand des Bildpunkte von der Kathode je nach dem
Ablenkwinkel verschieden ist. Eine ideale Konzentrierung ist nur für eine einzige waagerechte Linie möglich. Für alle andern Linien treten mehr oder weniger starke Fleckvergrösserungen auf, da der
Bildpunkt vor oder hinter dem Konzentrierungspunkt liegt.
Zur Vermeidung dieser Mängel wird die Konzentrierung des Elektronenstrahls in Abhängigkeit vom Ablenkwinkel gesteuert.
Zu diesem Zweck wird in der dargestellten Einrichtung über Leitungen 24, 2, einer Wicklung 26 an dem Widerstand 21 eine weitere Spannung abgenommen, die wiederum abhängig ist von der Bild- kippspannung. Es ist angenommen, dass das Braunsche Rohr mit magnetischer Konzentrierung arbeitet.
Das Hauptfeld wird durch die Spule 27 geliefert, die von einer Spannungsquelle 28 gespeist wird. Die
Wicklung 26 dient zur Erzeugung eines das Hauptfeld unterstützenden oder ihm entgegenwirkenden Zusatzfeldes. Man kann das Hauptkonzentrierungsfeld selbstverständlich so einstellen, dass die schärfste
Konzentration im Mittelpunkt des Bildes oder an seinem Rand liegt.
Wird die Erfindung sendeseitig angewandt, so kommt die Steuerspannung der Kippgeräte in Fortfall. Die Kippgeräte werden so eingestellt, dass sie von selbst kippen. Auch ist die Erfindung nicht beschränkt auf die Anwendung elektrostatischer Ablenkung und magnetischer Konzentrierung, sondern kann in gleicher Weise bei ganzer oder teilweiser elektromagnetischer Ablenkung und elektro- statischer Konzentrierung sowie Mehrfachkonzentrierung Anwendung finden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Anwendung des Verfahrens zum Betriebe Braunscher Röhren nach Patent Nr. 146440 auf Röhren mit schräggestelltem Schirm, bei denen zur Aufhebung der Trapezverzerrung die Zeilenablenk- spannung in Abhängigkeit vom Ablenkwinkel beeinflusst wird.