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Drehstab-Rechenschieber.
Gegenstand der Erfindung ist ein Drehstab-Rechenschieber, welcher durch die um seine Längs- achse drehbare Einrichtung des Schiebers eine übersichtliche Ablesung trotz Ausdehnung der Teilungs- anordnung gestattet, da durch eine einfache Drehung immer nur die jeweilig zu verwendende Teilung zu derjenigen des Führungsstabes aufliegt.
Es ist bereits ein Rechenschieber mit drehbarer Einrichtung eines zylindrischen Schiebers bekannt geworden, der aber nur den einen Zweck verfolgt, die auf anderen Rechenschiebern bekannte Unterteilung der einfachen logarithmischen Skala durch Mehranordnung solcher Unterteilungen am Umfange des Schiebers und gleichzeitig ebenso vieler an den Schrägseiten der als Führungsstab dienenden prismatischen Lineale zu erweitern, wodurch der Auftragungsmassstab vergrössert und demzufolge ein genaueres Ablesen erreicht wird. Durch Verdrehen des Schiebers wird der Übergang zu der das Ergebnis eines Rechnungsvorganges enthaltenden Skala hergestellt, wobei auch gleichzeitig dieselbe dem Auge zugewendet werden muss.
Dieser Rechenschieber erfüllt daher mehr eine einseitige Aufgabe und weist in seinem Aufbau den Nachteil auf, dass der Schieber mit dem ganzen Umfange seines Skalenbelages in dem Führungsstab bewegt werden muss und somit einer baldigen Abnutzung unterworfen ist.
Der erfindungsgemässe Drehstab-Rechenschieber verfolgt jedoch den Zweck, bei normaler Führungsstabteilung durch einzelne Gegenüberstellung verschiedener Schieberteilungen bei grösstmöglichster Ausdehnung ein übersichtliches Anwendungsgebiet zu erreichen.
Derselbe trägt beispielsweise auf seinem Führungsstabe die normale, oben zweifache, unten einfache Teilung, die Seitenwände je einen Teil der L-, T-und S-Teilung. Der Schieber oder Drehstab hingegen besitzt mehrere Teilungspaare, in vorliegender Ausführungsform drei, u. zw. eine Normalteilung, eine gegenläufige und eine Teilung, welche, ohne Verschiebung und nur mit dem Läufer abzulesen, zur Ermittlung der Kubikwurzeln, dritte Potenzen, Logarithmen, Sinus und Tangens dient, welche man daher einfach als Kubusteilung benennen kann.
Bei Rechnungsarten, wo die Notwendigkeit auftritt, die Schieberteilung zu derjenigen des Führungsstabes gegenläufig zu stellen, wird bei den meisten Rechenschiebern der Schieber ausgefahren und umgekehrt eingeführt, bei anderen ist für diese Zwecke eine rücklaufende Teilung am Schieber vorgesehen. In beiden Fällen leidet aber die Übersichtlichkeit dadurch, dass im ersten Falle das ganze System sich verkehrt, im zweiten Falle aber durch die Mehranordnung der Teilungen. Beim DrehstabRechenschieber genügt ein Drittel der mit den beiden Daumen herzustellenden Vor-oder Rückwärts- drehung, um die gewünschte Teilung hervorzuheben.
Bei den verschiedenen Ermittlungen mit der Kubusteilung wird die Genauigkeit der Ablesung um ein Vielfaches erhöht, weil diese Teilung bei einer Normallänge von 250 mm in ihrem oberen Teil gegenüber der zweifachen Teilung des Führungsstabes auf einen Massstab von 375 mm, von 1--464..., in ihrem unteren Teil gegenüber der einfachen Teilung des Führungsstabes auf einen solchen von 750 Htm, von 464... bis 1..., aufgetragen ist. Die an den beiden Seitenwänden des Fiihrungsstabes angebrachten L-, T-und S-Teilungen sind mit dem gleichen Massstab aufgetragen wie die Kubusteilung.
Die Zeichnung stellt einen derartigen Drehstab-Rechel1J ; chieber dar, u. zw., in Fig. 1 eine schaubildliche Teilansicht, in Fig. 2 den Querschnitt, in Fig. 3 den Längsschnitt und in Fig. 4 die Innenseite einer Stirnwand der Gleitschiene e.
Der Schieber oder Drehstab d ist aus geeignetem Edelholz als Rundstab ausgebildet und der Skalenbelag r in Rohrform aufgeschoben. Mit den in seinen beiden Enden befindliehen Lagern ! ist derselbe in einer aus Leichtmetall hergestellten Gleitschiene P auf Bolzen 1n um seine Längsachse
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drehbar gelagert. Die Bolzen sind mit ihrem Gewindeansatz M in die in den Stirnwänden der Gleit- schiene vorhandenen Gewindebohrungen o eingeschraubt.
Um die Unverrückbarkeit der jeweilig mit dem Drehstab eingestellten Teilung zu sichern, sind an der Innenseite der beiden Stirnwände in gleichen Abständen je drei Körner k, Fig. 4, eingelassen und dienen zur Aufnahme der in den Bohrungen 7t liegenden Fixierstifte i, die ihrerseits durch die Druckfedern i in einen dieser Körner gedruckt werden.
Die Druckfedern sind derartig gehalten, dass sie bei schwachem, seitlichem Druck auf den Drehstab die Auslösung der Stifte aus den Körnern gestatten und daher die Drehung des Drehstabes ohne Gewalt- anwendung vor sich geht. Zum Zwecke einer besseren Angriffsmöglichkeit für die auszuübende Drehung sind an beiden Enden des Drehstabes leichtgerippte Ansätze p aufgeschoben. An den Seitenwänden der Gleitschiene sind die sogenannten Nutfedern/angebracht, die genau in die Nuten g des Führtmgs- stabes a eingepasst sind und ein leichtes, gleichmässiges Gleiten gewährleisten. Die am Führungs- stabe unter der Läufernut c sieh befindliche Teilung ist so weit vorgeschoben, dass sie sich mit den am unteren Rande des Läufers b vorhandenen Kerbsehnitten in gleicher Höhe befindet und dadurch ein leichtes Ablesen ermöglicht.
PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Drehstab-Rechenschieber, bei welchem der als Rundstab ausgebildete und drehbare Schieber die Einzelgegenüberstellung seiner am Umfange angeordneten verschiedenen Teilungen zu derjenigen des Führungsstabes gestattet, wodurch trotz Ausdehnung der Teilungsanordnung ein übersichtliches
Anwendungsgebiet geschaffen ist, dadurch gekennzeichnet, das im Führungsstabe (a) eine aus Leicht- metall hergestellte Gleitschiene (e) in der Längsrichtung verschiebbar und in deren halbrundem Innern der Schieber oder Drehstab (d) um seine Längsachse drehbar gelagert ist.