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Die Erfindung betrifft die Anordnung der optischen Teile bei solchen Geräten-insbesondere bei Geräten der Kinematographie und Fernsehteehnik-, die im Betriebe störende Geräusche ver- ursachen und die zur Vermeidung von akustischen Störungen in schalldichten Gehäusen unter- gebracht sind.
Es ist bereits bekannt, optische Geräte, die während des Betriebes störende Geräusche ver- ursachen, in schalldichten Hüllen, Gehäusen od. dgl. unterzubringen, damit die störenden Geräusche ausserhalb der eingebauten Geräte nicht wahrzunehmen sind. Von besonderer Wichtigkeit ist diese
Massnahme bei kinematographischen Apparaten, wenn es sich um die Aufnahme von Bildtonfilmen handelt. Da das Mikrophon während der Aufnahme alle Schalleindrücke aufnimmt, muss dafür gesorgt werden, dass jedes nicht zur Aufnahme gehörende störende Nebengeräusch vom Mikrophon ferngehalten wird. Zu diesen störenden Geräuschen gehört auch das vom Fortsehaltgetriebe der Bildkamera erzeugte Störgeräusch und man hat bisher dieses Geräusch dadurch zu beseitigen versucht, dass man die Bild- kamera in einem schalldichten Gehäuse angeordnet hat.
Um dabei die Bildaufnahme zu ermöglichen, wurde in dem schalldichten Gehäuse vor dem Objektiv ein Fenster angebracht, durch das hindurch die Aufnahme erfolgte.
Diese Anordnung hat aber den Nachteil, dass die Bedienung und jede Veränderung an der ein- gebauten Aufnahmekamera oder an deren Objektiv sehr erschwert oder während des Betriebes un- möglich gemacht ist. Bei dem heutigen hochentwickelten Stande der Aufnahmeteehnik, die von allen optischen Hilfsmitteln, wie Vorsatzobjektiven, Filtern, Blenden, Objektiven mit veränderlicher Brenn- weite u. dgl., Gebrauch machen muss, ist es aber eine unerlässliche Forderung, dass auch während des
Betriebes Veränderungen an der Kamera vorgenommen werden können.
Die bisherige Anordnung hatte den weiteren Nachteil, dass das schalldichte Gehäuse sehr grosse Abmessungen erhalten musste, sobald die optischen Zusatzsysteme, wie z. B. Objektive mit langer Brennweite od. dgl., grössere Abmessungen aufwiesen. Solche sehr umfangreiche schalldichte Gehäuse haben aber gleichzeitig ein sehr grosses Gewicht, was wiederum eine Ortsveränderung der Bildkamera während der Aufnahme sehr erschwert. Besonders, wenn es sich um eine Standortsänderung während der Aufnahme handelt, ist ein grosses und schweres Gehäuse ausserordentlich hinderlich und gefährdet die photographische Aufnahme durch Schwankungen des ganzen Gerätes.
Durch die Erfindung werden diese Mängel beseitigt. Es ist sowohl möglich, die Abmessungen und damit das Gewicht des schalldichten Gehäuses wesentlich herabzusetzen, als auch beliebige zusätzliche optische Einrichtungen von beliebigen Ausmassen ohne Beeinträchtigung des störungsfreien Arbeitens zu verwenden und gleichzeitig Eingriffe oder Veränderungen an der Optik selbst während des Betriebes vorzunehmen.
Nach der Erfindung wird lediglich die Bildkamera mit ihrem normalen Objektiv in dem schalldichten Gehäuse untergebracht, während alle sonstigen optischen Einrichtungen, wie Filter, Vorsatzobjektive, Teleobjektive, Transfokatoren usw., deren Verwendung zusätzlich in Frage kommt, nicht konstruktiv in festem Zusammenhang mit der Kamera selbst, sondern mit dem schalldichten Gehäuse verbunden werden. Unter dem normalen Objektiv wird hier lediglich dasjenige Linsensystem verstanden, dessen Einzelteile aus Gründen der einwandfreien Funktion und der genauen Justierung nicht unter sich oder von der Kamera getrennt werden dürfen.
Statt des bisher üblichen, durch eine planparallele Glasscheibe verschlossenen Fensters erhält das Gehäuse demnach eine Öffnung, vor die von aussen die zusätzlichen optischen Zusatzeinrichtungen schalldicht angesetzt werden. Es kann sieh als zweckmässig erweisen, das Fenster in dem Gehäuse noch mit einer plangeschliffenen Scheibe zu versehen, falls dies für die bessere Schallabdichtung notwendig sein sollte. Dies ist besonders in den Fällen nötig, wenn die Kamera ohne weitere optische Zusatzeinrichtungen betrieben werden soll. In diesem Falle dient die Scheibe als Schallabdichtung.
Es liegt auch im Sinne der Erfindung, wenn die zusätzlich benötigten optischen Einrichtungen auf einem von dem Kameragehäuse ganz völlig getrennten Bauteil angeordnet sind. Dies kann besonders dann zweckmässig sein, wenn mechanische Erschütterungen, die durch den Antrieb der Kamera erzeugt werden, von den optischen Zusatzeinrichtungen ferngehalten werden sollen. Die schalldichte Abdichtung des Fensters erfolgt in diesem Fall durch eine Planglasscheibe.
Durch die erfindungsgemässe Anordnung der Zusatzoptiken ist es somit ohne weiteres möglich, jederzeit auf einfache Weise die Optik der Bildkamera zu verändern, ohne dass zu dieser Massnahme ein Öffnen des schalldichten Gehäuses notwendig ist. Infolge der Anordnung aller zusätzlichen optischen
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Einrichtungen ausserhalb des Gehäuses ist ferner der Vorteil gegeben, dass das schalldichte Gehäuse nur die Abmessungen der Kamera selbst aufzuweisen braucht, wodurch sich eine Platz-und Gewichts- ersparnis ergibt.
Besonders wichtig ist die Erfindung, wenn eine Veränderung der optischen Eigenschaften der I Bildkamera während des Betriebes notwendig ist. Eine solche Änderung konnte bisher bei einer sehall- dicht eingebauten Kamera überhaupt nicht vorgenommen werden. Erst durch die Erfindung ist es möglich, auch während des Betriebes Änderungen an der Optik vorzunehmen, was sich besonders bei der Verwendung von Vorsatzobjektiven mit veränderlicher Brennweite als vorteilhaft erweist.
Des weiteren ist die Erfindung mit Vorteil in der Weise anwendbar, dass die für die Aufnahme erforderlichen Farbfilter, Polarisationsfilter, Gelbfilter u. dgl. an Stelle der planparallelen Glasscheibe gesetzt und zum Abschluss der schalldichten Hülle benutzt werden. Diese Filter können auch beweglich oder auswechselbar ausgeführt sein. Bei Verwendung von Mehrfaehfiltern, z. B. von Mehrfarbenfiltern, die in beliebiger Reihenfolge, z. B. periodisch ausgewechselt werden sollen, z. B. periodisch umlaufen sollen und deren Antrieb daher synchron mit dem Antrieb des Gerätes arbeitet, erfolgt die Ver- bindung des Antriebs der Zusatzeinrichtung mit dem Antrieb des Gerätes mittels Übertragungsglieder, die die Übertragung mechanischer Vibrationen unterdrücken, wie z. B. elastische Kupplungen, elek- trische Leitungen od. dgl.
Die Erfindung ist mit besonderem Vorteil für die Zwecke der Aufnahme von Bildtonfilmen ver- wendbar. Sie lässt sich aber auch für die Zwecke der elektrischen Fernübertragung von Bild-und Ton- darbietungen, also für die Zwecke des akustischen Fernsehens, benutzen, da auch hier die Unterdrückung des Geräusches des Bildzerlegungs-und-übertragungsapparates von Wichtigkeit ist. Auch hier kann der Bildzerlegungsapparat innerhalb einer schal1isolierenden Hülle, die mit einer planparallelen, schall- vermindernden Lichtdurchtrittsscheibe versehen ist, untergebracht sein und vor diese Liehtdureh- trittsscheibe, oder an Stelle dieser, können zusätzliche optische Systeme oder Einrichtungen, ebenso wie dies bei kinematographischen Aufnahmen der Fall ist, angesetzt werden.
Die Erfindung ist aber nicht auf die Verwendung für das Aufnahmegebiet beschränkt, sie kann auch unter Umständen für die Zwecke der Wiedergabe mit Erfolg benutzt werden. Z. B. für die Zweeke der Rückprojektion sowie des Heimkinos, wo die Unterdrückung des Störgeräusches des Wiedergabe- gerätes erforderlich ist und für bestimmte Zwecke von der Verwendung von Zusatzoptiken Gebrauch gemacht werden soll. Solehe Zusatzoptiken werden z. B. auch für die Zwecke des additiven Mehr- farbenverfahrens, für stereoskopische Zwecke u. a. m. benutzt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Anordnung für Geräte mit optischen Einrichtungen, die im Betriebe störende Geräusche verursachen und die zur Beseitigung der Störgeräusche in sehalldichten HÜllen oder Gehäusen untergebracht sind, insbesondere für Geräte der Kinematographie und Fernsehteehnik, dadurch gekennzeichnet, dass nur diejenigen Teile der optischen Einrichtung, deren genaue Justierung eine feste Verbindung mit dem Gerät erfordert, innerhalb des schalldichten Gehäuses untergebracht sind, während die übrigen Teile der optischen Einrichtung, z. B. optische Filter, Zusatzobjektive, Fernobjektive, Weitwinkelobjektive, Objektive mit veränderlicher Brennweite u. dgl., mit dem schalldichten Gehäuse oder einem von diesem getrennten Bauteil verbunden sind.