AT150942B - Verfahren zum Polieren von Spiegelglas. - Google Patents
Verfahren zum Polieren von Spiegelglas.Info
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zum Polieren von Spiegelglas. Für das an das Grob-und Feinschleifen sich anschliessende Polieren des Glases benutzt man runde Tische oder Vorrichtungen, bei denen hintereinandergeschaltete, zu einem endlosen Band ver- einigte Tische das Glas unter den einzelnen Bearbeitungswerkzeugen hindurchführen. Die Werkzeuge bestehen im allgemeinen aus Filzen, denen das in Wasser schwebende Poliermittel zugeführt wird. Voraussetzung für ein einwandfreies Polieren ist hiebei eine gleichmässige Verteilung des Poliermittels auf die Filze, die nur dann zu erreichen ist, wenn das Poliermittel zusammen mit verhältnismässig viel Wasser aufgegeben wird. Erfahrungsgemäss muss nun das überschüssige Wasser entfernt werden, bevor die Werkzeuge ihre grösste Polierleistung erreichen können. Bei den bekannten Vorrichtungen geschieht dies durch Verdampfung infolge der beim Polieren erzeugten Reibungswärme. Da es nun einer gewissen Zeit bedarf, bis die zum Verdampfen des überschüssigen Wassers erforderliche Temperatur durch die Reibungswärme erzeugt wird, können die Werkzeuge ihre grösste Polierleistung erst nach einer gewissen Zeit erreichen. Es ist schon vorgeschlagen worden, durch von aussen zugeführte Wärme, sei es durch Gas, Heisswasser, elektrischen Strom usw. das Glas auf jene Temperatur vorzuwärmen, die es infolge der durch die Reibung beim Polieren entstehenden Wärme annimmt. Diese Temperatur kann jedoch nicht höher getrieben werden, weil andernfalls infolge zu starker Wasserverdampfung und Temperaturerhöhung das Poliermittel zu fest und die Polierfilze zu hart werden würden, was Ober- fläehenfehler im Glas durch Verkratzen hervorrufen würde. Es ist nun festgestellt worden, dass das Polieren in viel kürzerer Zeit durchgeführt werden kann. wenn es in höheren als den bisher üblichen Temperaturgebieten vor sich geht. Je höher diese Tem- peraturen sind, die jeweils von den Arbeit-und Betriebsbedingungen sowie von der Glaszusammen- setzung abhängen, desto schneller kann poliert werden. Schon Anfangstemperaturen von 80 bis 100 C haben nach Versuchen die Möglichkeit einer erheblichen Erhöhung der Poliergeschwindigkeit ergeben. Das Glas wird hiebei durch heisse Gase, elektrischen Strom usw. erhitzt, u. zw. entweder von oben, oder z. B. bei Verwendung eines Rollganges an Stelle des Tisches von unten, oder schliesslich auch gleich- zeitig von oben und von unten. Die Erhitzung kann nicht nur vor dem Poliervorgang, sondern gegebenenfalls auch noch während des Poliervorganges vorgenommen werden. Durch die Bauart der Poliervorrichtung, z. B. dadurch, dass die Verlängerung des Heiztunnels, durch den sich das Glas bewegt, mit der Poliervorrichtung zu einem gemeinsamen Schacht verbunden wird, kann auch erreicht werden, dass die Bearbeitungswerkzeuge in einem Raum von höherer Temperatur arbeiten. Infolge der beim Polieren entstehenden Reibungswärme wird die durch die Zufuhr von äusserer Wärme sich ergebende Temperatur noch erhöht. Die Höchsttemperatur des Glases ergibt sich mithin jeweils aus der von aussen zugeführten Wärme und der beim Polieren entstehenden Reibungswärme. Da nun der Wirkungsgrad der Wärmeerzeugung durch Reibung viel geringer als jener der Einrichtungen zur Erzeugung der von aussen zugeführten Wärme ist, empfiehlt es sich, bei gegebener Endtemperatur des Glases durch Herabsetzung des Polierdruckes die durch Reibung erzeugte Wärme im Verhältnis zu der durch Gas, elektrischen Strom usw. zugeführten äusseren Wärme möglichst klein zu wählen. Durch die Herabsetzung des Polierdruckes wird darüber hinaus die Bruchgefahr beim Polieren weitgehend vermieden. Überdies haben Versuche gezeigt, dass die Hochglanzpolitur um so besser wird, je geringer der Polierdruck ist. <Desc/Clms Page number 2> Wie ferner erkannt wurde, kann das Polieren bei höheren als bisher üblichen Temperaturen nur dann durchgeführt werden, wenn die gebräuchlichen Filze durch andere Polierwerkzeuge ersetzt werden, weil bei der Verwendung von Filzen eine bestimmte Konsistenz des Poliermittels nicht überschritten werden darf, und dadurch der'Temperatur nach oben hin eine verhältnismässig niedrige Grenze gesetzt ist. Um nun den Einfluss'der Wasserverdampfung auf die Temperatur beim Polieren auszuschalten, und um diese Temperatur so hoch wählen zu können, wie sie sich fallweise aus den Arbeitsund Betriebsbedingungen, der gewünschten Poliergeschwindigkeit und der Glaszusammensetzung als am zweckmässigsten ergibt, sollen an sieh bekannte Polierwerkzeuge mit wirksamer Oberfläche aus dichtem, nicht saugfähigem Stoff, z. B. aus Gummi, verwendet werden. Hiedurch ist die Möglichkeit gegeben, das Poliermittel fast trocken aufzugeben und das Polieren fast trocken durchzuführen. Durch das erfindungsgemässe Verfahren können die Polierzeiten auf 10 bis 20% und noch weniger der bisher üblichen'Zeiten herabgesetzt werden, wobei die Glasbeschaffenheit nicht herabgesetzt wird. Diese starke Verkürzung der Polierzeit gibt die Möglichkeit, die Leistungsfähigkeit bereits vorhandener Anlagen wesentlich zu erhöhen, oder bei neu zu errichtenden Anlagen mit erheblich verkleinerten Einrichtungen bei gegebener Gaserzeugung auszukommen. EMI2.1 1. Verfahren zum Polieren von Spiegelglas, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkstück auf Temperaturen von mindestens 80 bis 100 C vorgewärmt wird, und Polierwerkzeuge verwendet werden, deren wirksame Oberflächen aus dichtem, nicht saugfähigem Stoff, beispielsweise aus Gummi, bestehen.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkstück vor dem Polieren von oben oder von unten oder von oben und von unten erwärmt wird.3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,'da-durch gekennzeichnet, dass das Werkstück während des Polierens erwärmt wird.4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Bearbeitungswerkzeuge in einem Raum von mindest 80 bis 100 C arbeiten.5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Polierdruck so gewählt wird, dass die durch Reibung erzeugte Wärme im Verhältnis zu der durch Gas, Strom usw. erzeugten, von aussen zugeführten Wärme sehr gering ist.6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Poliermittel fast trocken aufgegeben wird.
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