AT150420B - Verfahren zum Sterilisieren von organisch verunreinigten industriellen Abwässern und anderen gärungsfähigen Flüssigkeiten. - Google Patents

Verfahren zum Sterilisieren von organisch verunreinigten industriellen Abwässern und anderen gärungsfähigen Flüssigkeiten.

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AT150420B
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zum Sterilisieren von organiseh verunreinigten industriellen Abwässern und anderen gärungsfähigen Flüssigkeiten. 
 EMI1.1 
 fähige Stoffe enthalten, wie dies bei Abwässern der chemischen oder der Nahrungsmittelindustrie und auch bei städtischen Abwässern der Fall ist. Werden solche Flüssigkeiten unbehandelt in einen Fluss abgelassen, so wird das Flusswasser oft infolge der Gärung der mitgespülten organischen Stoffe versucht. Es wurde bereits vorgeschlagen, diese Verseuchung durch Sterilisierung der Abwässer zu bekämpfen, die Frage erhielt jedoch bisher keine genügend wirksame und wirtschaftlich" Lösung. 



   Es wurden zu diesem   Zwecke Alkali. und Erdalkalihypochlorite   wie auch freies Chlor vorgeschlagen, um aber erfolgreich zu wirken, müssen diese Stoffe in übermässigen Mengen verbraucht werden. Die Erfindung geht von der Feststellung aus, dass die sterilisierende Wirkung des Chlors und der Hypochlorite auf deren Hydrolyse gemäss folgender Gleichungen beruht : 
 EMI1.2 
 Durch die dabei freiwerdende   unterchlorige   Säure werden die die Verseuchung verursachenden Bakterien abgetötet. Da nun die angedeutete Hydrolyse durch ein chemisches Gleichgewicht beschränkt ist, so entstehen immer nur geringe Mengen   unterchloriger   Säure. 



   Das in Wasser gelöste gasförmige Chlor kann auf organische Stoffe einwirken, u. zw. durch Chlorierung oder durch Oxydation. Die oxydierende Wirkung steht mit dem Masse der Hydrolyse des Chlors in engem Zusammenhang, ist also, mit andern Worten, von der Menge der freigelegten unterchlorigen Säure abhängig. Anderseits werden die mit Clor in Berührung kommenden organischen Stoffe in chlorhaltige Verbindungen ohne bakterientötende Wirkung verwandelt, wodurch der grösste Teil des Chlors nutzlos aufgebraucht wird, so dass nur eine geringe Menge Chlor für die Bildung von unterchloriger Säure verfügbar bleibt. 



   Erfindungsgemäss werden die erwähnten Nachteile dadurch vermieden, dass man als Sterilisationsmittel unmittelbar unterchlorige Säure benutzt, welche man gesondert, das heisst ausserhalb der zu sterilisierenden Flüssigkeit, herstellt und derselben erst dann beigibt, wenn die Sterilisation vorgenommen werden soll. Unter solchen Verhältnissen wirkt fast das gesamte Chlor als Desinfektionsmittel, da die   unterchlorige   Säure im allgemeinen zur Bildung organischer chlorhaltiger Verbindungen unfähig ist. Auch ist ihre Wirkung schneller als die des Chlors oder der Hypochlorite. 



   Will man eine zufriedenstellende bakterientötende Wirkung erzielen, so ist es angemessen, das Sterilisationsmittel in verdünntem Zustand in die zu sterilisierende Flüssigkeit einzuleiten und kräftig zu verrühren, um das Sterilisationsmittel so gleichmässig wie nur   möglich   zu verteilen. 



   Die unterchlorige Säure kann durch Einwirkung einer Säure auf ein Hypochlorit erzeugt werden, wobei der Vorgang so geleitet wird, dass das pH der erhaltenen sterilisierenden Lösung zwischen 5 und 9 begriffen ist. Die angesäuerten   Hypochloritlösungen   deren pH unterhalb 5 liegt, benehmen sich wie wässerige Lösungen elementaren Chlors ; liegt dagegen das pH oberhalb 9, so entsteht die in der Lösung anwesende unterchlorige Säure nur noch durch Hydrolyse, und ihre Konzentration bleibt verhältnismässig schwach. 



   Die sterilisierende Lösung kann auch nach dem im Osterr. Patent Nr. 138017 der Anmelderin beschriebenen Verfahren erzeugt werden, welches den Vorteil aufweist, direkt zu einer Flüssigkeit 

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 von gewünschter Konzentration und pH zu führen und praktisch die Gesamtmenge des aufgewandten Chlors auf unterchlorige Säure zu verarbeiten. 



   Um die zur Sterilisation einer Flüssigkeit erforderliche Säuremenge zu bestimmen, genügt es, den Gehalt der sterilisierten Flüssigkeit an oxydierendem Chlor zu kontrollieren, u. zw. an der in einem etwas sauren Gemisch von Jodkalium und Stärke hervorgerufenen Blaufärbung. 



   Bei der Durchführung des Verfahrens gemäss der Erfindung konnte, bei einer Berührungsdauer von einer Minute, die Vernichtung von bis zu   99'5% der ursprünglich   vorhandenen Keime erreicht werden. Die Menge der beigegebenen unterchlorigen Säure betrug 20 g wirksamen Chlors pro Kubikmeter der behandelten Flüssigkeit. 



   Das Verfahren gemäss der Erfindung ist bei allen Fällen der Sterilisation von Abwässern anwendbar und gestattet sogar die Wiederverwertung des Wassers in dem Betriebe, aus dem es herstammt ; eine Abscheidung der im Wasser suspendierten festen Stoffe kann der Sterilisation vorausgehen oder folgen. Insbesondere in der Zuekerindustrie können die mit unterchloriger Säure behandelten   Waschwässer   und der Sammelsimp wieder benutzt werden, während man sie bisher abfliessen lassen musste. 



   Falls die Abwässer in einen Fluss abfliessen, so erhält sich die sterilisierende Wirkung der unterchlorigen Säure so lange, dass die Abwässer sich im Flusswasser auflösen und auf natürlichem Wege unschädlich werden, bevor sie ihre aseptischen Eigenschaften verlieren. Dies geschieht, wenn die Menge des in den Fluss abgeleiteten Wassers gegenüber der Menge des Flusswassers gering ist, beispielsweise bei Schlachthäusern, wo zur Behandlung der Abwässer unterchlorige Säure mit 80 g wirksamen Chlors pro Kubikmeter der behandelten Flüssigkeit ausreicht. 
 EMI2.1 
 nach deren Behandlung in septischen Gruben oder durch andere bakteriologische Reinigungsververfahren.

   Wenn die Menge der faulenden Stoffe sehr gross ist, so kann es vorteilhaft sein, vorerst die Abwässer auf biologischem Wege zu reinigen ; bei darauffolgender Behandlung mit   unterehloriger   Säure können die septischen Gruben sehr klein gehalten werden und in gewissen Fällen ganz in Fortfall kommen. Beim Vorhandensein solcher Gruben kann-in ihnen, bei Gebrauch von unterehloriger Säure, eine viel grössere Menge Abwasser behandelt werden. 
 EMI2.2 
 verseuchtem Trinkwasser, liegt ebenfalls im Rahmen der Erfindung. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Sterilisierung gärungsfähige Stoffe enthaltender Flüssigkeiten, insbesondere organisch verunreinigter industrieller Abwässer, dadurch gekennzeichnet, dass als Sterilisationsmittel gesondert, d. h. ausserhalb der zu sterilisierenden Flüssigkeit, hergestellte unterchlorige Säure in Form einer Lösung dient, welche der Flüssigkeit in dem Augenblick beigegeben wird, wo die Sterilisation durchgeführt werden soll.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Lösung der unterehlorigen Säure mit einem pH zwischen 5 und 9 zur Anwendung gelangt, um das als antiseptisches Mittel in Form von unterchloriger Säure aufgebrachte Chlor vollkommen zu verwerten.
    3. Auf die Sterilisation von industriellen Abwässern angewandtes Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das durch unterchlorige Säure sterilisierte Abwasser in der Anlage, aus der es herstammt, wieder gebraucht wird.
    4. Auf die Sterilisation von städtischem Abwasser angewandtes Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Behandlung mittels unterchloriger Säure die bakteriologischen Reinigungsverfahren zum Teil oder gänzlich ersetzt.
AT150420D 1936-01-22 1936-04-10 Verfahren zum Sterilisieren von organisch verunreinigten industriellen Abwässern und anderen gärungsfähigen Flüssigkeiten. AT150420B (de)

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