AT150420B - Verfahren zum Sterilisieren von organisch verunreinigten industriellen Abwässern und anderen gärungsfähigen Flüssigkeiten. - Google Patents
Verfahren zum Sterilisieren von organisch verunreinigten industriellen Abwässern und anderen gärungsfähigen Flüssigkeiten.Info
- Publication number
- AT150420B AT150420B AT150420DA AT150420B AT 150420 B AT150420 B AT 150420B AT 150420D A AT150420D A AT 150420DA AT 150420 B AT150420 B AT 150420B
- Authority
- AT
- Austria
- Prior art keywords
- sterilization
- hypochlorous acid
- chlorine
- industrial wastewater
- organically contaminated
- Prior art date
Links
- 238000000034 method Methods 0.000 title claims description 14
- 230000001954 sterilising effect Effects 0.000 title claims description 14
- 238000004659 sterilization and disinfection Methods 0.000 title claims description 9
- 239000010842 industrial wastewater Substances 0.000 title claims description 4
- 239000007788 liquid Substances 0.000 title description 13
- QWPPOHNGKGFGJK-UHFFFAOYSA-N hypochlorous acid Chemical compound ClO QWPPOHNGKGFGJK-UHFFFAOYSA-N 0.000 claims description 18
- ZAMOUSCENKQFHK-UHFFFAOYSA-N Chlorine atom Chemical compound [Cl] ZAMOUSCENKQFHK-UHFFFAOYSA-N 0.000 claims description 17
- 239000000460 chlorine Substances 0.000 claims description 17
- 229910052801 chlorine Inorganic materials 0.000 claims description 17
- 239000002351 wastewater Substances 0.000 claims description 7
- 230000000721 bacterilogical effect Effects 0.000 claims description 2
- 238000004140 cleaning Methods 0.000 claims description 2
- 230000002421 anti-septic effect Effects 0.000 claims 1
- 239000000126 substance Substances 0.000 description 10
- XLYOFNOQVPJJNP-UHFFFAOYSA-N water Substances O XLYOFNOQVPJJNP-UHFFFAOYSA-N 0.000 description 8
- WQYVRQLZKVEZGA-UHFFFAOYSA-N hypochlorite Chemical class Cl[O-] WQYVRQLZKVEZGA-UHFFFAOYSA-N 0.000 description 7
- 239000000243 solution Substances 0.000 description 6
- 239000002253 acid Substances 0.000 description 4
- 230000007062 hydrolysis Effects 0.000 description 4
- 238000006460 hydrolysis reaction Methods 0.000 description 4
- 239000010865 sewage Substances 0.000 description 4
- 239000003206 sterilizing agent Substances 0.000 description 4
- NLKNQRATVPKPDG-UHFFFAOYSA-M potassium iodide Chemical compound [K+].[I-] NLKNQRATVPKPDG-UHFFFAOYSA-M 0.000 description 3
- 230000000844 anti-bacterial effect Effects 0.000 description 2
- 238000011109 contamination Methods 0.000 description 2
- 230000001590 oxidative effect Effects 0.000 description 2
- 241000894006 Bacteria Species 0.000 description 1
- 229920002472 Starch Polymers 0.000 description 1
- 230000002378 acidificating effect Effects 0.000 description 1
- 239000003513 alkali Substances 0.000 description 1
- 239000007864 aqueous solution Substances 0.000 description 1
- 244000052616 bacterial pathogen Species 0.000 description 1
- 230000015572 biosynthetic process Effects 0.000 description 1
- 238000005660 chlorination reaction Methods 0.000 description 1
- 150000001875 compounds Chemical class 0.000 description 1
- 230000006378 damage Effects 0.000 description 1
- 239000000645 desinfectant Substances 0.000 description 1
- 239000003651 drinking water Substances 0.000 description 1
- 235000020188 drinking water Nutrition 0.000 description 1
- 230000000694 effects Effects 0.000 description 1
- 238000000855 fermentation Methods 0.000 description 1
- 230000004151 fermentation Effects 0.000 description 1
- 235000013305 food Nutrition 0.000 description 1
- 239000000203 mixture Substances 0.000 description 1
- 150000002894 organic compounds Chemical class 0.000 description 1
- 230000003647 oxidation Effects 0.000 description 1
- 238000007254 oxidation reaction Methods 0.000 description 1
- 238000000926 separation method Methods 0.000 description 1
- 239000007787 solid Substances 0.000 description 1
- 235000019698 starch Nutrition 0.000 description 1
- 239000008107 starch Substances 0.000 description 1
- 238000003756 stirring Methods 0.000 description 1
- 238000005406 washing Methods 0.000 description 1
Landscapes
- Treatment Of Water By Oxidation Or Reduction (AREA)
Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zum Sterilisieren von organiseh verunreinigten industriellen Abwässern und anderen gärungsfähigen Flüssigkeiten. EMI1.1 fähige Stoffe enthalten, wie dies bei Abwässern der chemischen oder der Nahrungsmittelindustrie und auch bei städtischen Abwässern der Fall ist. Werden solche Flüssigkeiten unbehandelt in einen Fluss abgelassen, so wird das Flusswasser oft infolge der Gärung der mitgespülten organischen Stoffe versucht. Es wurde bereits vorgeschlagen, diese Verseuchung durch Sterilisierung der Abwässer zu bekämpfen, die Frage erhielt jedoch bisher keine genügend wirksame und wirtschaftlich" Lösung. Es wurden zu diesem Zwecke Alkali. und Erdalkalihypochlorite wie auch freies Chlor vorgeschlagen, um aber erfolgreich zu wirken, müssen diese Stoffe in übermässigen Mengen verbraucht werden. Die Erfindung geht von der Feststellung aus, dass die sterilisierende Wirkung des Chlors und der Hypochlorite auf deren Hydrolyse gemäss folgender Gleichungen beruht : EMI1.2 Durch die dabei freiwerdende unterchlorige Säure werden die die Verseuchung verursachenden Bakterien abgetötet. Da nun die angedeutete Hydrolyse durch ein chemisches Gleichgewicht beschränkt ist, so entstehen immer nur geringe Mengen unterchloriger Säure. Das in Wasser gelöste gasförmige Chlor kann auf organische Stoffe einwirken, u. zw. durch Chlorierung oder durch Oxydation. Die oxydierende Wirkung steht mit dem Masse der Hydrolyse des Chlors in engem Zusammenhang, ist also, mit andern Worten, von der Menge der freigelegten unterchlorigen Säure abhängig. Anderseits werden die mit Clor in Berührung kommenden organischen Stoffe in chlorhaltige Verbindungen ohne bakterientötende Wirkung verwandelt, wodurch der grösste Teil des Chlors nutzlos aufgebraucht wird, so dass nur eine geringe Menge Chlor für die Bildung von unterchloriger Säure verfügbar bleibt. Erfindungsgemäss werden die erwähnten Nachteile dadurch vermieden, dass man als Sterilisationsmittel unmittelbar unterchlorige Säure benutzt, welche man gesondert, das heisst ausserhalb der zu sterilisierenden Flüssigkeit, herstellt und derselben erst dann beigibt, wenn die Sterilisation vorgenommen werden soll. Unter solchen Verhältnissen wirkt fast das gesamte Chlor als Desinfektionsmittel, da die unterchlorige Säure im allgemeinen zur Bildung organischer chlorhaltiger Verbindungen unfähig ist. Auch ist ihre Wirkung schneller als die des Chlors oder der Hypochlorite. Will man eine zufriedenstellende bakterientötende Wirkung erzielen, so ist es angemessen, das Sterilisationsmittel in verdünntem Zustand in die zu sterilisierende Flüssigkeit einzuleiten und kräftig zu verrühren, um das Sterilisationsmittel so gleichmässig wie nur möglich zu verteilen. Die unterchlorige Säure kann durch Einwirkung einer Säure auf ein Hypochlorit erzeugt werden, wobei der Vorgang so geleitet wird, dass das pH der erhaltenen sterilisierenden Lösung zwischen 5 und 9 begriffen ist. Die angesäuerten Hypochloritlösungen deren pH unterhalb 5 liegt, benehmen sich wie wässerige Lösungen elementaren Chlors ; liegt dagegen das pH oberhalb 9, so entsteht die in der Lösung anwesende unterchlorige Säure nur noch durch Hydrolyse, und ihre Konzentration bleibt verhältnismässig schwach. Die sterilisierende Lösung kann auch nach dem im Osterr. Patent Nr. 138017 der Anmelderin beschriebenen Verfahren erzeugt werden, welches den Vorteil aufweist, direkt zu einer Flüssigkeit <Desc/Clms Page number 2> von gewünschter Konzentration und pH zu führen und praktisch die Gesamtmenge des aufgewandten Chlors auf unterchlorige Säure zu verarbeiten. Um die zur Sterilisation einer Flüssigkeit erforderliche Säuremenge zu bestimmen, genügt es, den Gehalt der sterilisierten Flüssigkeit an oxydierendem Chlor zu kontrollieren, u. zw. an der in einem etwas sauren Gemisch von Jodkalium und Stärke hervorgerufenen Blaufärbung. Bei der Durchführung des Verfahrens gemäss der Erfindung konnte, bei einer Berührungsdauer von einer Minute, die Vernichtung von bis zu 99'5% der ursprünglich vorhandenen Keime erreicht werden. Die Menge der beigegebenen unterchlorigen Säure betrug 20 g wirksamen Chlors pro Kubikmeter der behandelten Flüssigkeit. Das Verfahren gemäss der Erfindung ist bei allen Fällen der Sterilisation von Abwässern anwendbar und gestattet sogar die Wiederverwertung des Wassers in dem Betriebe, aus dem es herstammt ; eine Abscheidung der im Wasser suspendierten festen Stoffe kann der Sterilisation vorausgehen oder folgen. Insbesondere in der Zuekerindustrie können die mit unterchloriger Säure behandelten Waschwässer und der Sammelsimp wieder benutzt werden, während man sie bisher abfliessen lassen musste. Falls die Abwässer in einen Fluss abfliessen, so erhält sich die sterilisierende Wirkung der unterchlorigen Säure so lange, dass die Abwässer sich im Flusswasser auflösen und auf natürlichem Wege unschädlich werden, bevor sie ihre aseptischen Eigenschaften verlieren. Dies geschieht, wenn die Menge des in den Fluss abgeleiteten Wassers gegenüber der Menge des Flusswassers gering ist, beispielsweise bei Schlachthäusern, wo zur Behandlung der Abwässer unterchlorige Säure mit 80 g wirksamen Chlors pro Kubikmeter der behandelten Flüssigkeit ausreicht. EMI2.1 nach deren Behandlung in septischen Gruben oder durch andere bakteriologische Reinigungsververfahren. Wenn die Menge der faulenden Stoffe sehr gross ist, so kann es vorteilhaft sein, vorerst die Abwässer auf biologischem Wege zu reinigen ; bei darauffolgender Behandlung mit unterehloriger Säure können die septischen Gruben sehr klein gehalten werden und in gewissen Fällen ganz in Fortfall kommen. Beim Vorhandensein solcher Gruben kann-in ihnen, bei Gebrauch von unterehloriger Säure, eine viel grössere Menge Abwasser behandelt werden. EMI2.2 verseuchtem Trinkwasser, liegt ebenfalls im Rahmen der Erfindung. PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Sterilisierung gärungsfähige Stoffe enthaltender Flüssigkeiten, insbesondere organisch verunreinigter industrieller Abwässer, dadurch gekennzeichnet, dass als Sterilisationsmittel gesondert, d. h. ausserhalb der zu sterilisierenden Flüssigkeit, hergestellte unterchlorige Säure in Form einer Lösung dient, welche der Flüssigkeit in dem Augenblick beigegeben wird, wo die Sterilisation durchgeführt werden soll.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Lösung der unterehlorigen Säure mit einem pH zwischen 5 und 9 zur Anwendung gelangt, um das als antiseptisches Mittel in Form von unterchloriger Säure aufgebrachte Chlor vollkommen zu verwerten.3. Auf die Sterilisation von industriellen Abwässern angewandtes Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das durch unterchlorige Säure sterilisierte Abwasser in der Anlage, aus der es herstammt, wieder gebraucht wird.4. Auf die Sterilisation von städtischem Abwasser angewandtes Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Behandlung mittels unterchloriger Säure die bakteriologischen Reinigungsverfahren zum Teil oder gänzlich ersetzt.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| BE150420X | 1936-01-22 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| AT150420B true AT150420B (de) | 1937-08-25 |
Family
ID=3863854
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| AT150420D AT150420B (de) | 1936-01-22 | 1936-04-10 | Verfahren zum Sterilisieren von organisch verunreinigten industriellen Abwässern und anderen gärungsfähigen Flüssigkeiten. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| AT (1) | AT150420B (de) |
-
1936
- 1936-04-10 AT AT150420D patent/AT150420B/de active
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE69310912T2 (de) | Verfahren und vorrichtung zur überwachung von mikroorganismen | |
| EP0851842B1 (de) | Verfahren zur desinfektion wässriger lösungen | |
| DE2207920B2 (de) | Verfahren zum Beseitigen von Sulfidionen aus Abwässern | |
| EP1468151B1 (de) | Verfahren zum entkeimen und reinigen von wasserführenden systemen, insbesondere in schwimm- und badebeckenanlagen, und vorrichtung für dessen durchführung | |
| DE69406214T2 (de) | Verfahren zur Reinigung von für den menschlichen Verbrauch bestimmtem Wasser | |
| EP1006085A2 (de) | Verfahren zur Schwimmbadwasseraufbereitung | |
| DE912798C (de) | Verfahren zur Reinigung von zirkulierendem Schwimmbeckenwasser | |
| AT150420B (de) | Verfahren zum Sterilisieren von organisch verunreinigten industriellen Abwässern und anderen gärungsfähigen Flüssigkeiten. | |
| DE3750335T2 (de) | Verfahren zur herstellung eines gemisches aus chloraufweisenden verbindungen einschliesslich chlordioxyden. | |
| EP0456271A1 (de) | Reiniger für Trinkwasseranlagen | |
| DE2425319A1 (de) | System zum reinigen und sterilisieren von wasser | |
| CH626254A5 (en) | Process for sterilising liquids | |
| DE2609913A1 (de) | Verfahren zur aufbereitung, desinfektion, neutralisation und/oder entgiftung hochbelasteter abwaesser bzw. von mit abwaessern verschiedenster art stark belasteten rohwaessern | |
| DE19903649A1 (de) | Verfahren zur Gewinnung von Trinkwasser | |
| DE2920737A1 (de) | Verfahren und vorrichtung zum reinigen und wiedergewinnen von aus flaschenreinigungsmaschinen abgelassenen arbeitsfluessigkeiten | |
| DE650701C (de) | Verfahren zur Reinigung von Wasser | |
| WO1993011186A1 (de) | Verfahren zum regenerieren von pvpp und verwendung eines oxidationsmittels | |
| EP0832853A2 (de) | Verfahren zur Behandlung von Schlämmen bei der biologischen Abwasserreinigung | |
| DE600383C (de) | Verfahren zur Reinigung von Wasser, wie z. B. Trink- und Abwasser | |
| DE2847339C2 (de) | Verfahren zum Entkeimen von Wasser, insbesondere von Schwimmbeckenwasser | |
| WO2001072645A1 (de) | Verfahren und vorrichtung zum erzeugen von reinstwasser | |
| AT127115B (de) | Verfahren zum Reinigen und Entkeimen von Schwimmbeckenwasser. | |
| DE10240389B3 (de) | Festes Filterreinigungsmaterial und Verfahren zur Reinigung von Filtern | |
| DE19703413C1 (de) | Körniges Filtermaterial für Flüssigkeiten | |
| DE102023107863A1 (de) | Energiesparendes Desinfektions- und Oxidationssystem für die Wasseraufbereitung |