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Strangpresse.
Die Erfindung betrifft eine Strangpresse liegender oder stehender Bauart mit zwei hintereinander geschalteten Entlüftungskammern. Bei allen bisher bekanntgewordenen Vakuumpressen mit im Presszylinder eingebauter Entlüftungskammer muss die aus der Tonmasse abzusaugende Luft den Weg von innen nach aussen, also zur äusseren Wandung der Vakuumkammer, nehmen, um von dort in die Saugleitung zu gelangen. Schwierigkeiten, die sich dabei durch Überfüllung der Vakuumkammer mit Tonmasse ergaben, löste eine ganze Anzahl von Konstruktionen und Patenten aus.
Die Erfindung besteht nun darin, dass für den Luftabzug gerade der umgekehrte Weg, wie bisher üblich, gewählt wird. Die aus der Tonmasse abzusaugende Luft muss den Weg von aussen nach innen, also von der äusseren Wandung des Presszylinders nach innen gegen die Schneckenwelle zu, nehmen.
Von dort wandert die Luft, entgegengesetzt der Strangrichtung, durch eine zylinderförmige Kammer, die in geringem Abstande die Schneckenwelle umschliesst, in eine zweite, ringförmige Kammer, aus welcher die Luft durch eine Rohrleitung mittels einer Vakuumpumpe dann ins Freie befördert wird.
Zur Abdichtung des vorderen Presszylinders und somit auch der Entlüftungskammern gegen den Pressenrumpf zu, wird (an Stelle der sonst üblichen Sehlitzplatten) ein Zwisehenmundstüek in einer bis heute nicht bekanntgewordenen Bauart verwendet. Dieses Zwischenmundstück ist ein Rohrmundstück mit zwei, drei oder mehr konzentrisch angeordneten, ringförmigen Austrittsöffnungen, deren Wandungen durch Stege miteinander verbunden sind ; in das Zwischenmundstück ist eine zylindrische Kammer derart eingebaut, dass die innere Wandung die Schneckenwelle knapp umschliesst und die äussere Wandung, die auswechselbar ist, sieh zu etwa gleicher Länge vor und hinter den Austrittsöffnungen des Zwischenmundstückes erstreckt.
Auf der Mundstüekseite ist diese Kammer offen, auf der Rumpfseite geschlossen.
Zur Förderung der zu verformenden Tonmasse dient in bekannter Weise eine Treibschnecke, die aus einzelnen Schnecken- und Doppelschnecken besteht, von welchen jedoch eine Schnecke, u. zw. jene, die dicht an der Austrittsöffnung des Zwischenmundstückes sitzt, eine ebenfalls bis heute nicht bekanntgewordene Bauart aufweist. Der Flügel dieser Schnecke ist an der dem Zwisrhenmunds1ück zugekehrten Seite in zwei ungleich breite und lange Flügelteile gegabelt. Der breite, jedoch kürzere Flügelteil reicht dicht bis an die ringförmigen Austrittsöffnungen des Zwisehenmundstückes heran.
Seitlich, getrennt durch den vorderen Teil der äusseren Wand der zylindrischen Entlüftungskammer, greift der schmale, jedoch längere Flügelteil in einer vollen Windung bis nahe auf den Boden der zylindrischen Entlüftungskammer. Dieser schmale Flügelteil, der sich mit ganz wenig Spielraum zwischen den rohrförmigen Wänden der Kammer bewegt, verhindert, selbst bei starker Überfüllung der Presse, durch seine Drehung, dass Tonmasse in die zylindrische Entlüftungskammer eindringen kann, während er der abzusaugenden Luft freien Abfluss gewährleistet. Die ringförmige, zweite Entlüftungskammer ist durch die äussere Rohrwand der zylindrischen Kammer, die nicht ganz bis zum Boden reicht, von der ersten Kammer getrennt und vermittelt den Abfluss der Luft durch einen Kanal zur Absaugeleitung.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel für eine liegende Vakuumpresse gemäss der Erfindung dargestellt.
Fig. 1 zeigt den in Betracht kommenden Teil der Strangpresse in Längsschnitt, Fig. 2 ist ein Querschnitt nach AB (ohne Schneckenflügel), Fig. 3 stellt den Gabelflügel e in der Ansicht dar.
Die in bekannter Weise dem Einsehüttrumpf zugeführte Tonmasse wird durch die Treibschnecke a, b dem Zwischenmundstüek c zugeführt und durch die ringförmigen Kanäle d gepresst. Eine
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Schnecke e, deren Flügelanfang in zwei ungleiche Teile t und 9 gegabelt ist, erfasst mit dem breiteren, jedoch kürzeren Teil f die durchgepresste Tonmasse, trennt sie dadurch vom Tonstrang ab und fördert sie zum vorderen Teil des Presszylinders. Die bei diesem Vorgang freiwerdende Luft kann entlang der Unterseite des Flügels f zum schmäleren Flügelteil 9 abfliessen und gelangt so in die Entlüftungskammer h.
Der schmälere, jedoch längere Teil 9 der Schnecke e greift mit einer vollen Windung in die erste Entlüftungskammer h hinein und bewegt sich mit geringem Spielraum zwischen deren Wänden i und k, jedoch in einem bestimmten Abstande vom Boden dieser Kammer h. Die Rohrwand i reicht ebenfalls nicht bis auf den Boden der Kammer A, wodurch die Verbindung mit der zweiten Entlüftungskammer m hergestellt wird, die wiederum in Verbindung mit dem Kanal n steht, so dass die abgesaugte Luft in die Saugleitung fliessen kann, während der sich zwischen den Wänden i und k der Kammer h bewegende, schmale Bügelteil 9 ein Eindringen von Tonmasse verhindert.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Strangpresse liegender oder stehender Bauart mit einem Zwischenmundstüek und zwei eingebauten Entlüftungskammern, dadurch gekennzeichnet, dass das Zwisehenmundstüek zwei, drei oder mehr ringförmige Austrittsöffnungen für den Ton besitzt, die konzentrisch angeordnet und deren Wandungen durch Stege miteinander verbunden sind.