AT146994B - Verfahren zur Änderung des Temperaturkoeffizienten der Kohle für Widerstände, Elektroden u. dgl. - Google Patents

Verfahren zur Änderung des Temperaturkoeffizienten der Kohle für Widerstände, Elektroden u. dgl.

Info

Publication number
AT146994B
AT146994B AT146994DA AT146994B AT 146994 B AT146994 B AT 146994B AT 146994D A AT146994D A AT 146994DA AT 146994 B AT146994 B AT 146994B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
carbon
added
coal
resistance
oxides
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Original Assignee
Muehlstock U Lichtenstein Werk
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Muehlstock U Lichtenstein Werk filed Critical Muehlstock U Lichtenstein Werk
Application granted granted Critical
Publication of AT146994B publication Critical patent/AT146994B/de

Links

Landscapes

  • Motor Or Generator Current Collectors (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 
 EMI1.1 
 



   Es ist bekannt, dass Kohle als elektrischer Leiter einen negativen Temperaturkoeffizienten besitzt, d. h. dass bei zunehmender Erwärmung infolge der Joulschen Wärme der Widerstandswert der Kohle sinkt. Diesem Umstande ist es zuzuschreiben, dass bei Auftreten von hohen Temperaturen die Stromstärke ansteigt und schliesslich zur Zerstörung einzelner Schaltelemente führt. Dies ermöglicht beispielsweise bei Dynamo-oder Motorbürsten Schäden an den Kollektoren bzw. bei Flammenbogen- öfen schwere Kurzschlüsse, aber auch Schaltelemente der Schwachstromindustrie werden dadurch vorzeitig unbrauchbar. 



   Nun ist es bereits bekannt, Metalloxyde der Kohle für Widerstände zuzusetzen, jedoch wurde dies nur zu dem Zwecke geübt, um die Oxydation der Kohle bei höheren Temperaturen zu vermeiden, und tatsächlich liegen die Vorgänge bei dieser bekannten Massnahme in einem ganz andern Temperaturbereich als jener, der bei der Erfindung in Frage kommt. 



   Erst der erfindungsgemässen Erkenntnis ist es vorbehalten geblieben, diesen   aufgezeigten   stand dadurch zu beheben, dass durch Zusätze von Metalloxyden zur Kohle deren Temperaturkoeffizient geändert wird. Je nach der zusätzlichen Oxydmenge fällt der Widerstandswert bei zunehmender Temperatur entweder in geringerem Masse oder er bleibt in einem bestimmten Temperaturbereich konstant. 



  Es kann sogar eine Vergrösserung des Widerstandswertes herbeigeführt werden. Die Wahl des   zuzu-   setzenden Oxydes hängt davon ab, in welchem Belastungsbereich die Konstanz oder das Ansteigen des Widerstandswertes erwünscht ist. 



   In der Zeichnung ist eine Gegenüberstellung einer Widerstandskurve für reine Kohle (stark ausgezogen) und einer Widerstandskurve für Kohle plus Magnesiumoxyd (strichpunktiert ausgezogen) dargestellt, wobei auf der Abszisse die Leistungen in Watt und auf der Ordinate die Widerstandswerte in Ohm aufgetragen sind. Aus den beiden Kurven ist erkennbar, dass bei zunehmender Belastung der Widerstandswert des reinen Kohlenwiderstandes rascher absinkt als bei Verwendung des vorerwähnten Gemenges von Kohle plus Magnesiumoxyd. Dies ist darauf zurückzuführen, dass das Magnesiumoxyd bei einer bestimmten Temperatur, welche in der Grössenordnung von   1200 bis 1800 liegt, wesentlich   bessere Leitfähigkeit aufweist als bei normalen Temperaturen.

   Durch die geringen Beimengungen des Magnesiumoxydes zur Kohle übernimmt dieses bei steigender Temperatur des Widerstandes einen immer höheren Anteil des Stromtransportes, wodurch ein unerwünschtes Ansteigen des Stromes in den Kohleleiterfäden unterbunden wird. Praktisch ist die Wahl und die Menge des zuzusetztenden Oxydes nicht nur von den gewünschten Ohmwerten, sondern auch noch von den Wärmeabfuhrverhältnissen   (Wärmeleitung   und Wärmestrahlung) abhängig. Dies zeigt sich auch in der   anfänglichen   Absenkung der Widerstandskurve für die Kohle-Magnesiumoxyd-Misehung, die erst nach Erlangung eines bestimmten Wertes der Belastung und damit der Betriebstemperatur abszissenparallel verläuft. 



   Zur Erreichung des angestrebten Effektes eignen sich in bevorzugter Weise Magnesiumoxyd, Aluminiumoxyd, Uranoxyd und die Oxyde der seltenen Erden, z. B. Barium, Torium, Beryllium usw. 



   Insbesondere der Umstand, dass durch die Wahl der Zusatzmenge der Metalloxyde der Widerstand der Kohle in einem verhältnismässig grossen Temperaturbereich konstant gehalten werden und sogar ansteigen kann, ist von wesentlicher Bedeutung, da die Kohlewiderstände durch die Erfindung von den in der einschlägigen Technik bisher als ausserordentlich unangenehm   fühlbaren Überständen   

 <Desc/Clms Page number 2> 

 befreit werden können, wodurch ihre Lebensdauer nunmehr auf allen bisherigen Anwendungsgebieten sehr gesteigert werden kann. Darüber hinaus eröffnet die Erfindung aber weiterhin auch noch dem
Kohlewiderstand eine Anwendungsmöglichkeit auf solchen Gebieten, auf welchen derselbe bisher mit
Rücksicht auf seine oben bezeichnete Nachteile keine Anwendung finden konnte. 



   Als besonders günstig hat sich folgendes   Mischungsverhältnis   erwiesen : Auf je 100 Teile werden   0. 1 bis   10 Teile Oxyd, u. zw. insbesondere Magnesium-und Aluminiumoxyd gemischt, verwendet, wobei der höhere Zusatz bei grösseren Leistungen in Betracht zu ziehen ist. 



   Das Anwendungsgebiet der erfindungsgemässen Kohle mit Metalloxydmischungen liegt auf dem gesamten Gebiete der Elektrotechnik, u. zw. sowohl in der Schwachstrom-als auch in der Starkstrom- industrie, bei ersterer vornehmlich in der   Fernsprech-und Rundfunktechnik,   bei letzterer hauptsächlich bei Kohlebürsten für Dynamos und Motoren, um das Durchgehen derselben zu vermeiden, weiters bei
Elektroden für Lichtbogenöfen. Durch die Verwendung der erfindungsgemässen Kohlenwiderstände kann beispielsweise erzielt werden, dass bei Dynamo-oder Motorbürsten ein bestimmter endlicher Wider- standbereich unter keinen Umständen   unterschritten wird. Schliesslich   kann der erfindungsgemässe
Kohlenwiderstand in Laboratorien, für   Industriewiderstandsofen u. dgl.   mehr Anwendung finden. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Änderung des Temperaturkoeffizienten von Kohlenwiderständen, Elektroden u.   dgl.,   dadurch gekennzeichnet, dass der Kohle Metalloxyde mit ausgesprochen negativem Temperatur- koeffizienten beigemengt werden.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswahl des Metalloxydes derart erfolgt, dass dieses dem Belästungs-bzw. Temperaturbereich entspricht, in dem die Änderung ein- treten soll.
    3. Verfahren nach den'Ansprüchen l und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das oder die Metall- oxyde in einer dem Ausmass der angestrebten Änderung entsprechenden Menge zugesetzt werden.
    4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das oder die Metalloxyde in solcher Menge zugesetzt sind, dass bei ansteigender Temperatur der Widerstandsabfall in eine Wider- standszunahme übergeht.
    5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Kohle eines oder mehrere der Oxyde von Magnesium, Uran oder Aluminium beigefügt sind.
    6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Kohle eines oder mehrere Oxyde der seltenen Erden beigefügt sind. EMI2.1
AT146994D 1934-09-28 1934-09-28 Verfahren zur Änderung des Temperaturkoeffizienten der Kohle für Widerstände, Elektroden u. dgl. AT146994B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT146994T 1934-09-28

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT146994B true AT146994B (de) 1936-09-10

Family

ID=3644382

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT146994D AT146994B (de) 1934-09-28 1934-09-28 Verfahren zur Änderung des Temperaturkoeffizienten der Kohle für Widerstände, Elektroden u. dgl.

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT146994B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
AT146994B (de) Verfahren zur Änderung des Temperaturkoeffizienten der Kohle für Widerstände, Elektroden u. dgl.
DE2729913B2 (de) Entmagnetisierungsschaltungsanordnung in einem Farbfernsehempfänger und Farbfernsehempfänger mit einer solchen Anordnung
AT165248B (de) Zünderleichterungseinrichtung für Gasentladungsröhren
DE1296229B (de) Verwendung von Beryllium als elektrischer Leiter
DE2022015A1 (de) Entmagnetisierungsschaltung fuer Farbfernsehempfaenger
DE284409C (de)
DE129720C (de)
DE576289C (de) Schaltanordnung zum Anlassen von Wechselrichtern, insbesondere in Selbsterregerschaltung
DE381287C (de) Schutzsicherung fuer durch Temperatursteigerungen gefaehrdete elektrische Maschinen usw
AT126499B (de) Einglasierter Drahtwiderstand.
CH651963A5 (en) Cathode heating arrangement for a high-power electron tube (electronic tube)
AT118441B (de) Mehrphasiger Glühkathodengleichrichter.
AT100113B (de) Entladungsröhre.
DE2439864C3 (de) Starter für eine Gasentladungslampe
AT30533B (de) Verfahren zur Hintereinanderschaltung von Hochspannungsflammen in einem Hochspannungs Stromkreis.
DE759536C (de) Verfahren zum Trocknen und Erhaerten des Kitts bei in den Isolator einer Zuendkerze eingekitteten Mittelelektroden
DE815498C (de) Beleuchtungslampe fuer Rundfunk- oder Fernsehempfangsgeraete
AT144178B (de) Bleielektrode für Stromsammelbatterien.
DE372672C (de) UEberstrom-Waermezeitausloeser fuer Wechselstrom
DE403938C (de) Einrichtung zur Beseitigung von Spannungsschwankungen beim Betriebe von Gluehkathodenroehren
AT130389B (de) Elektrische Entladungsröhre.
DE379011C (de) Steuerungseinrichtung fuer elektrische Fahrzeuge mit Reihenparallelschaltung der Motoren und mit durch den Strom beeinflussten Steuerorganen
DE740529C (de) Thermischer UEberstrom- und Kurzschlussstrom-Waermezeitausloeser
AT214664B (de) Schaltanordnung für Lichtbogenöfen
AT201186B (de) Verfahren zur Bemessung der Überschaltwiderstände von Lastumschaltern