<Desc/Clms Page number 1>
Drehbarer Adeock-Peiler.
Bei dem drehbaren Adcock-Peiler werden zwei Dipole benutzt, die in einem bestimmten Abstand voneinander angeordnet sind. Diese Dipole werden um ihre vertikale Mittelachse gedreht.
Fig. 1 zeigt schematisch einen derartigen Adcoek-Peiler in der einfachsten Form. Die Dipole a, a bzw. a', a'werden mittels horizontaler Zuleitungen b bzw. b'gegeneinandergeschaltet und durch zwei Leitungen e mit dem Empfänger verbunden. Sie werden von einem die Zuleitungen b, b'abschirmenden
Querrohr d getragen, das an dem vertikalen, die Zuleitungen e enthaltenden Drehrohr/* befestigt ist. g bedeutet einen Drehgriff, h ein Lager und j die Skala zur Ablesung des Drehwinkels. Bei einer derartigen Ausführung des Adeock-Peilers ist die Kapazität der Zuleitungen gegenüber der Kapazität der Dipole gross und ein Teil der von den Dipolen aufgenommenen Empfangsenergie geht daher verloren.
Man erzielt deshalb mit einem Adcock-Peiler nach Fig. 1 nur sehr geringe Peilsehärfen.
Bei einer andern Ausführung des Adcock-Peilers werden die Verluste in den Zuleitungen zum Empfänger dadurch vermieden, dass man die erste oder mehrere Verstärkerstufen oder den Empfänger überhaupt in den drehbaren Träger der Dipole selbst, zweckmässigerweise in die im oberen Teil des Drehrohres f an seiner Verbindungsstelle mit dem Querrohr d ausgebildete Verbreiterung verlegt. Dies ist beispielsweise in der Fig. 2 angedeutet, wo die erste Stufe (Eingangsstufe des Empfängers), die durch das Rohr k repräsentiert ist, in einer Verbreiterung I eingebaut ist. Hiebei können die Dipole induktiv, kapazitiv oder galvanisch mit dem Eingangskreis der ersten Stufe verbunden werden. In der Fig. 2 ist eine induktive Kopplung mittels Transformatoren !, l'dargestellt.
Diese Anordnung ergibt bedeutend bessere Peilschärfen als die nach Fig. 1. Sie hat aber den Nachteil, dass alle Schalt-, Abstimm-und Kopplungselemente über Fernantrieb von unten aus bedient werden müssen. Durch diesen Fernantrieb und das Drehrohr entsteht auch eine kapazitive Unsymmetrie der Dipole. Die Kapazität der unteren Dipolstangen gegen das Drehrohr, den Empfänger und die Erde ist grösser als die der oberen.
Diese Nachteile werden erfindungsgemäss vermieden, wenn man den Adcock-Peiler so aufbaut, dass das Gehäuse des die Empfängergeräte, Batterien, den Peilantrieb und den Platz für den Bedienenden enthaltenden Peilraumes die Adeoek-Dipole trägt und auf einem passenden Gestell, z. B. Peilturm, drehbar angeordnet ist. Der Aufbau kann derart erfolgen, dass das Gehäuse bei seiner Drehung den ganzen Inhalt des Peilraumes mitnimmt oder auch so, dass nur das Gehäuse drehbar ist, während der Inhalt des innerhalb des Gehäuses enthaltenden Peilraumes, also der Empfänger, die Batterien, der Platz des Bedienenden und der Antrieb, fest auf dem Sockel aufgebaut sind.
Ein Ausführungsbeispiel der Anordnung nach der Erfindung ist in der Fig. 3 dargestellt. Hier sind der Empfänger E, die Batterien B und der Antrieb A mit der Peilskala sowie der Platz des Bedienenden in einem durch das Gehäuse G abgeschirmten Raum P eingebaut und werden im gegebenen Fall bei der Drehung des Gehäuses mitgenommen. Am Gehäuse sind seitwärts die Querträger D, D' befestigt, welche die Dipole des Peilers tragen. Das Gehäuse (i ist drehbar, z. B. mittels Räder r auf einem Sockel U aufgebaut, der zur Vermeidung elektrischer, insbesondere kapazitiver Unsymmetrie der Dipole aus nichtleitendem Material, z. B. Holz, bestehen kann. Die Drehung des Peilraumes mit der Peilantenne erfolgt durch den Bedienenden über einen Hand-oder Motorantrieb.
Die horizontalen Dipolleitungen b, b'werden direkt in den Empfänger eingeführt. Die Trägerarme D, D'können zur
<Desc/Clms Page number 2>
Abschirmung der horizontalen Dipolleitungen dienen. Durch die beschriebene Anordnung wird auch eine Veränderung der Dipolkapazitäten durch Bewegungen des Bedienenden vermieden, da dieser sieh in dem abgeschirmten Peilraum befindet.
Eine derartige Anordnung eignet sieh sehr gut, insbesondere zum Peilen der längeren Wellen der Navigation, des Luft-und des Seedienstes. Wird ein derartiger Peiler auf den Flughäfen oder in unmittelbarer Nähe derselben aufgestellt, so wird man zweckmässigerweise ihn so dimensionieren, dass die grösste Antennenhöhe der Antennenanordnung 10 m nicht übersteigt, um möglichst jede Behinderung der Bewegung von Flugzeugen zu eliminieren. Es empfiehlt sich, die horizontalen Zuleitungen b, b' durch eine geeignete Panzerung elektrisch abzuschirmen (wenn nicht schon die Tragarme D, D'diese Abschirmung liefern) und diese Panzerung leitend mit dem Abschirmgehäuse G zu verbinden. Was das Gehäuse selbst anbetrifft, so kann dieses auch aus einem nichtleitenden Material gebaut, aber mit einer metallischen, z.
B. netz-oder käfigartigen Panzerung versehen werden. Ferner empfiehlt es sich, die Anordnung so zu treffen, dass diese Panzerung wahlweise geerdet oder von der Erde isoliert werden kann ; während der betriebsfreien Zeit wird dann die Erdung der Panzerung aufrechterhalten ; beim Peilen kann die Erdung nach Wunsch unterbrochen werden unter Benutzung eines geeigneten Blitzschutzes.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Drehbarer Adcock-Peiler, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse des die Empfangsgeräte, Batterien, den Peilenantrieb und den Platz für den (oder die) Bedienenden enthaltenden Peilraumes Adcock-Dipole trägt und drehbar an einem passenden Gestell, z. B. einem Peilturm, angeordnet ist.