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Einrichtung zur elektrischen Gasreinigung.
Die Erfindung bezieht sieh auf eine Anordnung zur elektrischen Gasreinigung.
Man hat unter anderm bereits vorgeschlagen, zur elektrischen Gasreinigung zwei getrennte
Felder zu verwenden, von denen das eine zur Elektrisierung der Schwebeteilchen, d. h. zur Bildung von Ionen dient, das andere, vorzugsweise mit Gleichstrom erregt, zur Beladung der Staubteile mit diesen Ionen und zur Abscheidung.
Die vorliegende Erfindung benutzt zur elektrischen Gasreinigung eine solehe Anordnung mit mindestens zwei Feldern, von denen das eine, mit Wechselstrom betrieben, nur zur Erzeugung der
Ionisation dient.
Bei dieser Anordnung wird somit gewissermassen der Aufladevorgang der im Gas schwebenden, niederzuschlagenden Teilchen durch eine Spannung vorbereitet, die zwar die Ionisation des Gases bewirkt, nicht aber zugleich auch die Aufladung der Schwebeteilchen. Dieser letztere Vorgang vollzieht sich vielmehr im Felde einer zweiten, getrennten und getrennt beherrschbaren Spannung, die zugleich die aufgeladenen Teilchen nach den Niederschlagselektroden hin befördern kann, sofern hiezu nicht ein besonderes, drittes Feld dient.
Die Ionisation erfolgt zwischen zwei oder mehreren abwechselnd an die verschiedenen Pole der Wechselstromquelle angeschlossenen, einander parallel sich erstreckenden Leitern, die vorzugsweise in einer gemeinsamen Fläche oder Ebene liegen, die parallel zur Hauptrichtung des Gasstromes angeordnet ist. Das zweite Feld, das die Aufgabe hat, die Elektrizitätsträger aus dem Bereich der Ionisationselektroden in das Aufladegebiet zu befördern und die im Gase schwebenden Teilchen aufzuladen, kann zwischen plattenförmigen Elektroden oder zwischen den Ionisationselektroden, vorzugsweise einer Polarität, und plattenförmigen Gegenelektroden gebildet werden. Die plattenförmigen Elektroden oder Gegenelektroden liegen vorwiegend parallel der Fläche oder Ebene der Ionisationselektroden.
Die Erfindung betrifft nun die Ausgestaltung einer solchen Einrichtung, wodurch sich konstruktiv und in der Wirkungsweise erhebliche Vorteile ergeben. Zunächst können als Ionisationselektroden stabile Körper, wie Stäbe oder Röhren, verwendet werden. Feine Drähte, die leicht reissen und schwierig zu befestigen und gegen unerwünschte Bewegungen im elektrischen Feld zu sichern sind, sind nicht erforderlich. Spitzen, haarähnliche Drähtehen und Oberflächen entfallen. Da die Aufgabe der Erzeugung der Ionen oder sonstigen Elektrizitätsträger von der Aufgabe der Beförderung dieser Elektrizitätsträger aus dem Ionisationsgebiet heraus und der Aufladung der Teilchen völlig getrennt ist, können für beide Funktionen besondere Spannungen bzw.
Felder und besondere Elektrodenanordnungen verwendet werden, die für die besonderen Aufgaben, die die Felder zu erfüllen haben, besonders günstig ausgeführt werden können. So kann die Ionisation zwischen stabförmigen Elektroden, von denen abwechselnd die eine isoliert ist, die andere blank, erzeugt werden. Es ergibt sieh dann ein ganzes Band bzw. bei der Anordnung von vielen Stäben wechselnder Polarität auf einer Fläche eine ganze Fläche, in der die Ionisation erzeugt wird.
Da der Abstand der Stäbe verschiedener Polarität voneinander verhältnismässig klein gewählt werden kann, kann die Ionisation mit Wechselstromspannungen erzeugt werden, die kleiner sein können, als wenn sie zwischen der im grösseren Abstand sich befindenden Ausströmerelektrode und Niederschlags-
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elektrode erzeugt werden müssen. Auch ist zur Ionisation keine Gleichrichtung des Wechselstromes erforderlich ; man kann vielmehr beispielsweise mit Wechselstrom der üblichen technischen Frequenz von 50 Perioden eine sehr intensive Ionisierung unter günstigen ökonomischen Verhältnissen erzeugen.
Das Gas strömt an dieser Ionisationsfläche vorbei, ohne durch die Ionisationselektroden behindert zu werden, und es ist gute Gelegenheit geschaffen, unter dem Einfluss des zweiten Feldes, das nicht mehr zu ionisieren braucht und dementsprechend kleiner als sonst üblich gewählt werden kann, die im Gase schwebenden Teilchen aufzuladen. Dementsprechend ergibt sich für die Anordnungen gemäss der vorliegenden Erfindung neben konstruktiv vorteilhaften stabilen Formen ein gedrängter Aufbau der Anordnung mit verhältnismässig. geringem Raumbedarf und einer intensiven Wirkung, so dass die im Gase schwebenden, geladenen Teilehen sich auf kurzem Wege niederschlagen.
Es ergeben sich demzufolge auch bei grossen Geschwindigkeiten der zu reinigenden Gase ver- hältnismässig kurze Niedersehlagswege und-dementsprechend kleine Abmessungen der Niederschlags- einriehtungen. Zugleich ergeben-sich konstruktiv und mechanisch bequeme Formen des Ionisators sowie auch der Niederschlagselektroden, so dass die Anlagen gemäss der Erfindung sich durch geringe Herstellungskosten und sehr hohe Betriebssicherheit auszeichnen. Auch ermöglichen es die Anordnungen gemäss der Erfindung, die Betriebsspannung gegenüber den bekannten Anordnungen wesentlich herabzusetzen, so dass auch mit Rücksicht hierauf wiederum sich erhebliche Vorteile in bezug auf die Bedienung, die Betriebssicherheit und die Anlagekosten ergeben.
In den Fig. 1-3 der Zeichnung sind zunächst bekannte Anordnungen dargestellt.
In Fig. 1 sind zwei Ionisationselektroden mit 11, 12 bezeichnet, denen zur Erzeugung des Ioni- sationsfeldes eine geeignete Spannung-Gleichstrom oder Wechselstrom-aus einer beliebigen Spannungs- quelle 13 zugeführt wird. Die Niederschlagselektroden sind mit 16, 17 bezeichnet, ihnen wird die Spannung - sei es Gleichstrom oder Wechselstrom-aus einer Spannungsquelle. M zugeführt. Es entstehen somit zwei Gebiete, von denen das eine, zur Ionisation dienende, sich vorwiegend zwischen den Ionisationselektroden erstreckt, während das andere Gebiet, das im vorliegenden Beispiel zugleich Aufladungund Niederschlagsgebiet ist, aus den beiden Teilgebieten besteht, die sich jenseits der Ionisationselektroden nach den Niederschlagselektroden hin erstrecken.
Wird nun den Elektroden Spannung zugeführt, so entstehen zwischen den Elektroden 11, 12 durch Stossionisation bei genügend hoher Spannung Ladungsträger, die von dem zwischen den Elektroden 16, 17 herrschenden Feld, das das Ionisationsfeld überlagert, durch das seitlich vom Ionisationsgebiet liegende Aufladegebiet nach den Niederschlagselektroden hin befördert werden. Auf diesem Wege der Elektrizitätsträger werden die in den beispielsweise in Richtung der Pfeile 19 zwischen den Niederschlagselektroden strömenden Gase schwebenden Teilchen aufgeladen und gelangen unter dem Einfluss des zwischen den Elektroden 16, 17 herrschenden Feldes oder eines besonderen Feldes zu den Niedersehlagselektroden.
Die Elektroden 11, 12, zwischen denen das Ionisationsfeld erzeugt wird, können je nach der Wahl der zur Ionisation dienenden Spannung mehr oder weniger dicht aneinander angeordnet werden, so dass die Ionisation unter günstigen Verhältnissen erfolgt. Da die Ionisation zwischen diesen Elektroden bewirkt wird, ergibt sich der erhebliche Vorteil, dass die Spannung zwischen den Elektroden 16, 17, die die Ladungsträger in das Aufladegebiet befördert und gegebenenfalls auch die dort aufgeladenen Teilchen niederschlägt, sehr klein sein kann, weil der erforderliche Energieaufwand zur Beförderung
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von einer andern Spannung erzeugt wird als Aufladung und Niederschlagung, lassen sieh bei diesen Anordnungen auf einfachem Wege hohe unipolare Raumladungen erzeugen.
Man kann, indem man den Ionisationselektroden eine hohe Weehselstromspannung zuführt, eine intensive Ionisation erzeugen, während durch die Zuführung einer Gleichspannung zwischen den andern Elektroden die Ladungen ohne grossen Energieaufwand in das Aufladungsgebiet befördert werden und dort zu beiden Seiten der Ionisationselektroden unipolare Raumladungen einander entgegengesetzten Vorzeichens bilden.
Erfindungsgemäss kann man die Wirkung einer unipolaren Raumladung auch dadurch erzielen, dass man den Elektroden. ?, einen sehr langsam pulsierenden Wechselstrom, beispielsweise mit zehn Wechseln in der Sekunde und weniger, zuführt. Da hiebei die Raumladung ihr Vorzeichen in Zeiträumen wechselt, die lang im Vergleich zu den kurzen Abseheidezeiten sind, so ist die Wirkung eine ähnliche wie bei Benutzung einer Gleichspannung.
Die Teilchen gelangen ohne Ladungsumkehr unmittelbar zu der entgegengesetzt geladenen Niederschlagselektrode und mit RÜcksicht auf die hohe Aufladung, die sie durch Anordnung gemäss der Erfindung erhalten, mit sehr grosser Geschwindigkeit, so dass auch bei grossen Gasgeschwindigkeiten die Teilchen schnell auf die Abscheideelektroden gelangen und sieh so kleine Abmessungen der Elektroden und der Einrichtung ergeben. Durch die Verwendung eines langsam pulsierenden Wechselstrom zur Erzeugung des Aufladungsfeldes ergibt sich der weitere Vorteil, dass die sonst erforderliche Gleichrichtung des Wechselstrom entfällt.
Da bei der Anordnung die Ionisation in einem Raumabschnitt erzeugt wird, der seitlich vom Auflade-und Abseheidegebiet liegt, so gelangt man zu sehr vorteilhaften Ausführungsformen, die eine
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intensive und gleichmässige Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Raumes für die Ionisation. Aufladung und Abseheidung gestatten, wenn man das seitlich vom Auflade-und Abseheidegebiet liegende Stossionisationsgebiet f1ächenartig gestaltet. Zur Ausgestaltung des Ionisationsgebietes in Fläehenform können verschiedene Mittel dienen. So kann man sieh vorwiegend linear erstreckende Leiter 11 und 12, wie sie in Fig. 1 im Querschnitt veranschaulicht sind, in einer grossen Reihe nebeneinander anordnen.
Ein Ausführungsbeispiel zeigt Fig. 2. Hier sind stabförmige Elektroden 20, 21 zu einer bei dem veranschaulichten Beispiel sich eben erstreckenden Fläche gereiht. Die Elektroden sind abwechselnd an den einen oder andern Pol einer beliebigen Spannungsquelle 1. 3 angeschlossen. Es ergeben sieh also bei dem veranschaulichten Beispiel zwei Scharen unter sich parallel verlaufender und unter sich parallel geschalteter linearer Leiter. Wird den Ionisationselektroden Sss. 21 eine ausreichend hohe Spannung zugeführt, so tritt die Ionisation in einem Raumgebiet auf, das sich fläehenartig erstreckt und zu dessen
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anschliesst und durch die die Gasströmung parallel der lonisationsfläehe geführt ist.
Die Elemente 20, 21 können als volle Stäbe beliebigen Querschnitts oder als Röhren oder Ketten aus beliebigem Leitermaterial ausgeführt sein.
Durch die vielfach in einer Fläche der Ionisationsf1äehe verteilten Ionisationselektroden ergibt sich eine Konstruktion, die gestattet, für beliebige praktisch vorkommende Verhältnisse, Strömungsgeschwindigkeiten, Staubarten, Mengen des niederzuschlagenden Staubes, eine übersichtliche, im Raum gedrängte und den Raum hoch und gleichmässig ausnutzende Ionisierung zu schaffen. Zugleich ergibt sich der weitere Vorteil, dass infolge der vielfachen Unterteilung der Ionisationselektroden und der Anordnung in einer Fläche die Feldstärke in Auflade- und Abscheidegebiet praktiseh räumlich konstant wird, so dass auch die elektrischen Ladungsträger in praktisch räumlich konstanter Stromdichte zu den Abseheidungselektroden hinfliegen.
In diesem konstanten Feld tritt infolge der Raumladung eine Feldverzerrung auf, die eine Verstärkung des Feldes nach den Abscheideelektroden hin bewirkt. Diese Verstärkung des Feldes nach den Abscheideelektroden hin übt auf im Gase schwebende Teilchen mit grösserer Leitfähigkeit oder grosser Dielektrizitätskonstante als das Gas eine Kraft in Richtung auf die Abscheideelektroden aus, die als "Gradientkraft" bezeichnet wird und die im Sinne jener Kraft wirkt, die das Abseheidefeld auf die schwebenden Teilchen infolge ihrer elektrischen Ladung ausübt.
Da die beiden Kräfte, Gradientkraft und Anziehungskraft, der Elektrode im gleichen Sinne wirken. wird verhindert, dass Staubteilehen sich an den Ionisierungselektroden absetzen und sie verschmutzen.
Man hat es also durch die geeignete Wahl von Form und Zuordnung der Elektroden in der Hand. die Felder so auszubilden und Raumladungsfeldverzerrung im Aufladungsgebiet so hervorzurufen, dass alle auftretenden Kräfte, die auf die Schwebeteilchen wirken, in gleichem Sinne wirksam sind und alle dazu beitragen, die Geschwindigkeit, mit der das geladene Sehwebeteilehen auf die Niedersehlagselektrode zufliegt, zu steigern.
In Fig. 3 ist ein weiteres Beispiel einer flächenartigen Gestaltung des Stossionisationsgebietes veranschaulicht, bei dem die Spannungen, die den Ionisationselektroden und den Aufladungs-bzw.
Abscheideelektroden zugeführt werden, miteinander verkettet sind. Bei diesem Beispiel liegt die
Spannung 18 des Auflade-bzw. Abseheidegebietes zwischen dem einen Pol 24 der Ionisationselektrode und den parallel geschalteten Abscheideplatten 26, 27, während die den Ionisationselektroden zugeführte Spannung 13 den beiden Scharen sieh parallel erstreckender und parallel geschalteter stabförmiger Elektroden zugeführt wird. Bei dieser Schaltung, bei der das Auflade-und Abseheidefeld zwischen den in einer Fläche angeordneten Ionisationselektroden symmetrisch nach den beiden Abscheideelektroden hin ausgebildet wird, entstehen zwei völlig gleichwertige und einander entsprechende Abschnitte der Einrichtung, für die die lonisationsfläche eine Symmetrieebene bildet.
Jede Hälfte enthält alle zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens erforderlichen Elemente, so dass jede Hälfte, bestehend aus Ionisationsfläche und einer Niedersehlagselektrode, für sieh zur elektrischen Gasreinigung genügt.
Durch die beschriebenen Anordnungen, bei denen zwischen den Ionisationselektroden das Ioni- sationsfeld erzeugt wird, wird nur ein Teil der entstehenden Elektrizitätsträger von dem überlagerten Feld der Aufladespannung aus dem lonisationsgebiet heraus in das Auiladegebiet befördert und zur elektrischen Gasreinigung nutzbar gemacht. Die übrigen Elektrizitätsträger gleichen sich unmittelbar durch Molisation aus.
Man kann nun die Menge der nutzbaren Elektrizitätsträger steigern. wenn man die beiden Seharen 30 bzw. 31 sieh parallel erstreckender und parallel geschalteter stabförmiger Elektroden erfindungsgemäss gegeneinander versetzt, wie dies Fig. 4 veranschaulicht. Bei diesem Beispiel dient die eine Schar der Elektroden zugleich als zweite Elektrode der Aufladespannung, während als andere Elektrode bei diesem Ausführungsbeispiel eine Platte 32 verwendet wird.
Fig. 5 zeigt ein weiteres erfindungsgemässes Beispiel einer flächenförmigen Ausgestaltung der Ionisationselektrode. Bei diesem Beispiel dienen die Platten 35, 36 als Elektroden der Auflade-und Abscheidespannung, während die Platte zugleich als eine Elektrode der lonisationsspannung dient.
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Ihr steht gegenüber eine Schar sich parallel erstreckender und unter sich parallel geschalteter stabförmiger Ionisierungselektroden 37. Die Ionisation findet zwischen Platte 35 und der Schar von loni- sationselektroden 37 statt, während das Auflade-und Abscheidegebiet jenseits der Elektrodenreihe : Jì nach der Elektrode 36 hin sieh erstreckt.
Man kann nun bei den Anordnungen gemäss der Erfindung bestimmte erwünschte Konfigurationen des Ionisationsfeldes schaffen und ausserdem Gleichmässigkeit der Entladung über die ganze für die Ionisation zur Verfügung stehende Fläche erzielen, wenn man in weiterer Ausbildung der Erfindung das ionisierende Feld in Räumen ausbildet, die quer zu den Feldlinien aus Gas und schlecht leitenden Stoffen geschichtet sind. Als Gassehicht kommt jenes gasförmige Medium in Betracht, das die Anordnung
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Glas, Porzellan, Gummiprodukte oder sonstige Harzprodukte, Glimmerprodukte oder andere, in Frage kommen kann. Als schlecht leitendes Material können auch Halbleiterstoffe in Frage kommen, wie z. B.
Schiefer oder Beton, geeignete Hartpapiere, mit denen mittels metallischer Zusätze oder ohne solche Zusätze Halbleitereffekte mit den Leitern zusammen erzielt werden können. Die schlecht leitenden Stoffe können fest sein, sie können auch flüssig sein, indem sie auf geeignete Art, z. B. mittels Gefässen, schichtförmig gehalten werden.
Die Ionisationselektroden können zu zweien oder zu mehreren in beliebiger Form angeordnet sein. Die lomsationsnäehe kann, wie oben beschrieben, in einem seitlich vom Auï1ade- und Abscheide- gebiet liegenden Raumabschnitt angeordnet sein, und es kann mittels einer Spannung die zur Stossionisation erforderliche Feldstärke in ihr hervorgerufen werden, während eine oder mehrere andere nicht zur Ionisierung dienende Spannungen, die durch die Ionisation gebildeten elektrischen Ladungsträger in das Aufladungsgebiet befördern und die dort aufgeladenen Teilchen niederschlagen.
Die Anordnung ist im besonderen auch wertvoll, wenn das seitlich vom Auflade-und Abscheidegebiet liegende lonisationsgebiet flächenartig gestaltet ist und wenn die Ionisationselektroden in dieser Fläche vielfach verteilt sind und so im Auflade-und Abscheidegebiet praktisch räumlich konstante Stromdiehte bewirken.
Einige Ausführungsbeispiele der erfindungsgemässen Anordnung, insbesondere jener, bei der das lonisationsgebiet fläehenartig gestaltet ist, sind in den Fig. 6-10 veranschaulicht.
Die Elektrodenplatten der Aufladungs-bzw. Niederschlagsspannung sind mit 46,47 bezeichnet.
Zwischen diesen Platten befinden sich bei den veranschaulichten Beispielen stabförmige Elektroden 40, 41.
Den Elektroden werden in der oben beschriebenen Weise Spannungen zugeführt, wobei, wie bei den oben beschriebenen Beispielen, die den Aufladungs-bzw. Niedersehlagsplatten zugeführte Spannung von der den Ionisationselektroden zugeführten Spannung völlig getrennt sein kann, wie dies z. B. Fig. 10 zeigt, oder auch mit ihr verkettet sein kann, wie dies die Fig. 6,8, 9 und 11 veranschaulichen.
Bei dem oben beschriebenen Beispiel kann also eine Ionisationselektrode oder eine der beiden Scharen der Ionisationselektroden zugleich als eine Elektrode der Auflade-bzw. Abscheidespannung dienen. Man gelangt dann zu einfachen Schaltungsanordnungen, wenn man entsprechend der Anordnung
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zeigen. Werden den Elektroden die Spannungen getrennt zugeführt, so ist es vorteilhaft, durch geeignete Schaltung, Verkettung von Transformatoren oder auf andere Weise die Potentiale so zu wählen, dass das mittlere Potential der Ionisationselektroden zwischen den Potentialen der Abscheideelektroden bzw. der Elektroden der Aufladespannung liegt.
Die Ionisationselektroden können in allen diesen Beispielen beliebige Form aufweisen, vorzugsweise werden sie in Stabform ausgebildet. Bei strömenden, zu reinigenden Gasen kann man diesen
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Gas zwischen den Elektroden der Auflade-bzw. der Abseheidespannung fliesst.
Bei dem Ausführungsbeispiel der Fig. 6 sind die beiden Scharen 40, 41 der Ionisationselektroden in eine Schicht oder Platte 42 aus geeignetem Isolationsmaterial oder Halbleitermaterial gebettet.
Fig. 7 zeigt das Ionisationsfeld, das entsteht, wenn den Leiterscharen 40, 41 Spannung zugeführt wird.
Es durchsetzt teilweise sowohl das feste Dielektrikum wie auch das Gas. Wenn der Abstand der linearen Leiter 40, 41, die Dicke der Platte 42 und die Spannungshohe entsprechend gewählt werden, so tritt deshalb eine Ionisation im Gase entlang der Grenzschicht zwischen Gas und schlecht leitendem Material auf. Durch die geeignete Wahl der Verhältnisse hat man es in der Hand, sowohl die gleichmässige Verteilung der Ionisation über die Gesamtfläche einzustellen und zugleich in ihrer Intensität zu beherrschen.
Als weiteres Einstellungsmittel dient auch die Wahl der Dielektrizitätskonstante der Schichten, ihre Leitfähigkeit und auch Form, Art und. Beschaffenheit der Begrenzungsfläehe.
Bei dem Ausführungsbeispiel der Fig.. 8, und 9 ist die Schicht aus schlecht leitendem Stoff staboder plattenförmig ausgebildet, bei dem Ausführungsbeispiel der Fig. 8 befindet sich zwischen je zwei Ionisationselektroden je ein isolierender Stab 48 ;. während bei dem Ausführungsbeispiel der Fig. 9 mehrere Stäbe 49 aus elektrisch schlecht leitendem Material zwischen den Ionisationselektroden angeordnet sind. Auch hier kann man durch Form, Abmessungen, Art, Material der Stäbe sowie Grösse der Spannungen das die Ionisation erzeugende Feld beliebig einstellen und verteilen.
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Konstruktiv einfache Verhältnisse ergeben sich, wenn die Schichten aus elektrisch schlecht leitendem Material die Leiter der Ionisationselektroden umhüllen, sei es, dass die schlecht leitenden Schichten als Überzug auf die Leiter aufgebracht sind, sei es, dass diese Hüllen Röhren bilden, in denen sich die festen oder auch flüssigen Leiter befinden.
Bei dem Ausführungsbeispiel der Fig. 10 sind alle Leiter 50, 51 der beiden Scharen von Ionisationselektroden von Schichten 5.) elektrisch schlecht leitenden Materials umhüllt.
Eine konstruktiv besonders günstige und elektrisch sehr wirksame Ausführungsform der Erfindung ergibt sich, wenn, wie Fig. 11 zeigt, lediglich die eine Schar 56 der Ionisationselektroden von schlecht leitendem Material 54 umhüllt ist, während die Leiter 57 der andern Schar elektrisch leitende Oberfläche aufweisen. Durch diese Anordnung, bei der die Oberfläche der einen Leiterschar 57 elektrisch leitend bleibt, wird erreicht, dass die vom Aufladefeld bewegten Ladungen an den als Kondensator ausgebildeten Ionisationselektroden sich nicht aufspeichern können, sondern vielmehr durch die elektrisch leitenden Oberflächen der einen Elektrode oder Elektroden abfliessen. Es wird also jene die Wirkung der Anordnung beeinträchtigende Feldverzerrung vermieden, die bei schlechter Leitfähigkeit der die Leiter umhüllenden Schicht sonst auftritt.
Die Anordnungen sind also sowohl zum Betrieb mit Gleichspannung als auch zum Betrieb mit Wechselspannung für das Auflade-und Abscheidefeld verwendbar. Den Ionisationselektroden selbst führt man vorzugsweise ebenso wie bei den oben beschriebenen Anordnungen eine Wechselspannung zu. Man kann entweder hohe Frequenzen verwenden, wobei man bereits bei niederer Spannung eine starke Ionisation erhält, man kann aber auch die normalen Netzfrequenzen von z. B. 50 Perioden pro Sekunde benutzen und die Spannungen entsprechend hoch wählen. Benutzt man für das Aufladefeld eine Gleichspannung und verwendet eine verkettete Schaltung, wie sie z.
B. in den Fig. 3 und 11 veranschaulich ist, so gibt man erfindungsgemäss der lonisationsfläche ein mittleres negatives Potential gegenüber dem Potential der Elektroden der Aufladespannung mit Rücksicht auf den Umstand, dass die Beweglichkeit der Elektronen bzw. negativen Ionen im Mittel eine wesentlich grössere ist als die der positiven Ionen.
Die Verhältnisse, Abmessungen, Abstände der Elektroden und ihre Spannungen werden vorzugs-
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Bei den beschriebenen Beispielen dienten die Elektroden für die Abseheidespannung zugleich auch als Elektroden für die Aufladespannung. Die Erfindung ist jedoch nicht hierauf beschränkt. Es ist vielmehr auch möglich, die Anordnung, bei der seitlich zum Aufladeraum ein lonisationsfeld mittels einer besonderen Spannung hervorgerufen wird, während eine andere Spannung die durch Ionisation gebildeten Ladungsträger in das Aufladungsgebiet befördert, auch so zu treffen, dass der Abscheideraum in Richtung des Gasstromes hinter dem Aufladeraum liegt.
Ein Ausführungsbeispiel zeigt Fig. 13. Zwischen den Elektroden 80, 81 für die Aufladespannung liegt seitlich zum Aufladeraum 85, 86 ein lonisationsge. biet, bestehend aus zwei Leitern oder Leiterseharen 82 bzw. 8. 3, die in irgendeiner der vorbeschriebenen Weisen ausgeführt sein können und denen die Spannung aus zwei Netzen 13 bzw. 87 in der eben beschriebenen Weise zugeführt wird. Hinter dem Aufladeraum erstreckt sieh der Abseheideraum 90, 91, 92, 93, in dem mehrere Elektrodensätze in geeigneter Weise parallel und parallel geschaltet angeordnet sind. Die Elektroden können, wie bei den übrigen Beispielen, als Platten, Bleehe, Gitter, Netze u. dgl. ausgebildet sein.
Während in dem ersten Abschnitt der Anordnung, in dem sich das Ionisationsfeld und das Aufladegebiet befindet, das Feld. insbesondere des Ionisationsgebietes, hoch gehalten wird, wählt man die Feldstärke im Abscheidegebiet zwischen
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statt, während die Aufladung der im Gase schwebenden Teilchen in dem Raum zu den Seiten des Ionisationsgebietes zwischen den Elektroden 80, 81 stattfindet. Da die Teilchen hoch geladen in das Gebiet zwischen den Abseheideelektroden gelangen, genügen sehr geringe Feldstärken in diesem Gebiet und dementsprechend eine geringe aus dem Netz 88 zuzuführende Spannung, um alle Teilchen schnell. auch bei hoher Strömungsgeschwindigkeit, niederzuschlagen.
Ein weiterer Vorteil dieser Anordnung besteht darin, dass der Plattenabstand sehr gering gewählt werden kann, ohne dass eine Überschlagsgefahr besteht, weil die Ionisation der Teilchen bereits in einem
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ergibt sieh auch ein kurzer Niederschlagsweg der geladenen Teilchen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zur elektrischen Gasreinigung mittels mindestens zweier Felder. von denen das eine, mit Wechselstrom betrieben, zur Erzeugung der Ionisation für die Aufladung der im Gase schwebenden Teilchen dient, während das zweite, vom ersten unabhängig regelbare sich im wesentlichen quer zum ersten Feld erstreckt und es überlagert, so dass es die Ionen oder sonstigen Elektrizitätsträger aus dem Bereiche der Ionisationselektroden herausführt und die im Gase schwebenden Teilchen lädt, dadurch
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befördert, eine langsam pulsierende Wechselspannung (z. B. mit weniger als 10 Perioden in der Sekunde) ist.
2. Einrichtung zur elektrischen Gasreinigung, mittels mindestens zweier Felder, von denen das
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Teilchen dient, während das zweite, vom ersten unabhängig regelbare sich im wesentlichen quer zum ersten Feld erstreckt und es überlagert, so dass es die Ionen oder sonstigen Elektrizitätsträger aus dem Bereiche der Ionisationselektroden herausführt und die im Gase schwebenden Teilchen lädt, wobei die Ionisation zwischen mehreren abwechselnd an die verschiedenen Pole der Wechselstromquelle angeschlossenen einander sich parallel erstreckenden und in einer gemeinsamen Fläche oder Ebene liegenden Leitern erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass diese Leiter stabförmig sind.
3. Einrichtung zur elektrischen Gasreinigung mittels mindestens zweier Felder, von denen das eine, mit Wechselstrom betrieben, zur Erzeugung der Ionisation für die Aufladung der im Gas schwebenden Teilchen dient, während das zweite, vom ersten unabhängig regelbare, vorzugsweise mit Gleichstrom erregte, sich im wesentlichen quer zum ersten Feld erstreckt und es überlagert, so dass es die Ionen oder sonstigen Elektrizitätsträger aus dem Bereich der Ionisationselektroden herausführt und die im Gas schwebenden Teilchen lädt, dadurch gekennzeichnet, dass als Ionisationselektroden eine Platte und ihr gegenüberstehende parallel sich erstreckende und parallel geschaltete lineare Leiter dienen.
4. Einrichtung zur elektrischen Gasreinigung mittels mindestens zweier Felder, von denen das eine, mit Wechselstrom betrieben, zur Erzeugung der Ionisation für die Aufladung der im Gas schwebenden Teilchen dient, während das zweite, vom ersten unabhängig regelbare sich im wesentlichen quer zum ersten Feld erstreckt und es überlagert, so dass es die Ionen oder sonstigen Elektrizitätsträger aus dem Bereich der Ionisationselektroden herausführt und die im Gas schwebenden Teilchen lädt, dadurch gekennzeichnet, dass die Ionisationseleh-troden aus zwei Scharen von Leitern in zwei einander parallelen Flächen bestehen.
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