AT134198B - Anordnung an Selektivschutzrelais. - Google Patents

Anordnung an Selektivschutzrelais.

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AT134198B
AT134198B AT134198DA AT134198B AT 134198 B AT134198 B AT 134198B AT 134198D A AT134198D A AT 134198DA AT 134198 B AT134198 B AT 134198B
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relay
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relays
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Hermann Dipl Ing Neugebauer
Fritz Dipl Ing Geise
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Siemens Ag
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  Anordnung an Selektivschutzrelais. 



   Die Erfindung betrifft Zeitrelais für Schutzzwecke, bei denen ein Einstellsystem vorhanden ist, das im Falle eines Fehlers veranlasst wird, entsprechend dem Wert der von ihm über- 
 EMI1.1 
 diese Einstellung die Relaislaufzeit bestimmt.   Erfindungsgemäss   beginnt bei solchen Relais das Einstellsystem seine Einstellbewegung nicht aus einer Lage heraus, die dem Messwert Null oder demjenigen Messwert entspricht, welchem bei Nichtanwendung der Erfindung die kleinste
Laufzeit zugeordnet ist, sondern aus einer Anfangslage heraus, welcher eine grössere Relaislaufzeit zugeordnet sein würde. 



   Zur Erläuterung des Erfindungsgedankens sei ein Beispiel gewählt. 



   Es sind Impedanzzeitrelais bekannt, welche ein Einstellsystem besitzen, das je nach der
Grösse der Leitungsimpedanz eine   bestimmte   Stellung einnimmt und dadurch gleichzeitig einen Einstellkontakt in eine bestimmte Lage bringt. Ausserdem besitzen diese Relais einen Laufkontakt, der von einem Uhrwerk oder sonstwie mit geeigneter Geschwindigkeit angetrieben wird und je nach der Lage, welche das Einstellsystem angenommen hat, mit dem von diesem eingestellten Kontakt früher oder später zusammentrifft und dann die Abschaltung der Leitung herbeiführt. Sowohl der Anlauf des Zeitwerks wie auch der Beginn der Einstellbewegung des Einstellsystems werden meistens ausgelöst durch ein Anregeorgan im Augenblick des Auftretens eines Leitungsfehlers.

   Das Einstellsystem steht unter dem   Einfluss   gegeneinander gerichteter Kräfte eines Stromsystems und eines Spannungssystems. Das Spannungssystem wird aber erst bei Auftreten eines Fehlers durch das Anregeorgan eingeschaltet. Infolgedessen steht das System, solange die Leitung fehlerfrei ist, allein unter der Einwirkung des Stromes und infolgedessen in einer Stellung, welche dem Leitungswiderstand Null entspricht. Aus dieser Lage heraus beginnt es, sobald das Anregeorgan die Spannungsspule eingeschaltet hat, seine Einstellbewegung. Der Laufkontakt darf normalerweise den Einstellkontakt nicht berühren. Er steht in der Nähe der Ruhestellung des Einstellkontaktes und läuft hinter diesem her, wenn dieser seine Einstellbewegung ausführt.

   Nach Beendigung seiner Einstellbewegung wird der Einstellkontakt von dem Laufkontakt berührt, sobald dieser den entsprechenden Weg zurückgelegt hat. Bei einem Impedanzrelais können nun die Kräfte, welche das Einstellsystem in seine Gleichgewichtslage bringen, sehr verschieden gross sein. Wenn sehr starke Ströme auftreten, ist die Einstellkraft sehr gross. Wenn bei derselben Fehlerentfernung, also der gleichen Leitungsimpedanz, nur kleine Ströme auftreten, etwa weil nur schwache Maschinen zur Versorgung des Netzes im Betriebe sind, bleiben die Einstellkräfte entsprechend kleiner. Auch bei andern Relaisarten können die   Einstellkräfte   klein sein, z. B. bei Überstromrelais, wenn das System in der Nähe seiner Normallage schon zum Stehen kommt.

   Die Dämpfung des Systems muss nun so gross sein, dass sie auch bei Auftreten starker Einstellkräfte ausreicht. Die Folge davon ist, dass bei schwachen   Einstellkräften   die Einstellbewegung selbst ausserordentlich langsam vor sich geht. Dadurch entsteht die Gefahr, dass der Laufkontakt den Einstellkontakt schon erreicht, bevor dieser seine Gleichgewichtslage eingenommen hat. Infolgedessen hat man bei 

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 den bekannten Relais entweder dem Laufkontakt eine genügend kleine Geschwindigkeit gegeben, oder aber man hat den Weg des Laufkontaktes zusätzlich vergrössert, indem man ihn von einer weiter zurückliegenden Stelle aus anlaufen lässt.

   Bei Anwendung der letzteren Massnahme wird die kleinstmögliche Relaislaufzeit, die beispielsweise für den Fall gilt, dass der Kurzschluss in unmittelbarer Nähe des Relaisortes entsteht, und die gleich der Zeit ist, welche der Laufkontakt braucht, um den in der Nullage stehenden Einstellkontakt zu erreichen, vergrössert. Diese so- genannte Grundzeit stellt die kleinste denkbare Relaislaufzeit dar, zu welcher sich die abhängige Relaislaufzeit, die also von der Leitungsimpedanz abhängt, addiert. Bei Anwendung kleiner Bewegungsgeschwindigkeit für den Laufkontakt wird die abhängige Relaislaufzeit sehr gross. 



   Ein Vorteil der Erfindung besteht nun darin, dass die gesamte Relaislaufzeit, sowohl die Grundzeit wie auch die abhängige Relaiszeit, erheblich verkürzt wird. Erfindungsgemäss steht nämlich der Einstellkontakt von vornherein nicht in der Lage, die dem Impedanzwert Null entspricht, sondern in einer Lage, die beispielsweise der Impedanz der dem Relais zugewiesenen Leitungsstrecke entspricht. Tritt jetzt ein Fehler in noch grösserer Entfernung auf, so hat das Einstellsystem vor dem Laufkontakt einen Vorsprung. Es ist seiner endgültigen Gleichgewichtslage bereits um ein Stück näher gebracht, und es tritt nicht so leicht der Fall ein, dass der Laufkontakt den Einstellkontakt noch während seiner Einstellbewegung einholt.

   Man kann, wenn es notwendig ist, die Grundzeit des Relais infolgedessen etwa um soviel verkleinern, als die Zeit beträgt, welche der Laufkontakt zur Zurücklegung eines Weges gleich der Vorgabe braucht. 



  Liegt der Fehlerort aber innerhalb der dem Relais zugewiesenen Strecke, so bleibt das   Einstell-   system nach dem Ansprechen des Anregeorgans entweder in seiner Lage stehen oder es wird sich sogar dem Laufkontakt entgegen bewegen. Die Relaisauslösezeit wird im letzteren Falle ausserordentlich klein. 



   In dem Falle aber, wo das Einstellsystem in seiner Ruhelage stehenbleibt, ist es vor allem wertvoll, dass die Relaislaufzeit äusserst genau eingehalten wird. Bei den bekannten
Relais dagegen macht sich namentlich im Bereich kleinerer Relaislaufzeiten störend bemerkbar, dass das Einstellsystem nicht aperiodisch in seine Einstellage übergeht, sondern immer erst nach einigen Pendelungen in der Gleichgewichtslage zur Ruhe kommt. Dabei kann es vor- kommen, dass die Berührung zwischen Einstellkontakt und Laufkontakt gar nicht in der Gleich- gewichtslage des Einstellsystems zustande kommt, so dass die Relaislaufzeit unter   Umständen   zu gross, in andern Fällen wiederum zu klein bleibt.

   Diese Unsicherheit in der Relaislaufzeit hat bei den bisherigen Ausführungen dazu gezwungen, bei der Staffelung aufeinanderfolgender
Relais entsprechend grosse Staffelzeiten zu wählen und   verhältnismässig   erhebliche Grundzeiten einzuführen, damit sich das Einstellsystem beruhigen kann. Wird nun gemäss der weiteren
Erfindung die Voreinstellung des Einstellsystems derart gewählt, dass das Einstellsystem bei einem Fehler kurz vor dem benachbarten Relais sich nach dem Ansprechen des Anrege- organs nicht oder nur sehr wenig bewegt, so kann man, weil dann, wie vorhin erläutert wurde, die Relaislaufzeit mit grosser Genauigkeit eingehalten wird, die Staffelzeiten kleiner wählen und dadurch zu einer weiteren Verkürzung des gesamten Zeitbedarf für mehrere auf- einanderfolgende Relais gelangen. 



   Bei allen Fehlern, die innerhalb der eigenen Strecke liegen, bei denen also die Impe- danz unterhalb der Vorgabeimpedanz bleibt, kommt es auf die Laufzeit des Relais nicht sehr genau an ; jedenfalls besteht praktisch nicht die Gefahr einer falschen Relaisauslösung. 



   Die Charakteristik der Relaisverzögerung, welche für Fehler innerhalb der dem Relais zugewiesenen Strecke gilt, ist für die Selektivität nicht von grosser Bedeutung. Da aber in der Regel eine möglichst schnell erfolgende Abschaltung eines Fehlers erwünscht ist, kann man durch eine besondere Anordnung leicht erreichen, dass alle Fehler, die in einer solchen   Ent-   fernung vom Relais entstehen, dass das Einstellsystem nach Ansprechen des Anregeorgans sich dem Laufkontakt entgegen zu bewegen versucht, nach einer kurzen Zeit abgeschaltet werden. 



  Ein Beispiel einer Anordnung dieser besonderen Ausführungsart der Erfindung wird an Hand von Fig. 2 beschrieben. 



   Zunächst ist in Fig. 1 eine einfache Anordnung zur Erläuterung des Erfindungsgedankens als Beispiel schematisch wiedergegeben. Auf die unrunde oder exzentrisch gelagerte Ferrarisscheibe 1 werden von einem Strommagneten 2 und von einem Spannungsmagneten 3 entgegengesetzte Drehmomente ausgeübt. Die Spule des Strommagneten 2 ist dauernd eingeschaltet ; die Spule des Spannungsmagneten 3 dagegen wird durch ein Anregerelais in an sich bekannter Weise erst bei Auftreten eines Fehlers eingeschaltet. Anregerelais sind an sich bekannt und daher nicht dargestellt. Unter der Einwirkung des Strommagneten 2 sucht sich die Ferrarisscheibe 1, welche einen Einstellkontakt 4 trägt, entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn zu drehen. 



  Sie kann sich in diesem Sinne so weit drehen, bis sie gegen einen Anschlag 7 stösst, der durch eine Spule 9 zurückgezogen werden kann. Die Spule 9 wird ebenfalls durch das Anregerelais eingeschaltet, sobald dieses anspricht. Durch den Anschlag 7 wird das Einstell- 

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 system 1 mit seinem Einstellkontakt 4 im Ruhezustand in der gezeichneten Lage festgehalten.
Diese Lage entspricht nicht dem Impedanzwert Null, sondern einer um einen geeigneten
Betrag grösseren Impedanz. Tritt auf der Leitung ein Fehler auf, so spricht das Impedanzanrege- organ an, schaltet die Spule des Spannungsmagneten 3 ein und gleichzeitig auch die Spule 9, welche die Sperrnase 7 zurückzieht.

   Unter der Einwirkung der Kräfte des Strommagneten 2 und des Spannungsmagneten 3 bewegt sich jetzt das Einstellsystem   1   in eine bestimmte Einstell- lage, welche der Leitungsimpedanz entspricht. Ist diese   grosser,   als der Voreinstellung des Einstellkontaktes 4 entspricht, dann bewegt sich dieser im Uhrzeigersinn und läuft somit vor einem Laufkontakt 5, der ebenfalls durch das Anregeorgan in Gang gesetzt wird, her. Durch den Vorsprung, welchen der Einstellkontakt 4 vor dem Laufkontakt 5 hat, erreicht der Einstellkontakt mit Sicherheit seine Gleichgewichtslage, bevor er von dem Laufkontakt erreicht wird. Ist die Impedanz der Leitung aber kleiner als der Voreinstellung des Einstellsystems 1 entspricht, dann bewegt sich der Laufkontakt 4 nach der Anregung entgegen dem Uhrzeigersinn und dem gleichmässig vorrückenden Laufkontakt 5 entgegen.

   Beide werden daher in der gestrichelten Lage zusammentreffen, d. h. etwa nach einer Zeit, welche der Grundzeit des Relais entspricht. Die Grundzeit des Relais ist hier ungefähr so gross angenommen, dass sich der Laufkontakt 5 und der Einstellkontakt 4 auf halbem Wege begegnen. 



   In   Fig. 2 isl   ein im wesentlichen gleiches Impedanzzeitrelais wiedergegeben, jedoch mit einer etwas abgeänderten Kontakteinrichtung. Das Einstellsystem 1 wird wiederum von einem Stromsystem 2 entgegen dem Uhrzeigersinn getrieben. Eine Kraft von entgegengesetzter Richtung übt der Spannungsmagnet 3 aus, sobald er durch das Anregeorgan eingeschaltet worden ist. Alle Bewegungen des Einstellsystems werden durch einen Bremsmagneten 6 gedämpft. An Stelle des Einstellkontaktes 4 in Fig. 1 besitzt das Einstellsystem der Anordnung in Fig. 2 einen doppelten Einstellkontakt 4 und 10. Die Normallage des Einstellsystems wird durch einen zweckmässig einstellbaren Kontaktanschlag 8 festgelegt, der in der Normallage des Einstellsystems in leitender Berührung mit dem Kontakt 10 steht. Kontakt 8 ist verbunden mit einem Kontakt 12.

   Das Laufkontaktsystem besitzt ebenfalls zwei Kontakte 5 und 11. Beide Kontakte laufen gleichzeitig an, sobald das Anregeorgan angesprochen hat. Kontakt 11 stellt einen Vorkontakt dar, der nur den Weg bis zum Gegenkontakt 12 zurücklegt und bleibt dann stehen. 
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Im Augenblick des Auftretens eines Fehlers erhält einerseits der Spannungsmagnet 3 Spannung und anderseits setzen sich die Laufkontakte 5 und 11 in Bewegung. Unter der Einwirkung der Kräfte des Spannungsmagneten 3 und des Strommagneten 2 sucht das Einstellsystem 1 seine Gleichgewichtslage zu erreichen. Durch den Anschlag 8 ist es von vornherein in einer Voreinstellung festgehalten, die einem bestimmten Impedanzwert entspricht, z. B. 90 vom Hundert des Betrages der Leitungsimpedanz der dem Relais zugewiesenen Leitungsstrecke.

   Liegt der Fehler in grösserer Entfernung vom Relais 8, dann bewegt sich das Einstellsystem 1 mit den Einstellkontakten 4 und 10 im Uhrzeigersinn, bis es in einer entsprechenden Lage zur Ruhe kommt. Der Vorkontakt 11 erreicht nach ganz kurzer Verzögerungszeit den Gegenkontakt 12 
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   Man kann die Relaischarakteristik bei dieser Ausführungsform noch weiter in zweck- mässiger Weise beeinflussen. Durch die Wahl des Anfangspunktes für die Bewegung des
Laufkontaktes 5 hat man es nämlich in der Hand, die   abhängige Relaislaufzeit   um einen beliebigen konstanten Betrag zu vergrössern oder zu verkleinern. Dadurch verschiebt sich die Relaiskennlinie in ihrem widerstandsabhängigen Teil parallel zu sich selbst nach oben oder nach unten, während der durch den Vorkontakt des Relais bestimmte Teil der   Charakteristik   davon nicht berührt wird. Bei der normalen Einstellung des Relais beginnt der Laufkontakt 5 seine Bewegung etwa von der Nullage des Einstellsystems aus.

   Vergrössert man seinen Weg dadurch, dass man seine Anfangslage um eine bestimmte Zahl Sekunden zurückverlegt, so wird dadurch die Abschaltzeit für alle Fehler, die im Bereich der abhängigen Charakteristik liegen, um diesen konstanten Betrag vergrössert. In entsprechender Weise kann man durch Vorverlegung der Anfangslage des Laufkontaktes 5 in das Gebiet der Vorgabezeit um einen bestimmten konstanten Betrag die Auslösezeit verkleinern. Die durch die Verlegung der Anfangslage des Laufkontaktes 5 mit einem Relais gemäss der Erfindung mögliche Verlagerung der abhängigen Relaislaufzeiten sind in Fig. 4 wiedergegeben, in welcher beispielsweise die Kurve I die normale Laufzeit darstellt, wobei also der Laufkontakt etwas aus einer Stellung, die dem Nullwert der überwachten Leitungsgrösse entspricht, anläuft.

   Bei der Kurve II ist die Laufzeit um einen konstanten Betrag vergrössert worden, bei der Kurve III ist sie verkleinert. Wie die Abbildung zeigt, bleibt der vom Vorkontakt abhängige Teil der Relaischarakteristik davon unberührt. Bei den bekannten Relais lässt sich die Zeitcharakteristik III, die scheinbar bei einer negativen Zeit ihren Ursprung hat, nicht erzielen. 



   Bei Anwendung der Erfindung lässt sich noch ein weiterer Vorteil erzielen, der ebenfalls in einer Verkürzung der Relaislaufzeit besteht. Dabei handelt es sich um die Schaltverzögerung von Relais, die dadurch notwendig wird, weil vor der Schliessung des Relaiskontaktes die Einstellung des Richtungsrelais abgewartet werden muss. In welcher Weise die Erfindung zur Verkürzung der für das Arbeiten des Richtungsrelais notwendigen Zeit führen kann, sei an Hand von Fig. 5 beispielsweise erläutert. In dieser Figur ist ein Impedanzsystem dargestellt, 
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 besitzt. An der   Ferrarisscheibe 100   ist ein Kontaktarm 103 angebracht, der einen Kontakt   j ! M   trägt. Mit dem Kontakt 104 kann der Kontakt 105 eines   Zeitwerkes   in Berührung kommen. Das Zeitwerk wird bei Anregung des Relais in Gang gesetzt.

   Ausserdem kann mit dem Kontakt 104 der Kontakt 106 eines Energierichtungsrelais 107 in leitende Berührung kommen. 



  Der Kontaktarm 103 ist wie bei Fig. 2 der Erfindung durch einen Anschlag 108 in einer Ruhelage festgehalten, die nicht dem Impedanzwert Null entspricht. 



   Die Einrichtung arbeitet folgendermassen :
Bei Auftreten eines Leitungsfehlers innerhalb einer gewissen Entfernung vom Relaisort wird das Spannungssystem 102 des Relais eingeschaltet und gleichzeitig der   Laufkontakt 105   in Gang gesetzt. Nun kann eintreten, dass die   Ferrarisscheibe 100 nach   der Anregung eine Bewegung entgegen dem Uhrzeigersinn oder eine Bewegung im Uhrzeigersinn ausführt. Entgegen dem Uhrzeigersinn wird sie sich drehen, wenn der Fehler in der Nähe des Relaisortes 
 EMI4.2 
 Strecke liegt. Dadurch, dass das Relaissystem im ersten Falle eine Bewegung entgegen dem Uhrzeigersinn ausführt, bleibt der Kontaktarm 103 fest gegen den Anschlag 108 gedrückt. 



  Zwischen den Kontakten   105   und 104 kommt dann nach ganz kurzer Verzögerungszeit eine leitende Verbindung zustande. Diese leitende Verbindung führt aber nur dann zur Erregung einer Auslösespule   109, wenn   gleichzeitig der Kontakt 106 ebenfalls in leitender Verbindung mit Kontakt 104 steht, d. h. also, wenn das Energierichtungsrelais nicht entgegen der Kraft einer schwachen Feder 110 eine kleine Ausschlagsbewegung ausgeführt hat.

   Ist der Fehler so nahe, dass das Energierichtungsrelais keine Spannung bekommt, oder liegt der Fehler innerhalb der dem Relais zugewiesenen Strecke, dann bleibt der Kontakt 106 des Energierichtungsrelais in seiner Ruhelage stehen, und die Auslösespule 109 erhält gleich nach der Anregung Strom über den Laufkontakt 105, den Einstellkontakt 104. den Kontakt 106 und den Kontaktarm des   Energierichtungsrelais.   Ruft der Fehler dagegen die entgegengesetzte Energierichtung auf der Leitung herbei. so kann eine Abschaltung des Leitungssehalters nicht erfolgen ; denn dann drückt der Kontaktarm des Energierichtungsrelais die schwache Feder 110 etwas zusammen, so dass keine leitende Verbindung mehr zwischen Kontakt 106 und 104 möglich ist. 



  Gleichzeitig wird dadurch aber auch eine leitende Verbindung zwischen Kontakt 111 des Energierichtungsrelais und dem festen   Kontakt 108 gelöst.   Über den Kontakt 105 kann also keine Stromverbindung zur Auslösespule 109 zustande kommen. 



   Auch wenn die Fehlerentfernung so klein ist, dass keine Momentanauslösung in Frage kommt, bleibt die Auslösung von der Anschlagsrichtung des Richtungsrelais 107 abhängig ; denn 
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 eine Erregung der Spule 109 nur über die Kontakte 108 und 111 erfolgen, die aber bei falscher Energierichtung geöffnet sind. 



   In den bisherigen   Ausführungsbeispielen   sind Impedanzrelais zur Erläuterung der Erfindung wiedergegeben worden. Darin soll aber nicht zum Ausdruck gebracht werden, dass die Er- findung nur bei Widerstandszeitrelais anwendbar ist ; vielmehr ist die Erfindung ganz allgemein bei Zeitrelais anwendbar, bei denen ein Einstellsystem durch seine Einstellage die Grösse des
Weges einstellt, den ein mit konstanter oder abhängiger Geschwindigkeit angetriebener Lauf- kontakt zurücklegen muss. Die Erfindung ist ausser bei Widerstandszeitrelais anwendbar bei Überstromzeitrelais, Spannungsabfallzeitrelais,   Doppelerdschlusszeitrelais   und andern. Ausser- dem kann die Voreinstellung des Relais, die in den bisherigen Beispielen als konstant an- genommen ist, ebenfalls von einer Betriebsgrösse oder Messgrösse oder einem Uhrwerk abhängig sein.

   Zur Erläuterung eines Ausführungsbeispiels mit einem Spannungsabfallzeitrelais dient
Fig. 6. Das Spannungssystem besitzt eine Spule   120,   einen Weicheisenkern   121,   eine Feder- kraft 122 und einen Kontaktarm 123. Die Bewegungen des Kontaktarmes 123 stehen unter dem   Einfluss   der Spannungsspule 120 und der Feder 122. Je kleiner die Spannung 120 ist, um so mehr vermag die Feder 122 sich zusammenzuziehen. Die Einstellung des Kontaktarmes 123 ist aber ausserdem noch beeinflusst durch einen Anschlag 124, der keine feste Lage hat, sondern mit dem System 125 eines Strommessers verbunden ist, welcher eine Spule 126 und eine Federkraft 127 enthält. Das Stromsystem 125-127 entwickelt grössere Kräfte als das Spannungsmesssystem   120-122.

   Infolgedessen wird,   solange sich der Kontaktarm 123 von dem Anschlag 124 nicht trennt, die Ruhelage des Kontaktarmes 123 durch den An- schlag 124 bestimmt. 



   Ausserdem enthält die Einrichtung ein Zeitwerk 128 und ein Zeitwerk 129. Die beiden Zeitwerke laufen gleichzeitig an, wenn ein Anregekontakt 130 geschlossen wird. Das Zeitwerk 128 treibt einen Vorkontakt 131 an, der mit einem festliegenden Kontakt 132 zusammenwirkt. Über den Vorkontakt 131 und den Gegenkontakt 132 kommt aber nur dann ein Strom- kreis, in welchem eine Auslösespule 133 liegt, zustande, wenn der Kontaktarm 123 gegen den ortsveränderlichen Anschlag 124 anliegt, d. h. solange der Strom, verglichen mit der Spannung, eine gewisse relative Grösse besitzt, kann die Schnellauslösung in Tätigkeit treten. 



  Ist die Spannung aber grösser, so dass sich der Kontaktarm 123 von dem Anschlag 124 löst, so ist der Vorkontakt 131 unwirksam. Die Verzögerungszeit bis zur Einschaltung der Spule   138   hängt dann allein von der Einstellung des Kontaktarmes 123 und der Geschwindigkeit des vom Zeitwerk 129 angetriebenen Kontaktes ab. 



   Ein Relais der in Fig. 6 beschriebenen Art ergibt bei einem Fehler innerhalb einer gewissen Entfernung vom Fehlerort eine Schnellauslösung mit einer unabhängigen Verzögerungszeit. Sowie aber der Fehlerort in einer grösseren Entfernung liegt, so dass wegen des grösseren Leitungswiderstandes die Spannung einen im Vergleich zum Strom höheren Wert besitzt, löst sich das spannungsabhängige Einstellsystem von dem stromabhängigen Anschlag, so dass nunmehr allein die Spannungshöhe für die Abschaltzeit massgebend ist. Die Relaiskennlinie steigt von diesem Punkt ab mit wachsender Spannung an. Auch bei Widerstandszeitrelais kann eine veränderliche Voreinstellung angewendet werden, die beispielsweise von der Stärke des auftretenden Stromes abhängig ist.

   Die Einstellkraft des Impedanzrelais kann bekanntlich bei demselben Widerstandswert des Kurzschlusskreises in weiten Grenzen schwanken, weil die Grösse der verfügbaren Einstellkraft von der Stärke des auftretenden Stromes abhängig ist. Je stärker nun die Einstellkräfte sind, um so zuverlässiger ist die genaue Einstellung des Einstellsystems. Man kann infolgedessen bei Auftreten starker Ströme eine Relaischarakteristik gemäss Fig. 3 anwenden, wobei die Stelle, bei welcher die Relaislaufzeit von der unabhängigen Zeit auf die abhängige Zeit springt, dicht an die Nachbarstation heran verlegt wird.

   Wenn dagegen nur geringe Einstellkräfte entstehen, ist es zweckmässiger, den Übergang von der unabhängigen Relaiszeit auf die abhängige Relaiszeit etwas näher auf den Relaisort zu zu verlegen, weil ein kleiner Fehler in der Einstellung des Relais unter Umständen die Selektivität der Schutzeinrichtung gefährden kann. Deshalb kann der Anschlag, der die Voreinstellung des Einstellsystems bestimmt, in der Weise von der Stromstärke abhängig gemacht werden, dass bei starken Strömen die   Voreinstellung grösser,   bei kleinen Strömen dagegen kleiner gehalten wird. Unter Umständen kann es auch zweckmässig sein, die Voreinstellung zu ändern, wenn Umschaltungen im Netz vorgenommen werden, wodurch etwa die dem Relais zugewiesene Strecke Änderungen erfahren kann.

   In solchen Fällen kann eine automatische Änderung der Voreinstellung leicht in Verbindung mit der Fernsteuerung erzielt werden, welche die Schaltmassnahmen im Netz auslöst, oder sie kann auch durch das Leuchtschaltbild oder das   Rückmeldezeichen,   welches von der betreffenden Schaltstation aus gegeben wird, herbeigeführt werden, da es sich meistens nur darum handeln kann, dass der   Relaissehutzbereich   um einen bestimmten Leitungsteil vergrössert oder um einen bestimmten Leitungsteil verkleinert wird.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Schutzrelais mit einem Laufkontakt mit konstanter Geschwindigkeit und einem die Zeitverzögerung bestimmenden und von einer Messgrösse abhängigen, sich aber erst bei Auftreten eines Fehlers in der zu schützenden Anlage einstellenden Einstellsystem, dadurch gekennzeichnet, dass das in der Ruhelage befindliche Einstellsystem eine Stellung inne hat, die einem zweckmässig gewählten Bruchteil des gesamten Messbereiches entspricht.
    2. Schutzrelais nach Anspruch 1, dessen Laufzeit sich aus einer Grundzeit und einer von der Messgrösse abhängigen Zeit zusammensetzt, dadurch gekennzeichnet, dass das Einstell- system eine solche Ruhelage hat, dass die Laufzeit des Laufkontaktes, bis er das Einstellsystem erreicht, etwa doppelt so gross ist, wie die Grundzeit des Relais.
    3. Schutzrelais nach Anspruch 1 oder 2 für Relais, die zum selektiven Staffelschutz elektrischer Anlagen dienen, dadurch gekennzeichnet, dass die Voreinstellung des Einstellsystems und die Staffelzeit der Relais zweier aufeinanderfolgender Leitungsstrecken so gewählt sind, dass das Einstellsystem zwecks Verkürzung der einzuhaltenden Zeitstaffelung zwischen den Relais aufeinanderfolgender Strecken bei einem Fehler am Ende der zugehörigen oder am Anfang der nächstfolgenden Leitungsstrecke eine möglichst kleine Bewegung auszuführen hat.
    4. Schutzrelais nach Anspruch 1 oder folgenden, dadurch gekennzeichnet, dass die Laufzeit des Relais nur dann mit der Grösse des vom Relais überwachten Messwertes genau oder angenähert linear anwächst, wenn dieser grösser ist, als der Voreinstellung des Systems entspricht, dass sie aber in stärkerem Masse mit dem Messwert zweckmässig auf einen konstanten Wert verkürzt wird, wenn der Messwert unter dem voreingestellten Betrag liegt.
    5. Schutzrelais nach Anspruch 1 oder folgenden, dadurch gekennzeichnet, dass das Einstellsystem bei Messwerten, deren Betrag unter dem voreingestellten Wert liegt, einen Stromkreis für eine Schnellauslösung vorbereitet, deren Verzögerungszeit kleiner als diejenige Zeit ist, die sich bei einer Einstellung des Einstellsystems auf den Messwert Null ergeben würde.
    6. Schutzrelais nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Anfangslage des erst bei Auftreten eines Fehlers sich in Bewegung setzenden Laufkontaktes veränderlich ist.
    7. Schutzrelais nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Anfangslage des Laufkontaktes über die den Messwert Null entsprechende Lage des Einstellsystems hinaus im Sinne einer Verkürzung des Kontaktweges vorgeschoben werden kann.
    8. Anordnung nach Anspruch 1 oder folgenden, dadurch gekennzeichnet, dass die Voreinstellung selbsttätig von einer Messgrösse gesteuert wird.
    9. Anordnung nach Anspruch 1 oder folgenden, gekennzeichnet durch die Anwendung bei Widerstandszeitrelais.
    10. Anordnung nach Anspruch 1 oder folgenden, gekennzeichnet durch die Anwendung bei Überstromzeitrelais.
    11. Anordnung nach Anspruch 1 oder folgenden, gekennzeichnet durch die Anwendung bei Spannungszeitrelais.
    12. Anordnung nach Anspruch 1 oder folgenden, gekennzeichnet durch die Anwendung bei Doppelerdschlusszeitrelais.
AT134198D 1931-02-12 1932-02-11 Anordnung an Selektivschutzrelais. AT134198B (de)

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