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Verfahren und Vorrichtung zum Überführen von Patronen aus Patronenrahmen in Patronenmagazine.
Bei den in zahlreichen Militärstaaten eingeführten Patronenladestreifen werden die Patronen in einem der Höhe nach schmalen Streifen festgehalten, der mit nach innen gerichteten Rändern oder Längsvorsprüngen in die Rillen der Patronen oder über die die Patronen überragenden Auswerferrändern greift und gegen die sie im wesentlichen allein der Druck einer unter den Patronen über die ganze Länge des Streifens gehende Blattfeder andrückt. Die Patronen können hier leicht entfernt werden, indem man sie mit der Hand oder in einer Vorrichtung festhält und aus dem Patronenstreifen herausschiebt.
Einige Staaten aber haben sogenannte Patronenrahmen eingeführt, die mit U-förmig aufgebogenen Seitenteilen die Patronen zu einem wesentlichen Teil einschliessen und die äussersten der in dem Rahmen zu fünf oder mehr Stück angeordneten Patronen durch nach innen gerichtete Umbiegungen teilweise umfassen.
Ein solcher Rahmen mit fünf Patronen ist in der Fig. 1 abgebildet. Die Patronen a sitzen in dem Rahmen b von U-förmigem Querschnitt, die umgebogenen Enden b2 der Seitenteile b1 und der Länge nach eingepresste Führungsrillen halten die Patronen so fest, dass sie aus dem Rahmen nur an dem einen Ende und ungefähr in Richtung ihrer eigenen Längsachse herausgenommen werden können. Der eingezeichnete Pfeil deutet das an. Die Entfernung der Patronen aus solchen Rahmen und ihre Überführung in die Magazine gestaltet sich dementsprechend auch in einer dazu bestimmten Vorrichtung erheblich schwieriger als bei den einfachen Ladestreifen.
Das Verfahren nach der Erfindung und die zugehörige Vorrichtung ist so ausgebildet, dass das Entfernen der Patronen aus dem Rahmen trotz der hinderlichen Gestalt der eingeführten Patronenrahmen und das Überführen der Patronen aus dem Rahmen in die Patronenmagazine in einem ununter- brochenen Arbeitsgang leicht und sicher durchgeführt werden kann.
Während es bei bekannten Ladestreifen mit vom Anfang bis zum Ende zueinander parallelen Seitenteilen, die nur kleine Vorsprünge zum Festhalten der äussersten Patronen haben, leicht möglich ist, durch einfache relative Längsverschiebung der gefüllten Patronenstreifen gegen Spreizmittel den Enden der Seitenwandungen eine kleine Aufbiegung zu geben, um die Behinderung der Patronen durch die kleinen, nach innen ausgeprägten Vorsprünge zu beheben, wird es bei den Rahmen mit der eigentümlichen Gestalt der Abbiegungen an den Enden nötig, dass die Patronen und die Spreizmittel während des Trennungsvorganges eine kombinierte Bewegung gegeneinander ausführen.
Die Spreizmittel müssen zunächst von oben her zwischen die Seitenwandungen der Rahmen und die Patronen eindringen und diese Bewegung fortsetzen, damit bei der ununterbrochen fortgesetzten Vorwärtsbewegung der Patronen und des Rahmens dessen Seitenteile zu so grossem Auseinanderklaffen gebracht werden, dass die Patronen a und der Rahmen b in schräger Richtung voneinander getrennt werden können und durch geeignete Mittel die Patronen für sich über einen dazwischen geschalteten Zuführungskanal zu dem Magazin gleiten, dagegen zu gleicher Zeit die Patronenrahmen b selbst aus der Bewegungsbahn der Patronen a abgelenkt werden können.
Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zur Entlehrung der Patronenrahmen b von der gekennzeichneten Art und zur Weiterführung der Patronen a in das Magazin enthält einen Kasten c, in den die gefüllten Patronenrahmen b flach hineingelegt werden, einzeln oder in einem Stapel, und von denen das zu unterst in dem Kasten c liegende Paket mittels bekannter Mittel, z. B. einem schwingenden Druckstück d, vorwärtsgeschoben wird.
An den Kasten c, mit ihm fest verbunden, schliesst sich ein Führungskanal e an, in den die Patronen a übertreten und in dem sie weiter zu dem Magazin f hingeschoben werden, das durch geeignete Ausbildung des Endes des Führungskanals e und durch
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kanalartigen Gehäuse e sind die den Patronenrahmen b aufspreizenden Mittel angebracht.
Es können keilförmige Zungen sein, es können die Spreizmittel aber auch ohne weiteres aus den Wandungen des Gehäuses e durch schneidenförmige Abschrägung ihrer unteren, dem Aufnahmekasten c zugewendeten Ecken gebildet sein, wie das in dem Ausführungsbeispiel nach den Zeichnungen bei g dargestellt ist Die Spreizmittel müssen hinter den vorderen Umbiegungen der Seitenwände des Rahmens b zunächst von oben her eindringen, weil die erwähnte, die vorderste Patrone umfassende Umbiegung das seitliche Eindringen zwischen Patrone und Rahmenseitenwand verhindert.
Dazu wird einerseits eine entsprechende
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steg b3 nath innen gerichteten Längsvorsprung i auf, der, wenn ihn der Vorsprung am Steg & g erreicht, diesen und damit den Patronenrahmen b durch eine Steigfläehe an ihm selbst (die auch an dem Vorsprung des Stegs & g vorhanden sein kann) zwingt, nach oben zu wandern, d. h. eine Bewegung in Richtung auf das vorderste Ende der Spreizkanten des Führungskanals e auszuführen. Die Vorwärtsbewegung des Patronenrahmens b in Verbindung mit dem Zusammenarbeiten der genannten VorsprÜnge 71, i drängt also den gefüllten Patronenrahmen b relativ gegen die Spreizmittel von unten nach oben und zwingt diese, zwischen die Patronen a und die oberen Ränder des Patronenrahmens b an seinem nach innen umgebogenen Ende einzudringen.
Das geschieht in dem Masse, dass die Haltemittel des Patronenrahmens b vollständig von den Gegenmitteln der Patronen a frei werden und umgekehrt. In diesem Stadium würde also die Patrone a frei und ohne Behinderung aus dem Rahmen b herausgenommen werden können oder auch in der Längsrichtung des Rahmens b oder schräg zu ihm verschoben werden können. Die Patronenrahmen b, die in einigen Ländern mit den weit übergreifenden Seitenteilen b1 eingeführt sind, haben
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Steg bides Patronenrahmens b benutzt, der mit dem Längsvorsprung i zusammen dem Rahmen b die Relativbewegung gegen die Spreizmittel hin erteilt.
Die Vorrichtung enthält weiter eine Weiche, deren Hauptbestandteil die Weichenzunge k ist, die mit ihrer oberen Fläche als Führungsbahn für die dem Magazin f zuwandernden Patronen a dient.
Sie tritt mit ihrer Spitze bis dicht an den hinteren, etwas nach unten abgebogenen Teil des Längsvorsprungs i heran. Zwischen beiden Teilen ist ein Spalt belassen. Bei der Vorwärtsbewegung des gefüllten Patronenrahmens b tritt die Weichenzunge k zwischen den Boden der vordersten Patrone und, bei weiterem Fortschreiten des Arbeitsvorganges, der folgenden und den Verbindungssteg bs des Rahmens b.
In Verbindung mit den einer geradlinigen Bewegung hinderlich in den Weg tretenden Spreizteilen der Wandung des Führungskanals e und dem auf den Rahmen b einwirkenden Druckstück d wird der Rahmen b gezwungen, sich in bezug auf die Bahn, die die Patronen a weiter verfolgen, winklig zu stellen und zu bewegen. Dabei wird er gleichzeitig auf die Aussenflächen der Seitenwandungen des Führung- kanals e teilweise aufgeschoben, von denen er sich dann später abstreift.
An Hand der Zeichnung Fig. 1, die, wie schon angeführt, den eingeführten gefüllten Patronenrahmen b für sich allein und ausserhalb der Vorrichtung darstellt, und der andern Figuren lässt sich der Vorgang bei der Durchführung des Verfahrens leicht verfolgen.
Fig. 2 zeigt den Anfangszustand. Man blickt auf den gefüllten Patronenrahmen b, der als einzelner oder als unterster in dem Kasten c liegt ; an den Kasten schliesst sich der Führungskanal e an, der seinerseits mit der rechts unten liegenden Ecke durch schneidenförmige Zuspitzung der Ränder an dieser Stelle die Spreizmittel g bildet. Die übrigen Teile sind mit den vorher benutzten Buehstabenbezeich-
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Haltemittel befestigt.
Die Fig. 3 gibt das gleiche Bild, aber der Rahmen b ist etwa zur Hälfte aus dem Aufnahmekasten c
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Der Rahmen b ist, wie aus der Fig. 4 ersichtlich, so weit aufgebogen, dass die Patronen in ihm lose geworden sind und er selbst mit seinen Seitenteilen b1 sich auf die Aussenflächen des Führungskanalgehäuses aufschieben kann.
Fig. 5 zeigt einen späteren Zustand des Arbeitsvorgangs und der Stellung der Vorrichtungsteile mit den ihrer Einwirkung unterliegenden Patronen a und dem Patronenrahmen b in diesem Augenblick ; es sind sämtliche Patronen a in den Führungskanal e übergetreten, und die fortgesetzte Einwirkung
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des Druckstücks d auf sie in der Richtung auf das Magazin l'zu schiebt die Patronen a in das Magazin f herüber. Der Rahmen b ist gleichfalls weiter nach vorn gegangen und ist in einen grösseren Winkel zu der Bahn der Patronen a übergelenkt worden, so dass er von dem Führungskasten c abgleitet oder durch den Rahmen b des nachfolgend in Bearbeitung genommenen Patronenpaketes herausgeschoben wird.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Überführen der Patronen in die Patronenmagazine in einem ununterbrochenen Arbeitsgang aus Patronenrahmen, deren Seitenteile die Patronen zu einem wesentlichen Teil U-förmig einschliessen und durch nach innen gerichtete Umbiegungen die äussersten Patronen teilweise umfassen und denen bei dem in der Rahmenlängsrichtung erfolgenden Vorschieben des gefüllten Rahmens Spreizmittel entgegengestellt werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Spreizmittel von oben her zwischen die Patronen und die Seitenteile der Patronenrahmen an ihrer äusseren, nach innen gerichteten Umbiegung in Richtung nach unten (relativ) eindringen und dadurch die Ralmwnwände so weit auseinanderbiegen,
dass die Patronen und die Patronenrahmen sowohl in der Längsrichtung des Rahmenbodens wie senkrecht dazu gegeneinanderbewegt und voneinander getrennt werden und dass bei der fortgesetzten gleichzeitigen Vorwärtsbewegung der Patronen und des Rahmens eine Weichenführung die Patronen von dem Rahmen trennt und für sich dem Magazin (über einen Zuführungskanal) zuleitet, während die Patronenrahmen durch die Weiche aus der Bewegungsbahn der Patronen abgelenkt werden.