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Zeitmarke für elektrische Minenztmder.
Bei elektrischen Minenzündern, die die Einrichtung besitzen, dass die Zündung der Sprengkapsel und des Sprengstoffes in nacheinander folgenden Zeitintervallen erfolgen soll, wird, damit man die Reihenfolge der Zeitintervalle bestimmen kann, bekanntlich jeder Zünder der Reihenfolge nach numeriert.
Bis jetzt wurden diese Nummern unmittelbar an der Zünderhülse oder an der Sprengkapsel angebracht, oder sie wurden an den Zünderdrähten befestigt. Wenn die Nummer an der Zünderhülse oder der Sprengkapsel angebracht ist, so kann dieselbe nicht so gross sein, dass sie in den schlecht erleuchteten Räumen in den unterirdischen Arbeitsstellen der Bergwerke leicht gelesen werden kann. Anderseits müsste auch der Zünder so verdreht werden, damit man die direkt an der Hülse oder der Sprengkapsel eingeprägte Ziffer lesen kann. Das gleiche ist auch bei den an den Drähten angehängten kleinen Täfelchen der Fall.
Auch dieses Täfelchen muss unter Umständen erst zurecht gedreht werden, damit man die Ziffer feststellen kann. Ausserdem ist das Anhängen von Zeitmarken mit grossen Ziffern an den Drähten nicht zweckmässig, weil diese Zeitmarken an den Drähten zufolge ihrer Grösse störend wirken, weil 50-100 solche Zünder in einem Bündel zusammengehalten sind.
Erfindungsgemäss werden diese Zeitmarken in Form einer Hülse auf die Zünderhülse aufgeschoben und sind derart hergestellt, dass die Ziffer an der Hülse ausgeschnitten bzw. durchgestanzt ist, so dass als Untergrund die Zünderhülse, falls sie aus Messing besteht, in gelber Farbe durchleuchtet, während die Hülse selbst beispielsweise schwarz ist. Besteht die Zünderhülse aus Papier, dann wird vorteilhaft die Zeitmarkenhülse aus weissem Metall, z. B. aus Aluminiumblech hergestellt, damit der dunkle Grund der Papierhülse sieh von der hellen Zeitmarkenhülse stark unterscheidet und die Ziffer um so leichter gelesen werden kann, je grösser die beiden Farbenkontraste Hülse und Untergrund sind.
Die Ziffern werden weiters mindestens an drei Stellen des Umfanges der Zeitmarkenhülsen ausgeschnitten, so dass die Ziffern, ohne den Zünder verdrehen zu müssen, sofort an jeder Stelle sichtbar sind. Weiters werden zweistellige Zahlen so geschrieben, dass sie entweder vollkommen untereinander zu stehen kommen oder wenn deren Zusammengehörigkeit besser gekennzeichnet werden soll, etwas schräg gestellt und nebeneinander so verschoben geschrieben werden, dass beide Ziffern in der höchst gelegenen Ebene des Hülsenbogens gleichzeitig ohne die Hülse verdrehen zu müssen als eine Zahl gelesen werden können.
Ausserdem können auf den Hülsen Einprägungen oder ausgestanzte Zacken vorgesehen sein, mittels welchen auch im Dunkeln durch Greifen die betreffende Zündernummer feststellbar ist.
Die Erfindung ermöglicht es auch, die Bezifferung unabhängig vom Minenzünderkörper herstellen zu können ; dadurch wird die Fabrikation wesentlich vereinfacht, weil die gesonderte Hülse leicht mechanisch mit einer Ziffer versehen werden kann und die Befestigung am Zünderkörper lediglich durch Aufschieben der Hülse erfolgt. Dieser Arbeitsprozess erweist sich als einfacher und leichter durchführbar als das direkte Aufbringen von Ziffern auf dem Minenkörper, z. B. durch Einpressen.
Um die Hülse leicht auf dem Minenkörper aufbringen zu können, ist sie nach Art eines Clips längsgeschlitzt. Die Längsschlitzung bedingt noch den Vorteil, dass ein und dieselbe Hülsengrösse auf Zünderkörper verschiedenen Durchmessers aufgebracht werden kann, weil sie elastisch nachgiebig ist.
Da die Ziffern durch Ausstanzungen im Ziffernhülsenblech gebildet sind, treten sie dadurch in Erscheinung, dass sich der Hintergrund der Ausstanzung von der unterschiedlich gefärbten oder beschaffenen Ziffernhülse abhebt. Wenn man beispielsweise eine dunkel gefärbte Hülse auf die Oberfläche des aus Messing bestehenden Zünders aufschiebt, wird eine Reflexionswirkung an der spiegelnden Messingfläche erreicht, die ein besonders deutliches Auftauchen der Ziffern in der Dämmerung bewirkt, so dass bei Sprengungen in finsteren Stollen die Übersichtlichkeit über die Zeitzündungen gewährleistet werden kann.
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Auf der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in einer beispielsweisen Ausführungsform dargestellt. Es zeigt Fig. 1 die Vorderansicht eines elektrischen Minenzünders, Fig. 2 die Rückansicht, Fig. 3 einen Querschnitt durch die Ziffernhülse mit drei Ziffern, Fig. 4 durch die Tastmarken der Hülse ; die Fig. 5,6 bzw. 7,8 und 9,10 sowie 11, 12 zeigen Vorderansicht und Draufsicht von in eine Ebene geklappten Hülsen mit verschiedenen Ziffernausstanzungen und Tastmarken, Fig. 13 stellt die Vorderansicht einer in eine Ebene geklappten Hülse mit zweistelligen Zahlen dar. Die Fig. 14 bzw. 15 sind Querschnitte der Hülse gemäss den Fig. 9,10 bzw. 11,12.
Der elektrische Minenzünder wird durch eine Zünderhülse 1 gebildet, in welcher der Verzögerungszündsatz untergebracht ist. Die Zünderhülse besteht aus einem Messingröhrchen, an welches sich in bekannter Weise die Sprengkapsel 2 anschliesst. In die Zünderhülse führen die Leitungsschnüre 6 für den elektrischen Strom, welcher in'irgendeiner Weise den Inhalt der Sprengkapsel zündet. Über den Zünderkörper 1, dessen metallische Oberfläche grell reflektiert, ist eine Ziffernhülse 3 geschoben, welche Ausstanzungen 4 in Form einer Ziffer trägt, welche Ziffern die Zündungszeitstufe beispielsweise bei Verzögerungszündern angeben.
Die Ziffernhülse 3 besitzt einen Längsschlitz 5, so dass sie nach Art eines Clips auf den Zünderkörper 1 aufgeschoben werden kann ; sie ist dunkel, z. B. schwarz, gefärbt, so dass hinter ihrer dunklen Oberfläche die Ziffer 4 in der Ausstanzung grell reflektierend hervortritt.
Die Hülse 3 kann auch auf die mit dunklem Papier überzogene Sprengkapsel 2 aufgeschoben werden, in welchem Falle sie, zur Erzielung der Kantrastwirkung aus weissem, metallisch-glänzendem
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tierendem Untergrund.
Die geschlitzte Hülse 3 lässt sich bequem an Zünderkörper-verschiedenen Durchmessers aufbringen, weil sie sich durch ihre Federung von selbst anpassen kann. Der Minenzünder eignet sich besonders zur Verwendung in der Dämmerung und. in dunklen Räumen, weil der starke Kontrast zwischen metallischglänzender und dunkler Fläche die Verzögerungszeitziffer selbst bei schwächstem Licht deutlich erkennen lässt.
Mehrstellige z. B. zweistellige Zahlen können um so schwerer gelesen werden, je grösser die Ziffern sind, weil mit Rücksicht auf den kleinen Hülsendurchmesser von etwa 7-8'mm nur eine Ziffer auf dem sichtbaren Bogen der Hülse erscheint, während sich die zweite Ziffer schon so stark seitwärts befindet, dass sie unsichtbar wird und nicht mehr gelesen werden kann. Aus diesem Grunde werden gemäss der Erfindung zweistellige Zahlen untereinander geschrieben, so zwar, dass sie etwas schief stehen und die Zusammengehörigkeit der beiden Ziffern als eine Zahl trotzdem nicht verlorengeht (Fig. 1, 2, 13).
Ausserdem werden die Ziffern an mehreren, z. B. drei Stellen der Hülse sichtbar gemacht (Fig. 1, 2,3), so dass jede Ziffer von allen Seiten und an jeder Stelle, ohne die Zünderhülse irgendwie verdrehen zu müssen, gesehen werden kann. Von den gleichartigen Ziffern kann man jeweilig von einer Stelle aus immer nur eine Ziffer sehen. In Verbindung mit dieser dreiteiligen Anordnung der Ziffern ist das Untereinanderschreiben der Ziffern für zweistellige Zahlen gleichzeitig von Wichtigkeit, weil sich zwei-
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Weiters sind auf den Hülsen hut-oder kugelförmige Einpressungen 7 vorgesehen (Fig. 5-8), welche als sogenannte Blindenschrift verwendet werden, d. h. man kann durch Greifen, ohne die Ziffer zu sehen, nach Anzahl der in dem Blech vorhandenen Einpressungen feststellen, wieviel solcher Einpressungen vorhanden sind bzw. welche Zeittempierungsnummer der elektrische Zünder hat. Ein Minenzünder Nr. 0. 0. hat keine Eindrückung, Nr. 1 hat eine Eindrückung, Nr. 2 hat zwei Eindrückungen usw. ; Nr. 9 hat dann wie auf Fig. 7 dargestellt, neun Einpressungen. Für. zweistellige Zahlen werden breitere Hülsen genommen, und die breitere Hülse kann ohne Einpressung als Nr. 10 gelten, während Nr. U dann wieder eine Einpressung hat, Nr. 12 zwei Einpressungen usw. Statt der Einpressungen können auch Zacken 8 laut Fig. (9-12, 14, 15) benutzt werden.
Deren Anwendung ist die gleiche wie die der Einpressungen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Zeitmarke für elektrische Minenzunder, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Markenziffer (4) auf einer über den Zünderkörper (1, 2) geschobenen Hülse (3) befindet.