AT126505B - Vorrichtung zum Einhalten eines bestimmten Augenabstandes von der Arbeitsfläche. - Google Patents

Vorrichtung zum Einhalten eines bestimmten Augenabstandes von der Arbeitsfläche.

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AT126505B
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Gustav Henkel
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Gustav Henkel
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  Vorrichtung zum Einhalten eines   bestimmten   Augenabstandes von der Arbeitsfläche. 



   Die Erfindung bezweckt das Einhalten eines bestimmten Augenabstandes von der Arbeitsfläche und die Erziehung zu einer guten Körperhaltung. 



   Zur Erzielung einer richtigen Körperhaltung beim Schreiben und Lesen sind schon verschiedene Vorrichtungen bekanntgeworden, u.   zw.     Halte-und Stützvorrichtungen für Rucken, Schultern,   Arme oder die Brust. Die Vorrichtungen wirken aber nicht   erzieherisch   und kräftigend auf das Kind. Weiter ist ein Geradehalter bekanntgeworden, der aus einem am Arbeitspult anzubringenden Bügel besteht, dessen Querstab in Stirnhöhe liegt, so dass das Kind beim Vorneigen an den Querstab stossen muss.

   Abgesehen davon, dass Voraussetzung für seine Anwendung stets ein Anbringungsgegenstand (Pult, Platte) war, erforderte diese Vorrichtung zunächst für jede Arbeit eine Neueinstellung, und sie bedeutete dem Kinde gleichfalls nur ein unangenehmes Zwangsmittel, mit dem es sich gegebenenfalls nur deshalb abfand, weil diese Vorrichtung der Neigung des Kindes zum Sichgehenlassen noch Vorschub leistete dadurch, dass sie eben eine Stütze für Stirn und damit auch den Körper war und sein sollte.

   Unterband sie somit den eigentlichen Endzweck, die Übung und Stärkung der   Rückenmuskulatur   des Kindes, so hatte sie in vielen Fällen noch die schädliche Nebenwirkung, beim Kinde durch den aus der Anlehnung sich ergebenden anhaltenden Druck allmählich Unbehagen und Kopfschmerzen auszulösen, denn das in die Arbeit vertiefte Kind wurde sich der eigentlichen Ursache des Unbehagens kaum bewusst und unterliess es also, den Kopf vom Stützbügel zu nehmen. Vielfach wird es in der Praxis auch weniger die Stirn als vielmehr den durch Haar geschützten Schädel gegen die Stütze gelehnt haben, da das Kind erfahrunggemäss die Arbeit stets nahe an sich heranbringt, wodurch die Blieklinie eine mehr senkrechte als schräge wird, das bedeutet aber, dass es trotz   Stützbügel   bei krummer Haltung geblieben ist.

   Somit ergab sich bei Daueranwendung dieser Vorrichtung Schwächung anstatt Stärkung der   fraglichen   Muskeln, und ein Nutzen trat nicht ein. Ihre Einführung in Schulen war unmöglich aus dem Grunde, weil das fortwährende An-und Abstellen bei Platz-und Lehrstoffwechsel eine   unerträglich   Unruhequelle, auch die Verschiedenheit der Grösse der Kinder ein Hindernis gewesen wäre. Gänzlich unberücksichtigt wie bei den andern Vorrichtungen ist aber auch hier das wichtige psychologische Moment der freiwilligen Mitarbeit des Kindes durch ein Anregungsmittel. 



   Gemäss der Erfindung sollen die den bekannten Vorrichtungen anhaftenden Übelstände vermieden werden. Die Erfindung unterscheidet sich grundsätzlich von den bekannten Vorrichtungen dadurch, dass sie keine Stütze ist, sondern ein die Arbeit des Kindes an ihrem Ausführungsort im Arbeitsfeld so 
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 durch wieder eingenommene einwandfreie   Körper-und Kopfhaltung   selbsttätig wieder aus dem Bereich des Arbeitsfeldes genommen wird. 



   In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in zwei Ausführungen dargestellt. Fig. 1 zeigt die Vorrichtung in Bereitschaft, Fig. 2 in letzter   Störungsauswirkung,   von der Seite gesehen, Fig. 3 die Ansicht von vorn. 



   Das Haltemittel a, ein das Kind in keiner Hinsicht belästigender Stirnreif aus zweckdienlichem   Stoff (Pappe, Leder, Stoff, Metall u. a. m. ), zeigt an der Vorderseite ein mit dem Haltemittel fest oder   lösbar vereintes   Verbindungsstück   b zur Aufnahme der   Störungsvorriehtung,   beispielsweise ein Metallrohr mit Stahlbügel. Die beiden Schenkelenden werden hinten durch Gummiband, Klemmen usw. a 

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 zu einem geschlossenen Ring vereinigt, sofern das Haltemittel nicht von vornherein als ein geschlossenes Stück gestaltet ist. Das Haltemittel kann den verschiedenen   Kopfgrössen   angepasst werden. Natürlich kann die Vereinigung auch durch einfaches Ineinanderschieben der Schenkel bewirkt werden.

   Das Ver-   bindungsstück   b stellt einen Einsteekhohlraum dar, in welchem durch Klemmwirkung od. ähnl. das Störungsmittel c und   d   gehalten wird. Selbstverständlich kann die Vereinigung auch durch eine   Ansteekvorrichtung   geschehen. Das Störungsmittel kann aus einem oder mehreren Teilen bestehen. Der obere Teil besteht aus einem Hohlkörper   c,   der-an seinem oberen Ende gebogen ist ; in sein unteres Ende ist ein gebogener elastischer Draht d mit seinen beiden Enden eingeführt, so dass eine Schlaufe (Fig. 3) gebildet- ist, die durch einen Schieber e, der beide Enden zusammenfasst, in Grösse und Form verändert werden kann. Durch mehr oder minder weites Einschieben des Drahtes in den Hohlkörper c kann auch die Länge des ganzen Störungsmittels verändert werden.

   Die   Drahtschlaufe   d ist in bestimmter Absicht nach innen gebogen, um die Anwendungswirkung, die sich schon bei gerader Richtung zeigen würde, vollkommener auszulösen. Sind   Halte-und Storungsmittel   miteinander verbunden, so ist die Vorrichtung, in den weiteren   Ausführungen   Arbeitskrone benannt, gebrauchsfertig. 



   Bei Arbeitsbeginn setzt das Kind die Arbeitskrone so auf den Kopf, dass sie bei gerader oder leicht geneigter Kopf-und Körperhaltung in einem gewissen Abstand über das Arbeitsfeld ragt (Fig. 1) ohne Behinderung des Blickfeldes wie der Arbeit. Sobald das Kind nach alter gesundheitswidriger Gewohnheit sich stärker nach vorn bezw. unten neigt, folgt das Störungsmittel c, d, das im stumpfen Winkel zum Haltemittel steht, dieser Neigungsbewegung und tritt, in der Richtung zum Arbeitsfeld, durch die Krümmung der Drahtschlaufe d beschleunigt, zunächst ins Blickfeld, später völlig hindernd in das Arbeitfeld und stösst endlich auf die Arbeitsplatte 'auf, wodurch auch der Gefühlssinn geweckt wird. Zu dieser Behinderung wird es aber kaum kommen, weil sich die Störung schon vorher genügend auswirkt.

   Um ein Fortgleiten des Bügels usw. zu verhindern, ist die tiefste Stelle mit einem kleinen Pfropfen aus haftendem Stoff (Gummi usw.) g, der hemmend wirkt, versehen. 



   Einer gegenseitigen Verletzung durch das Störungsmittel bei etwaiger gemeinsamer Arbeit mehrerer Kinder, etwa infolge plötzlicher   Dreh-oder Ruckbewegung,   ist dadurch vorgebeugt, dass das Störungsmittel im ganzen, insbesondere aber der untere Teil, drehbar gemacht ist, derart, dass es bei geringster seitlicher Berührung sich drehend querstellt, auch infolge seiner Elastizität sonst noch nachgibt. Nach einer gewissen Zeit der Anwendung wird die weitere Benutzung der Arbeitskrone sich erübrigen, weil die eingetretene Stärkung der   Rückenmuskulatur   das Kind zu guter Körperhaltung gebracht hat. 



   Die zweite Darstellung, Fig. 4 und 5, zeigt eine weitere Ausführung des Störungsmittels, darstellend einen geraden Stab c, dessen ein spitzwinklig gebogenes Ende in das Verbindungsstück b gesteckt wird, so dass der Stab in schräger Richtung nach oben steht. Die Spitze des Stabes ist zu einer Rund-oder sonstwie gestalteten Schleife gebogen. Der Stab trägt zwei mittels Schnur, Kettchen od. dgl. verbundene Kugeln d, e, f oder sonstwie geformte Gegenstände, wovon die eine, d, auf dem Stabe c gleitbar sitzt. 



  Bei gerader Kopfhaltung befindet sie sich dicht am Haltemittel. Die zweite Kugel e hängt am vordern Ende des Stabes unterhalb der Schlaufe frei in der Luft, gehalten von der Verbindungsschnur f. Bei einer bestimmten Neigung des Kopfes bzw. Körpers kommt der bisher schräg nach oben zeigende Stab in eine gerade, schliesslich nach unten neigende Lage, Fig. 5, und die hängende Kugel gleitet infolge ihrer Schwere soweit herab, bis die mit ihr verbundene naehgleitende zweite Kugel in der Spitzenschlaufe einen Halt findet. Die hängende Kugel befindet sich nun pendelnd erinnernd im Blick-und Arbeitsfeld. 



  Durch einen Zug an der Kugel   d   können beide Kugeln wieder in die   Ursprungslage     (Fig.   4) zurückgebracht werden und sind dann wieder in Bereitschaft, solange das Kind richtig sitzt. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Einhalten eines bestimmten Augenabstandes von der   Arbeitsfläche   und zum Erzielen richtiger Körperhaltung, bestehend aus einem als Stirnreif oder Kappe ausgebildeten, auf dem Kopf zu tragenden Halter, an dem eine   Störungsvorrichtung   angeordnet ist, die bei Neigung des Kopfes nach vorn um einen bestimmten Winkel selbsttätig erinnernd oder hindernd in das Arbeitsfeld tritt.

Claims (1)

  1. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Störungsvorrichtung ein Stab dient, an dem zwei miteinander verbundene Kugeln gleitend angebracht sind. EMI2.1
AT126505D 1930-04-05 1931-04-01 Vorrichtung zum Einhalten eines bestimmten Augenabstandes von der Arbeitsfläche. AT126505B (de)

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