<Desc/Clms Page number 1>
Steinbrecher.
Den Gegenstand der Erfindung bildet ein Steinbrecher, welcher zur rationellen Erzeugung von Riesel bzw. Rieselsand geeignet ist. Diese nicht nur für den Betonbau, sondern insbesondere für den modernen Strassenbau ausserordentlich wichtige Erzeugung stösst auf grosse Schwierigkeiten u. zw. aus folgenden Gründen : Der fertige Riesel soll möglichst eine kubische Form haben, die gewünschte Korngrosse beträgt 4-12 mm, gegebenenfalls 2-15 wu. Sand von
EMI1.1
bis zu einem gewissen Verhältnis verwendbar. In vielen Fällen ist ein besonders hartes Gestein zu verarbeiten, das eine rasche und hohe Abnutzung der Brechbacken zur Folge hat.
Die bisher zur Rieselerzeugung verwendeten Brecher lieferten nun alle einen viel zu hohen Prozentsatz an zu feinem bzw. zu grobem Korn, die Breckbacken boten eine zu geringe abnutzbare Querschnittsfläche, so dass ihre Lebensdauer nur eine geringe war. Die Rieselerzeugung war daher höchst unrationell.
Die erwähnten Nachteile werden gemäss der Erfindung durch eine besondere, von der bisherigen wesentlich abweichende Rillenform beseitigt und so ein Steinbrecher geschaffen, welcher sieh in hervorragendem Masse zur rationellen Riesel- bzw. Rieselsanderzeugung eignet.
Die Rillenform gemäss der Erfindung ist beispielsweise in einigen Ausführungsformen in
EMI1.2
vergleichsweise die bisherigen Rillenformen mit 60 , 90 und 75 Kantenwinkel ersichtlich gemacht.
In allen Darstellungen sind die Begrenzungslinien der Rillen von der festen wie auch von der beweglichen Brechbacke in ihrer weitesten Arbeitsstellung gezeichnet. Der Zwischenraum zwischen den voll gezogenen Linien zeigt daher die maximale Spaltweite an ; die engste Spaltweite ist in allen Fällen durch eine strichpunktierte Linie gegenüber der voll ausgezogenen Linie der festen Brechbacke angegeben. Die bisherigen Rillenformen bei den Brechbacken bestehen nun, wie die Fig. 2-4 zeigen, aus geradlinig begrenzten Rillen von 60-90 Kanten- winkel. Bei der Bewegung der beweglichen Brechbacke gegen die feste wird das zwischen diesen beiden Backen befindliche Gestein zerkleinert. beim Zurückgehen fällt sodann das
EMI1.3
zwischen fester und beweglicher Backe zulässt, durch.
Nachdem nun die Spaltweite nicht grösser werden darf, als wie die maximal wichtigste
EMI1.4
<Desc/Clms Page number 2>
Es ist ersichtlich, dass sowohl bei der Rillenform nach Fig. 2, vielmehr noch aber bei der Rillenform nach Fig. 3 das gebrochene Gestein oder der Riesel bzw. Sand ungehindert in Korngrösse von einer ziemlich grossen rechteckigen Form (die Querschnittsform zwischen den Rillen zeigt ein verschobenes Rechteck) durchfallen kann.
Nun ist aber bekanntlich jedes und insbesondere das Hartgestein geneigt, in platliger Form zu zerbrechen, d. h. bei den vorliegenden, alten Rillenformen erhält man einen ausserordentlich grossen Prozentsatz an grobstückigem und noch dazu plattig gebrochenem Gestein bzw. Riesel.
Man war daher bestrebt, die Spaltweite bei der engsten Arbeitsstellung des Brechers möglichst klein zu halten. Dies hat aber den Übelstand zur Folge, dass man dann einen zu grossen Prozentsatz an unverwendbarem feinen Sand erhält, nachdem dann die Brechbacken auf ihrer ganzen Fläche in ihrer engsten Stellung sich beinahe oder ganz berühren. Auch wird die Beanspruchung des Brechers bei einer zu engen Einstellung der Spaltweite ausserordentlich hoch, ebenso der Kraftverbrauch des Brechers.
Man hat nun den Weg beschritten, anstatt der bisher gebräuchlichen groben Rillenform (Fig. 2 und 3) eine feinere Rillenform mit entsprechend geringerer Breite und Höhe zu verwenden (Fig. 4). Diese Rillenform hat jedoch den Prozentsatz an unverwendbarem feinen Sand noch vergrössert, allerdings wurde das grobe Toni, wenn auch nicht in dem gewünschten Ausmass, so doch bis zu einem gewissen Grade vermieden.
Der grösste Nachteil dieser feineren Rillenform liegt jedoch darin, dass diese kleinen Rillen in kürzester Zeit abgenutzt sind und daher für die rationelle Zerkleinerung, insbesondere des Hartgesteins, wo auf höchste Rentabilität Wert gelegt wird, nicht verwendet werden kann.
Ganz anders liegen die Verhältnisse bei der Rillenform nach der Erfindung (Fig. 1).
Diese zeigt zunächst bei starker Abrundung oder Abstumpfung der Rillen oben am Kopf sowohl wie auch am Grund (Krümmungsradius ungefähr 6 mm) steilere Flanken an den Seiten. die einen wesentlich kleineren Winkel einschliessen als wie die bisher gebräuchliche Rillenform bis 60 (Fig. 2), viel kleiner noch gegenüber der zweiten alten Rillenform 75-90 (Fig. 3 und 4).
Durch diese Rillenform wird vor allen Dingen die abnutzbare Querschnittsfläche um mehr als 50% gegenüber der alten 60 und 90 igen Rillenform erhöht, wobei gerechnet wird, dass bis zum Endverschleiss der gesamte Rillenquerschnitt als solcher durch die Abnutzung verschwunden ist.
Gegenüber der sozusagen als Nothilfe angewendeten kleinen Rillenform beträgt der abnutzbare Querschnitt sogar mehr als wie 3500/0, daher mindestens eine um das gleiche Verhältnis längere Lebensdauer.
Von grundlegender Bedeutung ist ferner, dass sich bei dieser Rillenform die Öffnung zwischen den Brechbacken sowohl bei der engsten wie auch bei der grössten Spaltweite als eine Fläche darstellt, die sich in ununterbrochener Reihe zusammensetzt, aus je einer Fläche
EMI2.1
einerseits, anderseits aus den gleichen Zwischenräumen bzw. Flächen zwischen den Flanken der beiden Rillen, welche einen viel engeren Spalt aufweisen. Die neue Form der Rille hat nun den ausserordentlich grossen Vorteil, dass vorerst das Gestein nicht plattig gebrochen werden kann.
Während bei der alten Rillenform das plattig gebrochene Material ungehindert durchfallen konnte, ist dieses bei der neuen Rillenform nicht mehr der Fall, denn in dem Raum zwischen den Flanken der Rillen kann ein plattiges Gesteinsstück nicht durchfallen, weil beim Hartgestein schon vorher durch die Einschnürung das Gestein zerspringt, um so mehr als diesen Flanken zweckmässig auch eine leicht konvexe Form gegeben wird, wodurch, selbst wenn ein rechteckiger plattiger Splitter sich darin befindet, derselbe in Enddruck doch zu mehreren Teilen mehr kubischer Form zerkleinert wird.
Anderseits kann, wie Fig. 1 zeigt, auch bei engster Arbeitsstellung der Brechbacken zwischen Kopf und Grund der Rille immer nur ein annähernd kubisch gebrochenes Rieselkorn durchfallen u. zw. bildet das Verhältnis der Flächen dieser gerundeten Zwischenräume zusammengenommen zum ganzen Zwischenraum zwischen den beiden Brechbacken ein ausserordentlich günstiges ; demzufolge wird durch diese Rillenform ein hoher Prozentsatz an Mittelkorn in der Grösse von 4-12MM bzw. 2-ISM erzielt und die erste Voraussetzung für die rentable Riesel bzw. Rieselsanderzeugung ist gegeben, indem möglichst viel Mittelkorn erzeugt wird.
Durch den verhältnismässig geringen Querschnitt, dargestellt durch den Raum zwischen den Flanken bis zur Begrenzung des Kopfes bzw. des Grundhalbkreises ist auch die Gewähr gegeben, dass der Prozentsatz an feinem Korn, zuzüglich des allgemein durch die Zersplitterung entstehenden Staubes, gegenüber dem verwendbaren Mittelkorn einen geringeren Prozentsatz ausmacht, weitaus geringer, als bei den früher üblichen Rillenformen. Auch hat man es in der Hand. den Brecher mit grösserer Spaltweite arbeiten zu lassen. wodurch einerseits dite korngrösse
<Desc/Clms Page number 3>
des zu erzeugenden Riesels bzw. das Verhältnis des Mittelkornes zum Sand nicht, wesentlich ungünstiger gestaltet wird. anderseits der Brecher jedoch viel leichter und mit geringerem Kraftaufwand arbeitet.
Auch bei der Abnutzung, die im praktischen Betrieb vor sich geht, so zwar, dass die Rillenform allmählich verflacht, bleiben die Vorteile der neuen Rillenform bestehen, bis die Rillen fast zur Gänze verschwunden sind, d. h. durch die verhältnismässig'enge Stellung der Rippen nebeneinander wird immer ein entsprechendes Mittelkorn erreicht, was bei den alten Rillenformen nicht möglich ist, wobei die feinere Rillenform (Fig. 4) sich infolge ihrer geringen Haltbarkeit schon selbst von der rentablen Rieselerzeugung ausschliesst.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Steinbrecher, dadurch gekeknnzeichnet, dass die Rillen der Backen derart geformt sind, dass die zwischen den Rillen beider Backen verbleibende Spaltöffnung bei jeder Spaltweite sich fortlaufend aus zwischen dem Kopf der Rille und dem Grund der gegenüberliegenden Backe verbleibenden grösseren Zwischenräumen geschlossener bzw. gerundeter Form von überwiegendem Flächenmass und aus zwischen den Flanken der beiden Rillen verbleibenden, viel geringflächigeren Spaltteilen, die sich zweckmässig auch noch gegen die Mitte verengen, zusammensetzt.