AT126134B - Verfahren zur Herstellung von Zementen, Baustoffen, Putz- und Anstrichmassen aus Schlick od. dgl. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Zementen, Baustoffen, Putz- und Anstrichmassen aus Schlick od. dgl.

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AT126134B
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Kolloidchemie Studiengesellsch
Johannes B Carpzow
Robert Lenzmann
Martin March
Hermann Sanders
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Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung von Zementen, Baustoffen,   Pntz-und Anstrichmassen aus  
Schlick od. dgl. 



   Man hat bereits vorgeschlagen, keramische Erzeugnisse durch Brennen von Schlick herzustellen. 



   Demgegenüber gründet sich die Erfindung auf die Beachtung, dass die im frischen, d. h. naturfeuchten   Salz-oder Süsswasserschlick   od. dgl. in Mengen von etwa   20-GO 0/0   enthaltenen Kolloidstoffe von mikroskopischer Kleinheit äusserst reaktionsfähige Körper darstellen, die befähigt sind, mit zahlreichen Oxyden, Salzen und Verbindungen der Metalle Verbindungen einzugehen, da diese Kolloidstoffe im wesentlichen aus ungesättigten Siliziumverbindungen bestehen, die sich von der Kieselsäure bzw. den normalen Silikaten durch einen Mindergehalt an Sauerstoff unterscheiden und deshalb grosse Neigung zeigen, sich mit Sauerstoff zu sättigen, wobei sich bei Gegenwart von Metallverbindungen die entsprechenden einfachen oder komplexen Silikate bilden.

   Die Kolloidstoffe des Schlicks gehen hiebei aus dem reaktionsfähigen kolloidalen in den reaktionsträgen amorphen Zustand über und verlieren damit ihre ursprüngliche Reaktionsfähigkeit dauernd. Dieser Übergang vollzieht sich auch schon beim Trocknen an der Luft und noch schneller bei Temperaturen von   1000 C   und darüber. Hingegen kann die ursprüngliche Reaktionsfähigkeit der Schlickkolloide, wie weiter gefunden wurde, noch dadurch künstlich gesteigert werden, dass man den rohen Schlick oder die daraus durch Schlämmen und Ausschleudern oder Absitzenlassen der amorphen und hartkristallinischen Bestandteile gewonnenen kolloidalen Bestandteile desselben in   aufgeschlämmtem   Zustande unter Luftabschluss einige Tage sich selbst überlässt.

   Dieses Ergebnis findet seine Erklärung vermutlich darin, dass sich bei dieser Behandlung die anaeroben Bakterien des Schlicks derart vermehren, dass sie die Oberhand über die aeroben gewinnen, wodurch eine Verminderung des Sauerstoffgehaltes und eine weitere Zerkleinerung der Kolloidstoffe bewirkt wird. Diese künstliche Aktivierung oder Steigerung der Reaktionsfähigkeit der kolloidalen Schlickbestandteile kann durch einen Zusatz von Bakteriennährstoffen sowie von anaeroben Bakterienkulturen noch beschleunigt oder begünstigt werden. 



   Die Erfindung besteht hienach darin, dass man frischen, d. h. naturfeuchten oder noch besonders aktivierten Schlick oder die daraus abgeschiedenen kolloidalen Bestandteile desselben zweckmässig unter Luftabschluss mit Verbindungen solcher Metalle innigst vermischt, welche mit den Kolloidstoffen des Schlicks wasserbeständige einfache oder komplexe Silikate bilden, somit insbesondere mit Verbindungen der Schwer-und der Erdmetalle und in Kombination mit diesen auch der Erdalkalimetalle, die Mischung dann einige Zeit lagert, bis die Einwirkung der Komponenten aufeinander beendet ist.

   Die so erhaltenen hydraulisch abbindenden Produkte sind zum Teil ohne weiteres als Baustoffe, zur Herstellung von Formlingen, sowie nach Anrühren mit Wasser als Anstrichmassen oder als Wandputz, gegebenenfalls in Verbindung mit hydraulischen Bindemitteln, verwendbar, zum Teil ergeben sie beim Brennen besonders hochwertige Zemente. In gewissen Fällen kann man an Stelle von feuchtem Schlick diesen auch in getrocknetem Zustande zur Anwendung bringen, doch muss in solchem Falle das Trocknen unter Ausschluss von Luft und bei möglichst niedrigen Temperaturen, zweckmässig unter   800 C vorgenommen werden,   da sonst die kolloidale Struktur und der ungesättigte reaktionsfähige Zustand der kolloidalen Schlickbestandteile aufgehoben und diese in den amorphen reaktionsträgen Zustand übergeführt werden.

   Durch einfaches Vermischen so behandelten Schlicks mit Zementen kann man deren hydraulische Eigenschaften, ihre Abbindfähigkeit und Druckfestigkeit erhöhen. 



   Das neue Verfahren wird an folgenden Ausführungsbeispielen näher veranschaulicht, wobei unter" Schlick" durchweg die durch Ausschlämmen und Sedimentierung aus rohem, naturfeuchten Schlick gewonnenen kolloidalen Bestandteile desselben verstanden sein sollen :
Beispiel 1 : 100 Teile Schlick werden mit 20 Teilen eines wasserlöslichen Metallsulfats, z. B. Aluminiumsulfats innigst vermischt und nach   24 stündigem   Lagern getrocknet und gemahlen. Das Produkt lässt sich in Verbindung mit Zement oder Mörtel zur Herstellung   von Wand-und Dachplatten   sowie als Putz oder Anstrichmassen verwenden. 



   Beispiel 2 : 100 Teile Schlick werden mit 10 Teilen Chromoxyd oder Kobaltoxyd oder Titanoxyd innig gemischt, das Gemisch nach 24 Stunden luftgetrocknet und bei 800  C geglüht und gepulvert. Die so erhaltene Masse kann zum Anfärben oder Durchfärben von Kalksandsteine dienen. Ein durch Aufspritzen dieser Farbe erzielter dünner Überzug haftet fest auf dem Kalksandstein. 

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   Beipsiel 3 : 100 Teile Schlick werden mit 20 Teilen pulverisiertem Bauxit und 10 Teilen pulverisiertem Bariumsulfat innigst gemischt, das Gemisch unter Luftabschluss einige Zeit gelagert, dann luftgetrocknet und schliesslich bei etwa   800 - 9000 C   geglüht und gemahlen. 



  Die erhaltene Masse liefert einen besonders hochwertigen Zement. 



   Beispiel 4 : 100 Teile Schlick werden mit 20 Teilen Magnesiumsulfat und 10 Teilen Magnesiumchlorid innigst gemischt, das Gemisch möglichst unter Luftabschluss einige Zeit gelagert, dann luftgetrocknet, und schliesslich bei etwa   800-900  C   geglüht. Auch die so erhaltene Masse liefert einen guten Zement. 



   Beispiel 5 : 200 Teile in beschriebener Weise künstlich aktivierter Schlick werden mit 5 Teilen Bariumsulfat, 10 Teilen Magnesiumsulfat, 10 Teilen Braunstein, 10 Teilen Eisensulfat und 10 Teilen Bauxit innigst vermischt, die Mischung nach einigem Lagern unter Luft-,   abschluss   getrocknet, bei 900  C geglüht und dann gepulvert. Wünscht man einen derartigen Zement gefärbt zu haben, so ist dem Schlick vorher eine entsprechende   glühbeständige   Farbe beizumischen. 



   Beispiel 6 : 100 Teile Schlick werden mit 20 Teilen Magnesiumsulfat, 20 Teilen Magnesiumchlorid und 10 Teilen Titandioxyd gemischt, nach 24stündigem Lagern luftgetrocknet, und dann bei   800-1000  C   geglüht und gepulvert. Man erhält auf diese Weise eine wetterfeste Anstrichmasse, z. B. für Hausfassaden und Eisenhochbauten. Wünscht man dieselbe gefärbt zu haben, so ist dem Schlick vorher die entsprechende glühbeständige Farbe beizumischen. 



   Beispiel 7 : 100 Teile Schlick, 20 Teile Kaolin und 20 Teile pulverisierte Hochofenschlacke, oder 100 Teile Schlick, 20 Teile Talcum und 20 Teile Eisenoxyd werden geschlämmt, einige Tage gelagert, dann luftgetrocknet und gepulvert. Die gepulverte Masse wird mit kieselsauren Alkalilösungen, oder löslichen Fluorverbindungen in wässeriger Lösung angeteigt, entweder als flüssiger Zement verwendet oder mit Druck zu Platten bzw. Formlingen gepresst. 



   Beispiel 8 : 100 Teile Schlick, 30 Teile Calciumsulfat, möglichst rohes, natürlich vorkommendes Hydrat, in feingemahlener Form und 20 Teile Eisenoxyd werden innigst vermischt einige Tage gelagert, dann luftgetrocknet zu Bausteinen geformt bzw. gepresst und langsam von 200 bis zu etwa   9000 erhitzt.   



   Beispiel 9 : 100 Teile Schlick, 10 Teile Mangandioxyd, 10 Teile Eisenoxyd und 20 Teile Calciumkarbonat oder Calciumsulfat, werden vermischt einige Tage gelagert, dann langsam getrocknet, durch Pressen zu Bausteinen geformt und wie üblich gebrannt unter langsamer Hitzesteigerung von 200 bis auf etwa 900  C. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Zementen, Baustoffen, Putz-und Anstrichmassen aus Schlick od. dgl., dadurch gekennzeichnet, dass man Schlick oder die daraus durch Abschlämmen od. dgl. abgeschiedenen Kolloidstoffe im naturfeuchten bzw. noch reaktionsfähigen Zustande mit Oxyden oder Salzen solcher Metalle, welche mit den   Siliziumverbinduugen   des Schlicks gegen Wasser und schwache Säuren beständige einfache oder komplexe Silikate bilden, in innige Berührung bringt und die erhaltenen Produkte gegebenenfalls in bekannter Weise brennt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass das Vermischen des Schlicks oder der daraus abgeschiedenen Kolloidstoffe mit den nach Anspruch 1 zuzusetzenden Komponenten unter Luftabschluss, z. B. im Vakuum erfolgt.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass man den Schlick oder die daraus abgeschiedenen Kolloidstoffe vor dem Vermischen mit den anderen Komponenten längere Zeit im aufgeschlämmten Zustande unter Luftabschluss, gegebenenfalls unter Zusatz von Bakteriennährstoffen und anaeroben Bakterienkulturen sich selbst überlässt.
    4. Verfahren. nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlick oder die daraus abgeschiedenen Kolloidstoffe vor dem Vermischen mit den anderen Komponenten, zweckmässig unter Luftabschluss, bei Temperaturen unter 80 C nur so weit getrocknet werden, dass die kolloidale Struktur und der ungesättigte Zustand derselben im wesentlichen erhalten geblieben sind.
AT126134D 1928-06-05 1928-06-05 Verfahren zur Herstellung von Zementen, Baustoffen, Putz- und Anstrichmassen aus Schlick od. dgl. AT126134B (de)

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