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Kiihlofen zum Ausgliihen von Glas, insbesondere von Glastafeln.
Die Erfindung bezieht sich auf einen Kühlofen für Glas, insbesondere zum Ausglühen von Glastafeln oder-platten, bei welchen zur Fortbewegung der Glastafeln Walzen vorgesehen sind ; der Ofen ist hauptsächlich bestimmt, in Verbindung mit einer Glasauswalzvorriehtung, die absatzweise arbeitet, zusammenzuwirken.
Die an die Glasauswalzvorriehtung anschliessenden Transportwalzen laufen in bekannter Weise stets nach vorwärts um ; erfindungsgemäss drehen sich die Walzen einer zweiten Walzengruppe absatz- weise nach vor-oder rückwärts, so dass das Vorrücken der Glastafeln durch den Ofen insgesamt wesentlich geringer ist als die Formgeschwindigkeit der Tafel. Zwischen diesen beiden Walzengruppen ist noch eine Gruppe von Transportwalzen angeordnet, die abwechselnd in Gleiehlauf zu den Walzen der ersten oder der zweiten Gruppe gebracht werden, damit Ausbuchtungen oder Brüche der Glastafel beim Übergang von der ersten Walzengruppe auf die Gruppe der Reversierwalzen vermieden werden.
Die Walzen laufen in einer länglichen Kammer oder in einem Tunnel um, in der bzw. in dem ziemlich hohe Temperaturen aufrechterhalten werden ; die Geschwindigkeit, bei der die Glastafel hergestellt wird, bestimmt, ob oder in welchem Ausmasse es nötig ist, die Walzen zu kühlen.
Die letzteren werden vorzugsweise aus gegen grosse Hitze widerstandsfähigem Metall in Röhrenform hergestellt, wodurch bei möglichst geringem Gewicht die grösste Festigkeit auch bei hoher Temperatur erreicht wird.
In dem Kühlofen ist die Aufrechterhaltung der hohen Rotationsgeschwindigkeit der Walzen notwendig, um Formveränderungen der Glastafel zu verhindern und die Drehrichtung dieser Walzen wird absatzweise und gleichmässig umgekehrt, abhängig von der Geschwindigkeit, mit der die Glastafel sich bewegen muss, um eine Formänderung derselben hintanzuhalten. Die Glasmasse wird aus dem Tiegel zwischen die Formwalzen eingegossen ; das Auswalzen der Tafel erfordert eine bestimmte Zeit und einen annähernd gleichen Zeitraum zwischen der Formung der einzelnen Tafeln.
Die Geschwindigkeit der Vor-und Rückbewegung der Glastafeln, die mit der Umfangsgeschwindigkeit der Walzen des Kühlofens übereinstimmt, ist dieselbe wie die der Glastafelformung und der Unterschied in der von der Glastafel zwischen der Vor-und Rückwärtsbewegung zurückgelegten Distanz in der Zeiteinheit ist gleich der Länge der geformten Tafel, geteilt durch die zur Formung der Tafel benötigte Zeit und das zwischen der Herstellung der einzelnen Tafeln eingehaltene Zeitintervall. Wenn z. B. alle zehnMinuten eine Glastafel geformt wird, deren Länge 30 m beträgt, so beträgt die fortschreitende Bewegung der Tafel in dem Kühlofen 3'1n in der Minute.
Eines der wichtigsten Merkmale der vorliegenden Erfindung ist deshalb darin gelegen, dass der Kühlofen als eine Mehrzahl von Walzen zusammengesetzt ist, die mit einer gegebenen Geschwindigkeit umlaufen, wobei durch geeignete Mittel die Drehrichtung der Walzen in gewissen Zeitabständen umgekehrt wird, unter Beibehaltung der gleichen Umlaufgeschwindigkeit. Ein weiteres Merkmal der Erfindung ist die Anordnung einer selbsttätigen Steuerung der Wirkungsweise der Walzen.
Die Walzen, welche die Glastafel nach Verlassen der Formeinrichtung aufnehmen, laufen in bekannter Weise nur in der Richtung nach vorwärts um, während die anderswo im Ofen befindlichen Walzen absatzweise nach vor-und nach rückwärts sich drehen. Um Stauchungen und Ausbiegungen der Glastafel bei der Fortbewegung zu den Reversierwalzen zu verhindern, ist an dieser Stelle zwischen den ständig nach vorwärts sich drehenden Walzen und den Reversierwalzen ein Satz von Transportwalzen vorgesehen.
Diese Transportwalzen drehen sich zunächst in Übereinstimmung mit den nach vorwärts
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umlaufenden Walzen ; wenn die Glastafel zur Gänze auf den Transportwalzen ruht, wird die Drehrichtung derselben mit den absatzweise nach verkehrten Richtungen umlaufenden Walzen des restlichen Ofenteiles selbsttätig in Übereinstimmung gebracht. Die selbsttätige Steuerung dieser Transportwalzen bildet auch einen Teil der Erfindung.
Bei der Erzeugung von Glastafeln in Walzen1. iihlöfen ist es oft nötig, ganze Tafeln derselben zu entfernen, weil sich entweder bei der Herstellung der Tafel Fehler ergeben haben oder weil die Tafel auf ihrem Weg durch den Ofen in Brüche gegangen war. Bei der vorliegenden Erfindung ist für für diese Fälle ein Verteilersehalter, der gleichfalls ein wichtiges Merkmal der Erfindung bildet, vorgesehen ; die Walzen des Ofens sind in mehreren Gruppen oder Sektionen angeordnet und es können die Walzen irgendeiner Sektion oder einer Anzahl solcher Sektionen durch den erwähnten Verteilersehalter veranlasst werden, sich entweder vorwärts oder rückwärts oder abwechselnd vor-und rückwärts zu drehen.
Ferner kann durch diesen Verteilerschalter die relative Dauer der Vor-und Rüekwärtsdrehung der Walzen nach Wunsch geregelt werden, ohne die Umfangsgeschwindigkeit der Walzen zu ändern.
Ein weiterer Teil der Erfindung besteht darin, dass die einzelnen Sektionen des Kihlofens unab- hängig voneinander entfernt werden können. Die Walzen können überdies jede für ich herausgenommen werden, ohne die Arbeitsweise der restlichen Walzen unterbrechen zu müssen.
Zur Beheizung des Ofens an den Seiten und in der Mitte sind getrennte Heizvornehtungen vor- gesehen, die über und unter der Transporteinrichtung im Ofen angeordnet sind, wodurch eine gleich- mässige Erhitzung des Ofens und ein gleichmässiges langsames Auskühlen des Glases erreicht wird.
Am Ofeneingang sind von Hand zu bewegende Türen angebracht, um durch Schliessen dieser
Türen dem Ofen die Hitze zu erhalten, wenn er nicht in Tätigkeit ist. Schliesslich sind noch geeignete
Mittel zum Entfernen der gekühlten Glastafeln aus dem Ofen vorgesehen.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel eines solchen erfindungsgemäss ausgebildeten Ofens dargestellt, u. zw. zeigt Fig. 1 eine schematische Seitenansicht des Kühlofens und des Formmechanismus für die Glastafel, Fig. 2 eine schematische Ansicht in grösserem Massstabe mit teilweisem Schnitt des
Auslaufstückes des Formmeehanismus, Fig. 3 einen lotrechten Längsschnitt zweier benachbarter Ofen- sektionen an der Stelle, wo die hocherhitzte mit dem kühlenden Teil des Ofens zusammentrifft, Fig. 4 einen Querschnitt nach der Linie 4-4 der Fig. 3, Fig. 5 einen lotrechten Schnitt der Ausbildung und
Lagerung der Walzen der Fig. 4 in grösserem Massstabe, Fig. 5a eine Einzelheit, Fig. 6 einen Querschnitt nach der Linie 6-6 der Fig. 3 mit dem Walzenantrieb, Fig.
7 die vordere Stirnansieht des Ofens mit den verschiebbaren Türen, Fig. 8 und 8a in schematischer Ansicht das Vorrücken einer Glastafel durch den ersten Teil des Ofens, Fig. 9 eine Seitenansicht einer Ofensektion mit dem Walzenantrieb, Fig. 9a einen
Schnitt nach der Linie a-b der Fig. 9 im grösseren Massstabe, Fig. 10 und 11 Seitenansichten des kühlen
Teiles des Ofens mit den Zwischenwalzen und der Einrichtung zum Abheben der Glastafel, Fig. 12 eine
Stirnansicht dieser letztgenannten Einrichtung, Fig. 13 den Schaltungsplan der Steuerungseinriehtung für die Ofenwalzen, Fig. 14 ein Diagramm, darstellend den normalen Weg einer den Kühlofen durch- wandernden Glastafel, Fig. 15, 15a und 15b in schematischer Darstellung den Antrieb der Walzen,
Fig.
16-19 zeigen in verschiedenen Ansichten, teilweise im Schnitt die Kupplungseinrichtung, Fig. 20 bis 22 Einzelheiten des Verteilersehalters in grösserem Massstabe und Fig. 23 und 24 gleichfalls in grösserem
Massstabe einen der Hauptsehalter.
Allgemeine Anordnung.
In den Fig. 1 und 2 bezeichnen 10 und 11 Walzenpaare an einer Vorrichtung zur Herstellung von
Glastafeln oder von Glasplatten. Geschmolzenes Glas wird zwischen diese Walzen eingebracht und gelangt von diesen in Tafel-oder Plattenform zu einem Auslaufstück, welches die Glastafel zu dem Kühl- ofen weiterleitet. Das Auslaufstück ist in Fig. 2 etwas diagrammatisch dargestellt und besteht aus zwei
Teilen 12 und 13, die beide im Winkel zueinander einstellbar sind, um das Mass des Ablaufes der Glas- tafel in bezug auf die Beschaffenheit des von den Formwalzen kommenden Glases regeln zu können.
Der untere Teil der Auslauffläche besteht aus zwei abnehmbaren Stücken 14 und. M, so dass die Länge der Auslauffläche durch Hinzufügen oder Fortnahme eines oder mehrerer solcher Stücke nach Wunsch geändert werden kann. Dies ist notwendig, damit die Ablauffläche unbekümmert um die Winkelein- stellung ihrer Teile 12 und 13 bis zu dem Kühlofen reicht. Ein beweglich gelagerter, am Ende löffelförmig nach aufwärts gebogener Teil a leitet die Glastafel 16 auf die Walzen des Kühlofens.
Das Zubringen der Glasmasse in die Formmaschine erfolgt absatzweise, so dass genügend Zeit vorhanden ist, eine geformte
Glastafel in den Kühlofen eintreten zu lassen, bevor eine zweite Tafel in der Maschine geformt wird.
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deutlicher dargestellt und besteht zunächst aus einem offenen Teil 18, entlang welchem die Glastafel 16 durch die Walzen 17 nach dem geschlossenen Teil des Kühlofens fortbewegt wird. Am Eingang des eigentlichen Kühlofens (Fig. 7 und 8a) sind vertikal bewegliche Türen 66 und 67 vorgesehen, die bei Beginn der Glastafelerzeugungsarbeit für den Eintritt der Glastafel in den Kühlofen geöffnet werden ; sie können aber auch geschlossen werden, um Wärmeverluste des Ofens zu vermeiden, wenn keine Glasplatte ausgekühlt wird.
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die an dem Ofenrahmen drehbar gelagert sind.
Die Hebel 68, 68a auf der linken Seite des Ofens sind mit Klötzen 69,69a verbunden, die durchbohrt und mit Gewinde versehen sind und auf mit Gewinde versehenen Stangen 70,73 sitzen. Diese können mittels der Räder 76 und 78, die durch eine Kette 77 gekuppelt sind, gedreht werden. Die Winkelhebel auf der rechten Ofenseite sind mit den Klötzen 69, 69a durch eine obere und eine untere Zugstange 71 bzw. 74 verbunden.
Der geschlossene Teil des Kühlofens wird durch geeignete Mittel erhitzt, als welche in Fig. 3 und 4 elektrische Heizkörper 23 und 24 verwendet werden, und besteht aus zwei Hauptabteilungen, dem hoch erhitztem Teil 19 und dem weniger hoch beheiztem Teil 20. Jede dieser Hauptabteilungen enthält mehrere Unterteilungen. Der hoch erhitzte Ofenteil ist von kostspieliegerer Konstruktion, dazu bestimmt, Wärmestrahlung zu verhindern und die engere Anordnung der Heizkörper wie in Fig. 3 gezeigt, nutzbar zu machen, in welcher Figur zwei anstossende Teile des hocherhitzte Abteiles und des eigentlichen Kühlabteiles des Ofens ersichtlich sind. Die diesbezüglichen Querschnitte der beiden Abteile sind in Fig. 4 und 6 dargestellt.
Die Temperatur in dem geschlossenen Teil des Ofens kann nach Wunsch geregelt werden, wobei nahe dem Eintrittsende des Ofens eine Temperatur von etwa 1200 F, am Ausgang des eigentlichen kühlenden Abteils eine solche von etwa 150 F vorteilhaft ist.
Die Wirkungsweise der Transportwalzen 17 beim Fördern der Glastafel durch den Ofen hindurch wird später bei Beschreibung des Kontrollmechanismus eingehend erläutert werden. Doch sei hier kurz erwähnt, dass die Glastafel von der Walzmaschine zunächst auf eine Reihe von Walzen gelangt, die sieh nur in der Richtung nach vorwärts drehen mit einer Winkelgeschwindigkeit gleich der Geschwindigkeit, mit der die Glastafel gebildet wird, während die Walzen in den Hauptabtc, ilen des Kühlofens sieh zeitweise aufeinanderfolgend nach vorwärts und rückwärts drehen, jedoch mit derselben Umfangsgeschwindigkeit wie die schon erwähnten nur nach vorwärts sich drehenden Walzen.
Diese abwechselnd in entgegengesetzter Richtung umlaufenden Walzen drehen sich längere Zeit nach vorwärts als nach rückwärts, um ein allgemein verzögertes Fortschreiten der Glastafel in dem ganzen Ofen zu erzielen. rm die Glastafel von den sich nach vorwärts drehenden Walzen zu den Reversierwalzen fortzubewegen ist es nötig, einen Satz Transportwalzen zwischenzuschalten, damit Ausbuchtungen oder Brüche der Glastafel verhindert werden. Diese Transportwalzen nehmen zuerst die Bewegung der ersten oder nach vorwärts sich drehenden Walzen an bis die Glastafel gänzlich auf den Transportwalzen lagert.
Diese werden dann selbsttätig mit den vorwärts oder rückwärts sich drehenden Reversierwalzen des restlichen Kühlofens in Gleichlauf gebracht, bis die erste Glastafel die Reversierwalzen verlassen hat und die nächste Glastafel zur Überleitung von den nach vorwärts sich drehenden Walzen auf die Reversierwalzen bereit ist. Die Transportwalzen werden dann selbsttätig mit den nach vorwärts sieh drehenden Walzen in Gleichlauf gebracht (s. das Diagramm Fig. 14). Diese selbsttätige Angleichung der Drehungsrichtung der Transportwalzen wird durch Auftreffen der Glastafel auf Schalthebel 79 und 81, durch die ein Stromkreis 80 geschlossen oder geöffnet wird, bewirkt (Fig. 8, Sa-) wie später an Hand des Schaltdiagrammes gemäss der Fig. 13 näher erläutert ist.
Nach dem Durchwandern der geschlossenen Abteilung : 20 des Kühlofens wird das Glas von Zwischenrollen 21 (Fig. 1 und 10) übernommen, an die sich eine Anzahl von maschinell angetriebenen Walzen anschliesst, die jedoch von Hand aus kontrollierbar sind. Die Länge der Zwischenrollenabteilung ist so bemessen, dass eine Glastafel diese Abteilung vollständig zu überbrücken vermag derart, dass das eine Ende der Tafel noch auf den Reversierwalzen in der geschlossenen Ofenabteilung liegen kann, während das andere Ende der Glastafel bereits die von Hand kontrollierbaren Walzen 22 erreicht hat.
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und eines Schneckentriebes 85 betätigt werden. Das Anlassen und Abstellen des Motors erfolgt durch einen Schalter. S6 von Hand aus.
Auf diese Weise können die Glastafeln von dem Kühlofens der Walzen 22 übermittelt werden, die durch Abstellen des Motors 64 stillgesetzt werden können.
Zum Entfernen der Glastafel von den Walzen 22 kann ein maschinell betätigter Hebemechanismus vorgesehen werden, dessen Einzelheiten in den Fig. 10-12 ersichtlich sind. Die Einrichtung besteht aus einer Anzahl paarweise angeordneter, vertikal heb-und senkbarer rinnenartiger Schienen 87, die zwischen bestimmten aufeinanderfolgenden Walzen 22 liegen und etwas kürzer sind als jene. Zwischen
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angedeuteten Hochlage befinden, die Glastafel 16 derart tragen, dass diese nach seitwärts abgezogen werden kann.
Zum Heben und Senken der Schienen 87 sind eine Anzahl von Hubkolben 89 vorgesehen, die
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Paar von Zugstangen 91 verbunden. Zum Antrieb dient ein Motor 92, der mittels eines Vorgeleges 93 ins Langsame und eines Exzenters 94, Lenkers 95 eine Querwelle 97 dreht, die mittels Lenker die Vorund Rückwärtsbewegung der Zugstange M veranlasst, wodurch die Hubrollen 88 für die Glastafel gehoben oder gesenkt werden. Ein Schalter 98 ermöglicht das Abstellen des Motors wenn immer der Exzenter 94 eine Drehung von 180 vollführt hat.
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Zusammenfassend ist die Wirkungsweise der bisher beschriebenen Einrichtungen folgende : Das Glas wird zwischen den Walzen 10, 11 (Fig. 1) zur Tafel geformt und gleitet an der einstell-
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Geschwindigkeit, mit der das Formen der Tafel erfolgt, entsprechend mit der gleichen Ünfangôgeschwindig- keit umlaufen. Die Walzen der längeren Partie des Kühlofens rotieren absatzweise nach vor-und rück- wärts und die Glastafel wird diesen Walzen mittels selbsttätig in Gleichlauf mit diesen gebraehter Reversier- walzen zugeführt.
Der Zweck der periodischen Umkehrung der Drehrichtung der Walzen innerhalb des Kühlofens ist der, bei einer gegebenen Länge des Ofens den grössten Kühleffekt zu erreichen, ohne die Geschwindigkeit der Walzendrehung zu verringern, da bei einer zu geringen Drehgeschwindigkeit ein Durchhängen der Glastafel zwischen den Walzen und eine Durchbiegung der Walzen selber eintreten würde. Das Glas wird in dem Ofen durch geeignete Heizvorrichtungen gekühlt und gelangt dann aus dem Ofen über Zwischenwalzen zu von Hand aus kontrollierbaren Walzen, von denen es nach einer passenden Stelle abgeliefert werden kann. Hiefür wird die Glastafel maschinell angehoben und von
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Heizung des Kühlofens.
Zur Beheizung des Kühlofens dient eine besondere Anordnung von elektrischen Heizkörpern, die in Fig. 3 und 4 deutlich sichtbar und in zwei Gruppen 23 und 24 angeordnet sind, von denen die erstere oberhalb, die andere 24 unterhalb der Transportwalzen 17 liegen ; dadurch erhält die über die Walzen laufende Glasplatte sowohl von oben wie von unten Wärme zugeführt. Die untere Gruppe der Heiz- körper ist zweckmässig gegen Kurzschlüsse durch Gehäuse 25 gesichert, wodurch das Auffallen gebrochener Glasstucke auf die Heizspule verhindert wird. Die Heizkörper 24 sind in dem hoch erhitzten Abteil des Ofens in engeren Abständen angeordnet und erstrecken sich auch in das kühlere Abteil des Ofens hinein.
Ferner sind in der Zeichnung nicht dargestellte Kontrolleinriehtungen vorgesehen zur Regulierung der für die einzelnen Heizkörper aufzuwendenden Strommenge, um die allmähliche Verringerung der
Temperatur vom Ofeneingang bis zur Austragstelle zu sichern. Die heisse Partie des Ofens ist mit einer starken gemauerten Sohle 26 versehen, während der Inihlere Teil des Ofens einen verhältnismässig dünnen
Boden 27 aufweist, der von einem Rahmenwerk 28a getragen wird (Fig. 3).
Die Heizkörper der tieferen Gruppe werden zweckmässig in der Querrichtung des Ofens in drei
Teilen 28, 29, 80 (Fig. 4) angeordnet, deren jeder für sich kontrolliert werden kann. Diese Anordnung ermöglicht es, die Längsseiten des Ofens im höheren Grade zu erhitzen als die Mitte und sichert eine gleichmässige Kühlung des Glases unter Verhinderung einer Formänderung der Transportwalzen.
Einzelheiten der Konstruktion des Kühlofens.
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32 vorgesehen, die zum Entfernen von gebrochenem Glas, das zwischen den Walzen durchfällt, dienen und aussen durch Türen 34 geschlossen sind.
Die in dem Kühlofen angeordneten Walzen 17 sind zweckmässig von zweierlei Art ; die eine in
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Ausführung der im kühleren Abteil des Ofens verwendeten Walzen in Fig. 6 ersichtlich ist. Die Walzen der ersteren Art sind so ausgebildet, dass sie dem Einfluss der Hitze ausreichend widerstehen.
Die Walzen sind in dem Ofen in Gruppen angeordnet, von denen jede für sieh entfernt werden kann ohne die anderen Walzengruppen dadurch in Unordnung zu bringen. Auch der Ofen selber besteht, wie aus Fig. 3 und 9 ersichtlich, aus einzelnen Sektionen, wodurch etwa notwendige Ausbesserungen des Ofens erleichtert werden.
Eine der den hohen Temperaturen ausgesetzten Walze ist in Fig. 5 gezeigt und besteht aus einem zylindrischen Mittelteil 35, der an den Enden unter Einschaltung einer kegelförmigen Verjüngung, 37 in zylindrische Zapfen 36 von kleinerem Durchmesser übergeht, welche Zapfen 36 in Lagerblöcken 3. S ruhen. Bei den Walzen, die niederen Temperaturen ausgesetzt sind, fehlt dieser Übergangskonus (Fig. 6), sonst ist die Konstruktion jedoch die gleiche, doch wird für die hoch-und niederer erhitzten Walzen zweckmässig verschiedenes Material verwendet.
Die Walzen jeder Sektion werden durch abnehmbare und einstellbare Lagerblöcke 38 getragen (Fig. 5,9, 9a, 4 und 6), die an dem Ofenrahmen durch Schraubenbolzen 39 befestigt sind, die durch Schlitze 40 (Fig. 9a) des Rahmens reichen. Die Lagerböcke 38 können bezuglich der Aussenwand 42
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welche die Walzenenden zu senken und die Walzenmitte zu heben versucht. Der Zweck dieser Spannungs- erteilung ist, Durchbiegungen oder Formänderungen der Walzen, besonders wenn sie hoch erhitzt sind, vorzubeugen.
Die Walzen jeder anschliessenden Sektion werden durch eine einzige Welle 51 (Fig. 9) angetrieben, auf der eine Anzahl von Wurmtrieben 48 sitzen, die in auf den einzelnen Walzen sitzende Sehnecken-
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Walze dadurch in ihrer Tätigkeit zu behindern. Die Einrichtung, die dies ermöglicht, ist in Fig. 5 klar ersichtlich. Die Zapfen 36 liegen in abnehmbaren Lagern 44, die durch Bolzen 45 festgehalten sind. Auf den angetriebenen Zapfen ist eine Muffe 46 aufgekeilt, an der das mit dem Trieb 48 kämmende Schnecken-
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sprechenden LagerbÜchsen 41 a, die gleichzeitig auch zur Wärmeableitung dienen.
Soll eine Walze herausgenommen werden, so wird zuerst die Tropfpfanne 48a nach Lösen ihrer Verschraubung abgenommen und dann die Mutter 49 entfernt. Die Muffe 46 kann dann infolge der im Querschnitt bogenförmigen Ausbildung der Verzahnung des Schneckenrades 47 ohne weiteres abgezogen werden. Dann nimmt man nach Entfernung der Verschraubung das linke Lager 44 ab. worauf die konisehe
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gesetzt werden können, entfernt wird. Die Walze kann dann nach links herangezogen werden, wobei man sich zweckmässig, um Beschädigungen der Walze zu vermeiden, einer langen in die Walze einzuführenden Stange bedient.
Der Walzenantrieb.
Die allgemeine Anordnung der Antriebseinrichtung für die Walzen ist am besten in den Fig. 6, 7,9, 15a und 15b zu sehen, Die Walzen jeder Sektion in dem Hauptteil des Ofens sind durch Wellen 51 (Fig. 9) angetrieben, nahe deren Ende von jeder ein Kettenrad 52 angeordnet ist, das durch eine Kette 52 a,
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über die ganze Länge des Kühlofens ; die einzelnen Vorgelegewellen 56 sind mit ihr durch Zahnräder 56a verbunden und drehen sich entgegengesetzt zur Hauptwelle. Diese wird durch eine Anzahl von Motoren 59, 60 mittels Rädergetriebes in Drehung versetzt unter Zwischenschaltung von Kupplungen zwischen Motoren und Welle, so dass einer der Motoren für Reparaturzwecke entfernt werden kann ohne die Arbeit
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dargestellt.
Die Hauptwelle reicht über die gesamte Länge des eigentlichen Ofens, beginnt an der offenen Abteilung 18 und erstreckt sich bis zum Ende der kühlenden Abteilung 20. Diese Welle verläuft beständig um und alle Walzen des eigentlichen Ofens werden von dieser oder einer der Vorgelegewellen angetrieben mit einer Umfangsgeschwindigkeit gleich jener, mit der die Glastafel geformt wird. Die Drehrichtung der Walzen ist entweder nach vor-oder rückwärts je nachdem, ob die Walzen direkt von der Hauptwelle oder von den Vorgelegewellen angetrieben werden.
Die Hauptwelle reicht nicht bis zur Sektion 22 mit den Zwischenwalzen ; diese werden am Austragende dieser Abteilung von einer Welle 63 durch einen Motor 64 betätigt, der durch einen Schalter 86 gesteuert wird, wie in Zusammenhang mit Fig. 12 erwähnt wurde.
Kupplungseinri eh tungen.
In den Fig. 16-19 sind die Kupplungen dargestellt, die dazu dienen, die eine Gruppe von Walzen 17
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dadurch die Walzen 17 einer Abteilung des Ofens abwechselnd nach vor-oder rückwärts umlaufen zu lassen. Es ist einleuchtend, dass für jede Walzensektion, ausgenommen der ersten, ein Kupplungssatz und eine Einrichtung zur Betätigung desselben vorhanden ist ; die Beschreibung einer dieser Enrichtungen ist für alle andern gleichfalls zutreffend.
Wie ersichtlich ist die Hauptwelle-55 durch Zahnräder mit der Vorgelegewelle 56 ständig in Verbindung ; die Kettenräder 53 und 54 sitzen lose auf diesen beiden Wellen, doch kann jedes derselben mittels der Kupplungen 58 bzw. 58a veranlasst werden, sieh mit der zugehörigen Welle mitzudrehen.
Die Kupplungen sind mit Zapfen 100 versehen, die zwischen fingerartige Fortsätze 101 des Schalthebels 102 greifen, der auf einer an ihren Enden in Lagern 104 ruhenden Achse 103 sitzt. Diese kann durch einen Arm 104a eines Winkelhebels etwas gedreht werden, dessen andrer Arm 105 mit einer Feder 106 verbunden ist, die bestrebt ist die Kupplung 58 auf der Hauptwelle 55 in wirksamer Stellung zu halten ; es werden also, wenn auf den Arm 104a keine Kraft ausgeübt wird, die Walzen dieser Ofensektion von der Hauptwelle aus angetrieben und sich daher nach vorwärts drehen.
Der Arm 104a wird durch das Solenoid 57 derart betätigt, dass beim Anheben des Hebelarmes 104a die Kupplung 58a das Kettenrad 54 veranlasst, sich mit der Vorgelegewelle 56 mitzudrehen, wodurch die Bewegungsrichtung der Walzen umgekehrt wird, gesteuert durch dieses Solenoid.
Die Verbindung des Solenoidkernes 107 mit der Kupplungseinriehtung ist nach der Fig. 16 die folgende ; der Kern 107 ist mittels eines Universalgelenkes 108 mit einem im Zylinder 109 hin und her beweglichen, zusammengesetzten Kolben verbunden. Dieser besteht aus einem äusseren Kolben 110 und einem inneren Kolben 111, der mit dem Solenoidkern gekuppelt und in einem Gehäuse 112 des Aussen- kolbens verschiebbar ist. Zwischen Innenkolben 111 und dem Gehäuse 112 ist eine Feder 113 eingeschaltet.
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Wirkung des Bremskolbens 119 und des Steuerungskolbens 110 beliebig verlangsamt werden.
Der Zweck dieser Bremsvorrichtung ist, durch plötzliche Umkehrung der Drehriehtung der Walzen auftretende Stösse zu verhindern, die ein Brechen des Glases verursachen könnten. Die Verwendung der Dämpfungseinrichtung bewirkt eine allmähliche und stossfreie Umkehrung der Walzenbewegung.
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Sobald der Kontaktarm 128 den Isolierstreifen 127 der Schalterscheibe erreicht. wird der Solenoid- strom unterbrochen und es tritt eine entgegengesetzte Wirkung zu der oben beschriebenen ein. indem die Walzen des Ofens, die bisher in verkehrter Richtung umgelaufen waren, nunmehr, durch die Haupt- welle 55 angetrieben, sich nach vorwärts drehen.
Die Konstruktion des Schalters für das Solenoid ist in Fig. 23 und 24 deutlich sichtbar. Das auf der Schalterachse sitzende Schneckenrad 129 wird durch den Schneckenantrieb 130 und durch geeignete
Zwisehenmeehanismen von der Haupttriebwelle 55 aus angetrieben, wodurch auch der Kontaktarm 128 in Umlauf versetzt wird.
Wenn an der Sehalterscheibe der Kontakt- und der Isolierstreifen die gleiche Länge haben, so drehen sich die Walzen gleichlang nach vorwärts und nach rückwärts, so dass die Glastafel auf den Walzen keine fortschreitende Bewegung vollführen könnte. Bei gewöhnlicher Arbeitsweise des Kühlofens ist daher der Isolierstreifen länger als der Streifen aus leitendem Material, damit sieh die Walzen längere
Zeit hindurch nach vorwärts als auch nach rückwärts drehen, so dass ein schrittweiser Vorschub der
Glastafel in dem Ofen erfolgt. Es ist aber auch möglich eine Rückwärtsbewegung der Glastafel zu ver- anlassen, indem man am Schalter den leitenden Kontaktstreifen länger macht als den Isolierstreifen.
Ebenso ist man in der Lage, alle Walzen nur nach rückwärts umlaufen zu lassen, insofern der Kontakt- arm 128 entweder durchwegs an einem isolierten oder an einem leitenden Streifen der Schalterseheibe entlangsehleift. Eine Regelung der relativen wirksamen Länge des Kontakt- und des Isolierstreifens kann durch ein Handrad 1. il erfolgen, das mittels eines Zahntriebes zu in eine Verzahnung-M-3 greift,
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Isolierstreifen 158, 159 voneinander getrennt oder isoliert sind. Der Sehaltring kann durch einen Hand- hebel 160 gedreht werden, um die Isolierleisten in irgendeine gewünschte Lage zu bringen. Die Verbindung zwischen den Hauptschaltern A.
B und dem Verteilerschalter C wird durch festangeordnete Kontaktfinger 161, 162 hergestellt, die mit den Kontaktbogen 76,-M7 des Schalters C zusammenwirken. Im Bereich des Schaltrades C liegen noch andere etwas schmälere Kontaktfinger 163, deren jeder den Strom-
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45 50 55 60 kreis eines der Solenoide 57 steuert. Die Zahl dieser Kontaktfinger 163 ist gleich der Anzahl der vorhandenen Solenoide, die wieder gleich ist der Zahl der Walzenspktionen, die gesteuert werden sollen.
In jedem Solenoidstromkreis sind von Hand zu betätigende Schalter 164 angeordnet, so dass irgendeines der Solenoide durch Öffnen seines zugehörigen Schalters 164 ausgeschaltet und wirkungslos gemacht werden kann.
Der typische Stromverlauf vom Verteiler C durch die Solenoide soll an dem letzten Solenoid-
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gewünschten Zahl Leitungsführungen auf der linken Seite der Anordnung, welche mit Hilfskontroll- schaltern 145, 146 versehen sind, die durch die Schalter 79, 81, welche durch die Bewegung der Glastafel in dem Ofen betätigt werden, und bei den Fig. 8 und 8a erwährt worden sind, automatisch zur Wirkung kommen. Wenn die Hilfsschalter 145, 146 geschlossen sind, sind die Stromläufe von dem Verteiler C weg nach den Solenoiden in den ersten neun Leitungen links die gleichen wie für die restlichen Sektionen wie
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und neunte Solenoid.
Bei dem Gebrauch des Verteilers C liegen gewöhnlich wie in Fig. 13 ersichtlich, alle Kontaktfinger 163 und infolgedessen auch sämtliche Solenoide mit dem Hauptschalter zu in einem Stromkreis.
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leisten 158, 159 knapp jenseits der Kontaktfinger 161, 162 zu liegen kommen, so sind alle Solenoide mit dem Hauptschalter B zusammengeschaltet. Die Schalter A und B können, wie früher erwähnt, durch Änderung der wirksamen relativen Länge der stromleitenden Schiene 126 zur Isoliersehiene 127 der
Schalterscheibe für eine gewünschte Walzenbewegung eingestellt werden.
Anstatt alle Stromkreise entweder an den Schalter i oder an den Schalter B anzuschliessen, kann auch ein Teil der Stromkreise an A, der restliche Teil hingegen an B angeschlossen sein, indem man die eine der Isolierleisten 158 oder 159 des Verteilers C auf einen Punkt zwischen den Enden der Kontaktfingerreihe 163 einstellt. Bringt man z. B. die Isolierleiste 158 auf den Punkt D der Kontakte 163, so wird der Solenoid. dessen zugehöriger Kontaktfinger auf die Isolierleiste trifft, stromlos bleiben, während die Leitungen rechts vom Punkt D an den Schalter B, links vom Punkt D an der Schalter A angeschlossen sind.
Angenommen, der Schalter-1 sei auf gleiche Vor-und Rückwärtsbewegung der Walzen, B auf eine allgemeine Vorwärtsbewegung der Walzen eingestellt, so ist einzusehen, dass bei der oben erläuterten Arbeitsweise des Ofens Glasplatten. die gebrochen sind, am Ende der Ofensektion verhindert werden, weiterzuwandern und so gute Glastafeln zu zerstören, während die Glastafeln beim Fortschreiten des mangelhaften Teiles veranlasst werden können, unausgesetzt den Ofen zu verlassen. Natürlich lassen sich, je nach Einstellung der Schalter und des Verteilers, zahlreiche andere Wirkungen, die bei der Arbeit aktuell werden, erzielen. Durch die beschriebene Anordnung ist eine vollständige Kontrolle aller Abteilungen des Kühlofens gegeben.
Es ist erwünscht, dass ein Fehler in der Wirkung irgendeines der Solenoide sogleich dem den Ofen überwachenden Arbeiter ersichtlich gemacht wird. Für diesen Zweck sind Signallampen 124 vorgesehen, die, wie schon erwähnt, mittels Schalter von den Kolben der Solenoide betätigt werden, so dass, im Falle an einem Solenoid eine Störung eintreten sollte, die betreffende Lampe 124 erlischt.
Die normale Arbeitsweise des Kühlofens ist in der Fig. 14 graphisch dargestellt, u. zw. sind am oberen Rande des Diagramms die Bewegung der Glastafel in Fuss oder einer anderen Längeneinheit aufgetragen, während die in vertikaler Reihe angeordneten Zahlen die Zeit in Sekunden angeben. In dem Diagramm stellt der Linienzug 1n-n die Bewegung des Vorderendes der Glasplatte beim Durchgang derselben durch den Ofen dar, indem der Teil m der Linie die anfängliche Vorwärtsbewegung der Platte an den Primär-und Transportwalzen zeigt, wogegen der Teil n die abwechselnde Vor-und Rückwärts- bewegung der Glastafel beim Durchwandern der grösseren Ofenpartie erkennen lässt.
Die Bewegung des hinteren Plattenendes ist durch den zweiten Linienzug 0-P angegeben, während die dritte Linie Q einen Teil des Weges des vorderen Endes einer zweiten Glastafel zeigt. Es ist zu bemerken, dass die Bewegung des hinteren Endes der ersten Glastafel und die des vorderen Endes der zweiten Glastafel im Punkte S des Diagramms zusammentreffen, und dass von dort an die Bewegung der beiden Glastafeln durch den Ofen in voller Übereinstimmung erfolgt. Die Glasmasse für die Formung der einzelnen Tafeln wird in bestimmten Zeitintervallen eingegossen, wie in dem Diagramm ersichtlich ist, doch treten die Tafeln mit der Zeit in die Hauptabteilung des Kühlofens ein und nehmen die abwechselnde Vor-und Rückbewegung an, wobei sie praktisch den gesamten Ofenraum einnehmen,
indem das Vorderende einer Platte das hintere Ende der vorangehenden Platte erreicht. Auf diese Art arbeitet der Ofen mit seiner grössten Wirksamkeit. Überdies hat die abwechselnde Vor-und Rückbewegung der Glastafel die Wirkung wie ein bedeutend längerer Ofen als der hier verwendete und man erzielt eine viel wirksamere Kühlung als mit irgendeiner andern Einrichtung.
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Nun soll die normale Wirkungsweise des Ofens an Hand des Schaltungsplanes (Fig. 13) beschrieben werden. Wie schon erwähnt, enthält der Kühlofen eine Anzahl von Walzengruppen oder Sektionen, die alle mit Ausnahme der ersten Gruppe, durch eigene Solenoide gesteuert werden, deren Wirkung gleichfalls bereits erwähnt worden ist.
Es wird nun die Steuerung des gesamten Ofens von der zweiten Sektion an bis zum Ende des geschlossenen Ofenabteils betrachtet werden. Wie schon erwähnt, folgen auf das geschlossene Ofenabteil zunächst die Zwischenwalzen 21 und dann die von Hand aus gesteuerten maschinell angetriebenen Walzen 22, deren Wirkungsweise bereits beschrieben wurde und sich daher hier erübrigt.
In der Fig. 13 sind die Walzen der ersten zehn Sektionen des Ofens mit den römischen Ziffern 1 bis X bezeichnet, da die Arbeitsweisen dieser Sektionen etwas verschieden sind von der der übrigen Sektionen, beginnend mit der elften undsich bis zumlEnde der geschlossenen Ofenabteilung sieh erstreckend.
In diesen restlichen Sektionen drehen sich die Walzen gewöhnlich aufeinanderfolgend nach vor-und
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werden.
Beim Eingang in den offenen Ofenteil ist der Schalterarm 79, der in Fig. 8 ersichtlich ist, um den Zapfen 135 drehbar derart, dass beim Einlaufen einer Glastafel in die Ofensektion I die Leitung 80 bei 7. 36 unterbrochen wird. Der zweite Schaltarm $1 ist nahe dem Eingang in die geschlossene Ofenabteilung
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einer Glastafel angehoben wird ; sonst ist die Leitung 80 an diesem Punkte für gewöhnlich unterbrochen.
In der ersten oder primären Sektion 7 drehen sich die Walzen nur nach vorwärts und für die ist kein Solenoid zur Steuerung vorhanden, die Walzen sind von der Haupttriebwelle beständig angetrieben.
Den Walzen der Sektionen II-VI-11 sind Solenoide zugeordnet, die von beiden Schaltern 79 und 81 beeinflusst werden, während die Walzen der Gruppen IX und X von dem Schalter 81 allein gesteuert werden. Die Walzen der Gruppen II-X können als Transportwalzen bezeichnet werden, da sie dazu dienen, eine Glastafel von der ersten oder primären Walzengruppe I, deren Walzen stets nach vorwärts sich drehen, zu den Sekundärwalzen zu befördern, die den grössten Teil des Ofens einnehmen, sich von der elften Sektion an erstrecken und deren Drahtrichtung periodisch geändert wird. Diese Transportwalzen sind notwendig, um Ausbuchtungen der Glastafeln zu verhindern, die auftreten würden, wenn die Tafel von den nach vorwärts umlaufenden Walzen unmittelbar auf die Reversierwalzen auflaufen würde.
Die Drehrichtung der Transportwalzen wird selbsttätig sowohl mit den gleichmässig umlaufenden Primärwalzen als auch nachher mit den sekundären oder Revereierwalzen in Übereinstimmung gebracht.
Bevor die erste Glastafel von der Formeinrichtung an den Ofen abgeliefert wird, ist der Schaltarm 79 geschlossen, der Schalter 80 dagegen offen. Daher drehen sich die Walzen der ersten zehn Sektionen ausschliesslich nach vorwärts, die Walzen in dem restlichen Teil des Ofens hingegen absatzweise nach vorund rückwärts. Wenn die erste Tafel in die Sektion 1 eintritt, wird der Schalter 79 geöffnet, was jedoch keine Änderung der Wirkungsweise verursacht, da ja der Stromkreis ohnehin durch den Schalter 81 geöffnet ist. Die Glastafel wandert nach vorwärts bis ihr hinteres Ende sieh unter dem Sehaltarm 79 wegbewegt hat und in der Folge das vordere Ende den Schalter 81 schliesst.
Dadurch wird die Leitung 80 geschlossen, so dass ein Strom vom positiven Pol einer Stromquelle bei 1. 38 durch die Leitungen 80, 139, 140, 141, 742 und dann zurück nach der an den Minuspol angeschlossenen Leitung 143 fliessen kann.
Bei 144 ist ein Magnetrelais vorgesehen, durch das der Schalter 145 betätigt wird, der eine Anzahl Stromkreise schliesst, in denen die Solenoide für die Walzen der Gruppen 11- liegen, wodurch die Walzen dieser sieben Sektionen in Gleichlauf mit den Walzen des restlichen Ofens gebracht werden, die. wie schon erwähnt, absatzweise nach vorwärts und rückwärts umlaufen.
In gleicher Weise wird die Drehung der Walzen der neunten und zehnten Sektion in Übereinstimmung mit den Walzen des restlichen Ofens gebracht, indem durch den Schalter 81 ein Stromkreis geschlossen wurde, der durch den Draht 170, Schalter 171, Relais 172, sodann durch den Draht 17. 3 und Relais 743 a zurück zur positiven Anschluss-
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kreis von dem Verteilerschalter C vervollständigend, der durch die Drähte 17. 3 und 174 über das Relais 143 a zu den Solenoiden der neunten und zehnten Sektion und zurück zu dem Minuspol führt.
In einem geeigneten Zeitabstand nach dem Formen der ersten Tafel wird Glasmasse für eine zweite Tafel eingegossen, die dann in den Ofen eintritt und wie die erste Platte von den Transportwalzen nach vor-und rückwärts bewegt wird. Wenn das vordere Ende der zweiten Tafel den Schalter 79 erreicht, werden die Walzen der Sektionen II-VI-II veranlasst, sich nur nach vorwärts zu drehen. Diese Bewegung dauert so lange an, bis das hintere Tafelende unter dem Schalter 79 sich wegbewegt hat, wodurch der Stromkreis geschlossen wird.
Die Walzen der Sektionen II-VIII werden dadurch veranlasst, ihre Riick- wärtsdrehung zu beginnen, ausgenommen für den Fall, dass der Zeitraum zwischen dem Formen der ersten und zweiten Platte derart ist, dass unterdessen das hintere Ende der ersten Platte den Schalter 81 verlassen hat, wodurch der Stromkreis an dieser Stelle unterbrochen wird die und Walzen der Sektionen 11 bis VIII nur nach vorwärts angetrieben werden.
Die Sektionen IX und X übernehmen diese Vorwärtsbewegung nach einer Verzögerung, welche gestattet, dass die erste Tafel von diesen zwei Sektionen sich gänzlich fortbewegt, wobei diese verzögerte Wirkung durch den Zeitschalter 171 bedingt ist, der die
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nehmen die Walzen der Sektionen 77 bis X im Gleichlauf mit den restlichen Walzen des Ofens die Riiek- wärtsbewegung an. Dieser Gleichlauf der Transportwalzen mit den stets nach vorne sich drehenden Walzen der ersten Sektion und dann mit den Reversierwalzen im übrigen Teil des Ofens, wird bei jeder weiteren durch die Formvorrichtung gebildeten Glastafel beibehalten, wenn nicht durch den Verteiler- schalter C, wie früher beschrieben, die Wirkungsweise geändert wird.
Die Ausbildung des Kühlofens in einzelnen Sektionen ist von verschiedenem Vorteil ; wenn z. B. eine solche Sektion schadhaft wird oder aus andern Gründen ausgewechselt oder entfernt werden muss, ) so kann dies erfolgen, ohne den Ofen zu zerstören, wodurch die Kosten der Wiederherstellung beschränkt werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Kühlofen zum Ausglühen von Glas, insbesondere von Glastafeln, deren Fortbewegung durch
Walzen erfolgt, von denen die Walzen der an die Form anschliessenden Walzengruppe stets vorwärts umlaufen, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzen einer zweiten Gruppe absatzweise sich vor-oder rückwärts drehen und dass zwischen den beiden Walzengruppen eine Gruppe von Transportwalzen ange- ordnet ist, die abwechselnd in Gleichlauf zu den Walzen der ersten oder der zweiten Gruppe gebracht werden.
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