AT122480B - Verfahren und Mittel zur Bekämpfung von Schädlingen. - Google Patents

Verfahren und Mittel zur Bekämpfung von Schädlingen.

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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren und Mittel zur Bekämpfung von Schädlingen. 



   Es ist bereits bekannt, giftige Gase. z. B. Schwefeldioxyd. Schwefelwasserstoff, Schwefelkohlenstoff u. dgl. durch Abbrand von Stoffgemischen an der Verwendungsstelle zu entwickeln und die auf diesem Wege erzeugten Giftgase zur Bekämpfung von Schädlingen, insbesondere von in Gängen und unterirdischen Bauten hausenden   Schädlingen,   wie Feldmäusen, Hamstern,   Maulwürfen, schädlichen   Insekten u. dgl. zu verwenden. 



   Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Mittel, welche   befähigt sind. durch   Abbrand bei Abschluss von der Aussenluft Gase zu entwickeln, welche aus einem hoehgiftigen, ausserordentlich schnell wirkenden Gemisch von Schwefelwasserstoff und   Kohlenoxyd   bestehen. Derartige Mittel können z. B. aus Gemischen bestehen, welche als Schwefelwasserstoffbildner, z. B. Schwefel, und wasserstoffhaltige Kohlenstoffverbindungen, z. B. Sägemehl, und als Kohlenoxydbildner kohlenstoffhaltige Stoffe, z. B. 



  Holzkohle und Sägemehl u. dgl., gegebenenfalls mehrere solcher und sauerstoffliefernde Körper, z. B. 



    Kalisalpeter,   enthalten. Im   übrigen   müssen die Gemische derart zusammengesetzt sein, dass sie leichte Zündung und glatten Abbrand bei Abschluss von der Aussenluft ermöglichen. Zu letztgenanntem Zwecke können sie z. B. Stoffe enthalten, welche z. B. nach Art des   Sehwarzpulvers   oder des Termits zu wirken vermögen. Da manche zur Entwicklung der Giftgase dienenden Ausgangsstoffe, wie z. B. Schwefel, Kalisalpeter und Kohle zugleich auch die Eigenschaft haben, als Bestandteile der zur Einleitung und Aufrechterhaltung der Reaktion   erforderlichen Zünd-und   Brandsätze zu wirken, so kann die Gesamtmischung aus verhältnismässig wenig Stoffen bestehen. Ein Brandsatz nach vorliegender Erfindung kann z.

   B. aus einer pulverförmigen Mischung von 40 Teilen Schwefel, 20 Teilen Sägemehl, 38 Teilen Kalisalpeter und 2 Teilen Holzkohle bestehen. Das pulverförmige   Gemisch   kann in Hülsen, Patronen u. dgl., welche z. B. aus Papier, Pappe oder ähnlichen Stoffen bestehen können, zur Anwendung gebracht werden. 



   Die gemäss vorliegender Erfindung anzuwendenden Gemische sind infolge der Billigkeit der Rohstoffe und der einfachen, lediglich in der Herstellung einer losen Mischung bestehenden Verarbeitung so preiswert, dass sie allgemeine Verwendung finden können. Dabei besitzen sie gegenüber den bekannten, auf intermediärer Bildung von Metallsulfiden beruhenden Abbränden noch den Vorzug, dass ein verhältnismässig   höheres   Ausbringen an Schwefelwasserstoff   möglich   ist. Die nach vorliegender Erfindung beim Abbrand der Patrone entwickelten Giftgase entfalten, wie vielfache Versuche gezeigt haben, eine derartige Giftwirkung, dass die   Schädlinge   einer sofortigen Abtötung anheimfallen.

   Eine mit Geruchsbelästigungen und sonstigen   Störungen verbundene Nachwirkung durch allmähliche   Zersetzung Schwefelwasserstoff liefernder   Rückstände   ist mithin bei Verwendung der vorliegenden Patrone, welche den gesamten Schwefelwasserstoff zur sofortigen   tötlichen   Wirkung bringt,   überflüssig.   



   Ein weiterer Vorzug der Erfindung besteht darin, dass an Stelle des schnellen Abbrennens der bekannten, Aluminiumsulfurete od. dgl. bildenden Körper ein ruhiger, sich über einen längeren Zeitraum erstreckender, den entstehenden Schwefelwasserstoff kontinuierlich liefernder Abbrand tritt. Dies bietet u. a. den Vorteil, dass eine einzige Patrone zur Begasung verschiedener Gänge oder Bauten benutzt werden kann und dass man infolgedessen auch in der Lage ist, an Stelle einer Mehrzahl von kleinen Patronen eine einzige allmählich abbrennende grössere Patrone anzuwenden und auch hiedurch an Herstellungkosten zu sparen. Die Einstellung, auch die geswünschte   Abbrandgeschwindigkeit   kann ohne besondere 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 Hilfsmittel erfolgen. So wirken z.

   B. wasserabgebende, wasserstoffhaltige Komponenten des Brandsatzes, wie Holzmehl, Dextrin   n.   dgl. verlangsamend. Man kann daher bereits mit Hilfe ohnehin notwendiger Stoffe die Umsetzungsgesehwindigkeit regulieren. 



   Die Verwendung der z. B. in Pappepatronen untergebrachten Gemische kann in einfacher Weise, z. B. derart erfolgen, dass man die Patrone in einem einseitig geschlossenen Rohr, dessen offenes Ende auf den Eingang des zu begasenden Ganges, z. B. eines   Mauseloches, passt   und zu diesem Zweck gegebenenfalls konisch ausgebildet sein kann, zur Entzündung bringt oder unmittelbar nach Entzündung in ein derartiges Rohr einführt. Hierauf wird sofort das offene Rohrende in die Öffnung des Ganges eingeführt. wonach die entwickelten Giftgase durch ihren eigenen Druck und ihre Schwere in den Gang eindringen. Hilfsmassnahmen, wie Pumpen u. dgl. sind hiebei nicht erforderlich.

   Nachdem der betreffende Gang genügend begast ist, führt man die Öffnung des Rohres in einen zweiten Gang ein usw., bis die Patrone 
 EMI2.1 
 einzigen, nur einmal zu entzündenden Patrone verschiedene räumlich nicht allzuweit voneinander entfernte Gänge oder Bauten zu begasen. Den vorstehend beispielsweise angegebenen   Grundgemiselhen     können noch Zusatzstoffe beigefügt werden, welche die Giftgasbildung begünstigen oder zur Bildung anderer giftiger Gase als Schwefelwasserstoff Veranlassung bieten können oder welche andere vorteilhafte   Wirkungen, z. B. mit Bezug auf die Regelung der Abbrandgeschwindigkeit ausüben können. Weiterhin kann man auch noch solche Stoffe zufügen. welche befähigt sind, Rauchbildung zu erzeugen, wie z.

   B. teerige Destillationsprodukte organischer Verbindungen u. dgl., oder welche während des Verbrennungvorganges sich unzersetzt oder unter Zersetzung   verflüchtigen   und hiedurch als Hilfsgifte wirken können. wie z. B.   Naphthalin, Kampfer, Paradiehlorbenzol, Hexachloräthan, Arsenverbindungen   u. dgl. 



   Es sind auch bereits durch Abbrand   schweflige   Säure liefernde, Schwefel und brennbare Stoffe. wie Holzkohle oder Sägemehl enthaltende Stoffgemisehe bekannt. Demgegenüber bezieht sieh vorliegende Erfindung auf solche Mittel, welche beim Abbrand als   Hauptgiftgase Schwefelwasserstoff   und   Kolùenoxyd   liefern, welche schwefelige Säure an Giftwirkung weitaus übertreffen. Diese Zweckbestimmung erfordert eine Mischung, welche neben dem Schwefel die den Schwefelwasserstoff bildenden, wasserstoffliefernden Körper in ausreichenden Mengen enthält und bei welchen die übrigen Stoffe, wie z. B. Salpeter, in solchen Mengen vorhanden sind, dass sie zwar Abbrand auch bei Luftabschluss   gewährleisten.   anderseits a er die Reaktion der Schwefelwasserstoffbildung nicht störend beeinflussen. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren   zid, Bekämpfung   von Schädlingen, insbesondere solcher, welche in Gängen und unterirdischen Bauten hausen, durch Abbrand von giftige Gase bzw. Dämpfe liefernden Brandsätzen. dadurch gekennzeichnet, dass Brandsätze unter Abschluss von der Aussenluft abgebrannt werden, welche Schwefel in Vereinigung mit wasserstoffhaltigen   Kohlenstoffverbindungen, wie z.   B. Sägemehl, und an sieh für derartige Zwecke bekannten, den Abbrand fördernden Zusatzstoffen, wie z. B. Kalisalpeter und Holzkohle in solchen Mengen enthalten, dass beim Abbrand Schwefelwasserstoff als Hauptgiftgas in Gemeinschaft mit Kohlenoxyd erzeugt wird.

Claims (1)

  1. 2. Mittel für die Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, bestehend aus einem pulverigen EMI2.2 falls noch geringe Mengen von Kohle, z. B. Holzkohle, enthalten kann, in Abwesenheit oder Gegenwart anderer Zusätze, z. B. solcher, welche die Abbrandgesehwindigkeit regeln oder solche, welche Hilfsgifte zu entwickeln vermögen, oder welche selbst beim Abbrand flÜchtig werdende Hilfsgifte darstellen oder welche zur Sichtbarmachung des Gases dienen.
AT122480D 1925-11-30 1925-12-28 Verfahren und Mittel zur Bekämpfung von Schädlingen. AT122480B (de)

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