AT113986B - Verfahren zum Beschweren von Seidengeweben. - Google Patents

Verfahren zum Beschweren von Seidengeweben.

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AT113986B
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Rene Dr Clavel
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Rene Dr Clavel
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  Verfahren zum Beschweren von Seidengeweben. 



   Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beschweren von Seiden, Natur-und Kunstseiden sowie deren Mischgeweben, mit Metallverbindungen und besteht darin, dass die Metallverbindung, z. B. 



  Zinntetrachlorid im Gemisch mit Verdickungsmitteln, z. B. arabisches Gummi, Dextrin, Stärke, Stärkeabbauprodukten, Zucker od.   dgl.,     il1'pastenform,   einseitig oder beidseitig, deckend oder teilweise deckend, z. B. als Muster durch Bedrucken auf das Gewebe aufgebracht wird. Das derartig bedruckte Gewebe wird dann in einem oder mehreren nachfolgenden Bädern, die die weiteren Beschwerungsmittel, insbesondere die zur Umsetzung der Metallverbindungen erforderlichen Substanzen, z. B. Alkaliphosphat einzeln oder gemeinsam, enthalten, weiter behandelt, um die Beschwerung zu vollenden. 



   Es empfiehlt sich, der das Metallsalz enthaltenden Druckpaste Säure oder sauer reagierende Salze, 
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 der sauer reagierenden Substanzen kann man auch das Gewebe vor dem Bedrucken mit der die Metallverbindung enthaltenden Paste mit Säure oder sauren Salzen, gegebenenfalls bei Anwesenheit von Schutzkolloiden, vorbehandeln und dann auf den Zusatz von Säure oder sauren Salzen zur Paste ganz oder zum Teil verzichten. 



   Die Pasten können ferner ausser den Metallverbindungen auch die zu ihrer Umsetzung erforderlichen Salze, z. B. Phosphate, gegebenenfalls bei Anwesenheit von sauer reagierenden Stoffen und Schutzkolloiden, enthalten. An Stelle dieser Salze kann man zum Ausfällen auch Phosphorsäure den Druckpasten zusetzen, die dann einerseits zum Ansäuern der Paste und anderseits zur Umsetzung der Metallverbindungen auf der Seide dient. Ebenso können Druckpasten verwendet werden, die ausser Metallverbindung und Phosphaten noch die weiteren zur Beschwerung verwendbaren Substanzen, z. B. Wasserglas, enthalten. Auch kann man die zunächst mit einer die Metallverbindung enthaltenden Paste bedruckten Gewebe nachträglich noch mit einer weiteren Paste bedrucken, die die zur Ausfällung erforderlichen Salze, z. B. Phosphate, enthält. 



   Auf die Weiterbehandlung der mit der Metallverbindung enthaltenden Paste bedruckten Gewebe in Bädern, die die übrigen zur Vollendung der Beschwerung erforderlichen Salze, z. B. Phosphate, enthalten, kann man auch dann verzichten, wenn man die zu beschwerenden Gewebe vor dem Bedrucken mit der die Metallverbindung enthaltenden Paste durch Bäder, die Phosphate oder Phosphorsäure bzw. 



  , Gemische dieser Stoffe enthalten, hindurchführt. 



   Die bedruckten und mit allen zur Beschwerung erforderlichen Substanzen versehenen Gewebe werden zweckmässig an der Luft oder auf einem warmen Zylinder getrocknet ; das erhaltene Textilgut wird dann von der   überschüssigen   Paste bzw. von den nicht in Reaktion getretenen Beschwerungsmitteln befreit, zweckmässig durch sorgfältiges Waschen. 



   Gemäss der Erfindung werden beim Bedrucken der Seide mit Beschwerungspasten neue technische und sehr interessante Effekte erzielt. Es ist nämlich möglich, auf diese Weise das Gewebe einseitig zu beschweren, wenn man die Paste oder die Pasten nur auf einer Seite, z. B. mit Hilfe eines Appretriegels oder einer Walze, aufträgt. Auch kann man auf dem Gewebe Zeichnungen erzeugen, indem man z. B. mit gravierten Walzen Muster mit der Paste aufdruckt. Färbt man die auf diese Weise beschwert Seide dann mit bestimmten Beizfarbstoffen, so werden bunte Färbungen erzeilt, weil diese Farbstoffe nur auf die beschwerten Stellen aufziehen und die unbedruckten Stellen frei lassen, die alsdann mit andern 

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 Farbstoffen ausgefärbt werden können.

   Auch ist es möglich, bestimmte Ton in Ton Effekte zu erzielen, weil die angewendeten Farbstoffe stärker auf die beschwerten als auf die unbeschwerten Stellen aufziehen. 



   Alle diese vielseitigen Charge-Effekte können auch entsprechend der Zusammensetzung der Beschwerungsmassen   crepeartigen   Charakter des Gewebes ergeben, weil die beschwerten Stellen infolge der chemischen Reaktion zwischen der Faser des Gewebes und den Metallverbindungen die Oberfläche des Textilgutes ändern. 



   Eine gemäss der Erfindung zu verwendende Beschwerungspaste, die sich als besonders   zweckmässig   erwiesen hat, kann arabisches Gummi,   Zinntetrachloridlösung,   Ameisensäure und Natriumphosphat enthalten. Die Ameisensäure und das Natriumphosphat können durch Phosphorsäure ersetzt werden. 



   Diese. Paste wird mit Hilfe des Appretriegels ein-oder beidseitig oder in Form von Zeichnungen auf die Stoffbahn aufgebracht, die dann getrocknet und von überschüssiger Paste durch Waschen befreit wird. Es kann aber auch so gearbeitet werden, dass man die Beschwerungspasten einzeln übereinander aufdruck und an der Luft eintrocknen lässt. Zu diesem Zweck enthält z. B. die erste Paste Chlorzinn, Gummi und Säure oder ein saures Salz, die zweite Paste, die auf die erste Paste auf dem Gewebe aufgetragen wird, ein Verdickungsmittel, Monophosphat oder Dinatriumphosphat, gegebenenfalls unter Beifügung von Wasserglas. 



   Gute Resultate erhält man, indem man ein Gewebe vor dem Aufdrucken mit Säuren oder sauren Salzen od. dgl. mit oder ohne Schutzkolloide vorbehandelt, fortlaufend ausquetscht und durch einen Appretriegel durchführt, der mit einer Paste aus Senegalgummi und Chlorzinnlösung beschickt ist. Hierauf trocknet man das Gut und behandelt es in einer Mononatriumphosphatlösung nach, quetscht ab und wäscht das Gewebe tüchtig aus. Je nach Wunsch erfolgt eine Nachbehandlung mit Wasserglas. Infolge der verschiedenen Arbeitsweisen und Zusammensetzungen der Pasten lassen sich die   mannigfachsten   Beschwerungseffekte erzielen. 



   Das beschriebene Verfahren arbeitet sehr wirtschaftlich und ermöglicht, wie schon erwähnt, eine einseitige Beschwerung von Geweben, was bis heute mit den üblichen Beschwerungsverfahren unmöglich war. Unter anderem gelingt es, ein Seidengewebe einseitig mit Figuren zu bedrucken, indem man vorher die Rückseite mit einer Verdickung derartig reserviert, dass die Beschwerungsdruekpaste nicht durch das Gewebe durchschlagen kann und nur auf einer Seite des Gewebes die zur Beschwerung erforderliche chemische Reaktion auslöst. 



   Die Vorbehandlung mit Säure ist wohl an sich bekannt, jedoch nicht in den Gegenstand der Erfindung bildender Kombination. 



     Beispiel : 1 kg arabisches Gummi wird in einem Liter flüssige Monochloressigsäure gelöst.   Hierauf fügt man zu dieser Verdickung 300   cm3     Zinnchloridlösung   von   1'60   spez. Gew. hinzu, wodurch eine   emulsionsartige   Paste erhalten wird. Diese Paste wird durch eine Walze oder mit einem Appretriegel ein-oder beidseitig auf die Stoffbahn aufgetragen, getrocknet und das bedruckte Gewebe alsdann durch eine   15% ige Mononatriumphosphatlosung durchgeführt.   Man wäscht warm aus und behandelt das Gewebe mit einer Wasserglaslösung von   2  Be   bei 50  C während einer Viertelstunde nach. 



   PATENT-ANSPRÜCHE : 
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 Gummi, Dextrin, Stärke, Stärkeabbauprodukten, Zucker od.   dgl.,   in Pastenform, einseitig oder beidseitig deckend oder teilweise deckend, z. B. als Muster, durch Bedrucken auf das Gewebe aufgebracht wird.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die die Metallverbindung enthaltende Druckpaste Säuren oder sauer reagierende Salze enthält, gegebenenfalls bei Gegenwart von Schutzkolloiden.
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Seide vor dem Bedrucken mit der Metallverbindungspaste einer Vorbehandlung mit sauren Salzen oder Säuren, gegebenenfalls bei Anwesenheit von Schutzkolloiden, unterworfen wird.
    4. Verfahren nach Anspruch 1 und den Unteransprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckpaste noch die zur Umsetzung der Metallverbindung, z. B. Zinntetrachlorid, erforderlichen Substanzen, z. B. Phosphate, Phosphorsäure, u. dgl. und gegebenenfalls noch die weiteren zur Beschwerung erforderlichen Substanzen, z. B. Wasserglas, zugesetzt werden.
    5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewebe zunächst mit einer die Metallverbindung enthaltenden Paste bedruckt und das bedruckte Gewebe dann mit einer die zur Umsetzung der Metallverbindungen erforderlichen Salze enthaltenden Paste überdrnekt wird.
AT113986D 1927-11-19 1928-01-20 Verfahren zum Beschweren von Seidengeweben. AT113986B (de)

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