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Absorptionsturlll für Gase, insbesondel'e zur Absorption schwefeliger Säure fiir die
Herstellung von Sulfitlauge.
Die zumeistzur Erzeugung der in der Zellulosefabrikation benützten Sulfitlaugen-durch Reaktion aufwärts strömender SOg-Gase auf mit Wasser berieselt Kalksteine-verwendeten Absorptionstiirme bestehen im Wesen aus lotrechten Schläuchen oder Rohren aus Holz, die durch ein Holzgerüst gegen äussere Kräfte, Winddruck usw. geschützt sind. Diese Schläuche oder Rohre können aus konstruktiven, im Material derselben und in jenem des Traggerüstes gelegenen Gründen nur in verhältnismässig geringer Höhe ausgeführt werden, und es ist nötig, mehrere derartige Rohre oder Schläuche hintereinanderzuschalten, um eine restlose Gewinnung der Gase zu ermöglichen. Diese Anlagen erfordern daher nicht nur eine grosse Grundfläche und grossen Raum, sondern verursachen im Betriebe gewisse Schwierigkeiten.
So ist es schwer möglich, die den Witterungs- und Temperatureinflüssen ausgesetzten Holzschläuche dicht zu halten, so dass dadurch Verluste an Gas entstehen.
Man hat daher bereits vorgeschlagen. Türme in grosser Höhe und mit grösserem Durchmesser aus Eisenbeton zu verwenden, welche eine säurefeste Innenauskleidung erhielten. Diese Eisenbetontürme haben sich aber, trotzdem sie einen Schlauch von grosser Höhe enthalten und dadurch eine günstige Ausbeute gewähren könnten, deshalb nicht bewährt, weil sich im Betriebe grosse Nachteile einstellten. Nicht nur dass die säurefeste Auskleidung nur mit grossen Kosten hergestellt werden kann, verursachen Temperatursehwankungen und ferner die Stösse und Beanspruchungen, welche im Innern des Turmes durch die wandernden und oft stürzenden Kalkstücke hervorgebracht werden, vielfach ein Undichtwerden der säurefesten Auskleidung, wodurch das saure Gas und die entstandenen Reaktionsprodukte mit dem Eisenbeton des Turmes in Berührung kommen und diesen zerstören.
Um die Gefahr des Einstürzens der Türme abzuwenden, mussten daher wiederholt schwierige und kostspielige Untersuchungen und Ausbesserungen der Auskleidung vorgenommen werden.
Gemäss der Erfindung wird nun ein Absorptionsturm der in Rede stehenden Art in an sich bekannter Weise mit einem Schlauch und einem diesem unter Freilassung eines Ringraumes umgebenden Mantel hergestellt, wobei aber die Kombination des Schlauches mit dem Mantel eine Art Verbundkonstruktion ergibt, bei welcher jeder dieser Teile nach Material und Bauart so ausgeführt wird, dass jeder nur besonderen Beanspruchungen gegenüber widerstandsfähig zu sein braucht. Der Schlauch besteht dabei aus einem Material, dass gegen chemische Einflüsse, wie sie durch den Vorgang in seinem Innern bedingt sind, widerstandsfähig ist, wie z. B. aus Holz ; in statischer Beziehung braucht aber der Schlauch weder in bezug auf sein Material noch auf seine Bauart widerstandsfähig zu sein.
Der den Schlauch umgebende Mantel ist aber in bezug auf Material und Bauart so ausgeführt, dass er allen statischen Anforderungen, einschliesslich Winddruck und äusseren Einflüssen aller Art entspricht, dagegen aber gegenüber chemischen Einflüssen, wie sie durch die Vorgänge im Innern des Schlauches bedingt sind, nicht widerstandsfähig zu sein braucht. Der Mantel kann daher aus Eisenbeton, Formsteinen u. dgl. m. bestehen und hat lediglieh die Aufgabe, den Schlauch zu stützen, der für sieh allein statisch unzulänglich sein kann, dafür aber wieder gegen Zerstörung durch die chemischen Einflüsse sicher ist und diese von dem Mantel abhält.
Jedem der beiden Teilekommt also eine besondere Aufgabe zu und, indem sie einander, jeder in einer andern Beziehung, unterstützen, ergeben sie zusammen eine Turmkonstruktion von einer Güte und Dauerhaftigkeit, wie sie keiner der bisher bekanntgewordenen Konstruktionen zukommt. Ausserdem ist eine vorzügliche
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Es gibt bereits Laugentürme, die aus einem Schlauch und einem Mantel bestehen, der den Schlauch unter Freilassung eines Ringraumes umgibt. Diese Türme waren aber so eingerichtet, dass das Gas bald durch den Schlauch, bald durch den Mantelraum geleitet wird und es mussten daher alle Teile gegen die chemischen Einflüsse gesichert werden, so dass der ganze Turm in andrer Weise konstruiert werden musste, als der gemäss der Erfindung. Dann gab es auch Reaktionsturme, die im Innern ein System von Lenkungkörpern zur Vergrösserung des Weges der durchströmenden Gase oder zur Vergrösserung der Berührungflächen zwischen den Reagentien enthielten, wobei diese innere Einrichtung unter Freilassung eines Ringraumes von einem gemauerten Mantel umgeben war, durch den Luft zu Kühlungszwecken durchgeleitet wurde.
Auch hier hatte der Mantel einen andern Zweck, als oben geschildert, und er konnte auch nicht als eine Komponente einer Verbundkonstruktion angesehen werden. Ähnliche Türme gab es auch, bei
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ein äusseres Rahmenwerk gestützt wurde, das aber keinen geschlossenen Mantel bildete. Die Türme der letzteren Art waren übrigens zu andern Zwecken bestimmt, als der gemäss der Erfindung, und konnten daher für einen solchen Turm kein Vorbild sein.
In der Zeichnung ist eine aus zwei Türmen bestehende Batterie gemäss der Erfindung in zwei aufeinander senkrechten vertikalen Schnitten bzw. Ansichten dargestellt.
Jeder Turm einer solchen Batterie, zu der selbstverständlich auch eine grössere Anzahl von Türmen vereint werden könnte, besteht im Wesen aus einem Rohr oder Schlauch 1 und einem Mantel 2. Beide rohrartigen Gebilde sitzen auf einem kammerartigen Fuss 3 des Turmes auf, der auf dem Fundament 4 aufruht.
Das Innenrohr 1 wird vorzugsweise aus Holz hergestellt, der äussere Mantel aus Eisenbeton oder Betonformsteinen und zwischen dem Innenrohr und dem Mantel bleibt ein ringförmiger Hohlraum frei, der zweckmässig so bemessen ist, dass sich ein Mann durchbewegen kann, so dass eine Untersuchung des Innenrohres 1 auf Dichtheit in einfacher Weise möglich ist. Das Innenrohr 1 wird, wie üblich, mit Kalksteinen gefüllt, die von einem auf das obere Ende des Mantels 2 aufruhenden Behälter 5 gleichmässig mit Wasser berieselt werden, während die S02-Gase am untern Ende des Turmes eingeleitet werden. Die Kalksteinbeschickung ruht auf einem Rost 6 in der Nähe der Sohle des Rohres auf und unterhalb dieses Rostes liegt ein Rechen 7, der gröbere Verunreinigungen der aus dem Rohr abfliessenden Lauge auffängt.
Die Lauge sammelt sich in der im Fusse 3 des Turmes enthaltenen Kammer 8, woselbst sieh Unreinigkeiten, die noch vorhanden sind, setzen und von wo die Lauge etwa mittels einer Pumpe 9 zur Verwendungsstelle gefördert wird.
Das Innenrohr 1, welches an den meist beanspruchten Stellen durch auswechselbare Einsätze, wie etwa bei 10 veranschaulicht, verstärkt sein und gegebenenfalls zwecks Verminderung der Abnützung eine leicht konische Gestalt erhalten kann, ist gegen den Mantel 2 entsprechend abgestützt.
Tritt an irgendeiner Stelle des Innenrohres 1 eine Undichtheit auf, so dass die SOg-Gase in den Ringraum 11 übertreten können, so werden diese Gase durch die Schornsteinwirkung des Mantels 2 sofort am oberen Ende des Turmes abgeführt, so dass eine schädigende Einwirkung auf den Mantel praktisch nicht eintritt, um so weniger, als eine etwaige Undichtheit des Rohres durch die oben abströmenden SOg-
Gase angezeigt und daher sofort beseitigt werden kann.
Um die Schornsteinwirkung des Mantels 2 zu erzielen, wird am unteren Ende eine Luftzutritt- stelle zu dem Ringraum 11 geschaffen.
Zwischen den zwei Türmen, welche zu einer Batterie vereinigt sind, ist eine Treppenanlage 12 eingebaut, deren Podeste 13 auf Konsolen 14 der Mäntel 2 ruhen und deren Läufe 15 abwechselnd an einem der Mäntel befestigt sind, wobei kein Teil der Treppenanlage vor den Türmen vorragt. Auf diese
Weise wird dem Windangriff die geringste Fläche dargeboten und die Treppe ist ferner vor Beschädigung durch die Steine geschützt, welche aus dem Kübel 16 der ausserhalb der Türme montierten Förderanlage fallen könnten.