AT107669B - Verfahren und Vorrichtung zum Abgeben von Glasposten aus einem Schmelzofen. - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Abgeben von Glasposten aus einem Schmelzofen.Info
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Description
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Verfahren und Vorrichtung zum Abgeben von Glasposten aus einem Schmelzofen.
Die Erfindung betlifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Abgeben des geschmolzenen Glases ans einem Schmelzofen, wobei jeder Glasposten zu einei Luppe, d. h. einem zylindnschcn oder sonstwie gestalteten, für die Weiterverarbeitung abzuschneidenden Rohstück gefotmt wild.
Bei Glaöfen, aus denen das geschmolzene Glas velmöge seiner Gewichtswirkung abfliesst, besteht der Nachteil ungleichen Gewichtes der Luppen. Dies kommt daher, dass sich das Glasniveau im Ofen beim Nachfüllen und bei Temperaturschwankungen ändert. Wachsendes Niveau hat ein Verstärktes Ausfliessen zur Folge, und die bekannten Schmelzöfen besitzen einen langen Volheid mit beträchtlicher Wärmeausstrahlung. Da die Regelung gewöhnlich am äusseren Ende stattfindet, so bringt der stärkere Zustrom mehr Glasmasse und mehr Wärme in den Ablaufraum, so dass das austretende Glas an Zähfliissigkeit einbüsst.
Die erhöhte Wanne vergrössert die zur Abgabe gelangende Glasmenge und daher das Gewicht der Posten. Aus diesem Glunde ist eine ununterbrochene Bewachung undWartung erforderlieh, und während die Arbeit der Zumessung und Formung des Rohstilekes fortfällt, wird die damit gegebene Ersparnis durch die Kosten für eine geschulte Wartung bei weitem übertreffen.
Die Erfindung bezweckt : 1. die Menge der abzugebenden Glasmenge (Luppe) zu regeln, 2. die Luppe so zu gestalten, dass sie annähernd der Umform des herzustellenden Gegenstandes entspricht, 3. die Luppe mit solcher Geschwindigkeit zu bilden, dass sie dem Gange der halbselbsttätigen Blasmaschine entspricht, 4. die Abscheermarke zu beseitigen und ihre Temperatur auszugleichen, 5. die zur Beheizung des Glases in den Ablaufräumen erforderliche Brennstoffmenge zu verringern.
In der Zeichnung ist die zur Durchführung des Verfahrens dienende Vorrichtung in einer beispielsweisen Ausführungsform dargestellt ; es sind : Fig. 1 eine Seitenansicht der Abgabevorrichtung, Fig. 2 eine Endansieht dieser Vorrichtung, Fig. 3 ein Längsschnitt, Fig. 4 ein wagrechter Schnitt dazu nach Linie 4-4 der Fig. 3, Fig. 5-11 senkrechte Schnitte der Ablaufvorrichtung zur Veranschaulichtung der einander folgenden Vorgänge bei der Bildung der Luppe.
Gemäss Fig. 1 und 3 besitzt der bis zum Niveau 2 mit Glasmasse gefüllte Ofen einen Vorherd oder eine Vorkammer. 3. Ein Schwimmer 4 deckt einen Teil der Glasfläche in der Kammer 3 ab und reicht weit in den Ofen hinein. Die Zapfen 5 des Schwimmers oberhalb des Glasniveaus 2 gehen mit Spielraum 10 durch eine Öffnung 8 der Seitenwandung 6. 7 der Decke und ruhen auf Schneiden 9, so dass der Schwimmer hier an seinem einen Ende gehalten wird und am andern Ende frei schwimmt. Das flüssige Glas unter dem Schwimmer tutt durch die Öffnung 13 des in einen Durchlass 12 der Scheidewand 16 eingesetzten Futters 11 und durch dessen Seiten öffnungen 15 Über die Schulter 18 auf den Boden 19, über dem eine Scheidewand 20 die Kammer 3 vom Vorraume 21 trennt.
Das Ventil 14 dient zur Regelung des Glasdurchflusses im Futter 11. Der Schwimmer 4 und die Lage der Öffnung 1, bewirken, dass das flüssige Glas aus den tieferen, weit unter dem Niveau 2 liegenden Stellen im Ofen 1 abgezogen wird.
Die Beschickung des Ofens erfolgt periodisch, etwa einmal in jeder Stunde, und währt 5-10 Minuten
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hoch steigt und darauf langsam nach Massgabe des Glasverbrauehes fällt. Dieser Niveauwechsel verursacht auch einen Wechsel in der Geschwindigkeit und damit der Menge des von der Vorrichtung abgegebenen Glases.
Mit Rücksicht darauf, ist die Anordnung des selbsttätigen, auf den Schneiden 9 reitenden
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Zur Einstellung der Lagerrolle 71 unter dem Hebel 63 dient die mit Handrad 75 versehene Spindel 74, die den'Rollenträger 72 führt. Der Hebel 63 liegt parallel zur Spindel, wenn sieh der Kolben am unteren Ende seines Hubes befindet. Daher wird beim Einstellen der Rolle auf diesen Punkt die tiefste Stellung des Kolbens nicht geändert, das Verstellen der Rolle ändert die Hubweite mit der Änderung des Lagerpunktes für den Hebel 63.
Bei dieser Einrichtung wirkt die Hubscheibe mit den zugehörigen Teilen zwangsweise nur beim Anheben des Kolbens ; beim Niedergehen folgen alle Teile lediglich ihrer Gewichtswirkung, so dass, wenn einmal irgendein harter Gegenstand zwischen den Kolben und die Pfanne gerät, die Teile doch nicht dadurch beschädigt werden können. Eine Feder 76, die durch Schraube 77 und Flügelmutter 78 eingestellt werden kann, greift an dem Hebel 63 an und regelt die Gewiehtswirkung.
Durch die Benutzung verschiedener Hubgeschwindigkeiten des Kolbens wird ermöglicht, für die Erzielung gewünschter Formen bei der Luppenbildung dem Ablauf oder Munde 26 Impulse zuzuführen.
Dafür hat sich die Ausführungsart der Einrichtung nach Fig. 1 mit einem Dreipl ! asenhube des Kolbens als besonders vorteilhaft erwiesen. Die Hubscheibe verläuft von 53 bis 54 als Spirale von 180 , von 54 bis 55 oder 1250 Drehbewegung ist sie konzentrisch zur Drehachse, für ein Stillstehen des Kolbens 51 am oberen Hubende, und von 55 bis 53 oder 55'bewirkt sie einen schnellen Niedergang des Kolbens.
Die Wirkung dieses verschiedenen Hubes des Kolbens ist in den Fig. 5-11 ersichtlich gemacht.
Fig. 5 zeigt die von den Scheerblättern 79 abgetrennte Luppe. Der Kolben steigt zur Zeit, wo die Luppe eben abgeschnitten ist, in die Höhe und zieht Glas in der Mündung 26 mit nach oben. Wäre der Kolben voll, so würde das Glas in der Mündung gewöhnlich eine hohle oder einwärts gewendete Schalenlinie darstellen. Infolge der Hohlheit des Kolbens und des in ihm enthaltenen Glases bringt aber die Aufwärtsbewegung eine geringere Ansaugwirkung in der Mitte der Mündung hervor, und hier bleibt daher eine Warze hängen. Bei der weiteren Aufwärtsbewegung des Kolbens, Fig. 6, bleibt diese Warze bestehen, und das vom Kolben beim Verlassen der Pfanne erzeugte Vakuum wird zum Teil durch aus dem Innern des Kolbens kommende Glas beseitigt.
Es bildet sich eine ringförmige Vertiefung, bei der die Warze der Wärmestrahlung aus der umgebenden Glasmasse in der Mündung 26 ausgesetzt bleibt.
Beim fortgesetzten Aufstiege des Kolbens, Fig. 7, wird das Vakuum in der Pfanne 49 weiter durch das zwischen Pfannenfläche und Kolbenfläche eindringende Glas beseitigt, wobei sich der Zwischenraum dem Kolbenaufstiege gemäss fortschreitend vergrössert.
In Fig. 8 steht der Kolben in der obersten Hublage, und das Glas beginnt mit der zur Luppe anwachsenden Warze voran auszufliessen. In Fig. 9 beginnt der Kolben den Abwärtshub unter Ausstossen von Glas mit solcher Schnelligkeit, dass sich die Luppe nicht zusammenziehen kann. Fig. 10 zeigt diesen Vorgang, nachdem der Kolben beinahe das Ende des Abwärtshubes erreicht hat ; jetzt wird nicht nur Glas ausgetrieben, um den Querschnitt der Luppe zu erhalten, sondern Glas wird hier auch in den Kolbeninnenraum hineingetrieben. In Fig. 11 beginnt der Kolben wieder hochzugehen, wobei das Glas in die Mündung 26 eingesaugt wird, während das Gewicht der hängenden Luppe abwärts zieht. Dadurch entsteht eine Zusammenziehung an der Wurzel der Luppe vor der Mündung 26 und an dieser zusammengezogenen Stelle schneidet die Scheervorrichtung 79 ab.
Damit ist der Vorgang beendet.
Die wesentlichen Merkmale dieses Vorganges bestehen in einer länger dauernden, veränderlichen Periode des Widerstandes gegen das Ausfliessen des Glases, einer Periode, in welcher das Glas nur unter dem Gewichtsdruck der über der Mündung 26 stehenden Glasmasse ausgetrieben wird, und einer dritten Periode, die kürzer als die erste Periode ist, und in der zur Gewichtswirkung noch eine besondere austreibende oder ausstossende Kraft hinzutritt, um das Glas schneller durch die Mündung zu drängen.
Eigentümlich ist dieser Treibkraft, dass sie bis zum Ende ihrer Wirkung fortschreitend wächst, u. zw. infolge der Zusammenziehung der Querschnitte, durch die das Glas unter Druck in die Aufnahmekammer zurücktreten kann, während der Querschnitt der Mündung 26 und deren Ausflusswiderstand gleich bleiben.
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gleiche Glasmenge durehzulassen.
Beim Austreiben ist die Ausstosskraft des Kolbens in seiner Hochstellung nur sehr schwach, da seine treibende Wirkung zu diesem Zeitpunkt auf einen grossen Querschnitt zwischen Kolben und Pfanne zur Geltung kommt ; daher wird diese Anfangsbewegung des Kolbens beschleunigt und die Feder 76 wirkt dabei so, dass sie ihre grösste Wirkung beim Angehen des Kolbens entwickelt.
Nachdem die Luppe abgeschnitten ist, geht sie über eine Rinne in die Formmaschine. Diese Rinne ist derart gestaltet und angeordnet, dass die Luppe während des Abschneidens noch frei hängt, jedoch, wenn das Glas heisser ist und sich infolge von Änderungen in der Wärme oder der Kühlwirkung der Aussenluft oder aus irgendeinem andern Grunde streckt, die Luppe aufnimmt und an weiterem Ausrecken vor dem Abschneiden bewahrt, Fig. 11.
Zum Kühlen des Glases im Formraume 21 auf eine beliebige Temperatur, falls das Glas für Flaschenfabrikation zu heiss sein sollte, kann Luft od. dgl. durch Öffnungen 81 eingeführt werden.
Zu den durch das Verfahren der Erfindung erzielten Vorteilen gehörtin erster Linie eine Beherrschung des Gasaustrittes und ein Ausgleich der Temperatur des Glases mit der des Schmelzraumes, wodurelh
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Änderungen im Gewicht infolge Änderungen in der Zähflüssigkeit des Glases verhindert werden, wenn aus irgendeinem Grunde die Menge des zuströmenden Glases sich vergrössern sollte ; ein weiterer Vorteil liegt in der selbsttätigen Regelung oder Ausgleichung des Zuflusses trotz wechselnden Glasstandes in der Wanne, wodurch Änderungen im Gewicht verhütet werden und der Arbeiter beim Auftreten solcher
Schwankungen in der Wanne die Einrichtung nicht entsprechend einzustellen braucht.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren, Glas aus einem Behälter durch eine Ablauföffnung mit im wesentlichen gleichbleibender Geschwindigkeit abzugeben, dadurch gekennzeichnet, dass der Strömungswiderstand in dieser Öffnung entsprechend den Schwankungen der Standhöhe des geschmolzenen Glases im Behälter selbsttätig geändert wird.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Weite der Ablauföffnung selbsttätig, entsprechend der Standhöhe des geschmolzenen Glases geregelt wird.3. Verfahren nach Anspruch 1, um Glas in gleichmässiger Weise einem, eine Luppe erzeugenden Auslass zuzuführen, dadurch gekennzeichnet, dass das geschmolzene Glas über eine schiefe Ebene in dünner Schicht auf ein niedrigeres Niveau überführt wird.4. Verfahren nach den Ansprüchen l bis 3, zur Herstellung von Glasluppen, dadurch gekennzeichnet, dass eine Anzahl von einzelnen Glasströmen vereint in eine, die Luppe erzeugenden Auslass des Schmelzofens geführt werden, wobei vorzugsweise zwei Glasströme dem Auslass auf entgegengesetzten Seiten zugeführt werden.5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass bei Teilung des Glasstromes in zwei Einzelströme die Innenseiten eines jeden Glasstromes gekühlt werden, um symmetrisch erwärmte Luppen herzustellen.6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5 zur Herstellung von Glasluppen, dadurch gekennzeichnet, dass die Luppe durch die Gewichtswirkung des Glases beim Durchtreten durch den Auslass gebildet, der Abfluss während der Entstehung der Luppe beschleunigt, dann verzögeit und die hängende Luppe von der hinterbleibenden Glasmasse abgetrennt wird.7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die hängende Luppe an ihrem Ende vor der Abtrennung durch eine Gleitfläche gestützt wird.8. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass durch das Abtrennen der Luppe eine Verjüngung an der Abtrennstelle hervorgerufen wird und diese Verjüngung oder Spitze in den Auslass hinaufgezogen wird und dort erhalten bleibt, um das untere Ende der nächsten Luppe zu bilden, wobei diese Verjüngung im Auslass von einem Wall aus heisser Glasmasse umgeben ist. EMI4.1 für verschiedene Standhöhen des geschmolzenen Glases im Hafen wesentlich gleichbleibend zu erhalten.10. Vorrichtung nach Anspruch 9, gekennzeichnet durch eine Einrichtung zum selbsttätigen Ändern der Weite der Öffnung, entsprechend den Schwankungen der Standhöhe des geschmolzenen Glases.11. Vorrichtung nach den Ansprüchen 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Ablauföffnung mit einem, durch einen Schwimmer im Hafen betätigten Ventil versehen ist.12. Vorrichtung zur Erzeugung von Glasluppen nach dem Verfahren gemäss den Ansprüchen 4 und 5, gekennzeichnet durch einen, die Luppen formenden Auslass und eine Einrichtung zum Zufühlen mehrerer Glasströme aus dem Schmelzofen zu diesem Auslass, wobei vorzugsweise zwei Glasströme dem Auslass auf entgegengesetzten Seiten zugeführt werden.13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Auslass nach oben zu einer schalenförmigen Kammer erweitert und ein Kolben in dieser Kammer auf und nieder geht.14. Vorrichgtun nach Anspruch 12, gekennzeichnet durch eine Einrichtung zum Zerlegen eines Glasstromes in - eine Anzahl von Strömen die dem Auslass zugeführt werden und zum Kühlen dieser Ströme vorzugsweise längs ihrer Teilungslinie, um symmetrisch erhitzte Luppen zu erhalten.15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlvorrichtung mit Luftströmen arbeitet.
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