<Desc/Clms Page number 1>
Verbesserung an der Wiedergewinnungsvorrichtung für Karden.
Die Erfindung bezieht sich auf Karden und insbesondere auf Vorkarden zum Krempeln von Lein-, Hanf-, Jutefasern u. dgl. und betrifft Verbesserungen an der bei diesen Karden anwendbaren Wiedergewinnungsvorriehtung gemäss dem Patent Nr. 82772.
Bei dieser Wiedergewinnungsvorriehtung fallen die Kardenabfälle auf schiefe, fest oder schwenkbar angeordnete Platten, von denen sie auf Roste oder Siebe geführt werden, die eine schwingende oder Sehiittelbewegang erhalten, dureh welehe Halme, Staub u. dgl. ausgesehieden werden ; die Textilfasern
EMI1.1
aufgefangen werden, die sie einem der unteren Kardenausstosser zuführt, unterhalb dessen die Wieder- gewinnungswalze angeordnet ist, durch die die Fasern der Karde wieder zugeführt werden.
Zahlreiche mit den in genannter Patentschrift beschriebenen Ausführungsformen ausgeführte Versuche haben zu einer Vorrichtung gefühlt, bei der schliesslich nur noch die äusseren Blechplatten, die Wiedergewinnungswalze und die mit der Mulde aus einem Stück hergestellten Siebe beibehalten wurden.
Jedoch waren die mit dieser Wiedergewinnungsvorrichtung erzielten Resultate niemals vollständig zufriedenstellend, weil das aus der Karde kommende Gespinst oft Unregelmässigkeiten aufwies, die die nachfolgenden Vorbereitungs-und Spinnarbeiten beeinträchtigten.
Die Untersuchung der Ursachen dieser Fehler hat gezeigt, dass sie in erster Linie auf Risse zuuiek- zuführen sind, die öfters in dem Schleier von wiedergewonnenen Fasern entstehen, der über dem normalen, die grosse Trommel bedeckenden Schleier steht und ferner, dass diese Risse ihre Ursache in einer unregelmässigen Speisung der Wiedergewinnungswalze mit Fasern und Abfällen haben, die von der Karde auf die äusseren Platten fallen, deren Neigung (welche sich nach der Lage der Siebe selbst und der Mulde richtet, durch die die Wiedergewinnungswalze gespeist wird) im allgemeinen nicht genügend ist und auch nicht sein kann, um ein kontinuierliches Gleiten der Fasern längs der Oberfläche genannter Platten zu gewährleisten.
Um diesem Nachteil abzuhelfen, wurden die Platten auf irgendeine Weise mechanisch geschüttelt, namentlich dadurch, dass sie den Schüttelbewegungen der Siebe der Mulde ausgesetzt wurden, die die Wiedergewinnungswalze speist. Da diese mechanischen Mittel öfters versagten, kam es vor, dass die Fasern bzw. Abfälle nicht mehr in ununterbrochener Weise längs der Platten gleiteten, sondern sich in unregelmässiger Weise auf den Platten ansammelten, um alsdann stossweise in mehr oder weniger dichten und bedeutenden Massen nach den Sieben zu gleiten, und die Wiedergewinnungsvorriehtung in unregelmässiger Weise speisten.
Um das Gleiten der Fasern und Abfälle längs der äusseren Platten regelmässig und konstant zu gestalten, wurden die Gleitflächen der Platten stark gewölbt ; jedoch bewährte sich dies nicht, weil die Fasern sich am Fuss der Krümmungen der Führungen ansammelten
Mit den Verbesserungen nach der Erfindung wird eine regelmässige Speisung der Wiedergewinnungswalze mit Fasern erzielt, was sich durch einen von Rissen freien Schleier von wiedergewonnenen Fasern und daher durch ein regelmässiges Gespinst bemerkbar macht. Diese Verbesserungen bestehen im wesentv lichen darin, dass den Blechplatten die grösstmögliche Neigung nach der Senkrechten gegeben und dafür gesorgt wird, dass der Grad der Neigung für jede Platte ungefähr der gleiche ist.
Die Siebmulde der Wiedergewinnungswalze wird von den Platten direkt gespeist, indem die Gleitfläche der Platten geradlinig gehalten ist. Dies wird dadurch erreicht, dass der Abstand zwischen der Trommel und den unteren
<Desc/Clms Page number 2>
Enden der Platten durch Anordnung von Zwischenwalzen möglichst vergrössert wird. Die Wiedergewinnung der Fasern und deren Zuführung zum Ausstosser erfolgt in Verbindung mit der Wiedergewinnungswalze, die oberhalb der Siebmulde und gemäss der Erfindung in der senkrechten Ebene liegt, die durch die Achse der grossen Trommel geht.
Die Verbesserungen gemäss der Erfindung sind in den Zeichnungen beispielsweise schematisch dargestellt. Fig. 1 ist eine Seitenansicht des unteren Teiles einer mit der erfindungsgemässen Einrichtung versehene Karde beliebiger Art, bei der ein Ausstosser für den unteren Teil der Karde in der Nähe der senkrechten Ebene durch die Achse der grossen Trommel angeordnet ist. Fig. 2 ist eine ähnliche Ansicht einer Karde, bei der keiner der Ausstosser des unteren Teiles der Karde in der Nähe der senkrechten Ebene durch die Achse der grossen Trommel angeordnet ist. Fig. 3 zeigt vergleichshalber eine Karde, die mit der nicht verbesserten Wiedergewinnungsvorrichtung versehen ist.
Gemäss der ersten Ausführungsform sind 1 die grosse Trommel, 2 ein in der Nähe der senkrechten Ebene durch die Achse der Trommel 1 angeordneter Ausstosser, 3 die schiefen Blechplatten, die genau bis oberhalb der Enden der Siebmulde 4 reichen und 5 die in der genannten senkrechten Ebene oberhalb der Siebmulde 4 angeordnete Wiedergewinnungswalze, die die Fasern aus der Mulde entnimmt, um sie durch Vermittlung einer Walze 6 dem Ausstosser 2 zuzuführen.
Durch die den Platten 3 gegebene, nach der Senkrechten grosse Neigung geht, wie ersichtlich, die Speisung der von der Karde abgefallenen Fasern gleichmässig und ununterbrochen vor sich, während diese Zuführung nicht gleichmässig und ununterbrochen erfolgen könnte, wenn die Neigung der Platten sich der Wagrechten näherte (Fig. 3) und nur die Wiedergewinnungswalze allein angeordnet wäre.
Bei der zweiten Ausführungsform ist zwar der untere Ausstosser 2 nicht in der Nähe der senkrechten Ebene der grossen Trommel gelegen, doch sind die Platten 3 gleichfalls gemäss der Erfindung stark nach der Senkrechten geneigt ; ferner kann die Wiedergewinnungswalze 5 wegen der Zwischenwalze 6 in der senkrechten Ebene der grossen Trommel angeordnet werden, so dass es möglich ist, die Mitte der Siebmulde 4 ungefähr in der Nähe der genannten mittleren senkrechten Ebene der grossen Trommel bei zubehalten und daher den Platten 3 ungefähr denselben Grad der Neigung zu geben.
Vor den Verbesserungen gemäss der Erfindung war die Anwendung der Wiedergewinnungsvorrichtung an den Karden dieser Art (d. h. an solchen Karden, bei welchen ein unterer Ausstosser in einem Abstand von der senkrechten durch die Achse der grossen Trommel gehenden Ebene angeordnet ist) fehlerhaft, wenn nicht sogar unmöglich, da wegen der Lage der Wiedergewinnungswalze, die notwendigeiweise ausserhalb der durch die Achse der Trommel gehenden senkrechten Ebene angeordnet weiden musste, die Siebmulde selbst nach der Seite verschoben war, so dass wenn eine der Zuführungsplatten eine genügende Neigung haben konnte, die gegenüberliegende eine gänzlich unwirksame Neigung (Fig. 3) hatte.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verbesserung an der Wiedergewinnungsvorrichtung für Karden nach Patent Nr. 82772, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Führungsplatten (3) eine starke und annähernd gleiche Neigung dadurch erhalten, dass der Abstand zwischen der Trommel (1) und der Wiedergewinnungswalze (5) durch Anordnung einer Zwischenwalze (6) vergrössert wird.