AT105093B - Verfahren zur Herstellung von leicht resorbierbaren, intern anzuwendenden Arzneimitteln aus Substanzen, welche an sich schwer resorbierbar sind. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von leicht resorbierbaren, intern anzuwendenden Arzneimitteln aus Substanzen, welche an sich schwer resorbierbar sind.

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AT105093B
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Ludwig Dr Kofler
Mr Pharm Richard Kaurek
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Ludwig Dr Kofler
Mr Pharm Richard Kaurek
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



    Verfahren zur   Herstellung von leicht resorbierbaren, intern anzuwendenden Arznei- mitteln ans Substanzen, welche an sich schwer resorbierbar sind. 



   Bei-einer Anzahl von Arzneimitteln ist die orale Verabreichung dadurch erschwert oder unmöglich gemacht, dass sie vom Verdauungstrakt aus entweder überhaupt nicht oder nur sehr schwer resorbiert werden. Es besteht daher das Bestreben, diese   Medikamente   in solche Form zu bringen, dass sie vom Magen und Darm aus aufgenommen werden. Dies wurde z. B. in manchen Fällen dadurch erreicht, dass die betreffende Substanz in eine Verbindung   übergeführt wurde, welche   andere   Löslichkeitsverhältnisse   besitzt. 



   Vorliegende Erfindung besteht darin, dass den schwer resorbierbaren Medikamenten Saponine zugesetzt werden, wodurch die Resorbierbarkeit weitgehend gesteigert werden kann. Worauf diese 
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 steht sie im Zusammenhang mit den bekannten Eigenschaften der Saponine. Die Saponine sind stark   oberflächenaktive   Substanzen, sie erniedrigen die   Obeiflächenspannung   des Wassers, reichern sich in den   Grenzflächen   an, schäumen beim Schütteln ihrer wässerigen Lösungen, sie machen Haut, Haare und fette   Oberflächen   für Wasser benetzbar, wirken auf Fette emulgierend und halten feine Niederschläge in Suspension und feiner Verteilung.

   Letztere Erscheinung lässt sich an folgendem einfachem Versuch zeigen : Wenn man Tierkohle mit Wasser schüttelt und auf ein Filter giesst, geht das Wasser klar durch, während die Tierkohle auf dem Filter bleibt. Schüttelt man die Tierkohle aber mit saponinhältigem Wasser, so geht die Tierkohle durchs Filter hindurch. 



   Zur Erprobung der Erfindung wurden die Herzglykoside, ferner Kampfer und Kaliumsalze   herangezogen. Digitoxin, Strophanthin   und manche andere Herzglykoside und aus ihnen hergestellte Präparate sind vom Verdauungstrakt aus schwer resorbierbar, entfalten daher bei oraler Verabreichung nur eine unsichere Wirkung. Dies ist der Hauptgrund, weshalb sich die reinen Substanzen trotz des grossen Vorteiles einer genauen Dosierung nicht allgemein in der Therapie   einbürgern   konnten. 



   Es zeigte sich nun bei Versuchen an Fröschen   und Mäusen,   dass Digitoxin und Strophanthin durch. 



  Zusatz von Saponin bedeutend leichter resorbierbar gemacht werden können. Bei Fröschen kann durch Zusatz einer geringen, an sieh vollständig wirkungslosen Menge von Primulasäure, dem Saponin der   Primula   veris, die zur Erzielung eines   systolisehen   Herzstillstandes notwendige Menge Strophanthin auf ungefähr ein Dreissigstel und die Menge des Digitoxins auf ein   Fünfzigstel   herabgesetzt werden. 



    Ähnlich   wirken andere Saponine, z. B. Saponin. pur albiss. Merek,   Gypsophila-Saponin   und Senegin. 



  Bei Mäusen wird durch Saponinzusatz die letale Dosis beim Digitoxin auf ein Viertel und beim Strophanthin auf die Hälfte herabgesetzt. Dass es sich bei dieser Erhöhung der Toxizität nicht um eine Potenzierung von Digitoxin bzw. Strophanthin mit dem Saponin'nach erfolgter Resorption am Herzen handelt, sondern um eine Begünstigung der Resorption der Herzglykoside unter dem Einfluss der Saponine, konnte durch mehrere Versuche bewiesen werden. Wenn man z. B. einem Frosch in den Brustlymphsack 25% der auf diesem Wege tötlichen Dosis Strophanthin injiziert und gleichzeitig in den   Magen 20% der   auf diesem   Wege tötlichen   Dosis Primulasäure, so bleibt das Tier am Leben.

   Würde eine Resorption des Saponins vom Verdauungstrakt aus und eine Potenzierung der Wirkung des Strophanthins und der   Primulasäure   am Herzen erfolgen, so hätte der Froseh bei diesem Versuche zugrunde gehen müssen. 

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   Die Saponine werden bei innerlicher Verabreichung vom Verdauungstrakt aus entweder überhaupt nicht oder nur in sehr geringen, nicht nachweisbaren Mengen resorbiert (Kofler, Kollert und Griol, Wien, klin.   Wochenschr. 1925, Nr.   13). Die Toxizität der Saponine bei innerlicher Verabreichung wurde nämlich in der Regel   überschätzt.   Es konnte beim Menschen   0-03 g Primulasälre täglich dreimal   ohne 
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 anderen Saponinen wurden Tagesdosen von 0'45 bzw. 0'3 g ohne Schaden vertragen. 



   Die Digitalisblätter, Strophanthussamen, die   Meerzwiebel und   andere Herzmittel enthalten nach den Angaben der Literatur Saponine. Diese Saponine sind aber wenig bekannt, lassen sich schwer darstellen und quantitativ bestimmen. Die Saponine der   Digitalisblätter   und anderer Herzmittel werden für die therapeutische Anwendung allgemein als bedeutungslos oder störend angesehen.   Manche   Erzeuger von Präparaten aus diesen Drogen   rühren   ihren Mitteln als besonderen Vorzug nach, dass sie vollständig von Saponinen befreit wurden. 



   Inwieweit die in den   Herzdrogen vorkommenden Saponine   die Resorption der   Herzglykoside   befördern, konnte nicht, untersucht werden, da sich diese Saponine nur sehr schwer isolieren lassen. Es ist aber nach den erwähnten Versuchen   möglich,   dass die bessere Wirksamkeit der Digitalisdroge gegen- über den daraus hergestellten   Reinsnbstanzen   wenigstens zum Teil auf dem Vorhandensein der Saponine beruht. Der Nachteil der Anwendung der Droge liegt in der Schwierigkeit einer genauen Dosierung. 



  Der Nachteil der rein dargestellten Herzglykoside namentlich des Digitoxins und Strophanthins in der schweren und unsichere Resorption. 



   Durch Zusatz von Saponinen zu den aus den   Herzdrogen   mehr oder weniger rein dargestellten Glykosiden lässt sich der Vorteil einer genauen Dosierung mit der leichten Resorbierbarkeit vereinigen. 



   Eine Begünstigung der Resorption oral verabreichter Medikamente zeigt sich aber nicht nur 
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 salzen. Bei Versuchen am Menschen wurde eine grössere Menge Kampfer vom   Magendarm   aus aufgenommen, wenn gleichzeitig Saponin verabreicht wurde als ohne Zugabe von Saponin. Am isolierten Darm wurde bei Gegenwart von Saponin mehr Kalzium resorbiert als ohne Saponin. 



   Der Zusatz von Saponin kommt auf Grund vorliegender Erfindung nur bei solchen Arzneimitteln in Betracht, welche per os verabfolgt werden sollen. 



   Beispiel   1 : Es werden aus Strophanthin   und Primulasäure Tabletten oder Tropfen hergestellt, welche pro Dosis 0-0002-0-0004. 9 Strophanthin und   0-004-0-01 Primulasäure   enthalten. 



   Beispiel 2 : An Stelle von Strophanthin wird Digitoxin, Gitalin oder ein Gemisch mehrerer   Herzglykoside   in entsprechender Dosierung mit   0'004-0'01 g Primulasäure   oder   0'005-0'01 g   Gypsophila-Saponin oder Saponin pur albiss.   Merck   in Tabletten oder Tropfen kombiniert. 



   Beispiel 3 : Es werden Tabletten oder Lösungen mit Kalzium lacticum, Calcium chloratum oder einem andern Kaliumsalz und Saponin hergestellt. Die Kalziummenge pro Dosis beträgt   0-3-0-5     g,   die Saponindosis ist wie in Beispiel 2. 



   Beispiel 4 : Es werden Tabletten mit   0'05-0'3 g Kampfer   und der in Beispiel 3 angegebenen Dosis Saponin hergestellt. 



   Aus den deutschen Patentschriften Nr. 268628 und   Nr.   283728 ist es zwar bekannt geworden, dass Saponine   Desinfektionsmittellösungen   oder Streupulvern und Salben zugesetzt werden. Abgesehen davon, dass es sich dort um äusserlich anzuwendende Medikamente bzw. Desinfektionsmittel handelt, soll hiebei uur die Benetzungskraft des Saponins ausgenutzt werden, nicht aber eine erhöhte Resorbierbarkeit der   Heil-bzw. Desinfektionsmittel erreicht werden.   Es soll bei den Verfahren dieser Patentschriften eine pharmakologische Mitwirkung des Saponins ausgeschaltet bleiben.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Herstellung von leicht resorbierbaren, intern anzuwendenden Arzneimitteln aus Substanzen, welche an sich schwer resorbierbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass den betreffenden Substanzen Saponine zugesetzt werden.
AT105093D 1925-07-23 1925-07-23 Verfahren zur Herstellung von leicht resorbierbaren, intern anzuwendenden Arzneimitteln aus Substanzen, welche an sich schwer resorbierbar sind. AT105093B (de)

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