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Milchsauer.
Als Milchsauer sind vielfach Gummikörper in Anwendung, die im wesentlichen einen Kegel mit abgerundeter und mit mittlerer Durchbohrung versehener Spitze bilden und die demzufolge auf erhebliche Länge von dem saugenden Kinde in den Mund genommen werden können. Bei Gebrauch eines derartigen Saugers findet der Saugvorgang nicht in der Weise statt, wie an der Mutterbrust. Einer der wesentlichsten festgestellten Nachteile liegt darin, dass bei Gebrauch eines derartigen Milchsaugers dessen Spitze mit der Zunge ständig gegen den Gaumen gedrückt wird, wodurch die benachbarten Atmungswege verengt werden.
Es ist nun zwar bereits bekannt, Milchsauger mit einer verhältnismässig kurzen Saugwarze auszustatten, die im wesentlichen nur mit den Lippen erfasst werden kann ; diesen Einrichtungen gegenüber ist aber der Erfindungsgegenstand dadurch eigenartig, dass eine etwa halbkugelig geformte massive Saugwarze aus Gummi od. dgl. mit enger Durchbohrung auf einer eine elastische dünne Wandung besitzenden Haube aufsitzt, deren peripherische Ausbauehung wulstartig den anschliessenden Aufschiebstutzen für den Flaschenhals rings erheblich überragt.
Bei Anwendung eines Milchsaugers, bei welchem eine solche Saugwarze mit einer solchen Haube vereinigt ist, wird die Wirkung erzielt, dass der Milchsauer durch einen von dem saugenden Kinde auf ihn in der Achsrichtung ausgeübten Druck zufolge der dadurch hervorgerufenen Volumensverkleinerung Milch liefert, wodurch der Saugvorgang unterstützt wird.
Um noch genauer die Form der Mutterbrust im Munde des Kindes nachzubilden und den Lippen des Säuglings noch mehr Halt zu geben, ist erfindungsgemäss zwischen der massiven Saugwarze und der Haube ein im Längsmittelschnitt etwa halbkreisförmiges Übergangsstück vorgesehen, welches in seiner Form dem Umrandungsteil der natürlichen Mutterbrustwarze entspricht und entweder hohl oder massiv mit Durchbohrung ausgebildet ist. Hiebei kann im Sinne der Erfindung das Übergangsstück entweder aus weicherem Material als die Warze bestehen, oder auch mit dickeren elastischen Wänden gegenüber der Haubenwandung hergestellt sein.
Die Zeichnung veranschaulicht in Fig. 1 einen gewöhnlichen Milchsauer und zeigt, wie der Säugling durch Druck mit der Zunge die darüber liegende Gaumenpartie nachteilig beeinflusst. Demgegenüber zeigt die Fig. 2 die Einstellung der Muskulatur bei Gebrauch des Erfindungsgegenstandes und zugleich eine Ausführungsform desselben.
Die Fig. 3,4, 5,6 und 7 sind Längsschnitte von andern Lutscherformen.
Alle diese Lutscher sind aus elastischem, aseptischem, unveränderlichem und leicht zu reinigendem Material gemacht, wie z. B. Kautschuk oder Guttapercha.
Der in der Fig. 2 gezeigte Lutscher weist eine volle Warze a auf, deren Länge so ist, dass der Säugling sie nicht mit der Zunge fassen kann. Diese Warze ist von einem Führungskanal für die auszusaugendc Flüssigkeit durchdrungen und erhebt sich von einem Kugelabschnitt, der, ebenfalls voll, die äussere Form der Mutterbrust nachbildet. Dieser Kugelabschnitt c wird durch eine Manschette d verlängert, die dazu dient, den Lutscher an dem Flaschenhals zu befestigen.
Um die Nahrung aus einer mit diesem Lutschen ausgerüsteten Flasche zu entnehmen, übt das Kind die gleichenReflexbewegungen aus, wie an der Mutterbrust : er drückt seine Lippen auf den Kugelabschnitt, erzeugt einen Vakuum in der Mundhöhle, so dass die Mund-, Nasen-, Hals und Kehlkopfteile sich unter den gleichen Bedingungen wie bei einer Stillung an der Mutterbrust entwickeln können. Es ist bedeutend leichter, ein Kind mit einem solchen Lutscher zu stillen, und die Gefahr der Missbildlli1g des Gaumens durch den Druck der Zunge ist ausgeschaltet.
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- In dèr iaden Fig. 3, 4, 5,'6 : und 7 dargestellten Lutscher sind die den in Fig. 2 dargestellten Aus :- fiihrungsform ähnlichen Teile mit den gleichen Buchstaben bezeichnet.
In dem Beispiel der Fig. 3 ist der Kugelabschnitt hohl und als Haube ausgebildet, deren Umriss, in Richtung der Längsrichtung des Lutschèrs gesehen, die Gestalt eines Kreises hat.
Die Haube des in Fig. 4 dargestellten Lutschers ist dagegen oval, wenn man sie ebenfalls in Richtung der Längsachse des Lutschers betrachtet. Ein Wulst f ist vorgesehen, um die Lage des Lutschers gegenüber der Flasche festzustellen. Ist der Lutscher aufgesteckt, so füllt sich die Haube mit Flüssigkeit. Diese
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Achse des Lutschers auf die Haube ausübt, aus. Dieser elastische Druck, demjenigen der Mutterbrust ähnlich, begünstigt eine rationelle Entwicklung des Zahnhohlenbogens.
In den in Fig. 5 dargestellten Lutscher ist zwischen Haube und Warze ein Zwischenstück hineingebaut worden-dies, um noch genauer die Form der Mutterbrust im Munde des Kindes nachzubilden.
Auf diesem Zwischenstück finden die Lippen des Säuglings noch mehr Halt. Je nach Umständen und je nach gesuchter Wirkung kann dieses Zwischenstück entweder voll, wie es in Fig. 6 gezeigt ist, oder konisch ausgehöhlt sein, wie dies bei der Fig. 7 der Fall ist. In dem Falle der Fig. 6 kann die Füllung des Zwischenstückes aus einem weicheren Material gemacht werden, wie dasjenige der Warze. Das mit einem der dargestellten Lutscher sich ernährende Kind wird mehr Zeit brauchen, um seine Mahlzeit einzunehmen, als mit einem gewöhnlichen Lutscher,'Das ist ein Vorteil in tezug auf die Verdauung. Nebst. dem werden die Speicheldrüsen durch die wiederholten Bewegungen des Unterkiefers mehr angeregt, ein bedeutend grösseres Quantum Speichel zu erzeugen. Dieser, mit der Milch gemischt, wird ebenfalls die Verdauung begünstigen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Milchsauger, dadurch gekennzeichnet, dass eine ziemlich halbkugelig geformte massive Saugwarze (a,) aus Gummi od ; dgl. mit enger Durchbohrung (b) auf einer eine elastische Wandung besitzenden
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