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Vorrichtung zum Bestrahlen von aussen zugänglicher innerer Organe.
Die bisher bekanntgewordenen Vorrichtungen zum Einstellen des Kehlkopfes für die Strahlenbehandlung haben den Nachteil, dass der Patient, der in der sogenannten Kilianschen Schwebelage auf einem wagrechten Tisch mit herabhängendem Kopfe liegt, durch den in den Rachen eingeführten Spatel empfindlich belästigt wird, weil der Spatel die obere Zahnreihe, welche sich bei dieser Lage des Patienten im Raume unterhalb des Unterkiefers befindet, belastet. Diese Belastung verursacht solche Schmerzen, dass ein Wiederholen der Behandlung in kürzeren Zeitabständen, wie es mitunter erforderlich ist, unmöglich wird.
Es hat wohl auch schon Einstellvorrichtungen für den Kehlkopf für operative Eingriffe gegeben, bei denen ein Spatel von einem an dem Operationstisch angebrachten Gestell einstellbar getragen wird, wobei bei richtiger Handhabung eine Belastung der Zähne des Patienten nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Abgesehen davon, dass diese Vorrichtung nicht für die Strahlenbehandlung bestimmt war und sich hiezu auchnichtohneweitereseignete hatte sieden Nachteil, dass die Befestigung ihres Gestells auf den Operationstisch die Handhabung des Spatels erschwerte.
Die den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildende Vorrichtung, die vor allem für die
Strahlenbehandlung bestimmt ist, bewirkt die Fixierung der Einstellung des Kehlkopfes derart, dass die Zähne des Patienten unter allen Umständen gänzlich unbelastet bleiben, wodurch wiederholte und auch längerwährende Behandlungen möglich werden. Die Einstellung wird gemäss der Erfindung dadurch erleichtert, dass der Spatel mittels einer besonderen Einstellvorrichtung unabhängig von der Strahlungslampe von einem auf eine feste Unterlage, am besten auf den Fussboden aufzustellenden Stativ getragen wird, wobei der Spatel eine Einstellung nach allen Richtungen und eine Feststellung in jeder Lage erhalten kann. Die Einstellung des Spatels wird dann in letzter Linie durch das Gewicht des Stativs fixiert.
Der
Spatel wird rohrförmig oder als Glasstab mit einem dem Verwendungszweck angepassten Querschnitt ausgebildet und dient als Leitrohr für die von dem Strahlenerzeuger, etwa einer Quecksilberdampflampe ausgehenden Strahlen. Da es wichtig ist, dass die Hauptrichtung der Strahlen genau in der Längsrichtung des Spatels verläuft, damit die Strahlen in den Kehlkopf hineingeführt werden, so ist der Strahlenerzeuger mittels einer besonderen Einstell-und Feststellvorrichtung in der erforderlichen relativen Lage an den bereits festgestellten Spatel anschliessbar.
Eine Ausführungsform einer solchen Vorrichtung ist in der Zeichnung schematisch dargestellt.
Ein in seiner Höhe verstellbares Stativ 1 trägt einen Kopf 2, in welchem ein Träger 3 in wagrechter
Richtung verschiebbar gelagert ist. An dem einen Ende dieses Trägers ist ein Schwenkarm 4 gelagert, der eine ringartige Fassung 5 trägt, von der der rohrförmige Spatel 6 ausgeht. An dem Gelenk 7 des
Schwenkarmes 4 ist eine in der Zeichnung nicht dargestellte Feststellvorrichtung, etwa ein Klinken- mechanismus oder eine Bremse angebracht, durch welche jede Schwenklage des Armes 4 fixiert werden kann. An dem hinteren Ende des Trägers 3 ist eine um eine lotrechte Achse drehbare Führung 8 gelagert, in die ein Träger 9 verschiebbar eingesetzt ist, an dessen vorderem Ende mittels eines Kipplagers 10 ein
Strahlenerzeuger 11, etwa eine Quecksilberdampflampe, angebracht ist.
Der Träger 9 kann also in der drehbaren Führung 8 vor-und zurückgeschoben werden und kann samt dieser Führung im Verhältnis zum Träger 3 in einer wagrechten Ebene geschwenkt werden. Bei entsprechender Einstellung des Armes 9 kann die Lampe 11 derart gegen den Fassungsring 5 hin gekippt werden, dass sie an diesen dicht ange- schlossen wird, so dass die Strahlen der Lampe durch den rohrförmigen Spatel 6 hindurchgeleitet werden. Die Vorrichtung wird hinter dem Kopfende des Tisches, auf welchem der Patient mit herab-
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sich auf gleicher Höhe mit der unteren Zahnreihe des Patienten befindet.
Der Arm 9 wird samt der Lampe 11 seitlich ausgeschwenkt und nun wird der Träger 3, etwa mittels eines Schrauben- oder Zahnt1.'Íebes vorwärts geschoben und der Arm 4 zur Überwindung des Widerstandes der Zunge des Patienten vorwärts geschwenkt, bis das Ende des Spatels 6 in den Kehlkopfeingang gelangt ist. In dieser Lage bleibt der Spatel 6 durch die Sperrung des Gelenkes 7 festgestellt. Er bleibt aber auch im Raume dadurch festgestellt, dass er nunmehr mit dem schweren Stativ 1 starr verbunden ist, welches auf dem Fussboden steht. Die ober dem Spatel liegende Zunge des Patienten wird durch den Spatel weggedrückt. Beide Zahnreihen des Patienten sind gänzlich unbelastet.
Nach dieser Einstellung des Kehlkopfes wird der Träger 9 eingeschwenkt und vorwärtsgeschoben und die Lampe 11 an die Ringfassung 5 dicht angelegt. Hiedurch kommt die Lampe zwangläufig in eine solche Lage, dass ihre Strahlen direkt in den Kehlkopf geleitet werden. Die Lampe aber könnte auch ganz
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nötig, dass die Verbindung zwischen Lampe und Rohrspatel lösbar ist, weil die Lampe beim Einführen des Spatels, welches von dem Arzt mittels des Stirnreflektors beobachtet werden muss, hinderlich wäre.
In baulicher Beziehung kann die Vorrichtung in ihrer Gesamtausführung und in ihren Einzelheiten verschiedenartig ausgebildet werden. Die Vorrichtung kann auch zur Strahlenbehandlung des Ohres oder der Nase benutzt werden, in welchem Falle es sich aber empfiehlt, anstatt eines Rohrspatels einen Glasstab zu verwenden, u. zw. vorzugsweise aus Quarzglas, wodurch die Strahlen zu der zu behandelnden Stelle hingeführt werden. Die Vorrichtung kann aber auch zum Einstellen der zu behandelnden Organe für operative Eingriffe benutzt werden, wobei je nach Bedarf verschieden ausgebildete Spatel oder Einstellorgane eingespannt werden können. Der Lampenarm 9 kann dann entweder ausgeschwenkt oder gänzlich abgenommen werden. Dabei bietet der Träger 3 eine sichere Auflage für den Operateur, welche bei den bekannten Vorrichtungen dieser Art fehlte.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Bestrahlen von aussen zugänglicher innerer Organe, insbesondere des Kehlkopfes, mit einem an einem Stativ verstellbar und feststellbar angebrachten Spatel, dadurch gekennzeichnet, dass der Spatel für sich allein mit dem gewichtigen Stativ nach allen Richtungen im Winkel verstellbar und verschiebbar verbunden ist, so dass er unter Bewegungen, die der Eigenart der Körperhöhle entsprechen, in diese eingeführt und dann unter Niederhaltung vorragender Organe (der Zunge) festgestellt werden kann, wobei seine Fixierung im Raume durch das schwere Stativ gewährleistet ist, und dass eine besondere Einstell-und Feststellvorriehtung für den Strahlenerzeuger vorgesehen ist, die es gestattet, den Strahlenerzeuger an den bereits festgestellten Spatel so anzuschliessen,
dass die für die Bestrahlung erforderliche relative Lage zwischen Strahlenerzeuger und Spatel gesichert ist.