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Verfahren und Vorrichtnng zur Erkennung von Edelsteinen.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ein Verfahren und eine Vorrichtung, die dazu dienen, hochwertige Edelsteine mit Sicherheit von allen gleiehgefärbten, aber weniger wertvollen Steinen und Imitationen auf optischem Wege unterschieden zu können. Das Prinzip, worauf Verfahren und Vorrichtung basieren, besteht darin, dass der Stein mittels eines Lichtbündels durchleuchtet wird ; wobei in den Strahlengang dieses Lichtbündels nacheinander Lichtfilter verschiedener Farbe oder verschiedener Farbenkombinationen eingeschaltet werden, so dass der Stein sich erst dadurch als ein solcher bestimmter Art erweist, dass er bei richtiger Wahl der Farbe der verschiedenen Filter jeweils in einer bestimmten Farbe erscheint.
Durchleuchtet man nämlich verschiedene Steine gleicher Farbe nur durch ein einziges Farbenfilter, dann erscheinen mitunter die Steine verschiedener Art aber gleicher Färbung im gefilterten Lichte in gleicher Farbe, was zur Irrtümern Anlass geben kann. Die Wahl der Farben der nacheinander bei der Einrichtung zu verwendenden Farbenfilter richtet sich ganz nach der Art der zu untersuchenden Steine. Es werden demnach bei dem beschriebenen Verfahren und Apparate die Absorptionsverhältnisse und teilweise auch die Luminescenzerscheinungen der verschiedenen Edelsteine und ihrer Surrogate praktisch zur Erkennung und Unterscheidung ausgewertet.
Vorteilhafter Weise werden die verschiedenen Farbenfilter auf einer drehbaren Scheibe im Kreise herum angeordnet, wobei durch Drehung der Scheibe die einzelnen Filter in den Strahlengang einer und derselben Lichtquelle gebracht werden, der zu untersuchende Stein auf einem Träger liegt und die Filterscheibe unter ihm hinweggeführt wird ; dadurch wird die Stetigkeit der Beobachtung eine grössere bzw. die Untersuchung eine kürzere.
Die Auswahl der Filter geschieht nach folgenden Gesichtspunkten. Es müssen zunächst die Absorptionsverhältnisse für jede Art von Steinen gleicher Farbe durch spektroskopische Prüfung festgestellt werden. Die Filter müssen so gewählt werden, dass ihre Absorptionsbanden kombiniert mit denen der Steine bei möglichst vielen Steinen der gleichen Farbe differente charakteristische Farbenänderungen bei der Betrachtung mit den Filtern hervorrufen. Bisweilen auftretende Luminescenzerscheinungen müssen gleichfalls berücksichtigt werden. Durch geschickte Kombination mehrerer Filter, die nacheinander zur Anwendung gelangen, unterscheidet man dann jene Steine, welche mit dem ersten Filter die gleichen
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Um ein praktisches Beispiel zu bringen, sind hier Angaben über die Absorptionsverhältnisse bei einem Smaragd, einem blaugrünen Turmalin, einem grünen Glas und zwei Filtern gemacht, welche die Unterscheidung dieser Produkte gestatten.
Die ziffernmässigen Angaben über die Absorptionsverhältnisse sind nur ungefähre, weil bei wechselnder Intensität des Lichtes, wechselnder Eigenfarbe der Steine und bei pleochroitischen Steinen auch je nach der Beobachtungsrichtung Verschiebungen in den Zahlen eintreten müssen. Die Zahlen entsprechen der Skala eines kleinen Taschenspektroskops.
Der Smaragd zeigt zwischen 7000 und 6000 A rotes geschwächtes Licht, das gelbe Licht zwischen
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sichtbar.
Der blaugrüne Turmalin zeigt den roten Teil des Spektrums bis zu 6500 völlig vernichtet, von 6500 abwärts sind alle Farbtöne des Spektrums zu beobachten.
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Das grüne Glas (Smaragdolin) zeigt von 6300 Ä bis 6000 geschwächte rote Töne, von 6000 bis 5100 intensive gelbe und grüne Töne und von 5000 bis 4600 blaue Töne.
Das Filter I lässt nur das rote Licht von der Wellenlänge 7500 bis 6650 durch, vernichtet die Farbtöne zwischen 6650 und 5100 und ist durchlässig für die blauen Töne zwischen 5100 und 4250 A.
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werden praktisch vernichtet.
Filter I besteht aus mehrfachen Folien, die mit Methylviolett B und Naphtalingrün gefärbt sind.
Filter II besteht aus mehrfachen Folien, die mit Ponceau 1I Rund Naphtalingrün gefärbt sind.
Durch Kombination mit diesen beiden Filtern erscheint nun der Smaragd im Filter I und II in einem eigentümlichen roten Farbton, während der Turmalin und das Glas im Filter I blau und im Filter II grün erscheinen.
Für die anderen Farben sind analoge Erwägungen massgebend.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Erkennung von Edelsteinen, dadurch gekennzeichnet, dass von Steinen gleicher Farbe aber verschiedener Art jeder einzelne in den Strahlengang eines Lichtbündels gebracht wird, das nacheinander durch verschieden absorbierende Teile eines Mehrfachfilters gefärbt wird, zum Zwe : ke, aus den auftretenden charakteristischen Farben der durchleuchteten Steine auf die Art dieser Steine und ihrer Surrogate schliessen zu können.