Fahrberechtigungssystem mit einer elektronischen Wegfahrsperrfunktion
Die Erfindung betrifft ein Fahrberechtigungssystem mit einer elektronischen Wegfahrsperrfunktion nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Bei herkömmlichen Fahrberechtigungssystemen besteht die Möglichkeit durch Austausch von Komponenten, z.B. von am Fahrberechtigungssystem beteiligten Steuergeräten, eine elektronische Wegfahrsperrfunktion zu umgehen. Daher kann zur Erhöhung der Sicherheit eine elektronische Wegfahrsperrfunktion me- chatronisch an eine schwer zugänglichen Sensorik bzw. Aktua- torik am Verbrennungsmotor gekoppelt werden.
In der Patentschrift DE 43 36 212 C2 wird eine Geberanordnung zur Zylindererkennung bei einer Brennkraftmaschine beschrieben. Die beschriebene Geberanordnung umfasst zur Erkennung einer definierten Stellung einer Kurbelwelle in der Brennkraftmaschine eine Geberscheibe, eine auf der Geberscheibe angeordnete Bezugsmarke, einen der Geberscheibe zugeordneten Aufnehmer und eine das Signal des Aufnehmers auswertende Steuereinrichtung, wobei die Bezugsmarke eine vorgegebene der Bezugsmarke zugeordnete Stellung der Kurbelwelle kennzeichnet. Zur Codierung der Brennkraftmaschine ist die Bezugsmarke
einer für die Brennkraftmaschine spezifische Stellung der Kurbelwelle zugeordnet.
In der Patentschrift DE 100 06 300 C2 wird eine Wegfahrsperre für ein Fahrzeug beschrieben, das von einem Verbrennungsmotor angetrieben wird. Der Verbrennungsmotor weist eine Zundgeber- spule auf, die mit einer mit der Kurbelwelle des Motors gekoppelten Geberscheibe zusammenwirkt. Die Wegfahrsperre um- fasst eine Schaltungsanordnung, die einen Unterbrecherschalter oder einen Kurzschlussschalter und eine Schalterbetati- gungsschaltung aufweist, die den Unterbrecherschalter schließt bzw. den Kurzschlussschalter öffnet, wenn sie ein vorgegebenes Signal empfangt, und mit der Zundgeberspule als unlösbare Schaltungseinheit ausgeführt ist.
In der Patentschrift US 5,570,016 werden ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Detektieren der Winkelposition einer Kurbelwelle beschrieben, die einen schnellen Motorstart ermöglichen. Eine Kombination aus einem Geberrad und einem Sensor erzeugt ein analoges Signal, das in ein digitales Ausgabesignal mit 24 Bit umgewandelt wird, das eine 360°-Umdrehung der Kurbelwelle repräsentiert. Jedes Bit repräsentiert eine bestimmte Winkelposition der Kurbelwelle und jeweils 6 aufeinander folgende Bits der wiederholenden digitalen Ausgabesequenz von 24 Bit bilden ein eindeutiges Muster. Durch Überwachen der ersten 6 erzeugten Bits wahrend eines Einschaltvorgangs, was einer 90°-Drehung der Kurbelwelle entspricht, kann dann die Winkelposition der Kurbelwelle bestimmt werden, wodurch ein schnellerer Start des Motors ermöglicht wird.
In der Patentschrift US 5,615,649 wird ein Sicherheitssystem für einen Motor beschrieben. Das beschriebene Sicherheitssystem umfasst ein Sicherheitsbauelement, das angepasst ist, um
eine Sequenz von Zeitablaufimpulsen zu empfangen, die in Abhängigkeit von der Motordrehzahl erzeugt wird. Das Sicher- heitsbauelement erzeugt nach dem Empfang eines Freigabecodes aus der Zeitablaufimpulssequenz eine mit der Motordrehzahl synchronisierte Zundimpulssequenz . Die Zundimpulssequenz wird zur Erzeugung von Zündfunken an das Zundungssystem des Motors angelegt. Die Impulse der Zeitablaufimpulssequenz treten im Vergleich zu den Impulsen der Zundimpulssequenz an verschiedenen Zeitpunkten auf und enthalten einen verschlüsselten I- dentitatscode .
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Fahrberechtigungssystem mit einer elektronischen Wegfahrsperrfunktion anzugeben, welches eine mechatronische Anbindung einer elektronischen Wegfahrsperrfunktion an ein Fahrzeugaggregat und damit einen erhöhten Diebstahlschutz ermöglicht.
Die Erfindung lost diese Aufgabe durch Bereitstellung eines Fahrberechtigungssystems mit einer elektronischen Wegfahrsperrfunktion mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1.
Vorteilhafte Ausfuhrungsformen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhangigen Ansprüchen angegeben.
Erfindungsgemaß umfasst ein an einer Drehwelle angeordnetes Geberrad eine vorgegebene Anzahl von Zahnen, welche mittels einer Codierung am Umfang des Geberrads verteilt angeordnet sind und ein codiertes Drehzahlsignal erzeugen, welches von einem Drehwellensensor erfasst und von einem Fahrzeugsteuer- gerat zur Gewinnung von Informationen über Stellung und/oder Drehzahl der Drehwelle decodiert werden kann. Das Fahr- zeugsteuergerat gibt die elektronische Wegfahrsperrfunktion nur nach einer erfolgreichen Decodierung des codierten Dreh-
zahlsignals frei, wobei ein Synchronisationszeitpunkt zur De- tektierung einer bestimmten Stellung der Drehwelle Teil des codierten Drehzahlsignals ist. Daher kann das Fahrzeugsteuer- gerat ohne eine erfolgreiche Decodierung des codierten Drehzahlsignals keine Synchronisierung zwischen der Drehwellenstellung und einem zugehörigen Fahrzeugsystem vornehmen, beispielsweise eine Synchronisierung einer Kurbelwellenstellung mit Einspritzzeitpunkten eines Einspritzsystems.
Durch die Einbeziehung des bestimmten Synchronisationszeitpunktes m die Codierung des Geberrades werden Manipulationsversuche erheblich erschwert, wobei der der Synchronisationszeitpunkt beispielsweise zu einer Synchronisation eines Verbrennungsmotors verwendet werden kann, d.h. zur Erkennung eines oberen Totpunktes eines ersten Zylinders. So kann im Gegensatz zu konventionellen Geberradern, die eine entsprechende sichtbare Markierung aufweisen, die beispielsweise als Lücke ausgebildet ist, eine Zuordnung von einer bestimmten Drehstellung der Drehwelle zu Funktionen eines zugehörigen Fahrzeugsystems von nicht mehr erkannt werden. Dadurch kann beispielsweise der Kurbelwellenstand und der obere Totpunkt des ersten Zylinders von außen ohne Decodierung nicht mehr zugeordnet werden. Zudem kann eine Synchronisierung der Drehwelle mit dem zugehörigen Fahrzeugsystem nur in Kenntnis der Codierung des Geberrads erfolgen. Da das mechanisch durch die Zahnverteilung codierte Geberrad zur Drehzahlerfassung nicht ohne erheblichen materiellen und zeitlichen Aufwand manipuliert werden kann, eigibt sicn in vorteilhafter Weise ein verbesserter Diebstahlschutz. Zudem wird die elektronische Wegfahrsperrfunktion des Fahrberechtigungssystems über das mechanisch codierte Geberrad in vorteilhafter Weise an das zugehörige Fahrzeugaggregat, beispielsweise an einen Verbrennungsmotor und/oder an ein Automatikgetriebe gekoppelt.
In vorteilhafter Weiterbildung des Fahrberechtigungssystems ist die Codierung am Umfang des Geberrads in eine vorgebbare Anzahl von Segmenten aufgeteilt, die jeweils eindeutig erkennbar sind. Eine solche Kodierung ermöglicht in vorteilhafter Weise eine sehr schnelle Synchronisierung der Drehwelle mit dem zugehörigen Fahrzeugsystem, da weniger als eine voll- standige Umdrehung der Drehwelle zur Synchronisation ausreichend ist. Die Geschwindigkeit der Synchronisierung ist von der Große und Anzahl der Segmente abhangig und kann durch eine größere Anzahl von Segmenten bzw. durch kleinere Segmente erhöht werden.
In Ausgestaltung des erfindungsgemaßen Fahrberechtigungssystems können mindestens zwei an verschiedenen Drehwellen angeordnete Geberrader von den zugehörigen Fahrzeugsteuergeraten zur Durchfuhrung einer wechselseitigen Authentikation ausgewertet werden. Ein Austausch von Codierungs- und Decodie- rungsinformationen von verschiedenen Geberradern zwischen zwei verschiedenen Fahrzeugsteuergeraten zur wechselseitigen Authentikation kann beispielsweise verschlüsselt über ein e- lektronisches Bussystem erfolgen. Dadurch werden die auf die mechanischen Codierungen der zugehörigen Geberrader abgestimmte Decodieralgorithmen in vorteilhafter Weise wechselseitig, ausgetauscht, überwacht und bei Bedarf vervollständigt, wodurch der Diebstahlschutz weiter verbessert wird.
In weiterer Ausgestaltung des erfindungsgemaßen Fahrberechtigungssystems kann ein Geberrad zur Erfassung der Stellung und/oder Drehzahl einer zugehörigen Drehwelle beispielsweise an einer Kurbelwelle und/oder an mindestens einer Drehwelle in einem Automatikgetriebe angeordnet werden. Ein an der Kurbelwelle angeordnetes Geberrad übertragt die erfasste Stel-
lung und/oder Drehzahl der Kurbelwelle beispielsweise an ein als Motorsteuergerat ausgeführtes Fahrzeugsteuergerat . Em an mindestens einer Drehwelle im Automatikgetriebe angeordnetes Geberrad übertragt die erfasste Stellung und/oder Drehzahl der zugehörigen Geberwelle beispielsweise an ein als Getrie- besteuergerat ausgeführtes Fahrzeugsteuergerat. Dies weist den Vorteil auf, dass selbst ein Austauschen des Verbrennungsmotors und/oder des Automatikgetriebes als Manipulationsversuch keinen Erfolg verspricht, das zugehörige Fahrzeug unberechtigt benutzen zu können.
In weiterer Ausgestaltung des Fahrberechtigungssystems decodiert das zugehörige Fahrzeugssteuergerat das codierte Drehzahlsignal, das vom Drehwellensensor erfasst und übertragen wird, mit einem Decodieralgoπthmus, welcher von einem berechtigten Authentikationselement freigebbar und aktivierbar ist. Dadurch kann der auf die mechanische Codierung des Geberrads abgestimmte Decodieralgonthmus in vorteilhafter Weise nur von einem dem Fahrzeug zugeordneten Authentikationselement freigegeben werden, wodurch der Diebstahlschutz weiter verbessert wird.
In weiterer Ausgestaltung des Fahrberechtigungssystems wird ein Freigabesignal für den Decodieralgonthmus im zugehörigen Fahrzeugsteuergerat von einem als elektronisches Zundschloss ausgeführten Fahrzeugsteuergerat nach einer erfolgreichen Au- thentikation erzeugt. Zur Authentikation kommuniziert das e- lektronische Zundschloss über eine Kommunikationsverbindung mit dem tragbaren Authentikationselement. Das im elektronischen Zundschloss erzeugte Freigabesignal kann codiert über einen Datenbus zum Motorsteuergerat übertragen und vom Motorsteuergerat zur Freigabe des Decodieralgonthmus wieder decodiert werden. Dadurch kann eine zweistufige Fahrberechti-
gungsprufung umgesetzt werden, welche in einer ersten Stufe die Authentikation elektronisch prüft und in einer zweiten Stufe die mechanisch codierte Kopplung der elektronischen Wegfahrsperrfunktion an das entsprechende Fahrzeugaggregat wie den Verbrennungsmotor und/oder das Automatikgetriebe u- berpruft .
Zusätzlich können Informationen von mindestens einem anderen Fahrzeugsteuergerat und/oder vom Authentikationselement an das Fahrzeugsteuergerat übertragen werden, das diese Informationen zur Decodierung des codierten Drehzahlsignals eines zugehörigen Geberrades verwendet. Dies ermöglicht in vorteilhafter Weise eine Verteilung der erforderlichen Schlüssel zur Decodierung der mechanisch codierten Geberrader auf den gesamten elektronischen Verbund der Wegfahrsperrfunktion im Fahrzeug und im tragbaren Authentikationselement.
Es gibt nun verschiedene Möglichkeiten, die Lehre der vorliegenden Erfindung in vorteilhafter Weise auszugestalten und weiterzubilden. Dazu wird einerseits auf die untergeordneten Ansprüche und andererseits auf die nachfolgende Erläuterung einer Ausfuhrungsform verwiesen. Es sollen auch die vorteilhaften Ausgestaltungen einbezogen sein, die sich aus einer beliebigen Kombination der Unteranspruche ergeben.
Vorteilhafte Ausfuhrungsformen der Erfindung sind den Zeichnungen dargestellt und werden nachfolgend beschrieben.
Dabei zeigen:
Fig. 1 ein schematisches Blockdiagramm eines Ausfuhrungs- beispiels eines Fahrberechtigungssystems mit einer e- lektronischen Wegfahrsperrfunktion, und
Fig. 2 ein schematisches Blockdiagramm eines weiteren Aus- fuhrungsbeispiels eines Fahrberechtigungssystems mit einer elektronischen Wegfahrsperrfunktion.
In den Zeichnungen bezeichnen gleiche Bezugszeichen Elemente bzw. Komponenten, welche gleiche bzw. analoge Funktionen ausfuhren .
Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, umfasst ein Ausfuhrungsbeispiel eines erfindungsgemaßen Fahrberechtigungssystems mit einer elektronischen Wegfahrsperrfunktion, einen Kurbelwellensensor 22, der über ein an einer Kurbelwelle eines Verbrennungsmotors 1 angeordnetes Geberrad 10 die Stellung und/oder Drehzahl der Kurbelwelle erfasst und als codiertes Drehzahlsignal 24 an ein als Motorsteuergerat ausgeführtes Fahrzeugsteuergerat 20 übertragt. Das Geberrad 10 umfasst eine vorgegebene Anzahl von Zahnen 11, von denen beispielhaft fünf Zahne 11 dargestellt sind. Die Zahne 11 sind mittels einer Codierung am Umfang des Geberrads 10 verteilt angeordnet und erzeugen ein codiertes Drehzahlsignal 24, welches vom Kurbelwellensensor 22 erfasst und vom Motorsteuergerat 20 decodiert wird.
Die Codierung am Geberrad 10 kann durch eine Variation in der Breite der Zahne 11 und/oder im Abstand der Zahne 11 zueinander und/oder in der Hohe der Zahne 11 erzielt werden. So bewirkt beispielsweise eine Variation in der Breite und/oder dem Abstand der Zahne 11 eine Frequenzmodulation des vom Kurbelwellensensor 22 erfassten Signals. Eine Variation in der Hohe der Zahne 11 erzielt eine Amplitudenmodulation des vom Kurbelwellensensor 22 erfassten Signals. Eine Überlagerung von Frequenz- und Amplitudenmodulation ist ebenfalls möglich.
Das Motorsteuergerat 20 decodiert das codierte vom Kurbelwellensensor 22 empfangene Drehzahlsignal 24 mit einem Decodier- algorithmus 26, welcher von einem berechtigten Authentikati- onselement 50 über ein Freigabesignal freigegeben und aktiviert wird. Das Freigabesignal für den Decodieralgorithmus 26 im Motorsteuergerat 20 wird von einem als elektronisches Zundschloss ausgeführtem Fahrzeugsteuergerat 40 nach einem erfolgreichen Authentikationsvorgang erzeugt und beispielsweise codiert über einen elektronischen Datenbus 30 zum Motorsteuergerat 20 übertragen. Zur Authentikation kommuniziert das elektronische Zundschloss 40 über eine entsprechende Kommunikationsverbindung 45 mit dem tragbaren Authentikationse- lement 50. Die Kommunikationsverbindung 45 zwischen dem e- lektronischen Zundschloss 40 und dem tragbaren Authentikati- onselement 50 kann, wie aus dem Stand der Technik bekannt ist, beispielsweise durch Ubertragungssignale im Infrarotfrequenzbereich und/oder im Ultraschallfrequenzbereich und/oder im Hochfrequenzbereich aufgebaut werden.
Der auf die mechanische Codierung des Geberrads 10 abgestimmte Decodieralgorithmus 26 decodiert das codierte Drehzahlsignal 24 vom Kurbelwellensensor und stellt somit dem Motorsteuergerat 20 die für den Betrieb der Verbrennungsmaschine 1 erforderliche Information über die Stellung und/oder Drehzahl der Kurbelwelle zur Verfugung. Das Motorsteuergerat 20 kann die Wegfahrsperrfunktion nur nach einer erfolgreichen Deco- dierung des codierten Drehzahlsignals 24 freigeben. Ein unbefugt ausgetauschtes Motorsteuergerat kann das codierte Drehzahlsignal 24 nicht decodieren, da der Decodieralgorithmus 26 im ausgetauschten Motorsteuergerat nicht mit der mechanischen Codierung des Geberrads 10 abgestimmt ist, so dass der Decodieralgorithmus 26 im ausgetauschten Motorsteuergerat 20 das codierte Drehzahlsignal 24 nicht decodieren kann, selbst wenn
ein manipuliertes Freigabesignal für den Decodieralgorithmus 26 vorliegt.
Die Codierung und entsprechende Decodierung bzw. das Deco- dierverfahren 26 kann mit Hilfe von heute bekannten kryp- tografischen Verfahren, wie beispielsweise das Public- Private-Key-Verfahren, durchgeführt werden. Hierzu wird ein Schlusselpaar mit einem entsprechenden öffentlichen und einem privaten Schlüssel generiert. Die Codierung des Geberrades 10 und damit des vom Kurbelwellensensor 22 erfassten Drehzahlsignals 24 erfolgt mittels des öffentlichen Schlüssels. Die Dekodierung des Drehzahlsignals 24 kann aber nur mit Hilfe des korrespondierenden privaten Schlüssels erfolgen, welcher beispielsweise im Motorsteuergerat 20 hinterlegt wird.
Durch das erfindungsgemaße Fahrberechtigungssystem wird die elektronischen Wegfahrsperrfunktion über das mechanisch codierte Geberrad 10 mit dem Verbrennungsmotor 1 gekoppelt, wobei der Kurbelwellensensor 22, welcher beispielsweise als Differenz-Hall-Sensor ausgeführt ist, über das Geberrad 10 die Drehzahl des Verbrennungsmotors 1 und die Stellung der Kurbelwelle erfasst. Das Geberrad 10 umfasst beispielsweise ein auf einem Anlasserkranz aufgeschweißtes Lochblech mit beispielsweise 60 Zahnen 11, welches vom Kurbelwellensensor 22 abgetastet wird. Ein vorgegebener Synchronisationspunkt zur Erkennung eines ersten Zylinders des Verbrennungsmotors 1 bzw. einer vordefinierte Stellung der Kurbelwelle kann durch die Decodierung des codierten Drehzahlsignals 24 ermittelt werden. Das Drehzahlsignal 24 ist unerlasslich zur im Motorsteuergerat 20 ausgeführten Synchronisierung von Kurbelwellenstellung und Einspritzzeitpunkten. Ohne eine entsprechende Dekodierung dieses Drehzahlsignals 24 im Motorsteuer-
gerat 20 kann der Verbrennungsmotor 1 nicht oder zumindest nicht korrekt gestartet werden.
Der vorgegebene Synchronisationspunkt, der eine Stellung der Kurbelwelle bzw. des ersten Zylinders bezeichnet, synchronisiert das gemessene Signal mit der Kurbelwellenstellung und ist als zusatzliche Information mit Hilfe der Codierung des Geberrads 10 codiert und damit in der Geometrie des Geberrades 10 hinterlegt. Eine explizite herausgehobene Markierung zur Synchronisierung von Kurbelwellenstellung mit dem gemessenen Signal, wie sie an einem aus dem Stand der Technik bekannte Geberrad umgesetzt wird, ist daher nicht mehr notwendig. Dadurch erhält das erfindungsgemäße Fahrberechtigungs- system eine höhere Sicherheitsstufe, da nun selbst bei Abschaltung der Codepruffunktion durch einen Dritten, der Synchronisationspunkt für die Stellung der Kurbelwelle nicht bekannt ist und ohne Kenntnis der Codierung auch nicht ermittelt werden kann.
Bei einer alternativen Ausführungsform der Erfindung beinhaltet eine effektive Kodierung die Aufteilung der Geberradcodierung in eine vorgegebene Anzahl von Segmenten, So kann das Geberrad 10 beispielsweise in 5 Segmente mit jeweils 12 Zahnen 11 aufgeteilt werden, so dass am Umfang des Geberrades 10 insgesamt 60 Zahne 11 angeordnet sind. Um eindeutig den Synchronisationspunkt bestimmen zu können, sind die einzelnen Codesegmente über dem gesamten Umfang des Geberrads 10 eindeutig gewählt. Eine solche Codierung ermöglicht im Gegensatz zu konventionellen Geberradern, die mindestens eine volle Umdrehung von 360° zur Synchronisierung benotigen, in vorteilhafter Weise eine sehr schnelle Synchronisierung einer zugehörigen Fahrzeugbaugruppe, beispielsweise eines Motors oder eines Automatikgetriebes. Mit den oben beispielhaft angegebe-
nen Zahlenwerten ist somit eine Synchronisierung nach einer Drehbewegung mit einem Winkel von weniger als 144° möglich, bei entsprechend kleineren Segmenten ist eine noch schnellere Synchronisierung möglich. Diese effektive Codierung ermöglicht auch eine schnellere Überprüfung des im Fahrzeugsteuer- gerat 20 abgelegten Codes, im obigen Beispiel ist des spätestens nach einem Drehwinkel von 144° möglich.
Em weiterer Vorteil der segmentierten Codierung liegt in der Möglichkeit, dass einzelne Segmente aus dem Speicher des zugehörigen Fahrzeugsteuergerates 20 in andere Fahrzeugsteuer- gerate 40 und/oder in das tragbare Authentikationselement 50 ausgelagert werden können, so dass ein einzelnes Fahr- zeugsteuergerat 20 zusammen mit dem zugehörigen Geberrad 10 nicht zum Start des Verbrennungsmotors 1 fähig ist, solange das richtige andere Fahrzeugsteuergerat 40 und/oder das Authentikationselement 50 nicht beteiligt sind. Dies erhöht nochmals die Schwelle für mögliche Manipulationsversuche.
Alternativ ist es möglich, die vollständige Codierungsinformation zur Decodierung des Drehzahlsignals 24 des zugehörigen Geberrades 10 elektronisch im tragbaren Authentikationselement 50 zu speichern. Dies hatte den Vorteil, dass in den Fahrzeugsteuergeraten 20, 40 kein Codierungsinformationen zur Decodierung des zugehörigen Geberrads 10 fest abgelegt sind, sondern dynamisch beim Start des Fahrzeugs, vom tragbaren Authentikationselement 50 in die zugehörigen Fahrzeugsteuerge- rate 20, 40 übertragen werden. Dies verhindert ein einfaches Auslesen der Codierungsinformationen aus den Fahrzeugsteuer- geraten 20, 40 bei Stillstand des Fahrzeugs. Bei bekannten Wegfahrsperrsystemen sind die als Zündschlüssel ausgeführten Authentikationselemente 50 in der Regel mit einem sicheren, d.h. nicht auslesbaren oder manipulierbaren Hardwarespeicher
ausgestattet, so dass eine Speicherung der Codierungsinformation in dem manipulationssicheren Hardwarespeicher problemlos möglich ist.
Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, umfasst ein weiteres Ausfuhrungsbeispiel des erfmdungsgemaßen Fahrberechtigungssystems mit einer elektronischen Wegfahrsperrfunktion, zusatzlich zu den unter Bezugnahme auf Fig. 1 beschriebenen Komponenten zwei Drehwellensensoren 122, 222, die jeweils über ein an einer Drehwelle eines Automatikgetriebes 100 angeordnetes Geberrad 110, 210 die Stellung und/oder Drehzahl der zugehörigen Drehwellen erfassen und als codierte Drehzahlsignale 124, 224 an ein als Getriebesteuergerat ausgeführtes Fahrzeugsteu- ergerat 120 übertragen. Die Geberrader 110, 210 umfassen analog zu dem an der Kurbelwelle angeordneten Geberrad 10 eine vorgegebene Anzahl von Zahnen 111 bzw. 211, von denen beispielhaft fünf Zahne 111, 211 dargestellt sind. Die Zahne 111, 211 sind ebenfalls mittels einer Codierung am Umfang des jeweilige Geberrads 110, 210 verteilt angeordnet und erzeugen die codierten Drehzahlsignal 124, 224, die von Drehwellensensoren 122, 222 erfasst und vom Getriebesteuergerat 120 mit den Decodieralgorithmen 126, 226 decodiert werden. Analog zum Motorsteuergerat 20 können die Decodieralgorithmen 126, 226 vom berechtigten Authentikationselement 50 über das in Verbindung mit dem elektronischen Zundschloss 40 erzeugten Freigabesignal freigegeben und aktiviert werden.
In dem Automatikgetriebe 100 mit elektronischer Steuerung werden verschiedene Drehzahlsignale gemessen und dem zugehörigen Getriebesteuergerat 120 als elektronisches Signal zur Verfugung gestellt, so dass es möglich ist, mehrere verschiedene Drehwellen mit codierten Geberradern 110, 210 des Automatikgetriebes 100 in die elektronische Wegfahrsperrfunktion
einzubinden. Da diese Drehzahlsignale 124, 224 zur Steuerung des automatischen Getriebes 100 unerlasslich sind, kann ein unberechtigter Betrieb des Fahrzeugs auch durch eine Blockade des Automatikgetriebes 100 verhindert werden.
Somit musste bei einem Manipulationsversuch nicht nur ein e- lektronisches Fahrzeugsteuergerat 120 ausgetauscht werden, welches beispielsweise im elektronischen Verbund der gesamten Wegfahrsperrfunktion des Fahrzeugs integriert ist, sondern auch eines oder mehrere Geberrader 110, 210 innerhalb des Automatikgetriebes 100. Dies stellt eine erhebliche Erschwerung möglicher Manipulationsversuche dar, da zur Manipulation der Geberrader eine Zerlegung des Automatikgetriebes erforderlich ist.
Des Weiteren ermöglicht eine Kodierung eines oder mehrerer Drehzahlsignale 124, 224 und deren Auswertung im Getπebe- steuergerat 120, die wechselseitige Authentifizierung von Codierungsinformationen für die im Automatikgetriebe 100 angeordneten Geberradern 110, 210 und für das im Verbrennungsmotor 1 angeordnete Geberrad 10, das vom Motorsteuergerat 20 ausgewertet wird, zwischen dem Getriebesteuergerat 120 und dem Motorsteuergerat 20.
Dies hat den weiteren Vorteil, dass selbst ein Austauschen des Verbrennungsmotors 1 und/oder des Automatikgetriebes 100 als Manipulationsversuch nicht zum Erfolg des Manipulations- veisuchs fuhrt. Zudem können das elektronische Zundschloss 40 und/oder das tragbare Authentikationselement 50 in die wechselseitige Authentifizierung eingebunden werden. Der Austausch von Codierungsinformationen der Geberrader 110, 210, 10 zwischen dem Automatikgetriebe 100, dem Verbrennungsmotors 1, dem Zundschloss 40 und/oder dem Authentikationselement 50
zur wechselseitigen Authentifizierung erfolgt verschlüsselt, beispielsweise über das elektronische Bussystem 30 im Fahrzeug. Die Verschlüsselung kann beispielsweise durch geeignete aus dem Stand der Technik bekannte kryptografische Verfahren realisiert werden.
Der Vorteil der Erfindung liegt darin, dass das Geberrad 10, 110, 210 zur Drehzahlerfassung mechanisch nicht ohne erheblichen materiellen und zeitlichen Aufwand manipuliert werden kann. Insbesondere muss zur Manipulationsmoglichkeit zusätzlich die Codierung bzw. Decodierung bekannt sein. Die Folge ist ein effektives Fahrberechtigungssystem, welches die e- lektronische Wegfahrsperrfunktion an den Verbrennungsmotor 1 und/oder das Automatikgetriebe 100 koppelt.
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