Beschreibung
Halbleiterbauteil mit mindestens einem Halbleiterchip und Ab- deckmasse und Verfahren zur Herstellung desselben
Die Erfindung betrifft ein Halbleiterbauteil mit mindestens einem Halbleiterchip und Abdeckmasse sowie Verfahren zur Her¬ stellung desselben.
Die Abdeckmasse auf Halbleiterchips von Halbleiterbauteilen ist mechanisch mit der Halbleiteroberfläche und den elektri¬ schen Verbindungen zu einem Verdrahtungsträger eng gekoppelt, wenn es sich nicht um eine Halbleiterbauteil mit Hohlraumge¬ häuse handelt, bei dem der Halbleiterchip völlig frei von je- der einbettenden Abdeckmasse ist.
Bei mikroelektromechanischen Modulen mit Sensor und Gehäuse, wie sie in der Patentanmeldung DE 103 30 739 beschrieben wer¬ den, sind die sensitiven Halbleiterchips zur mechanischen Entkoppelung mit einem niedermoduligen Material, das gummi¬ elastische Eigenschaften aufweist, bedeckt. Dabei handelt es sich meistens um Vergussmassen auf Silikonbasis. Derartige Materialien haben jedoch den Nachteil eines sehr hohen Aus¬ dehnungskoeffizienten im Verhältnis zum Ausdehnungskoeffi- zienten des Halbleiterchips. Dadurch wird die thermische
Fehlanpassung auf die Grenzfläche zwischen gummielastischer Abdeckmasse, wie einem "Globe Top" und Kunststoffgehäuse aus einer stabilen Kunststoffmasse oder Umhüllmasse, verlagert. Von der Grenzfläche zwischen gummielastischem "Globe Top" und Umhüllmasse kommt es somit vermehrt zu Delaminationen und so¬ mit zu Zuverlässigkeitsrisiken bei Halbleiterbauteilen mit einem Halbleiterchip und mit entsprechend thermisch fehlange- passten Abdeckungen, insbesondere bei wechselnden Betriebs-
temperaturen, wie sie im "burn-in" Test zwischen bspw. -55° Celsius und +150° Celsius auftreten.
Auch kommt es am Übergang zwischen gummielastischer Abdeckung bspw. aus Silikon und Umhüllmasse aus einer Kunststoffgehäu¬ semasse vermehrt zu Drahtabrissen bei diesen Temperaturzyklen aufgrund der deutlich unterschiedlichen Ausdehnungskoeffi¬ zienten. Somit besteht ein Bedarf, die Oberfläche des Halb¬ leiterchips in einem Halbleiterbauteil mechanisch weitestge- hend von dem Gehäuseaufbau, und damit von einer Abdeckung zu entkoppeln. Das Aufbringen einer gurnmielastischen Abdeckung, welche den Halbleiterchip einbettet, verursacht die oben auf¬ geführten Gefahren und Risiken für die Zuverlässigkeit derar¬ tiger Halbleiterbauteile.
Aufgabe der Erfindung ist es, die Zuverlässigkeit eines Halb¬ leiterbauteils mit mindestens einem Halbleiterchip und einer Abdeckmasse zu verbessern, und Möglichkeiten zu schaffen, die Oberseite des Halbleiterchips von der umgebenden Abdeckung weitestgehend mechanisch zu entkoppeln.
Diese Aufgabe wird mit dem Gegenstand der anliegenden, unab¬ hängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
Erfindungsgemäß wird Halbleiterbauteil mit mindestens einem Halbleiterchip und einer Abdeckmasse geschaffen, wobei der Halbleiterchip mit seiner Rückseite auf einem Verdrahtungs¬ träger angeordnet ist. Der Verdrahtungsträger weist auf sei- ner Unterseite Außenkontakte auf und verbindet Kontaktflächen des Halbleiterchips mit diesen Außenkontakten. Dabei sind zwischen der aktiven Oberseite des Halbleiterchips und der Abdeckmasse Kohlenstoff-Nanoröhren angeordnet, welche die Ab-
deckmasse tragen und die Abdeckmasse von der Oberseite des Halbleiterchips mechanisch entkoppeln.
Ein Vorteil dieses Halbleiterbauteils ist es, dass die Ab- deckmasse nicht den Halbleiterchip einbettet, und somit die Oberseite des Halbleiterchips nicht berührt. Vielmehr sorgen Kohlenstoff-Nanoröhren dafür, dass eine mechanische Entkoppe¬ lung zwischen Oberseite des Halbleiterchips und umhüllende Abdeckmasse möglich wird. Damit wird die Halbleiterchipober- seite von der Abdeckmasse freigehalten, und es müssen keine aufwendigen Hohlraumgehäuse mit entsprechenden und passenden Abdeckungen entwickelt werden. Vielmehr kann die Abdeckmasse, nachdem entsprechend viele Kohlenstoff-Nanoröhren auf der O- berseite des Halbleiterchips angeordnet sind, auf den Ver- drahtungsträger und auf den Halbleiterchip mit einfachen Mit¬ teln aufgebracht werden, wobei automatisch die Abdeckmasse, getragen von den Kohlenstoff-Nanoröhren, über der Oberseite des Halbleiterchips schwebt, während sie in engem Kontakt mit dem Verdrahtungsträger verbleibt.
Die mechanische Entkoppelung zwischen Oberseite des Halblei¬ terchips und Abdeckmasse wird durch die besonderen Eigen¬ schaften der Kohlenstoff-Nanoröhren ermöglicht. Dabei können sowohl einwandige als auch mehrwandige Kohlenstoff-Nanoröhren zum Einsatz kommen. Einwandige Kohlenstoff-Nanoröhren weisen einen Durchmesser von 0,6 bis 1,8 Nanometer auf und können eine Länge von mehreren zehn Mikrometern erreichen. Sie be¬ stehen hauptsächlich aus einer Hülle von hexagonal angeordne¬ ten Kohlenstoffringen, die zu einer zylindrischen Oberfläche vereinigt sind.
Mehrwandige Kohlenstoff-Nanoröhren weisen dem gegenüber einen Durchmesser zwischen 2 nm und 300 niti auf und können abhängig
von ihrem Durchmesser Längen bis zu mehreren Millimetern er¬ reichen. In dicht gepackter Form entwickeln sie eine Dichte von 1,33 bis 1,4 g/cm2. Ihre Dichte liegt damit um den Faktor 2 niedriger als die Dichte von Leichtmetall. Auch die Zugfes- tigkeit derartiger Kohlenstoff-Nanoröhren ist mit ca. 1011 Pa um mehrere Größenordnungen besser als bei Metall. Bei thermi¬ schen Fehlanpassungen durch unterschiedliche Ausdehnungskoef¬ fizienten zwischen Abdeckmasse und Halbleiterchipmaterial in einem Halbleierbauteil ist die Gefahr von Abrissen bei hoher thermischer Belastung aufgrund dieser Zwischenschicht aus
Kohlenstoff-Nanoröhren gegenüber herkömmlichen Kontaktierun¬ gen zwischen Halbleiterchipoberfläche und Abdeckmasse gering.
Da Kohlenstoff-Nanoröhren auf ihrer Länge von 10 Nanometern bis einigen Millimetern keine Korngrenzen aufweisen, wie Koh¬ lenstofffasern, Metalle oder kristalline Kunststoffmassen, ist ihre Verformbarkeit und Elastizität deutlich höher, so- dass ein Abbrechen oder eine Bildung von Mikrorissen an Korn¬ grenzen, wie sie bei anderen Materialien auftreten, nicht möglich ist. Die hohe Nachgiebigkeit der Nanoröhren, ohne selber beschädigt zu werden oder abzureißen, bringt somit den Vorteil für das erfindungsgemäße Halbleiterbauteil, dass eine nahezu vollständige Entkoppelung zwischen der Oberseite des Halbleiterchips und der Abdeckmasse erreicht werden kann, oh- ne dass es erforderlich wird, komplexe Hohlraumgehäuse zu entwickeln und zu konstruieren, um eine gleichwertige hohe Entkoppelung zwischen Oberseite des Halbleiterchips und Ab¬ deckmasse zu erreichen.
Darüber hinaus weisen Kohlenstoff-Nanoröhren mit 6000 W/mK eine Wärmeleitfähigkeit auf, die nahezu doppelt so hoch ist, wie die von hochwärmeleitfähigem Diamant. Diese hohe Wärme¬ leitfähigkeit der Kohlenstoff-Nanoröhren sorgt dafür, dass
trotz des Abstandes zur Abdeckmasse eine intensive Ableitung der Verlustwärme der Halbleiterchipoberfläche an die Umgebung möglich wird. Durch die Mehrwandigkeit der Kohlenstoff-Nano- röhren lässt sich nicht nur die Länge der Kohlenstoff- Nanoröhren variieren, sondern auch die Bruchfestigkeit erhö¬ hen. Deshalb ist für das erfindungsgemäße Halbleiterbauteil der Einsatz von mehrwandigen Kohlenstoff-Nanoröhren vorteil¬ haft und bevorzugt.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist die Abdeckmasse einen Abstand von der Oberseite des Halbleiter¬ chips auf, . in welchem die Kohlenstoff-Nanoröhren angeordnet sind. Mit diesem Abstand zwischen Abdeckmasse und Oberseite des Halbleiterchips und dazwischen angeordneten Kohlenstoff- Nanoröhren werden die Eigenschaften der Kohlenstoff-Nanoröh¬ ren zur mechanischen Entkoppelung der Oberseite des Halblei¬ terchips und der vorgesehenen Abdeckmasse optimal genutzt. Während die freien Enden der Kohlenstoff-Nanoröhren in die Abdeckmasse hineinragen, sind die entgegengesetzt angeordne- ten Enden der Kohlenstoff-Nanoröhren auf der Oberseite des Halbleiterchips teilweise verankert.
Durch den großen Unterschied im Ausdehnungskoeffizienten der Abdeckmasse zu dem Silizium verschiebt sich die Abdeckmasse gegenüber der Oberseite des Halbleiterchips, jedoch können die Kohlenstoff-Nanoröhren dieser thermischen Fehlanpassung folgen, ohne die Oberseite des Halbleiterchips mechanisch zu belasten. Damit ergibt sich eine gegenüber bisherigen Lösun¬ gen verbesserte Entkoppelung zwischen der Oberseite des HaIb- leiterchips und der entsprechend vorgesehenen nachgiebigen
Abdeckmasse. Die Verankerung der Kohlenstoff-Nanoröhren, min¬ destens mit einem Ende auf der Oberseite des Halbleiterchips, wird teilweise durch die Präparation der Nanochips erreicht.
Das Ankern von mindestens einem Ende der Kohlenstoff-Nano- röhren schließt nicht aus, dass sich die Kohlenstoff- Nanoröhren mit ihren freien Enden beliebig in der Zwischen¬ schicht zwischen Abdeckmasse und Halbleiterchipoberseite ver- teilen können, wobei diese freien Enden auch teilweise wieder zur Oberseite des Halbleiterchips und in die dortige Veranke¬ rung zurückgebogen sind. Entscheidend für die Funktion des Halbleiterbauteils ist es lediglich, dass die Abdeckmasse nicht unmittelbar die Oberseite des Halbleiterchips benetzen kann oder sie in irgendeiner Weise erreicht. Vielmehr bleibt die Abdeckmasse beabstandet zu der Oberseite des Halbleiter¬ chips und schwebt, gehalten und getragen von freien Enden der Kohlenstoff-Nanoröhren, über der Oberseite des Halbleiter¬ chips.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung erstrecken sich die Kohlenstoff-Nanoröhren teilweise orthogo¬ nal zu der Oberseite des Halbleiterchips. Diese Orthogonali- tät kann teilweise durch entsprechende Züchtung der Kohlen- stoff-Nanoröhren auf der Oberseite des Halbleiterchips er¬ reicht werden. Je nach Einbringen einer strukturierten, aus einem Katalysatormaterial gebildeten Schicht, werden sich die unterschiedlichsten Verankerungsformen zwischen Oberseite des Halbleiterchips und den Kohlenstoff-Nanoröhren ausbilden. Ferner kann durch Überlagerung der Wachstumsprozesse mithilfe einer elektrischen Spannung eine statische Aufladung dazu beitragen, dass sich die Kohlenstoff-Nanoröhren in der bevor¬ zugten orthogonalen Wachstumsrichtung zur Oberseite des Halb¬ leiterchips entwickeln. Dazu ist in einer bevorzugten Ausfüh- rungsform der Erfindung ein Katalysatormaterial zum Bilden und Verankern von Kohlenstoff-Nanoröhren auf der Oberseite des Halbleiterchips angeordnet.
Mit dem zweiten freien Ende ragen die Kohlenstoff-Nanoröhren wie bereits erwähnt in das Material der Abdeckmasse hinein, bleiben aber teilweise benetzungsfrei in Richtung auf die O- berflache des Halbleiterchips. Die auf den eingebetteten zweiten Enden der Nanoröhren schwebende Abdeckmasse ist aus einem Kunststoff hergestellt. Bei derartigen Sensorchips ist es von Vorteil, wenn eine zuverlässige mechanische Entkoppe¬ lung zwischen Abdeckung und Oberseite des Halbleiterchips in Form der Kohlenstoff-Nanoröhren besteht. Somit können gerade bei mikromechanischen Modulen die Oberseiten der Halbleiter¬ chips unbeeinflusst von der Abdeckmasse messtechnisch bspw. Vibrationen, erfassen. Auch die Bruchgefahr der von dem Halb¬ leiterchip abgeleiteten Verbindungsleitungen zu einem Ver¬ drahtungssubstrat wird durch diese Entkoppelung zwischen Ab- deckmasse und Halbleiterchip vermindert. Der Verdrahtungsträ¬ ger kann unterschiedlich aufgebaut sein, je nach Anforderung an das Halbleiterbauteil.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist der Verdrahtungsträger Innenflachleiter auf, die über Bondverbin¬ dungen mit den Kontaktflächen des Halbleiterchips elektrisch in Verbindung stehen und außerhalb der Abdeckmasse in Außen- flachleiter als Außenkontakte übergehen. Diese Ausführungs¬ form der Erfindung hat den Vorteil, dass auf standardisierte Flachleiterrahmenstrukturen zurückgegangen werden kann, mit denen gleichzeitig mehrere Halbleiterbauteile parallel herge¬ stellt werden können.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist der Verdrahtungsträger eine Isolatorplatte mit einer Verdrahtungsstruktur auf. Diese Isolatorplatte weist ihrer¬ seits eine Oberseite mit dem Halbleiterchip auf und eine ge¬ genüberliegende Unterseite mit entsprechenden Außenkontakten
in Form von Lothöckern oder Lotbällen auf. Bei dieser Art von Verdrahtungsträger entsteht ein BGA-Gehäuse (ball grid array- Gehäuse) , das den Vorteil hat, dass sämtliche Außenkontakte flächenmontierbar auf einer übergeordneten Schaltungsplatine sind. Mit derartigen BGA-Gehäusen lassen sich eine Vielzahl von Außenkontakten realisieren, die gleichzeitig auf einen derartigen übergeordneten Schaltungsträger durch Oberflächen¬ montage aufbringbar sind.
Ein Verfahren zur Herstellung eines Halbleiterbauteils der oben beschriebenen Art weist die nachfolgenden Verfahrens¬ schritte auf. Zunächst wird zur Herstellung des Halbleiter¬ bauteils ein Halbleiterwafer mit Halbleiterchippositionen hergestellt, wobei die Chippositionen in Zeilen und Spalten auf der Oberseite des Halbleiterwafers angeordnet sind. An¬ schließend erfolgt ein selektives Beschichten des Halbleiter- wafers mit einer Schicht aus einem Katalysatormaterial und Keimen für Kohlenstoff-Nanoröhren unter Freilassen von Kon¬ taktflächen auf der Oberseite des Halbleiterchips. Anschlie- ßend wird der beschichtete Halbleiterwafer unter Ausbildung von Kohlenstoff-Nanoröhren auf der Oberseite des Halbleiter¬ wafers erwärmt. Nach einem Auftrennen des Halbleiterwafers in einzelne Halbleiterchips mit auf der Oberseite der Halblei¬ terchips angeordneten Kohlenstoff-Nanoröhren werden diese auf einen Verdrahtungsträger mit mehreren Halbleiterbauteilposi¬ tionen aufgebracht.
Anschließend werden Bondverbindungen zwischen Kontaktan¬ schlussflächen des Verdrahtungsträgers und Kontaktflächen der Halbleiterchips hergestellt. Danach wird eine Abdeckmasse auf den Verdrahtungsträger, auf die Bondverbindungen und auf freistehende zweite Enden der Kohlenstoff-Nanoröhren auf der Oberseite des Halbleiterchips aufgebracht. Dabei dringt die
Abdeckmasse nicht bis zur aktiven Oberseite des Halbleiter¬ chips durch. Es bildet sich vielmehr ein Abstand zwischen der Abdeckmasse und der Oberseite des Halbleiterchips aus, der von Kohlenstoff-Nanoröhren gebildet wird. Abschließend wird der Verdrahtungsträger in einzelne Halbleiterbauelemente auf¬ getrennt.
Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass die Kohlenstoff- Nanoröhren für eine Vielzahl von Halbleiterchips auf einem Halbleiterwafer gebildet werden können. Dies ist jedoch mit einem fertigungstechnischen Problem verbunden, dass nämlich beim Auftrennen des Halbleiterwafers in einzelne Halbleiter¬ chips die dicht gepackte Schicht von Nanoröhren eventuell be¬ schädigt wird. Deshalb muss sichergestellt werden, dass die auf den Halbleiterchips angeordneten Kohlenstoff-Nanoröhren ausreichend geschützt sind. Dieses Problem kann teilweise da¬ durch gelöst werden, dass anstelle der bisher üblichen Säge¬ technik zum Auftrennen der Halbleiterchips eine Lasertrenn¬ technik angewandt wird.
Ein alternatives Verfahren vermeidet dieses fertigungstechni¬ sche Problem, indem die folgenden Verfahrensschritte nachein¬ ander durchgeführt werden. Zunächst wird wieder ein Halblei¬ terwafer mit Halbleiterchippositionen hergestellt, wobei die Halbleiterchippositionen in Zeilen und Spalten auf der Ober¬ seite des Halbleiterwafers angeordnet sind. Anschließend wird der Halbleiterwafer unmittelbar in einzelne Halbleiterchips aufgetrennt. Dann werden die Halbleiterchips ohne Kohlen¬ stoff-Nanoröhren auf dem Verdrahtungsträger in mehreren HaIb- leiterbauteilpositionen fixiert. Anschließend erfolgt erst ein selektives Beschichten der Halbleiterchips auf dem Ver¬ drahtungsträger mit einer Schicht aus Katalysatormaterial und
Keimen für Kohlenstoff-Nanoröhren unter Freilassen von Kon¬ taktflächen der Halbleiterchips.
Danach werden die Halbleiterchips auf dem Verdrahtungsträger soweit erwärmt, dass sich Kohlenstoff-Nanoröhren auf der O- berseite des Halbleiterchips über der Katalysatormasse aus¬ bilden. Nun folgt das Verbinden von Anschlussflächen des Ver¬ drahtungsträgers mit Kontaktflächen des Halbleiterchips und anschließend das Aufbringen einer nachgiebigen Abdeckmasse auf den Verdrahtungsträger, auf die Bondverbindung und auf freistehende zweite Enden der Kohlenstoff-Nanoröhren auf der Oberseite des Halbleiterchips. Danach wird dann der Verdrah¬ tungsträger in einzelne Halbleiterbauteile aufgetrennt.
In einer bevorzugten weiteren Ausführungsform des Verfahrens können auf die Unterseite des Verdrahtungsträgers, die der Oberseite des Verdrahtungsträgers mit den Halbleiterchips ge¬ genüberliegt, Außenkontakte aufgebracht werden, sodass beim Auftrennen des Verdrahtungsträgers in einzelne Halbleiterbau- teile bereits auch die Außenkontakte hergestellt sind. Be¬ steht jedoch der Verdrahtungsträger aus einem Flachleiterrah¬ men, so sind mit dem Flachleiterrahmen bereits die Außen- flachleiter realisiert und werden damit nach Fertigstellung der Halbleiterbauteile in den Halbleiterbauteilpositiσnen des Verdrahtungsträgers aus dem Flachleiterrahmen ausgestanzt.
Weiterhin ist es vorgesehen, dass zum Beschichten des Halb- leiterwafers, bzw. der Halbleiterchips mit einer Schicht aus Katalysatormaterial, eine Suspension aus einem polymeren Kunststoff, einem Lösungsmittel und mit in einem Lichtbogen erzeugten Vorstufen von Kohlenstoff-Nanoröhren, hergestellt wird. Das Herstellen von Vorstufen von Kohlenstoff-Nanoröhren mithilfe eines Lichtbogens, der zwischen Kohlenstoffelektro-
den erzeugt wird, ist eine Technik, die es ermöglicht, derar¬ tige Suspensionen aus dem dabei entstehenden Staub aus Keimen von Kohlenstoff-Nanoröhren herzustellen.
In einem anderen bevorzugten Durchführungsbeispiel des Ver¬ fahrens werden zur Herstellung der Suspension zunächst Koh- lenstoff-Nanoröhren und/oder ihre Vorstufen in einem Heizrohr unter Zufuhr eines Pulvergemischs aus Grafitpartikeln, vor¬ zugsweise Kohlenstofffullerenen und Katalysatormaterial- Partikeln in einem Laserstrahl erzeugt. Dieses Verfahren hat den Vorteil gegenüber der Herstellung von Kohlenstoff- Nanoröhren im Lichtbogenverfahren, dass gezielte Größenord¬ nungen von Vorstufen von Kohlenstoff-Nanoröhren herstellbar sind.
Eine weitere Möglichkeit zur Herstellung der Suspension be¬ steht darin, zunächst Kohlenstoff-Nanoröhren und/oder ihre Vorstufen in einem Druckrohrofen mittels Gasphasenabscheidung unter Zufuhr von Kohlenmonoxid und Wasserstoff zu erzeugen. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass durch den Partialdruck der an der Gasphasenabscheidung beteiligten Materialien die Zusammensetzung und die Art der Vorstufen von Kohlenstoff- Nanoröhren gesteuert werden kann. Bei diesem Prozess lagert sich der Wasserstoff an die Sauerstoffatome des Kohlenmono- xids an, während die Kohlenstoffatome sich zu hexagonalen
Strukturen, die sich zu zylindrischen Oberflächen zusammen¬ schließen, verbindet. Diese hexagonalen Strukturen oder Koh¬ lenstoffringe sind vergleichbar mit dem von Keküle untersuch¬ ten Benzolringen. Jedoch sind hier keine Wasserstoffatome vorhanden, sondern es schließen sich an jeder Ecke des hexa¬ gonalen Ringes weitere Ringe mit Kohlenstoffatomen an.
In einem weiteren Durchführungsbeispiel des Verfahrens folgt das selektive Beschichten mit einer Suspension mittels Druck¬ techniken. Dazu wird zunächst wie oben erwähnt mit unter¬ schiedlichen Verfahren die Suspension hergestellt und an- schließend in einem Strahldruckprozess, bei dem vorzugsweise ein Strahldrucker, wie er von den Tintenstrahldruckern be¬ kannt ist, eingesetzt, um die Suspension gezielt und selektiv auf die Flächen aufzubringen, die entweder eine Halbleiter¬ chipposition eines Halbleiterwafers darstellen oder einen Halbleiterchip auf einem Substratträger mit mehreren Halblei¬ terbauteilpositionen betrifft.
Eine weitere Möglichkeit der selektiven Beschichtung mit ei¬ ner Suspension ist durch die Photolithographietechnik gege- ben, wobei Flächen eines Halbleiterwafers, die mit der Sus¬ pension nicht beschichtet werden sollen, wie bspw. Trennspu¬ ren und Kontaktflächen vorher mit einer Photolackschicht ge¬ schützt werden, bevor die Suspension aufgebracht wird.
In einer dritten Möglichkeit der Durchführung des Verfahrens erfolgt die selektive Beschichtung mit einer Suspension mit¬ tels Laserstrukturieren, indem zunächst ein Halbleiterwafer insgesamt mit der Suspension beschichtet wird und anschlie¬ ßend mit einem Laser die Suspension in den Bereichen entfernt wird, in denen sich Trennspuren oder Kontaktanschlussflächen auf der Oberfläche des Wafers befinden.
Bei einem weiteren Durchführungsbeispiel des Verfahrens wird zum Herstellen der Kohlenstoff-Nanoröhren über ein struktu- riertes Katalysatormaterial einer Oberseite des Halbleiterwa¬ fers und/oder einer Oberseite von Halbleiterchips ein Gemisch aus Kohlenstofffullerenen, Inertgas, Wasserstoff und Kohlen- monoxid in einem Heizrohr, in dem der Halbleiterwafer
und/oder die Halbleiterchips positioniert sind, geführt. Die¬ ses Verfahren hat den Vorteil, dass unmittelbar auf der Ober¬ seite des Halbleiterwafers bzw. des Halbleiterchips die sich bildenden Kohlenstoff-Nanoröhren verankert bleiben. Dabei kann es durchaus sein, dass beide Enden eines Kohlenstoffna- norohrs auf der Oberseite des Halbleiterchips bzw. des Halbleiterwafers verankert werden, was dennoch gewährleistet, dass ein Abstand zu einer aufzubringenden Abdeckmasse gegen¬ über der Oberseite des Halbleiterchips möglich ist.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung für ein Ab¬ scheiden von Kohlenstoff-Nanoröhren auf dem strukturierten Katalysatormaterial wird ein Gemisch aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff in einem Rohrofen bei 500 bis 800 0C, in dem Halbleiterwafer oder Halbleiterchips mit aufgebrachtem Kata¬ lysatormaterial positioniert sind, zugeführt. In diesem be¬ vorzugten Temperaturbereich kann erreicht werden, dass sich mit Unterstützung des Katalysatormaterials eine Vielzahl von Kohlenstoff-Nanoröhren auf der Oberseite des Halbleiterwafers bzw. des Halbleiterchips ausbilden, die sich orthogonal zu der Oberseite des Halbleiterwafers bzw. des Halbleiterchips erstreckt.
Das Verbinden von Kontaktanschlussflächen des Verdrahtungs- trägers mit Kontaktflächen der Halbleiterchips erfolgt vor¬ zugsweise mittels Bondtechniken. Für diese Bondtechniken wer¬ den die Kontaktflächen des Halbleiterchips und die Kontaktan¬ schlussflächen des Verdrahtungsträgers speziell präpariert und weisen üblicherweise entweder eine Aluminiumbeschichtung oder eine Goldbeschichtung auf. Die Goldbeschichtung ist dann erforderlich, wenn mit Aluminiumbonddrähten gearbeitet wird, während eine Aluminiumbeschichtung von Vorteil ist, wenn mit Golddrähten gearbeitet wird, zumal die beiden Elemente Gold
und Aluminium eine eutektische Schmelze bei einer niedrigen eutektischen Schmelztemperatur bilden und somit ein Kontak¬ tieren erleichtern.
Das abschließende Aufbringen einer nachgiebigen Abdeckung auf den Verdrahtungsträger unter Einbetten der Bondverbindungen und unter Abdecken der Oberseiten der Halbleiterchips in ei¬ nem durch Kohlenstoff-Nanoröhren vorgegebenem Abstand kann mittels Dispensen oder mittels eines Niederdruck-Spritzguss- Verfahrens erfolgen. Das Niederdruck-Spritzgussverfahren hat den Vorteil, dass in einer vorgefertigten Form auf den Bau¬ teilpositionen des Verdrahtungsträgers bereits die -endgülti¬ gen Konturen der Gehäuse aus einer nachgiebigen Abdeckmasse vorgegeben werden können, während das Dispensen den Vorteil hat, dass ein flächiger Auftrag von Dispensmaterial auf dem Verdrahtungsträger möglich wird, sodass erst beim Trenn¬ schritt die endgültige Kontur des Halbleiterbauteilgehäuses gebildet wird.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass durch das Aufbringen von Nanoröhren auf die Chipoberseite, deren Länge für die vorliegende Erfindung vorzugsweise 50 μm bis 1 mm beträgt, eine vollständige mechanische Entkoppelung der Halbleiter¬ chipoberfläche von einer nachgiebigen Abdeckmasse möglich wird. Der Abstand bzw. die Packungsdichte der Nanoröhren ist dabei so bemessen, dass die Abdeckmasse oder Umhüllmasse nicht bis zur Chipoberfläche vordringen kann. Vielmehr ver¬ bindet sich die Abdeckmasse idealerweise mit den Spitzen bzw. zweiten freien Enden der Kohlenstoff-Nanoröhren.
Durch die Flexibilität der Nanoröhren in der x- und y- Richtung in Bezug auf die Oberseite der Halbleiterchips tritt kein mechanischer Stress aufgrund von unterschiedlichen Aus-
dehnungskoeffizienten zwischen Halbleiterchip und Abdeckmasse auf. Somit verbleibt die Oberseite des Halbleiterchips voll¬ ständig mechanisch entkoppelt. Gleichzeitig tritt aufgrund der Flexibilität und Verankerung der Kohlenstoff-Nanoröhren keine Delamination zwischen Halbleiterchipoberfläche und Ab¬ deckmasse mehr auf. Von besonderem Vorteil ist, dass durch dieses Verfahren bei diesen Halbleiterbauelementen die Chip¬ oberflächen in einem Sensorbereich völlig von Abdeckmaterial freigehalten werden, ohne dass aufwendige Hohlraumgehäuse zu- sätzlich vorgesehen werden müssen.
Die Erfindung wird nun anhand der beigefügten Figuren näher erläutert.
Figur 1 zeigt einen schematischen Querschnitt durch ein
Halbleiterbauteil einer Ausführungsform der Erfin¬ dung;
Figur 2 zeigt eine perspektivische Prinzipskizze einer ein- wandigen Kohlenstoffnanoröhre;
Figuren 3 bis 5 zeigen schematische Querschnitte durch Bau¬ teilkomponenten bei ,der Herstellung eines Halblei¬ terbauteils gemäß Figur 1;
Figur 3 zeigt einen schematischen Querschnitt eines Halb¬ leiterchips nach Aufbringen von Nanoröhren auf die Oberseite eines Halbleiterchips;
Figur 4 zeigt einen schematischen Querschnitt des Halblei¬ terchips gemäß Figur 3 nach Aufbringen einer Bond¬ verbindung;
Figur 5 zeigt einen schematischen Querschnitt durch das Halbleiterbauteil gemäß Figur 1.
Figur 1 zeigt einen schematischen Querschnitt durch ein HaIb- leiterbauteil 1 einer Ausführungsform der Erfindung. Das
Halbleiterbauteil 1 weist einen Halbleiterchip 2 auf, der im Zentrum seiner Oberseite 8 einen Sensorbereich 15 besitzt. Über dem Sensorbereich 15 ist auf einer strukturierten Schicht 11 aus Katalysatormaterial 12 eine Struktur aus Koh- lenstoff-Nanoröhren 9 angeordnet, die mit ihren ersten Enden 10 auf der Oberseite 8 in der strukturierten Schicht 11 aus Katalysatormaterial 12 verankert sind und mit ihren- zweiten Enden 13 in eine Abdeckmasse 3 hineinragen, die aus einer Kunststoffmasse 14 besteht.
Zwischen der Abdeckmasse 3 und der Oberseite 8 des Halblei¬ terchips 2 ist ein Abstand a vorhanden, der von den Kohlen- stoffs-Nanoröhren 9 gebildet wird, die mit ihren zweiten En¬ den 13 die Abdeckmasse 3 tragen und die Abdeckmasse 3 mecha- nisch von der Oberseite 8 des Halbleiterchips 2 entkoppeln. In seinen Randbereichen weist der Halbleiterchip 2 Kontakt¬ flächen 6 auf, die über Bondverbindungen 23 mit Kontaktan¬ schlussflächen 22 über den Bonddraht 16 verbunden sind. Der Verdrahtungsträger 5 weist eine Isolatorplatte 17 auf, die auf ihrer Oberseite 19 eine Verdrahtungsstruktur 18 aufweist, über welche die Kontaktanschlussflächen 22 mit Durchkontakten 24 durch die Isolatorplatte 17 verbunden sind.
Die Durchkontakte 24 selbst enden auf der Unterseite 20 der Isolatorplatte 17 und gehen dort in Außenkontaktflachen 25 über. Die Außenkontaktflachen 25 tragen ihrerseits auf der Unterseite 20 Lotkugeln 21, welche die Außenkontakte 7 des Halbleiterbauteils 1 bilden. Somit sind die Außenkontakte 7
mit den Kontaktflächen 6 des Halbleiterchips 2 elektrisch verbunden. Anstelle der Isolatorplatte 17 mit Verdrahtungs¬ struktur 18 kann der Verdrahtungsträger 5 auch einen Flach¬ leiterrahmen mit Innenflachleitern und Außenflachleitern auf- weisen, die in Figur 1 nicht gezeigt werden.
Die nachgiebige Abdeckmasse 3 bildet bei diesem Halbleiter¬ bauteil 1 gleichzeitig die Oberseitenkontur des Halbleiter¬ bauteils 1 und bettet sowohl die Bondverbindungen 23 als auch den Randbereich des Verdrahtungsträgers 5 in eine Kunststoff¬ abdeckmasse 3 als Gehäuse ein. Dennoch bleibt der Abstand a frei von Kunsts-toffabdeckmasse 3 Aufgrund der hohen Flexibi¬ lität der Kohlenstoff-Nanoröhren 9 wird die empfindliche O- berseite 8 im Sensorbereich 15 von der Kunststoffabdeckmasse 3 des Gehäuses des Halbleiterbauteils 1 mechanisch entkop¬ pelt.
Figur 2 zeigt eine schematische, perspektivische Prinzipskiz¬ ze einer einwandigen Kohlenstoff-Nanoröhre 9. Die Einwandig- keit dieser Kohlenstoff-Nanoröhre 9 besteht aus einer einla¬ gigen zylindrischen Anordnung von Kohlenstoffatomen C, die in hexagonalen Kohlenstoffringen 26 angeordnet sind. Der Durch¬ messer d einer einwandigen Kohlenstoff-Nanoröhre 9 liegt zwi¬ schen 0,6 und 1,8 nm, während die Länge 1 mehrere 10 nm lang sein kann. Mehrere einwandige Kohlenstoff-Nanoröhren 9 können koaxial ineinander geschachtelt sein und ergeben dann eine mehrwandige Kohlenstoff-Nanoröhren 9, die in ihrem Durchmes¬ ser d bis zu 300 nm erreichen kann und deren Lange 1 bis zu einigen Millimetern betragen kann. Da die Kohlenstoff- Nanoröhren 9 von jeder Korngrenze frei sind, sind sie äußerst flexibel, und ein Bruch entlang von Korngrenzen kann nicht auftreten. Diese hohe Flexibilität wird für das erfindungsge¬ mäße Halbleiterbauteil genutzt, um mechanisch den Halbleiter-
chip bzw. dessen aktive Oberseite von einer den Halbleiter¬ chip abdeckenden Kunststoffgehäusemasse zu befreien.
Die weiteren Eigenschaften derartiger Kohlenstoff-Nanoröhren 9 sind bereits oben beschrieben worden und werden zur Vermei¬ dung von Wiederholungen hier nicht extra erörtert.
Die Figuren 3 bis 5 zeigen schematische Querschnitte durch Bauteilkomponenten bei der Herstellung eines Halbleiterbau- teils 1 gemäß Figur 1.
Figur 3 zeigt einen schematischen Querschnitt eines Halblei¬ terchips 2 nach Aufbringen von Kohlenstoff-Nanoröhren 9 auf die Oberseite 8 des Halbleiterchips 2 in einem Sensorbereich 15 im Zentrum der Oberseite 8 des Halbleiterchips 2. Dazu wird zunächst eine strukturierte Schicht 11 aus einem Kataly¬ satormaterial auf den Sensorbereich 15 aufgebracht. Anschlie¬ ßend werden in einer entsprechenden Reaktionsatmosphäre eines Druckrohrofens unter Einsatz von Wasserstoff und Kohlenmono- xid auf der Oberseite 8 des Halbleiterchips 2 im Bereich des Katalysatormaterials, die hier nur symbolisch orthogonal zur Oberseite 8 des Halbleiterchips 2 dargestellten Kohlenstoff- Nanoröhren 9 gezüchtet.
In einer realen Struktur sind diese Kohlenstoff-Nanoröhren 9 nur teilweise orthogonal zu der Oberseite 8 ausgerichtet. Ein hoher Anteil wird längs und quer über die Oberseite 8 des Halbleiterchips 2 verteilt sein. Schließlich ist ein dritter Anteil der Kohlenstoff-Nanoröhren 9 derart gebogen, dass er auch mit seinem zweiten Ende 13 die Oberseite 8 des Halblei¬ terchips 2 berührt. Dabei ist die Schicht an Kohlenstoff- Nanoröhren 9 derart dicht, dass sie eine Schicht aus einer
nachgiebigen Abdecknaasse beim Aufbringen der Abdeckmasse und nach Erkalten der Abdeckmasse tragen kann.
Figur 4 zeigt einen schematischen Querschnitt des Halbleiter- chips 2 gemäß Figur 3 nach Fixieren seiner Rückseite 4 auf einem Verdrahtungträger 5 und nach Aufbringen einer Bondver¬ bindung 23. Auf den Randbereichen 27 der Oberseite 8 des Halbleiterchips 2 sind Kontaktflächen 6 angeordnet, die e- lektrisch mit dem Sensorbereich 15 in Verbindung stehen. Die- se Kontaktflächen 6 stehen mit Kontaktanschlussflächen 22, die ihrerseits in den Randbereichen 28 des Verdrahtungsträ¬ gers 5 angeordnet sind, elektrisch in Verbindung. Der Ver¬ drahtungsträger 5 weist eine Isolatorplatte 17 auf, die auf ihrer Oberseite 19 eine Verdrahtungsstruktur 18 trägt und auf ihrer Unterseite 20 Außenkontaktflachen 25 aufweist. Dabei sind diese Außenkontaktflachen 25 auf der Unterseite 20 der Isolatorplatte 17 gleichmäßig über die gesamte flächige Erstreckung des Verdrahtungsträgers 5 wie bei BGA-Gehäusen (ball grid array-Gehäusen) verteilt. Damit ist es möglich, ein oberflächenmontierbares Halbleiterbauteil zu schaffen.
Figur 5 zeigt einen schematischen Querschnitt durch das Halb¬ leiterbauteil 1 gemäß Figur 1, wobei dieses Halbleiterbauteil 1 dadurch entsteht, dass auf die Struktur der Figur 4 nun ei- ne Abdeckmasse 3 aufgebracht wird, die gleichzeitig die Bond¬ verbindungen 23 sowie die Randbereiche des Halbleiterchips 2 und die Randbereiche des Verdrahtungssubstrats 5 umhüllt. Da¬ bei verbleibt ein Zwischenraum von der Dicke a zwischen der nachgiebigen Abdeckmasse 3 und der Oberseite 8 des Halblei- terchips 2 durch die in diesem Zwischenraum angeordneten Koh- lenstoff-Nanoröhren 9. Bis auf die Lotbälle, die hier noch nicht angebracht sind, entspricht der Querschnitt durch das
Halbleiterbauteil 1 dem Querschnitt des Halbleiterbauteils 1, das in Figur 1 gezeigt wird.