Beschreibung
Vorrichtung und Verfahren zur Erfassung von Stressmigrations- Eigenschaften
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Erfassung von Stressmigrations-Eigen- schaften und insbesondere auf eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Erfassung von Stressmigrations-Eigenschaften eines in einem produktrelevanten Gehäuse endmontierten Halbleiter- Bausteins .
Integrierte Schaltungen werden üblicherweise mit einer Vielzahl von strukturierten Metallisierungs- bzw. Leiterbahnebe- nen hergestellt, die voneinander durch dielektrische Zwischenisolierschichten elektrisch voneinander getrennt sind. Zur Realisierung von elektrischen Verbindungen zwischen den strukturierten Metallisierungs- bzw. Leiterbahnschichten oder zwischen den Leiterbahnschichten und einem Substrat werden an ausgewählten Orten sogenannte Kontaktlöcher bzw. Vias in den Isolierschichten ausgebildet.
Mit fortschreitender Integrationsdichte werden zur Realisierung von verbesserten Leistungsmerkmalen wie z.B. einer er- höhten Geschwindigkeit und einer vergrößerten Schaltungsfunktionalität pro Flächeneinheit die Strukturbreiten und insbesondere die Kontaktlöcher bzw. Vias zunehmend kleiner, weshalb sie insbesondere für eine sogenannte Stressmigration zunehmend empfänglich werden.
Im Gegensatz zu der sogenannten Elektromigration, bei der ein Massentransport von Leiterbahnmaterial auf Grund eines anliegenden Gleichstroms und insbesondere bei sehr hohen Stromdichten hervorgerufen wird, bezieht sich die in der vorlie- genden Erfindung beschriebene Stressmigration auf einen Massentransport, der in Leiterbahnschichten bzw. Kontaktlöchern insbesondere auf Grund von mechanischen Spannungen bzw. Span-
nungsgradienten hervorgerufen wird. Derartige mechanische Spannungen, die beispielsweise aus einer Fehlanpassung von thermischen Ausdehnungskoeffizienten und von unterschiedlichen Elastizitätsmodulen der Leiterbahnschichten bzw. der da- zwischen liegenden Isolatorschichten und anderer leitender und nicht leitender Zwischenschichten herrühren, führen demzufolge zu einem ähnlichen Materialtransport, der abhängig von einer Druck- oder Zugspannung bzw. Wechselbeanspruchung die Ausbildung von Hohlräumen (voids) im elektrisch leitenden Material hervorruft, wodurch ein elektrischer Widerstands von Leiterbahnen im Halbleiter- Baustein erhöht oder sogar eine Leiterbahnunterbrechung auftreten kann.
Betrachtet man beispielsweise einen Herstellungsprozess, bei dem auf einer Leiterbahnschicht (Aluminium, Kupfer, usw.), die auf einem Halbleitersubstrat oder einer dielektrischen Schicht ausgebildet ist, eine weitere Isolatorschicht, beispielsweise bei einer Temperatur von 350 Grad Celsius mittels eines CVD-Verfahrens (Chemical Vapor Deposition) , abgeschie- den wird, so ergeben sich bereits auf Grund der unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten zwischen der Leiterbahnschicht und den angrenzenden Isolierschichten mechanische Spannungen, die beispielsweise als Zug-Beanspruchung eine •Stressmigration in der Leiterbahnschicht hervorrufen. Bei Kupfermetallisierung mit Cu-Vias führen Spannungsgradienten z.B. in Folge thermischer Fehlanpassung zum Transport von Leerstellen in das Via (Bildung von Hohlräumen) .
Genauer gesagt diffundieren Leerstellen zur Verringerung der Spannungsenergie in der Leiterbahnschicht, wodurch nach einer gewissen Zeit, üblicherweise mehrere Monate oder Jahre, dieser Massentransport in der Leiterbahnschicht oder den Vias Hohlräume erzeugt, die die elektrischen Eigenschaften des Halbleiter-Bausteins beeinflussen und bis zu einer Unterbre- chung einer Leiterbahn führen können.
Figuren 1A bis IC zeigen vereinfachte Schnittansichten zur Veranschaulichung herkömmlicher Vorrichtungen zur Erfassung von Stressmigrations-Eigenschaften .
Gemäß Figur 1A werden Zuverlässigkeitsuntersuchungen zur Charakterisierung der vorstehend beschriebenen Stressmigrations- Eigenschaften von Leiterbahnen und insbesondere von Metallisierungen in integrierten Schaltungen bzw. Halbleiter-Bausteinen IC üblicherweise direkt auf dem Wafer bzw. auf Wafe- rebene durchgeführt. Dabei werden die Widerstände von unterschiedlichen Stressmigrations-Teststrukturen SMT, die in einem Halbleiter-Baustein IC ausgebildet sind, in regelmäßigen Abständen (z.B. einmal pro Stunde, Tag oder Woche) gemessen und die Abweichung vom Anfangswert bewertet. Zwischen diesen Messungen werden die Wafer in einem Ofen bei Temperaturen größer 150 Grad Celsius gelagert, wodurch sich die Dauer für diese Zuverlässigkeitsuntersuchungen wesentlich auf etwa 1000 bis 2000 Stunden verringern lässt, um eine Produktlebensdauer von z.B. 15 Jahren abzusichern.
Nachteilig ist jedoch bei einer derartigen Testvorrichtung, dass die gewonnenen Ergebnisse auf Grund einer fehlenden Endmontage in einem Gehäuse nur unzureichend sind und insofern keine ausreichend genaue Erfassung der Stressmigrations- Eigenschaften des Halbleiter-Bausteins in produktnaher Umgebung ermöglichen.
Gemäß Figur 1B kann demzufolge ein derartiger Test auch in einem endmontierten Testgehäuse TG durchgeführt werden, wobei der Halbleiter-Baustein IC beispielsweise mittels Bond- Drähten oder Lötverbindungen B auf einem Bausteinträger T montiert ist, wobei als Gehäuse ein temperaturfestes Keramik- Testgehäuse verwendet wird. Obwohl auf diese Weise neben internen Spannungen σ0 des Halbleiter-Bausteins IC auch die durch die Montage bzw. die Lötverbindungen B und den Bausteinträger T des Testgehäuses TG verursachten Spannungen σTG erfasst und bewertet werden können, geben derartige Untersu-
chungsergebnisse insbesondere auf Grund des von einem produktrelevanten Gehäuse abweichenden Testgehäuses TG wiederum keine genauen Aussagen für die Stressmigrations-Eigenschaften der Leiterbahnsystems in einem Halbleiter-Baustein mit Pro- duktgehäuse.
Gemäß Figur IC kann weiterhin der zu untersuchende Halbleiter-Baustein IC wiederum über Lötverbindungen B und einen Bausteinträger T auch in einem produktrelevanten Kunststoff- gehäuse G eingebettet sein, wobei sich jedoch hierbei die
Problematik ergibt, dass bei einer entsprechenden Erwärmung auf Temperaturen TE größer 150 Grad Celsius durch die thermische Fehlanpassung der das Leiterbahnsystem umgebenden Schichten eine Änderung des produktrelevanten Spannungszu- Standes verursacht wird, weshalb man keine genauen Aussagen über die Stressmigrations-Eigenschaften in einem derart gepackten Halbleiter-Baustein IC erhält. Ferner kann auch die Plastik- bzw. Kunststoffmasse des Gehäuses G schmelzen bzw. weich werden, wodurch die durch dieses Kunststoffgehäuse G verursachte Spannung ebenfalls zu einer veringerten Spannung σG x führt .
Ohne diese erhöhten Temperaturen größer 150 Grad Celsius, die vorzugsweise von einer externen Heizung EH erzeugt werden, sind jedoch derartige Zuverlässigkeitsuntersuchungen nicht wirtschaftlich durchführbar, da sie mehrere Monate und üblicherweise sogar mehrere Jahre beanspruchen würden.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, eine Vor- richtung und ein Verfahren zur Erfassung von Stressmigrations-Eigenschaften eines in einem produktrelevanten Gehäuse endmontierten Halbleiter-Bausteins zu schaffen, wodurch man in relativ kurzer Zeit eine ausreichend genaue Bewertung von Stressmigrations-Eigenschaften erhält .
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe hinsichtlich der Vorrichtung durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 und hinsieht-
lieh des Verfahren durch die Maßnahmen des Patentanspruchs 11 gelöst.
Insbesondere durch die Verwendung einer internen Heizvorrich- tung, die innerhalb oder in unmittelbarer Nähe einer Stressmigrations-Teststruktur im Halbleiter-Baustein zum lokalen Erwärmen der Stressmigrations-Teststruktur ausgebildet ist, erhält man eine ausreichende Beschleunigung zur Verringerung der Testzeiten, wobei eine durch ein produktrelevantes Gehäu- se verursachte Spannung dadurch im Wesentlichen unbeeinflusst bleibt.
Vorzugsweise besteht die Stressmigrations-Teststruktur aus zumindest einem ersten Leiterbahnbereich, der in einer ersten Leiterbahnschicht ausgebildet ist, zumindest einem zweiten Leiterbahnbereich, der in einer zweiten Leiterbahnschicht ausgebildet ist und zumindest einem Verbindungsbereich, der zwischen den Leiterbahnschichten zum elektrischen Verbinden der ersten und zweiten Leiterbahnbereiche in einer ersten Isolierschicht ausgebildet ist. Da die Stressmigrations- Teststruktur demzufolge in den zur Verfügung stehenden Leiterbahnschichten des Halbleiter-Bausteins ausgebildet ist, erhält man für die ermittelten Messwerte eine hohe Aussagekraft hinsichtlich der Stressmigrations-Eigenschaften im Halbleiter-Baustein.
Vorzugsweise ist eine Oberfläche und/oder ein Volumen des ersten und/oder ein Volumen zweiten Leiterbahnbereichs wesentlich größer als eine Oberfläche und/oder ein Volumen des Verbindungsbereichs, wodurch man in Kenntnis des Layouts für die weitere Halbleiter-Schaltung eine weitere wesentliche Reduzierung der Zeitdauer für die Zuverlässigkeitsuntersuchung erhält, da die an der vergrößerten Oberfläche wirkende Spannung bzw. Beanspruchung, sowie die Anzahl von diffusionsfähi- gen Leerstellen im Volumen entsprechend vergrößert ist.
Zur weiteren Erhöhung einer Messgenauigkeit und der statistischen Signifikanz bei einer Untersuchung von Stressmigrations-Eigenschaften kann die Stressmigrations-Teststruktur eine Vielzahl von ersten und zweiten Leiterbahnbereichen aufwei- sen, die über eine Vielzahl von Verbindungsbereichen kettenförmig miteinander verbunden sind.
Vorzugsweise wird die interne Heizvorrichtung als Heiz- Leiterbahnbereich innerhalb des zumindest einen ersten oder zweiten Leiterbahnbereichs oder Verbindungsbereichs ausgebildet, wobei der Heiz-Leiterbahnbereich von einem Wechselstrom durchströmt wird. Auf diese Weise erhält man eine besonderes effektive Erwärmung der zu untersuchenden Strukturen, wobei insbesondere bei Verwendung eines Wechselstroms der Einfluss von Elektromigration zuverlässig ausgeschlossen werden kann.
Hinsichtlich des Verfahrens zur Erfassung von Stressmigrations-Eigenschaften wird vorzugsweise zunächst die vorstehend beschriebene Stressmigrations-Erfassungsvorrichtung in einem Halbleiter-Baustein ausgebildet, anschließend der Halbleiter- Baustein auf einen Baustein-Träger montiert und in einem produktrelevanten Gehäuse verpackt, wobei abschließend ein Heizstrom an die integrierte Heizvorrichtung und zum Erfassen der Stressmigrations-Eigenschaften des Halbleiter-Bausteins eine Messspannung an die Stressmigrations-Teststruktur angelegt und ein Strom durch die Stressmigrations-Teststruktur gemessen wird. Auf diese Weise können erstmals auch für produktrelevante Gehäuse, wie beispielsweise Kunststoffgehäuse, die entsprechenden Stressmigrations-Eigenschaften in ausreichend kurzer Zeit hochgenau ermittelt werden.
In den weiteren Unteransprüchen sind weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung gekennzeichnet.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher beschrieben.
Es zeigen:
Figuren 1A bis IC vereinfachte Schnittansichten zur Veranschaulichung einer herkömmlichen Vorrichtung und eines her- kömmlichen Verfahrens zur Erfassung von Stressmigrations- Eigenschaften;
Figur 2 eine vereinfachte Schnittansicht zur Veranschaulichung einer Vorrichtung und eines Verfahrens zur Erfassung von Stressmigrations-Eigenschaften eines in einem produktrelevanten Gehäuse endmontierten Halbleiter-Bausteins;
Figur 3A eine vereinfachte Draufsicht eines Vorrichtung zur Erfassung von Stressmigrations-Eigenschaften gemäß eines ers- ten Ausführungsbeispiels;
Figur 3B eine vereinfachte perspektivische Ansicht der Vorrichtung gemäß Figur 3A entlang eines Schnitts I-I;
Figur 4A eine vereinfachte Draufsicht einer Vorrichtung zur Erfassung von Stressmigrations-Eigenschaften gemäß eines zweiten Ausführungsbeispiels;
Figur 4B eine vereinfachte Schnittansicht der Vorrichtung gemäß Figur 4A entlang eines Schnitts II-II; und
Figur 5 eine vereinfachte Draufsicht einer Vorrichtung zur Erfassung von Stressmigrations-Eigenschaften gemäß eines dritten Ausführungsbeispiels.
Figur 2 zeigt eine vereinfachte Schnittansicht einer Vorrichtung zur Erfassung von Stressmigrations-Eigenschaften, wobei gleiche Bezugszeichen gleiche oder entsprechende Elemente wie in den Figuren 1A bis IC bezeichnen und auf eine wiederholte Beschreibung nachfolgend verzichtet wird.
Gemäß Figur 2 werden die Zuverlässigkeitsuntersuchungen zur Charakterisierung von Stressmigrations-Eigenschaften (insbesondere von Metallisierungen) in Halbleiter-Bausteinen IC (integrierten Schaltungen) erfindungsgemäß in einem endmon- tierten Zustand und nach Verpackung in einem produktrelevanten Gehäuse G durchgeführt.
Insbesondere bei sogenannten Flip-Chip-Gehäusen G werden mechanische Spannungen im Halbleiter-Baustein IC bis in den Be- reich der Fließspannung von sogenannten Bulk-Materialien induziert, weshalb sie ein erhöhtes Zuverlässigkeitsrisiko darstellen. Dieser gemäß des Standes der Technik nicht bewertbare Einfluss wird gemäß Figur 2 dadurch erfasst, dass die im Halbleiter-Baustein IC integrierten Stressmigrations- Teststrukturen SMT intern oder in unmittelbarer Nähe davon eine integrierte Heizvorrichtung IH aufweisen, die lokal eine interne Temperatur TΣ größer 150 Grad Celsius erzeugen kann. Demzufolge können die Außentemperaturen beispielsweise bei einer Arbeitstemperatur von T = Toperation liegen, die ausrei- chend unterhalb einer kunststoffverträglichen Temperatur von maximal 150 Grad Celsius liegt. Auf diese Weise können die in produktrelevanten Gehäusen G verwendeten Kunststoffmaterialien unverändert am Halbleiter-Baustein IC sowie am Baustein- Träger T oder den Lötverbindungen bzw. -kugeln B angreifen und ihre entsprechende mechanische Beanspruchung bzw. Spannung σG auf den Halbleiter-Baustein IC unverändert verursachen. • Darüber hinaus verbleibt auch außerhalb der Stress- migrations-Teststrukturen SMT ein vorherrschender Grundstress bzw. eine Grundbeanspruchung im Halbleitermaterial bzw. den Verdrahtungs- und/oder Isolatorschichten bei einem unveränderten Wert σ0, so dass sich der von der Stressmigrations- Teststruktur SMT erfassbare Stress bzw. die entsprechende Beanspruchung σ zu:
σ = σ0 + σG ergibt.
Gleichwohl kann mittels der integrierten Heizvorrichtung IH eine lokale Erwärmung der Stressmigrations-Teststruktur SMT auf Ti größer 150 Grad Celsius herbeigeführt werden, wobei vorzugsweise Temperaturen in einem Bereich von 225 Grad Celsius bis 300 Grad Celsius eingestellt werden. Auf diese Weise kann in relativ kurzer Zeit, d.h. 100 bis 2000 Stunden, eine Aussage über die Stressmigrations-Eigenschaften eines in einem produktrelevanten Gehäuse endmontierten Halbleiter- Bausteins IC getroffen werden.
Entgegen der herkömmlichen Einlagerung der Halbleiter-Bausteine IC mit ihren produktrelevanten Gehäusen G in einem Ofen, wobei die Gehäuse-Spannungszustände bis hin zum Verfließen in unerwünschter Weise verändert werden, können somit erstmalig produktnahe Tests zur Charakterisierung der Stressmigrations-Eigenschaften insbesondere von Metallisierungen integrierter Schaltungen durchgeführt werden.
Figur 3A zeigt eine vereinfachte Draufsicht und Figur 3B eine perspektivische Schnittansicht entlang eines Schnitts I-I gemäß Figur 3A einer Vorrichtung zur Erfassung von Stressmigrations-Eigenschaften gemäß eines ersten Ausführungsbeispiels, wobei gleiche Bezugszeichen wiederum gleiche oder entsprechende Elemente bezeichnen und auf eine wiederholte Beschrei- bung nachfolgend verzichtet wird.
Gemäß Figuren 3A und 3B weist die Stressmigrations-Teststruktur SMT in einer ersten Leiterbahnschicht bzw. Metallisierungsebene Ll zwei erste Leiterbahnbereiche 1 auf, die als Leiterplatten mit einer relativ großen Oberfläche zur optimalen Aufnahme von mechanischen Spannungen bzw. Beanspruchungen und/oder Volumen zum Ausbilden oder Bereitstellen von Leerstellen ausgebildet sind. In einer zweiten Leiterbahnschicht bzw. Metallisierungsebene L2 sind drei zweite Leiterbahnbe- reiche 2 ausgebildet, die die ersten Leiterbahnbereiche 1 ü- ber Verbindungsbereiche 3 in sogenannten Kontaktlöchern oder Vias elektrisch miteinander verbinden. Die Verbindungsberei-
ehe 3 verbinden die ersten und zweiten Leiterbahnbereiche 1 und 2 demzufolge durch ein entsprechendes Kontaktloch bzw. via in einer zwischen den Leiterbahnschichten Ll und L2 liegenden ersten Isolierschicht II.
Zur Verbesserung der Empfindlichkeit der Stressmigrations- Teststruktur SMT ist zumindest die Oberfläche und/oder das Volumen der ersten Leiterbahnbereiche 1 wesentlich größer als eine Oberfläche und/oder ein Volumen der Verbindungsbereiche 3, wodurch sich der stressmigrationsbedingte Materialtransport bzw. eine Hohlraumbildung (voiding) hauptsächlich in den Verbindungsbereichen 3 auswirkt. Diese durch die Stressmigration ausgebildeten Hohlräume sind in den Verbindungsbereichen 3 mit V (Void) bezeichnet.
In der Stressmigrations-Teststruktur SMT gemäß des ersten Ausführungsbeispiels nach Figuren 3A und 3B besitzen die ersten Leiterbahnbereiche 1 eine wesentlich größere Oberfläche und/oder Volumen als die zweiten Leiterbahnbereiche 2, wobei auch diese zweiten Leiterbahnbereiche eine entsprechend große Oberfläche und/oder Volumen aufweisen können. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind diese zweiten Leiterbahnbereiche jedoch auch hervorragend geeignet für eine später beschriebene interne Heizvorrichtung.
Gemäß Figuren 3A und 3B besteht die Stressmigrations-Teststruktur SMT demzufolge aus einer Vielzahl von ersten Leiterbahnbereichen 1 und einer Vielzahl von zweiten Leiterbahnbereichen 2, die über eine Vielzahl von Verbindungsbereichen 3 kettenförmig miteinander verbunden sind. Auf Grund dieser kettenförmigen Struktur erhält man eine weitere Verbesserung der statistischen Signifikanz zur Erfassung von Stressmigrations-Eigenschaften in einem Halbleiter-Baustein.
Zur lokalen Erwärmung der Stressmigrations-Teststruktur SMT ist im ersten Ausführungsbeispiel gemäß Figuren 3A und 3B außerhalb der ersten Leiterbahnbereiche 1 und der zweiten Lei-
terbahnbereiche 2 oder der Verbindungsbereiche 3 eine integrierte Heizvorrichtung in Form von sich erwärmenden Leiterbahnstrukturen ausgebildet.
Genauer gesagt ist gemäß Figur 3B in der zweiten Leiterbahnschicht L2 unterhalb der ersten Leiterbahnbereiche 1 und zwischen den zweiten Leiterbahnbereichen 2 ein beispielsweise mäanderförmig strukturiertes Leiterband IH1 ausgebildet, welches mit einem Heizstrom durch Joule sche Erwärmung aufge- heizt werden kann. Der Heizstrom dieser unteren integrierten Heizvorrichtung IH1 kann gemäß Figur 3A beispielsweise ein Wechselstrom oder ein Gleichstrom AC/DC sein.
Ferner kann gemäß Figur 3B auch in einer durch eine zweite Isolierschicht 12 beabstandete und demzufolge über der ersten Leiterbahnschicht Ll liegenden Leiterbahnschicht L3 eine obere integrierte Heizvorrichtung IH2 ausgebildet sein, die beispielsweise wiederum mäanderförmig strukturiert sein kann. Eine Erwärmung erfolgt hierbei in gleicher Weise wie bei der unteren integrierten Heizvorrichtung IH1 über einen Gleichoder Wechselstrom.
Vorzugsweise weist die integrierte Heizvorrichtung IH1 und IH2 ein polykristallines Halbleitermaterial und insbesondere Polysilizium auf, wodurch man besonders gute Wärmeleiteigenschaften erhält. Es können jedoch in gleicher Weise auch Metall-Materialien verwendet werden. Die in dieser unteren und oberen internen Heizvorrichtung IH1 und IH2 erzeugten Temperaturen liegen üblicherweise über 150 Grad Celsius und vor- zugsweise in einem Temperaturbereich von 225 Grad Celsius bis 300 Grad Celsius, wodurch man die Stressmigration insbesondere in den ersten Leiterbahnbereichen 1 optimal beschleunigen kann, ohne dabei eine wesentliche Änderung der Beanspruchungen σ0 im Halbleiter-Baustein IC und insbesondere der durch das Kunststoffgehäuse G hervorgerufenen Beanspruchungen σG zu verursachen.
Insbesondere bei Verwendung von Silizium als Halbleitermaterial für den Halbleiter-Baustein IC erhält man auf Grund der guten Wärmeleiteigenschaften von Silizium eine ausschließlich lokale Erwärmung, die nur auf ein sehr kleines Gebiet unmit- telbar in der Nähe der Stressmigrations-Teststruktur SMT beschränkt ist.
Figur 4A zeigt eine vereinfachte Draufsicht und Figur 4B eine vereinfachte Schnittansicht entlang eines Schnitts II-II in Figur 4A einer Vorrichtung zur Erfassung von Stressmigrations-Eigenschaften gemäß eines zweiten Ausführungsbeispiels, wobei gleiche Bezugszeichen gleiche oder entsprechende Elemente wie in Figuren 3A und 3B bezeichnen und auf eine wiederholte Beschreibung nachfolgend verzichtet wird.
Gemäß Figur 4A und 4B besitzt die Stressmigrations-Teststruktur wiederum den gleichen Aufbau wie die Stressmigrations-Teststruktur gemäß des ersten Ausführungsbeispiels, wobei jedoch nunmehr die integrierte Heizvorrichtung unmittelbar in bzw. innerhalb der Stressmigrations-Teststruktur SMT ausgebildet ist. Genauer gesagt weist die Heizvorrichtung gemäß des zweiten Ausführungsbeispiels einen internen Heiz- Leiterbahnbereich IH innerhalb des zumindest ersten Leiterbahnbereichs 1 oder des zweiten Leiterbahnbereichs 2 oder der Verbindungsbereiche 3 auf, wobei der Heiz-Leiterbahnbereich von einem Heizstrom AC durchströmt wird. Vorzugsweise weist der Heizstrom AC einen hohen Wechselstromanteil auf, wobei er vorzugsweise nur Wechselstromkomponenten besitzt. Auf diese Weise kann eine durch Gleichstrom verursachte nicht erwünsch- te Elektromigration verhindert werden, die eine Messgenauigkeit bei der Erfassung der gewünschten Stressmigrations- Eigenschaften beeinträchtigen würde.
Der Heizstrom AC wird gemäß Figuren 4A und 4B über Anschluss- bereiche A unmittelbar an die äußersten zweiten Leiterbahnbereiche 2 der kettenförmig ausgebildeten Stressmigrations- Teststruktur SMT angelegt, wobei insbesondere bei der darge-
stellten Strukturierung der zweiten Leiterbahnbereiche 2 mit ihren relativ geringen Oberflächen und/oder Volumen und bei Verwendung von gleichartigen Leiterbahnmaterialien eine Joule' sehe Erwärmung hauptsächlich in diesen zweiten Leiter- bahnbereichen 2 stattfindet, und die ersten Leiterbahnbereiche 1 kaum zur Erwärmung beitragen, jedoch durch Wärmeleitung aufgeheizt werden.
Gemäß Figur 4B entsteht auf diese Weise wiederum auf Grund von Stressmigration insbesondere in den Verbindungsbereichen 3 ein Hohlraum bzw. Void V, der gegebenenfalls zu einer Verschlechterung der elektrischen Leitfähigkeit bzw. im Extremfall zu einer Unterbrechung der Verbindung führt. Da gemäß dieses zweiten Ausführungsbeispiels auch die Verbindungsbe- reiche 3 mit Heizstrom durchströmt werden, sollte möglichst keine Gleichstromkomponente im Heizstrom AC vorhanden sein um Schädigungen durch Elektromigration zu vermeiden.
Figur 5 zeigt eine vereinfachte Draufsicht einer Stressmigra- tions-Teststruktur SMT gemäß eines dritten Ausführungsbeispiels, wobei wiederum gleiche Bezugszeichen gleiche oder entsprechende Elemente wie in den Figuren 3 und 4 bezeichnen und auf eine wiederholte Beschreibung nachfolgend verzichtet wird.
Die Vorrichtung gemäß Figur 5 entspricht hierbei im Wesentlichen der Vorrichtung gemäß des zweiten Ausführungsbeispiels, wobei wiederum die interne Heizvorrichtung IH innerhalb bzw. als Teil der Stressmigrations-Teststruktur ausgebildet ist.
Im Gegensatz zu den Figuren 4A und 4B wird nunmehr jedoch nicht die gesamte Stressmigrations-Teststruktur SMT mit einem Heizstrom AC belastet und somit durch Joule' sehe Erwärmung erhitzt, sondern lediglich ein zwischen den ersten Leiter- bahnbereichen 1 liegender zweiter Leiterbahnbereich 2 an den Heizstrom AC über Anschlussbereiche A angeschlossen. Somit erfolgt die Erwärmung der Struktur lediglich in diesem zwi-
sehen den ersten Leiterbahnbereichen 1 liegenden zweiten Leiterbahnbereich 2, wodurch sich eine elektrische Belastung der Verbindungsbereiche bzw. Vias 3 vermeiden lässt. Auf Grund der ausreichenden Wärmeleitung werden dennoch diese unmittel- bar angrenzenden Leiterbahnbereiche 3 ausreichend von der unteren bzw. zweiten Leiterbahnschicht L2 erhitzt, so dass man eine ausreichend beschleunigte Stressmigration erhält. Wiederum sollte zur Vermeidung von Schädigungen durch Elektromigration möglichst keine Gleichstromkomponente im Heizstrom AC vorhanden sein.
Als Materialien für die jeweiligen Leiterbahnschichten und Verbindungsbereiche können die jeweils in Halbleiter-Bausteinen zur Verfügung stehenden Leiterbahn- bzw. Metallisierungs- Materialien verwendet werden, wobei insbesondere Kupfer und/oder Aluminium als Materialien für die Leiterbahnschichten und Kupfer, Aluminium oder Wolfram für die Verbindungsbereiche verwendet werden können.
Hinsichtlich des Verfahrens zur Erfassung von Stressmigrations-Eigenschaften eines in einem produktrelevanten Gehäuse endmontierten Halbleiter-Bausteins wird vorgeschlagen, dass zunächst die vorstehend beschriebenen Stressmigrations-Test- istrukturen mit ihren jeweiligen internen oder unmittelbar in der Nähe ausgebildeten integrierten Heizvorrichtungen im Halbleiter-Baustein ausgebildet werden, wobei anschließend der Halbleiter-Baustein auf einem Baustein-Träger T, der vorzugsweise einen Anschlussrahmen bzw. Lead Frame eines Flip- Chip-Gehäuses darstellt, montiert wird. Anschließend wird das produktrelevante Gehäuse vorzugsweise mittels eines Kunst- stoff-Spritzguss-Verfahrens ausgebildet und nach dem Auskühlen bzw. Erhärten des Kunststoffes die eigentliche Zuverlässigkeitsuntersuchung im endmontierten Zustand durchgeführt. Hierbei wird zunächst ein Heizstrom an die integrierte Heiz- Vorrichtung angelegt und ferner zur Erfassung der Stressmigrations-Eigenschaften des Halbleiter-Bausteins eine Messspannung an die Stressmigrations-Teststruktur angelegt und
ein durch die Stressmigrations-Teststruktur fließender Strom gemessen. Das Anlegen des Heizstroms sowie das Anlegen der Messspannung kann hierbei gleichzeitig oder zeitlich voneinander getrennt durchgeführt werden, wodurch man eine weitere Vereinfachung des Testverfahrens und Beschleunigung erhält.
Die Erfindung wurde vorstehend anhand eines in einem Flip- Chip-Gehäuse gepackten Halbleiter-Bausteins beschrieben. Sie ist jedoch nicht darauf beschränkt und umfasst in gleicher Weise alle weiteren produktrelevanten Gehäuse. In gleicher Weise ist die Stressmigrations-Teststruktur nicht auf die dargestellte Form beschränkt, sondern umfasst in gleicher Weise alle alternativen Formen und Ausgestaltungen, wobei eine integrierte Heizvorrichtung innerhalb oder in unmittelba- rer Nähe der Stressmigrations-Teststruktur eine lokale Erwärmung herbeiführt.