BESCHREIBUNG
Sensorvorrichtung an einem Arzneimittelbehältnis
Die Erfindung betrifft eine Sensorvorrichtung an einem Arzneimittelbehältnis, insbesondere an einer Blisterpackung für Arzneimittel in Tabletten- oder Drageeform, mit den weiteren Merkmalen des Oberbegriffes des Anspruches 1.
Eine Vorrichtung mit diesen Merkmalen geht aus DE 40 01 645 C 2 hervor. Im wesentlichen ist dort an einer Sensorvorrichtung eine Betätigungsvorrichtung vorgesehen, mit der ein Arzneimittel in dem Arzneimittelbehälter angefahren oder markiert werden kann oder mit der auch ein Entnehmen, insbesondere Durchdrücken eines Arzneimittelbehälters aus dem Arzneimittelbehältnis möglich ist. Außerdem ist eine mit der Betätigungsvorrichtung zusammenwirkende Einrichtung zum Abfragen und/oder Erfassen einer Entnahmeposition bezogen auf den Arzneimit- telbehälter vorgesehen. Mit der Einrichtung sind Signalverarbeitungsmittel oder Signalerzeugungsmittel verbunden, durch die Positionssignale erzeugt werden können, wobei die Betätigungsvorrichtung durch Verdrehen und/oder Verschieben in die Markierungs- oder Entnahmeposition gebracht werden kann und die Einrichtung zum Abfragen und/oder Erfassen eine von der Betätigungsvorrichtung angetriebene Positionsmeßeinrichtung ist, die lineare und/oder rota- torische Bewegungen der Betätigungsvorrichtung bezogen auf den Arzneimittelbehälter erfaßt und in Positionmeßsignale umsetzt.
Die Lehre der bekannten Druckschrift zum Stand der Technik umfaßt im wesentlichen zwei Lösungen, nämlich zum einen die Ausbildung der Positionsmeßeinrichtung als elektromechanische Positionsmeßeinrichtung, d. h. Positionsmeßeinrichtung, die Dreh- oder Verschiebekontakte aufweist. Zum anderen ist die Lehre enthalten, das Betätigungselement mit einem Codeleser zu versehen, der einen Arzneimittelidentifizierungscode erfaßt, abspeichert oder anzeigt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Oberbegrif- fes des Anspruches 1 derart weiterzubilden, daß sie universell an unterschiedlichsten Arzneimittelbehältnissen, d. h. Blistern mit unterschiedlichster Größe, Form, sowie unterschiedlicher Verteilung, Anzahl oder Anordnung von Arzneimitteln in Tabletten- oder Drageeform einsetzbar ist. Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Positionsmeßeinrichtung eine derart hohe Auflösung
aufweist, daß durch sie beliebige Entnahmepositionen im gesamten von der Betätigungsvorrichtung erfaßbaren Flächenbereich erkennbar und/oder frei wählbar und/oder definierbar sind und mit der Positionsmeßeinrichtung eine Prozessoreinrichtung verbunden ist, in die durch die Betätigungsvorrichtung den Entnahmepositionen der Arzneimittel zugeordnete Positionskoordinaten einlesbar und/oder mit abgespeicherten Positionskoordinaten vergleichbar sind.
Die Positionsmeßeinrichtung der in Frage stehenden Art kann z. B. eine elektromagnetische, eine elektrooptische oder elektromechanische Positionsmeßeinrichtung sein. Unterschiedliche Ausbildungen von Positionsmeßeinrichtungen sind bekannt. Es kommt im vorliegenden Falle darauf an, daß die Positionmeßeinrichtung eine räumliche Auflösung ermöglicht, so daß Pillenplätze auf dem Blister erfaßt werden können, die völlig frei oder willkürlich wählbar sind. Dadurch können in Verbindung mit der Sensorvorrichtung unterschiedlichste Blister ausgewertet werden, was den Ort und den Entnahmezeitpunkt der Arzneimitteldosis anbelangt. Um den Zeitpunkt zu erfassen, können unterschiedliche Vorrichtungen benutzt werden, beispielsweise kann die Betätigungsvor- richtung mit einem Taster versehen werden, der mit einer Zeitbasis verbunden ist, die den Entnahmezeitpunkt beim Betätigen des Tasters zusammen mit den Positionskoordinaten abspeichert.
Grundsätzlich ist es möglich, die Sensorvorrichtung auf unterschiedliche Weisen an Blister un- terschiedlicher Größe, Anordnung und Form anzupassen. Eine erste Möglichkeit besteht darin, mit der Positionsmeßeinrichtung die Entnahmepositionen über dem Blister anzufahren und mittels eines Setzbefehls (beispielsweise durch eine Setztaste) nach dem Erreichen der Entnahmeposition diese elektronisch zu markieren, wodurch die zugehörigen Positionskoordinaten oder - koordinatensätze in einem Positionsspeicher abgelegt werden.
Eine zweite Möglichkeit besteht darin, unterschiedliche Positionsspeicher-Datensätze für unterschiedliche Arzneimittel- bzw. Blisterformen von einem externen Speicher in einen (Schreible- se)-speicher der Sensorvorrichtung zu laden und dort abzulegen. Eine dritte Möglichkeit sieht vor, den Blister, der mit der Sensorvorrichtung zusammen verwendet werden soll, mit einer Co- dierung zu versehen und an der Sensorvorrichtung eine Codeleseeinrichtung anzuordnen, über die die codierte Anordnung, Größe, Anzahl der Arzneimittel und dergleichen in dem Positionsspeicher abgelegt wird.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, von vorne herein Po^itionskoordinaten-Datensätze in einem nicht flüchtigen Speicher der Sensorvorrichtung anzulegen und über eine Menüfunktion gegebenenfalls in Verbindung mit der Anzeigevorrichtung der Sensorvorrichtung unterschiedliche Arzneimittelsorten auszuwählen, die entsprechende Positionskoordinaten bezüglich ihrer Blister aufweisen.
Alternativ oder ergänzend zu der Menüauswahl besteht die Möglichkeit, ein sog. Selbsterkennungsverfahren zu verwenden, d. h. beim Ausdrücken der ersten Arzneimitteldosis oder -dosen aus dem Blister erkennt der Prozessor die Arzneimittelposition(en) als spezifische Arzneimittel- position(en) für das eingelegte Medikament XYZ und lädt automatisch die weiteren Positionskoordinaten zugehörig zum Blister in den Speicher.
In weiterer Vorgehensweise ist es möglich, überhaupt keine Positionskoordinaten in einem Speicher als Sollkoordinaten abzulegen, sondern lediglich die Positionskoordinaten der entnomme- nen Arzneimitteldosen abzuspeichern und für Forschungszwecke gegebenenfalls zusammen mit Entnahmezeitpunkten und dergleichen zur Verfügung zu stellen. Die Positionskoordinaten können in einem Auswerterechner ganz bestimmten Arzneimitteldosen bzw. deren Plazierung innerhalb des Blisters zugeordnet werden.
Es ist auch möglich, eine Vergleichereinrichtung in Verbindung mit der Prozessoreinrichtung vorzusehen, die die Ausgangssignale der Positionsmeßeinrichtung mit dem Inhalt des Positionsspeichers vergleicht. Wird eine Übereinstimmung der Ausgangssignale der Positionsmeßeinrichtung mit abgespeicherten Positionskoordinaten des Positionsspeichers durch Vergleich festgestellt, kann die Prozessoreinrichtung daraus schließen, daß die Betätigungsvorrichtung zum Ausdrücken oder Entnehmen einer ganz bestimmten Arzneimitteldosis positioniert ist.
Zudem kann ein Informationsspeicher vorgesehen sein, in welchem zumindest zu einem Teil der abgespeicherten Positionskoordinaten arzneimittelspezifische Informationen abgespeichert sind. Der Informationsspeicher kann der Positionsspeicher selbst sein oder einen Teil des Positions- Speichers darstellen. Die arzneimittelspezifischen Informationen können in üblicher Weise Einnahmeempfehlungen, Nichtverträglichkeitsanzeigen, Verfallsdaten usw. sein. Dies kann insbesondere dann wichtig werden, wenn unterschiedliche Arzneimittelarten oder -stärken in ein und demselben Blister verpackt sind.
Wie oben bereits ausgeführt, kann das Arzneimittelbehältnis oder ein zugehöriges Packungsoder Beipackteil mit einer Codierung versehen sein und die Sensorvorrichtung einen Codeleser haben, der die Codierung liest. Die Codierung kann Informationen hinsichtlich der Positionskoordinaten umfassen, die in dem Informationsspeicher oder Positionsspeicher einlesbar sind. Die Codierung oder der Positions- oder Informationsspeicher kann außerdem Informationen hinsichtlich der Größen der einzelnen Arzneimitteldosen umfassen. Bei einer entsprechend hohen Auflösung der Positionsmeßeinrichtung können nämlich einer einzelnen Arzneimitteldosis, d. h. beispielsweise einer Pille eine Vielzahl von Positionskoordinaten zugeordnet sein, beispielsweise wenn die Pille einen Durchmesser von 5 mm hat und die Positionsmeßeinrichtung eine Auflö- sung von weniger als I mm aufweist, dann gibt es zugeordnet zu der Pille über der Blisterfläche ca. 20 Positionskoordinaten, die der Pille zugeordnet sind. Wird eine der 20 Positionskoordinaten mit der Betätigungsvorrichtung angefahren, kann mit der Betätigungsvorrichtung die Pille ausgedrückt werden, wobei die Sensorvorrichtung den Entnahmevorgang der entsprechenden Pille zuordnet.
Die Codierung kann Informationen hinsichtlich der räumlichen Lage einer jeden Arzneimitteldosis umfassen. In manchen Blistern liegen langgestreckte oder eiförmige Pillen schräg zueinander angeordnet ein, so daß Informationen hinsichtlich der Schräglage oder relativen Lage zueinander für eine sichere Entnahmedecodierung wichtig sind. Ebenso kann die Codierung oder der Positi- ons- oder der Informationsspeicher Informationen hinsichtlich der Anzahl der Arzneimitteldosen im Blister und hinsichtlich des räumlichen Abstandes umfassen. Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Prozessoreinrichtung abgespeicherten Positionskoordinaten auch im Umfeld dieser Positionskoordinaten liegende durch die Positionsmeßeinrichtung ermittelte Positionsmeßsignale zuordnet. Genauso kann es sein, daß eine zulässige „Unscharfe" zwischen den abgespeicherten Positionskoordinaten und den ermittelten Positionsmeßsignalen im Prozessor oder Speicher abgespeichert und beim Vergleich berücksichtigt wird. Dies bedeutet, daß jeder Pillenposition nur eine ganz bestimmte Positionskoordinate X/Y zugeordnet wird, die zulässige Unscharfe aber eine Übereinstimmung der Positionskoordinate und der ermittelten Positionsmeßsignale feststellt, wenn bei einer zulässigen Unscharfe von z. B. ± 5 mm die Positionsmeßsignale im Bereich X ± 5 mm, Y ± 5 mm liegen.
Es ist auch möglich, daß die abgespeicherten Positionskoordinaten einen einen Flächenbereich definierenden Koordinatensatz umfassen. Wird festgestellt, daß die Positionsmeßsignale mit eine Positionskoordinate aus dem abgespeicherten Koordinatensatz übereinstimmen, wird der Ver-
gleicher feststellen, daß die Betätigungsvorrichtung über einem ganz bestimmten abgespeicherten Pillenplatz angeordnet ist.
Es ist möglich, daß die elektronische Positionsmeßeinrichtung abhängig von einer Verschiebung und/oder Verdrehung wegstreckenabhängige Impulsreihen erzeugt und damit als verschiebbarer oder verdrehbarer Bitgenerator ausgebildet ist. Genauso ist es möglich, die Positionsmeßeinrichtung als linearen und/oder rotatorischen Inkrementalgeber auszubilden. Inkrementalgeber und Bitgeneratoren sind bekannt und werden verwendet, um beispielsweise in hoch genauen Meßsystemen im Werkzeugmaschinenbau oder der Robotertechnik Positionen anzufahren oder zu erkennen. Bitgeneratoren werden beispielsweise auch in digitalen Autoradios verwendet und ersetzen heute Lautstärkepotentiometer. Beim Verdrehen eines Knopfes (Lautstärkeknopf) werden Impulsreihen erzeugt, die Drehrichtung wird erkannt, eine solche Vorrichtung ist beispielsweise ein Bitgenerator. Die Positionskoordinaten können in Verbindung mit solchen Vorrichtungen unter Verwendung einer elektronischen Zählvorrichtung erzeugt werden, in die die erzeug- ten Impulse eingezählt werden. Positionen können mit einem Rastermaß von < 1 mm erfaßt werden. Selbstverständlich sind heute Positionsmeßeinrichtungen bekannt, die noch eine weit höhere Auflösung haben. Wie im einzelnen der Fachmann die Auflösung der Positionsmeßeinrichtung ermessen wird, hängt von der Art der in Verbindung mit der Sensorvorrichtung zu verwendenden Pillenblister ab.
In Verbindung mit einer Anzeigevorrichtung an der Sensorvorrichtung können unterschiedlichste Zustände und Speicherinhalte angezeigt werden. Besonders vorteilhaft ist es, wenn beispielsweise nach Entnahme einzelner Arzneimitteldosen auf dem Display zugeordnet zu den Positionskoordinaten oder graphisch dargestellten Arzneimittelpositionen Entnahmezeitpunkte angezeigt werden. Dann kann sich der Benutzer anhand des Displays auf einfach Weise selbst ein Bild machen, wann er welche Arzneimitteldosis aus der Packung entnommen hat. Die Entnahmezeitpunkte können beispielsweise durch Anfahren der ausgedrückten Arzneimittelpositionen mit der Betätigungsvorrichtung oder einer Art „Cursortaste" auf dem Display angezeigt werden.
Die Erfindung ist anhand von Ausführungsbeispielen in der Zeichnungsfigur näher erläutert. Diese zeigt:
Fig. 1 eine schematische Darstellung der Sensorvorrichtung und der darin verwendeten wesentlichen, elektronischen und/oder elektromechanischen Komponenten.
Die Sensorvorrichtung 1 an einem Arzneimittlebehältnis 2 in Form einer Blisterpackung für Arzneimittel in Tabletten- oder Drageeform weist eine Betätigungsvorrichtung 3 auf, mit der einzelne Arzneimitteldosen 4 in dem Arzneimittelbehältnis 2 angefahren, markiert oder ausge- drückt werden können. Mit der Betätigungsvorrichtung 3 wirkt eine Einrichtung 5 zusammen, mit den Entnahmepositionen bezogen auf das Arzneimittelbehältnis 2 abgefragt oder erfaßt werden können. Mit der Einrichtung 5 sind Signalerzeugungs- oder Signalverarbeitungsmittel 6 verbunden, die geeignet sind, die Position der Betätigungsvorrichtung 3 kennzeichnende Positionssignale zu erzeugen, abzugeben oder weiterzuleiten, abzuspeichern, anzuzeigen und dergleichen. Die Betätigungsvorrichtung 3 kann durch Verdrehen und/oder Verschieben in die Markierungsoder Entnahme Position gebracht werden. Die Einrichtung 5 zum Abfragen und/oder Erfassen ist eine von der Betätigungsvorrichtung 3 angetriebene Positionsmeßeinrichtung 7, die lineare und/oder rotatorische Bewegungen der Betätigungsvorrichtung 3 bezogen auf das Arzneimittelbehältnis 2 erfaßt und in Positionsmeßsignale umsetzt. Die Positionsmeßeinrichtung 7 weist eine derart hohe Auflösung auf, daß beliebige Entnahmepositionen 8 im gesamten von der Betätigungsvorrichtung 3 erfassbaren Flächenbereich 9 erkennbar und/oder frei wählbar und/oder definierbar sind und mit der Positionsmeßeinrichtung 7 eine Prozessoreinrichtung verbunden ist, in welche durch die Betätigungsvorrichtung 3 und der damit zusammenwirkenden Positionsmeßeinrichtung 7 den Entnahmepositionen 8 der Arzneimitteldosen 4 zugeordnete Positionsko- ordinaten eingelesen werden können und/oder mit abgespeicherten Positionskoordinaten verglichen werden können.
Die Vorrichtung erlaubt es, mit der Betätigungsvorrichtung 3 beliebige auf dem Flächenbereich 9 liegende Entnahmepositionen 8 durch Anfahren dieser Entnahmepositionen mit der Betäti- gungsvorrichtung 3 und Eingabe eines „Setz"-Befehles zu definieren, wodurch die Positionskoordinaten in einem Positionsspeicher 11 abgelegt werden können, der mit der Prozessorvorrichtung 10 verbunden ist. In die Prozessorvorrichtung 10 ist ferner eine Vergleichereinrichtung 12 integriert, die die Ausgangssignale der Positionsmeßeinrichtung 7 mit dem Inhalt des Positionsspeichers 11 vergleicht. Ferner kann ein Informationsspeicher 13 vorgesehen sein, in welchem zumindest einem Teil der abgespeicherten Positionskoordinaten arzneimittelspezifische Informationen abgespeichert werden können. Der Informationsspeicher 13 kann Teil des Positionsspeichers 11 sein oder durch den Positionsspeicher 11 gebildet werden.
Bei Entnahme einer Arzneimitteldosis 4 aus dem Arzneimittelbehältnis 2 wird der Inhalt des Positionsspeichers und/oder das Ausgangssignal der Positionsmeßeinrichtung 7 und/oder der Inhalt des Informationsspeichers 13 mit einem Entnahmezeitsignal korreliert abgespeichert, welches durch eine Zeitbasis 14 erzeugt wird. Für bestimmte Anwendungsfälle kann es vorteilhaft sein, wenn das Arzneimittelbehältnis 2, insbesondere ein Blisterbehälter oder ein zugehöriges Packungs- oder Beipackteil mit einer Codierung 15 und die Sensorvorrichtung 1 mit einem Codeleser 16 versehen sind und die Codierung 15 Informationen hinsichtlich der Positionskoordinaten umfaßt, die in den Informationsspeicher 13 oder dem Positionsspeicher 11 eingelesen werden können.
Die Codierung 15 und/oder der Positionsspeicher 11 oder der Informationsspeicher 13 können Informationen hinsichtlich der Größen, der räumlichen Lage, der Anzahl und des räumlichen Abstandes der Arzneimitteldosen 4 in dem Arzneimittelbehältnis 2 umfassen. Ferner kann vorgesehen sein, daß die Codierung 15 und/oder der Positions- und Informationsspeicher 11, 13 Informationen hinsichtlich der Art und/oder der Solleinnahmezeiten, -zyklen, -Zeiträume betreffend eine jede Arzneimitteldosis 4 enthält.
Die Prozessoreinrichtung 10 ordnet abgespeicherten Positionskoordinaten auch im Umfeld dieser Positionskoordinaten liegende, durch die Positionsmeßeinrichtung 7 ermittelte Positionsmeßsi- gnale zu. Dies ist deswegen zweckdienlich, weil aufgrund der hohen Auflösung der Positionsmeßeinrichtung eine bestimmte Arzneimitteldosis 4 beispielsweise mit einem ganzen Satz von Positionsmeßsignalen/Positionskoordinaten ausgedrückt werden kann. Damit ist eine gewisse Unscharfe zwischen abgespeicherten Positionskoordinaten und ermittelten Positionsmeßsignalen zulässig, die beim Vergleich berücksichtigt wird. Die Unscharfe kann in der Prozessoreinrich- tung 10 oder im Informationsspeicher 13 abgespeichert sein.
Alternativ oder ergänzend ist es auch möglich, daß die abgespeicherten Positionskoordinaten, die einer Arzneimitteldosis 4 zugeordnet sind, einen einen Flächenbereich definierenden Koordinatensatz umfassen. Der durch einen solchen Koordinatensatz definierte Flächenbereich entspricht etwa der Fläche der zugeordneten Arzneimitteldosis in der Blisterpackung, d. h. dem Arzneimittelbehältnis 2.
Als hoch auflösende elektronische Positionsmeßeinrichtung sind unterschiedliche Vorrichtungen denkbar. Beispielsweise ist es möglich, die Positionsmeßeinrichtung 7 so auszubilden, daß sie
abhängig von einer Verschiebung und/oder Verdrehung wegstreckenabhängige Impulsreihen erzeugt und somit als verschiebbarer oder verdrehbarer Bitgenerator ausgebildet ist. Es ist auch möglich, die Positionsmeßeinrichtung als linearen und/oder rotatorischen Inkrementalgeber auszubilden. Solche Impulsgeber haben eine Verschiebe- oder Drehrichtungserkennung, damit ist es möglich, die erzeugten Impulse in eine elektronische Zählvorrichtung 17 in Form eines Vor- wärts-/Rückwärtszählers einzuzählen und daraus die Positionskoordinaten abzuleiten.
Die Auflösung der Positionsmeßeinrichtung 7 soll am besten so bemessen sein, daß Positionen mit einem Rastermaß von < 5 mm oder noch besser < 8 mm erfassbar sind. Damit können die meisten gängigen Pillen- und Drageegrößen sicher erfaßt werden.
Die Sensorvorrichtung 1 ist ferner mit einem Eingabeelement 18 beispielsweise in Form einer „Set"-Taste versehen, durch welche der Positionskoordinatenspeicherbefehl zum Abspeichern der angefahrenen Positionskoordinaten in dem Positionsspeicher 11 ausgelöst werden kann. Es ist aber auch möglich, den Speicherbefehl durch ein Eingabeelement 18' auszulösen, das am freien Ende der Betätigungsvorrichtung 3 angeordnet ist.
Es liegt ferner im Rahmen der Erfindung, die Positionskoordinaten medikamenten- oder blister- packungsspezifisch in den Positionsspeicher 11 aus einem vorab gespeicherten Programm ein- zulesen. Dazu ist eine Übertragungseinrichtung 19, beispielsweise in Form einer Infrarotschnittstelle, vorgesehen, die zur bidiretionalen Datenübertragung geeignet ist. Über diese Übertragungseinrichtung 19 können vorab gespeicherte Programme in dem Positionsspeicher 11 eingelesen werden.
Die Sensorvorrichtung 1 umfaßt ferner eine Anzeigevorrichtung 20, auf welcher die Positionskoordinaten und/oder die Anordnung der Arzneimitteldosen 4 auf der Blisterfläche anzeigbar und/oder graphisch darstellbar sind. Natürlich können über die Anzeigvorrichtung 20 auch weitere Parameter, wie Einnahmezeiten, Einnahmeverläufe, Abweichungen und dergleichen, dargestellt werden.
Alternativ oder zusätzlich ist es möglich, daß die Sensorvorrichtung 1 eine Menüauswahleinrichtung 21 aufweist, die beispielsweise aus vier „Cursor"-Tasten besteht, durch welche in einem Menü abgespeicherte unterschiedliche Arzneimittlearten und/oder Blisterformen abrufbar sind, wodurch Sätze von Positionskoordinaten kreiert und/oder abgespeichert und/oder aus einem
Speicher abgerufen werden können. Mit einer solche Menüauswahleinrichtung 21 können beispielsweise in dem Informationsspeicher 13 abgelegte Arzneimittelnamen zeilenmäßig abgefragt und markiert werden, mittels der „Set"-Taste oder einer „Okay"-Taste wird dann der Arzneimitteltyp bestätigt und die zugehörigen Koordinaten als Sollkoordinaten in den Speicher eingelesen.
Ferner ist es möglich, nach Entnahme einzelner Arzneimitteldosen 4 auf der Anzeigevorrichtung 20 zugeordnet zu den Positionskoordinaten und/oder graphisch dargestellten Arzneimittelpositionen die jeweiligen Entnahmezeitpunkte anzuzeigen, beispielsweise dadurch, daß mit der Betätigungsvorrichtung 3 die Arzneimittelposition angefahren wird, wodurch eine zugeordneten Anzeigeentaahmezeitpunkte auf der Anzeigevorrichtung 20 erfolgt.
Eine Sensorvorrichtung der beschriebenen Art kann beispielsweise mit einem Ärztecomputer kombiniert oder über ein Modem an einen Auswerterechner angeschaltet werden. Auch ist es möglich, eine derartige Sensorvorrchtung in das Gehäuse eines Funktelefons zu integrierten, an ein Funktelefon anzusetzen und/oder über die Übertragungseinrichtung mit einem Funktelefon zur Datenübermittlung an einen Auswerterechner zusammenwirken zu lassen. Der Auswerterechner ist in der Lage, sich die abgespeicherten Entnahmezeit/Positionsinformationen zu holen und daraus Compliants-Datensätze zu erstellen, um die einnahmetreue eines Patienten festzustellen und/oder dem Patienten ein ganz bestimmtes Einnahmeverhalten zuzuschreiben. Selbst- verständlich ist es möglich, daß die Sensorvorrichtung den Patienten auch unmittelbar, beispielsweise durch einen Piepton, der durch einen Summer 22 abgegeben werden kann, an die anstehende Einnahme eines Arzneimittels zu erinnern. Außerdem ist es denkbar, die Sensorvorrichtung mit weiteren Sensoren zu kombinieren, die an oder im Patientenkörper feststellen, ob der Patient seine Arzneimitteldosen doch tatsächlich eingenommen hat, dazu können beispiels- weise Hautfeuchtigkeit, Temperatur und dergleichen am Patienten gemessen werden, mit anderen Worten Reaktionen, die durch die Arzneimitteldosis oder eine darin befindlichen Wirkstoff ausgelöst oder erzeugt werden.