EP4774318A1 - Elektromobilitätskomponenten - Google Patents
ElektromobilitätskomponentenInfo
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- EP4774318A1 EP4774318A1 EP24751508.3A EP24751508A EP4774318A1 EP 4774318 A1 EP4774318 A1 EP 4774318A1 EP 24751508 A EP24751508 A EP 24751508A EP 4774318 A1 EP4774318 A1 EP 4774318A1
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Abstract
Die vorliegende Erfindung betrifft kriechstromfeste Elektromobilitätskomponenten mit einem Farbabstand ΔE <20 von den L*a*b* Koordinaten zu einer mit "2" beginnenden Farbnummer der RAL-Farbtabelle enthaltend Polymerzusammensetzungen auf Basis wenigstens eines Polyesters und 1,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1- naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2-onato(2-)-N5,N6,O5,O6)nickel, sowie die Verwendung von 1,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1-naphthyl)methylen)amino-2H- benzimidazol-2-onato(2-)-N5,N6,O5,O6)nickel zur Herstellung Polyester basierter kriechstromfester Elektromobilitätskomponenten mit einem Farbabstand ΔE <20 von den L*a*b* Koordinaten zu einer mit "2" beginnenden Farbnummer der RAL-Farbtabelle.
Description
Elektromobilitätskomponenten
Die vorliegende Erfindung betrifft kriechstromfeste Elektromobilitätskomponenten mit einem Farbabstand AE <20 von den L*a*b* Koordinaten zu einer mit "2" beginnenden Farbnummer der RAL-Farbtabelle enthaltend Polymerzusammensetzungen auf Basis wenigstens eines Polyesters und 1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1 - naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2-onato(2-)-N5,N6,05,06)nickel, sowie die Verwendung von 1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1 -naphthyl)methylen)amino-2H- benzimidazol-2-onato(2-)-N5,N6,05,06)nickel zur Herstellung Polyester basierter kriechstromfester Elektromobilitätskomponenten mit einem Farbabstand AE <20 von den L*a*b* Koordinaten zu einer mit "2" beginnenden Farbnummer der RAL-Farbtabelle.
Stand der Technik
Technische Thermoplaste wie Polyester sind aufgrund ihrer guten mechanischen Stabilität, ihrer chemischen Beständigkeit, den sehr guten elektrischen Eigenschaften und der guten Verarbeitbarkeit, insbesondere auch im Bereich von Bauteilen für Kraftfahrzeuge, ein wichtiger Werkstoff. Sie bilden deshalb seit vielen Jahren einen wichtigen Bestandteil zur Fertigung anspruchsvoller Kraftfahrzeugkomponenten. Während über viele Jahre der Verbrennungsmotor das dominierende Antriebskonzept darstellte, ergeben sich im Zuge der Suche nach alternativen Antriebskonzepten auch neue Anforderungen hinsichtlich der Materialauswahl. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Elektromobilität, bei welcher der Verbrennungsmotor teilweise (Hybrid-Fahrzeug [HEV, PHEV, BEV Rex]) oder vollständig (Elektromobil [BEV, FCEV]) durch einen oder mehrere Elektromotoren ersetzt wird, die ihre elektrische Energie typischerweise aus Batterien oder Brennstoffzellen beziehen. Während konventionelle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor als alleinigem Antrieb (ICE [Internal Combustion Engine]) typischerweise mit einem Bordspannungsnetz von 12V auskommen, werden in Hybrid- und Elektrofahrzeugen mit Elektromotoren als Antriebseinheit wesentlich höhere Spannungen benötigt. Dies stellt für den direkten Bereich und die unmittelbare Umgebung von derartig hochspannungsführenden Komponenten ein ernstzunehmendes zusätzliches Gefahrenpotential dar, was in technischen Spezifikationen oder auch normativ zunehmend eine Rolle spielt. Eine wichtige Rolle spielt dabei die eindeutige Kennzeichnung solcher Gefährdungsbereiche, um auf diese Weise einen unbeabsichtigten Kontakt mit einem Menschen, insbesondere Fahrer, Mechaniker, usw. zu vermeiden, wobei wiederum die eindeutige farbliche Kennzeichnung von derartigen Elektromobilitätskomponenten eine besonders wichtige Rolle spielt. Das Advanced Vehicle Team des Idaho National Laboratory für HEV (Hybrid Electric Vehical) in https://avt.inl.gov/sites/default/files/pdf/hev/hevtechspecr1.pdf hat eine technische Spezifikation veröffentlicht, die für alle Geräte, welche einer Hochspannung größer oder
gleich 60V ausgesetzt sind, eine klare farbliche Kennzeichnung mit der Farbe Orange fordert. Solche orange zu kennzeichnenden Bauteile für den Elektroantrieb von Fahrzeugen, insbesondere von Kraftfahrzeugen, basierend auf Batterie- oder Brennstoffzellentechnologie sowie für elektrische Antriebseinheiten einzusetzende Komponenten und Systeme sind Elektromobilitätskomponenten im Sinne der vorliegenden Erfindung. Als elektrische, spannungsführende, oder einer elektrischen Spannung ausgesetzte Bauteile ist zudem aber auch die Kriechstromfestigkeit ein wesentliches Kriterium solcher Elektromobilitätskomponenten.
Die Kriechstromfestigkeit kennzeichnet die Isolationsfestigkeit der Oberfläche (Kriechstrecke) von Isolierstoffen, insbesondere unter Einwirkung von Feuchtigkeit und Verunreinigungen. Sie definiert den maximalen Kriechstrom, der sich unter genormten Prüfbedingungen (vorgegebene Spannung, Leitschichtmaterial) in einer definierten Prüfanordnung (Elektrodenabstand, Elektrodenform) einstellen darf. Eine Oberfläche kann zum Beispiel durch Abrieb oder Staub verschmutzt werden. Im Falle von Polymer basierten Bauteilen können Inhaltsstoffe an die Oberfläche austreten und diese „verschmutzen“. Bei ausreichend hoher Luftfeuchtigkeit kann sich daraus ein leitfähiger Belag bilden, über den ein sogenannter Kriechstrom fließt. Manche Materialien reagieren auf diesen Energieeintrag recht empfindlich und werden durch die elektrochemische Belastung nach und nach zerstört. Durch dabei entstehende kohlenstoffhaltige Abbauprodukte wiederum wächst der Pfad, den der Kriechstrom nimmt, sich dabei gegebenenfalls verzweigt (Treeing), bis es zu einem Durchschlag kommt.
Ein Maß für die Neigung, insbesondere bei Verschmutzung und Feuchtigkeit, einen leitfähigen Pfad auszubilden, ist der CTI-Wert (Comparative Tracking Index) in Volt. Typische CTI-Werte einiger Materialien sind Phenolharz: 125 V; Polyimid, Kapton: 150 V; PE-LD, PE-HD (Polyethylen): 600 V; Polyesterharz: 600 V; PTFE (Polytetrafluorethylen): 600 V. Der CTI-Wert ist nur für Spannungen bis 600 V genormt. Für höhere Spannungen gibt es zusätzlich die Möglichkeit der Prüfung einer Hochspannungskriechstromfestigkeit (sog. IPT-Wert von eng. Inclined Plane Tracking). Der CTI-Wert gibt an, bis zu welcher Spannung keine Leitfähigkeit der Materialoberfläche vorliegt. Die Norm EN50124 stellt einen Zusammenhang zwischen Isolierstoffgruppen und dem CTI-Wert her: Isolierstoffgruppe I = CTI > 600V; Isolierstoffgruppe II = 400V < CTI < 600V; Isolierstoffgruppe Illa = 175V < CTI < 400V; Isolierstoffgruppe I Hb = 100V < CTI < 175 V.
Der im Rahmen der vorliegenden Erfindung für die Kriechstromfestigkeit zu ermittelnde CTI- Wert offenbart, bis zu welcher Spannung das Basismaterial kein Tracking zeigt, wenn 50 Tropfen genormter Elektrolytlösungen (A oder B, dementsprechend KA- oder KB-Wert) aufgetropft werden. Gemessen wird auf der Oberfläche, wobei alle 30 Sekunden ein
Tropfen zwischen zwei Platin-Elektroden fällt. Ausfallkriterium ist ein Kriechstrom von > 0,5
A. Einzelheiten zum Messverfahren des CTI-Werts sind in der IEC 60112 geregelt.
Elektromobilitätskomponenten sind dem Fachmann aus EP 3 947 020 B1 bekannt, worin diese als (172) gekennzeichnet beispielsweise Verteilerkästen, Steuereinheiten und/oder Verkabelung sein können. Zu den Elektromobilitätskomponenten gehören erfindungsgemäß sowohl solche Bauteile, die direkt mit spannungsführenden Teilen in Kontakt stehen, als auch solche, die in direkter Nachbarschaft bzw. räumlicher Nähe dazu die Funktion eines Berührungsschutzes, einer Warnkennzeichnung beziehungsweise einer Abschirmung haben, wobei Bauteile, die direkt mit den spannungsführenden Teilen in Kontakt stehen, erfindungsgemäß bevorzugt sind. In Bezug auf Batteriekomponenten sind Elektromobilitätskomponenten erfindungsgemäß vorzugsweise Standard- und Rundzellenmodule, Zellgehäuse, Zellverbinder, Zellkontaktiersysteme, Modulverbinder, Druckausgleichselemente, Dichtungen und intelligente Batteriemanagement-Systeme. In Bezug auf Proton-exchange membrane fuel cells (PEMFC) sind Elektromobilitätskomponenten vorzugsweise Module oder Stackmodule, metallische Bipolarplatten, End- und Medienmodule sowie Dichtsysteme. In einer elektrischen Antriebseinheit (EDU) können als Elektromobilitätskomponenten Dichtungen und weitere Komponenten, insbesondere funktionsintegrierte Gehäusedeckel, Gehäusedichtungen, Wellendichtringe, Lamellenträger sowie Stanzpakete bezeichnet werden. Schließlich sind Elektromobilitätskomponenten im Sinne der vorliegenden Erfindung aber auch Abschirmsysteme sowie dynamische Präzisionsteile.
CN 109 054 312 A beschreibt Polybutylenterephthalatfasern, die mit Pigment Orange 68 eingefärbt wurden.
WO 2014/175 450 A1 betrifft die Bereitstellung eines schwarzen Färbemittels für Elektrobauteile mit hoher Kriechstromfestigkeit auf Basis von Polybutylenterephthalat. Das Färbemittel basiert entweder auf einem blauen organischen Pigment a, einem gelben organischen Pigment b und einem roten organischen Pigment c, oder auf mindestens einer Kombination aus blauem organischen Pigment d und einem orangefarbenen Pigment mit der Maßgabe, dass keines der organischen Pigmente a bis d in der Molekülstruktur ein Halogenatom enthält. Als orange Pigmente werden in WO 2014/175 450 A1 Pigment Orange 43, Pigment Orange 68 und Pigment Orange 73 genannt.
EP 3 792 303 A1 betrifft Polyester- oder Polycarbonatzusammensetzungen mit 2000er RAL-Nummer. Neben der Kriechstromfestigkeit besteht die Aufgabe in EP 3 792 303 A1 darin auch die Laserbeschriftbarkeit sicherzustellen, was mit Pigment Orange 78, einem Cer(lll)sulfid/Lanthan(lll)sulfid erreicht wird. Als optionale Zusatzkomponente E) kann Pigment Orange 68 zusammen mit Pigment Orange 78 eingesetzt werden.
JP H11 256050 A und JP H11 246775 A offenbaren Polycarbonatzusammensetzungen für Elektrogeräte (keine Elektromobilitätskomponenten) die unter anderem mit Pigment Orange 68 eingefärbt werden können.
Aufgrund hoher Verarbeitungstemperaturen von teilweise >300°C in der Compoundierung und im Spritzguss ist gerade für technische Thermoplaste wie Polyester die Auswahl geeigneter Farbmittel für die orange Kennzeichnung von Elektromobilitätskomponenten jedoch sehr eingeschränkt. So neigen Farbstoffe bei Extremanforderungen, insbesondere unter den Anforderungen in der Elektromobilität, zu Migration aus der Kunststoff matrix (blooming), was bei erhöhten Temperaturen zu einem Nachlassen der Farbintensität führt, oder Farbstoffe migrieren in andere Werkstoffe, beispielsweise benachbarte Kunststoffoder Kautschukteile, was als bleeding bezeichnet wird. Ein solcher, durch mechanische oder physikalische Prozesse migrierender Farbstoff kann zu negativen Funktionsbeeinträchtigungen führen. Beispielsweise sei hier ein Kriechstrom genannt, der durch Ablagerung von migriertem Farbstoff auf der Oberfläche elektrischer Kontakte resultieren kann. Als Kriechstrom bezeichnet man in der Elektrotechnik einen unkontrollierbaren und unerwünschten Strom, der an der Oberfläche eines Isolierstoffes zwischen zwei Leitern entlang fließt. Der kürzeste Weg, den dieser Kriechstrom auf der Isolierstoffoberfläche fließt, wird als Kriechstrecke bezeichnet. Durch diese Fehlerströme auf der Isolierstoffoberfläche kommt es im Laufe der Zeit zu Veränderungen des Isolierstoffes. Im Umfeld elektrischer Bauteile ist daher die Migration von Inhaltsstoffen aus Kunststoffen heraus generell unerwünscht, da sie die Eigenschaften der Kunststoffe sowie räumlich benachbarter Teile beeinflussen kann, wodurch die Funktion des elektrischen Bauteils ggf. nicht mehr gewährleistet ist.
Ausgehend deshalb von der Lehre der EP 3 947 020 B1 bestand die Aufgabe der vorliegenden Erfindung deshalb darin, kriechstromfeste Elektromobilitätskomponenten auf Basis von Polyestern bereitzustellen, die einerseits durch die Farbe Orange eindeutig gekennzeichnet und erkennbar sind, gleichzeitig aber durch diese farbliche Kennzeichnung keine wesentliche Reduzierung des nach IEC 60112 für die Kriechstromfestigkeit zu bestimmenden CTI erfahren.
Überraschend wurde nun gefunden, dass Elektromobilitätskomponenten basierend auf wenigstens einem Polyester und 1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1 - naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2-onato(2-)-N5,N6,05,06)nickel die geforderten Anforderungen erfüllen, indem die Farbe Orange durch einen Farbabstand AE <20 von den L*a*b* Koordinaten zu einer mit "2" beginnenden Farbnummer der RAL- Farbtabelle definiert ist und durch den Einsatz des Farbmittels 1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2- hydroxy-1 -naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2-onato(2-)-N5,N6,05,06)nickel die
Kriechstromfestigkeit eine maximale Abweichung des CTI von 2,5% im Vergleich zu einer Komponente derselben Zusammensetzung aber ohne Farbmittel, insbesondere ohne 1 ,3- Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1 -naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2-onato(2-)- N5,N6,O5,O6)nickel, sichergestellt ist.
Erfindungsgegenstand
Gegenstand der Erfindung sind kriechstromfeste Elektromobilitätskomponenten mit einem Farbabstand AE <20 von den L*a*b* Koordinaten zu einer mit "2" beginnenden Farbnummer der RAL-Farbtabelle auf Basis wenigstens eines Polyesters und 1 ,3-Dihydro- 5,6-bis(((2-hydroxy-1-naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2-onato(2-)- N5,N6,O5,O6)nickel mit einem nach IEC 60112 zu bestimmenden CTI im Bereich von 425 bis 600 Volt und einer maximalen Abweichung des CTI von 2,5% zu einer Komponente derselben Zusammensetzung ohne Farbmittel, mit der Maßgabe, dass auf 100 Massenanteile Polyester 0,01 bis 3 Massenanteile 1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1- naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2-onato(2-)-N5,N6,05,06)nickel eingesetzt werden.
Vorzugsweise betrifft die Erfindung kriechstromfeste Elektromobilitätskomponenten mit einem Farbabstand AE <10 von den L*a*b* Koordinaten zu einer mit "2" beginnenden Farbnummer der RAL-Farbtabelle, besonders bevorzugt AE <5.
Bevorzugt sind solche kriechstromfesten Elektromobilitätskomponenten, worin auf 100 Massenanteile Polyester 0,01 bis 2,5 Massenanteile 1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1- naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2-onato(2-)-N5,N6,05,06)nickel vorliegen.
Die Erfindung betrifft zudem die Verwendung von 1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1- naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2-onato(2-)-N5,N6,05,06)nickel zum Erhalt krichstromfester Polyester basierter Elektromobilitätskomponenten mit einem Farbabstand AE <20, vorzugsweise AE <10, insbesondere AE <5, von den L*a*b* Koordinaten zu einer mit "2" beginnenden Farbnummer der RAL-Farbtabelle, wobei die Kriechstromfestigkeit durch einen nach IEC 60112 zu bestimmenden CTI im Bereich von 425 bis 600 Volt liegt mit einer maximalen Abweichung des CTI von 2,5% im Vergleich zu einer Komponente derselben Zusammensetzung ohne Farbmittel, mit der Maßgabe, dass auf 100 Massenanteile Polyester 0,01 bis 3 Massenanteile 1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1- naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2-onato(2-)-N5,N6,05,06)nickel eingesetzt werden.
Vorzugsweise liegen in der erfindungsgemäßen Verwendung auf 100 Massenanteile Polyester 0,01 bis 2,5 Massenanteile 1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1 - naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2-onato(2-)-N5,N6,05,06)nickel vor.
Die Zubereitung von Polymerzusammensetzungen zur Herstellung erfindungsgemäßer Elektromobilitätskomponenten erfolgt mittels Compoundierung und anschließender Verarbeitung im Spritzguss, in der Extrusion, oder durch Blasformen indem der als Edukt einzusetzende Polyester mit 1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1 -naphthyl)methylen)amino- 2H-benzimidazol-2-onato(2-)-N5,N6,05,06)nickel gemischt wird, vorzugsweise im oben angegebenen Verhältnis, in wenigstens einem Mischwerkzeug. Hierdurch werden Formmassen erhalten, die entweder ausschließlich aus diesen beiden Komponenten bestehen, oder aber zusätzlich zu diesen beiden Komponenten noch wenigstens eine weitere Komponente enthalten.
Zur Klarstellung sei angemerkt, dass vom Rahmen der vorliegenden Erfindung alle nachfolgend aufgeführten allgemeinen oder in Vorzugsbereichen genannten Definitionen und Parameter in beliebigen Kombinationen umfasst sind. Dies betrifft ebenso die Kombination der Mengenangaben zu den einzelnen Komponenten in Bezug auf die beanspruchten Verfahren und Verwendungen. Die im Rahmen dieser Anmeldung genannten Normen beziehen sich auf die zum Anmeldetag dieser Erfindung geltenden Fassung. Sofern nicht anders angegeben handelt es sich bei Prozentangaben um Gewichtsprozente.
Erfindungsgemäße kriechstromfeste Elektromobilitätskomponenten für die Elektromobilität sind durch 1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1 -naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol- 2-onato(2-)-N5,N6,05,06)nickel orange eingefärbt, wobei Farbtöne, die im RAL- Farbsystem der Farbnummer RAL2001 , RAL2003, RAL2004, RAL2007, RAL2008, RAL2009, RAL2010 und RAL2011 entsprechen, besonders bevorzugt sind und die Farbtöne die im RAL-Farbsystem der Farbnummer RAL2003, RAL2008, RAL 2010 und RAL201 1 entsprechen, ganz besonders bevorzugt sind.
Erfindungsgemäß zulässige „ähnliche Farbtöne“ und von der vorliegenden Erfindung umfasst sind solche, deren Farbabstand im L*a*b*-System einen AE von <20, bevorzugt ein AE <10, besonders bevorzugt AE <5 zu einer mit "2" beginnenden Farbnummer der RAL-Farbtabelle aufweisen. Zur Erläuterung des in EN ISO 11664-4 definierten AE siehe beispielsweise: https://de.wikipedia.org/wiki/Delta_E.
Orange
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung gilt als Orange eine Farbe, die im RAL Farbsystem nach https://de.wikipedia.Org/wiki/RAL-Farbe#Orange in der RAL Farbtabelle eine
Farbnummer hat, die mit einer „2“ beginnt. Im Einzelnen unterscheidet man zum
Anmeldetag der vorliegenden Erfindung Orangetöne gemäß Tab.1 :
Tab.1
L* a* b*
RAL 2000 Gelborange 58,20 37,30 68,68
RAL 2001 Rotorange 49,41 39,79 35,29
RAL 2002 Blutorange 47,74 47,87 33,73
RAL 2003 Pastellorange 66,02 41.22 52,36
RAL 2004 Reinorange 56,89 50,34 49,81
RAL 2005 Leuchtorange 72,27 87,78 82,31
RAL 2007 Leuchthellorange 76,86 47,87 97,63
RAL 2008 Hellrotorange 60,33 46,91 60,52
RAL 2009 Verkehrsorange 55,83 47,79 48,83
RAL 2010 Signalorange 55,39 40,10 42,42
RAL 2011 Tieforange 59,24 40,86 64,50
RAL 2012 Lachsorange 57,75 40,28 30,66
RAL 2013 Perlorange 40,73 32,14 34,92
In Tab.1 sind die geräteunabhängigen CIE L*a*b* Farbwerte für den jeweiligen RAL Wert angegeben: L* steht für die Luminanz, a* beschreibt den Farbort bezüglich der Rot-Grün- Achse und b* beschriebt den Farbort bezüglich der Gelb-Blau-Achse unter Verwendung von D65 Normlicht mit einem 10° Sichtfeld eines Normalbeobachters.. Das Farbmodell ist in der EN ISO 11664-4 „Colorimetry - Part 4: CIE 1976 L*a*b* Colour space“ genormt. Zu L*a*b*-Farbraum (auch: CIELAB) siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Lab-Farbraum. Jede Farbe im Farbraum ist durch einen Farbort mit den kartesischen Koordinaten {L*, a*, b*} definiert. Die a*b*-Koordinatenebene wurde in Anwendung der Gegenfarbentheorie konstruiert. Auf der a*-Achse liegen sich Grün und Rot gegenüber, die b*-Achse verläuft zwischen Blau und Gelb. Komplementäre Farbtöne stehen sich jeweils um 180° gegenüber, in ihrer Mitte (dem Koordinatenursprung a*=0, b*=0) liegen alle unbunten Farben.
Die L*-Achse beschreibt die Helligkeit (Luminanz) der Farbe mit Werten von 0 bis 100. In der Darstellung steht diese im Nullpunkt senkrecht auf der a*b*-Ebene. Sie kann auch als Neutralgrauachse bezeichnet werden, denn zwischen den Endpunkten Schwarz (L*=0) und Weiß (L*=100) sind alle unbunten Farben (Grautöne) enthalten. Die a*-Achse beschreibt den Grün- oder Rotanteil einer Farbe, wobei negative Werte für Grün und positive Werte für Rot stehen. Die b*-Achse beschreibt den Blau- oder Gelbanteil einer Farbe, wobei negative Werte für Blau und positive Werte für Gelb stehen. Die a*-Werte reichen von ca.
-170 bis +100, die b*- Werte von -100 bis +150, wobei die Maximalwerte nur bei mittlerer Helligkeit bestimmter Farbtöne erreicht werden. Der CIELAB-Farbkörper hat im mittleren Helligkeitsbereich seine größte Ausdehnung, die aber je nach Farbbereich unterschiedlich in Höhe und Größe ist.
Weitere bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung
In einer bevorzugten Ausführungsform betrifft die Erfindung kriechstromfeste Elektromobilitätskomponenten mit einem Farbabstand AE <20 von den L*a*b* Koordinaten zu einer mit "2" beginnenden Farbnummer der RAL-Farbtabelle enthaltend zusätzlich zum wenigstens einen Polyester und 1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1 - naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2-onato(2-)-N5,N6,05,06)nickel noch wenigstens einen Füll und/oder Verstärkungsstoff, bevorzugt zu 1 bis 150 Massenanteilen, besonders bevorzugt zu 5 bis 80 Massenanteilen, ganz besonders bevorzugt zu 10 bis 50 Massenanteilen, jeweils bezogen auf 100 Massenanteile Polyester.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform betrifft die Erfindung kriechstromfeste Elektromobilitätskomponenten mit einem Farbabstand AE <20 von den L*a*b* Koordinaten zu einer mit "2" beginnenden Farbnummer der RAL-Farbtabelle enthaltend zusätzlich zum wenigstens einen Polyester und 1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1 - naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2-onato(2-)-N5,N6,05,06)nickel noch wenigstens ein Flammschutzmittel, bevorzugt zu 3 bis 100 Massenanteilen, besonders bevorzugt zu 5 bis 80 Massenanteilen, ganz besonders bevorzugt zu 10 bis 50 Massenanteilen, jeweils bezogen auf 100 Massenanteile Polyester.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform betrifft die Erfindung kriechstromfeste Elektromobilitätskomponenten mit einem Farbabstand AE <20 von den L*a*b* Koordinaten zu einer mit "2" beginnenden Farbnummer der RAL-Farbtabelle enthaltend zusätzlich zum wenigstens einen Polyester und 1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1 - naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2-onato(2-)-N5,N6,05,06)nickel noch wenigstens ein Additiv, bevorzugt zu 0,01 bis 80 Massenanteile, besonders bevorzugt zu 0,05 bis 50 Massenanteile, ganz besonders bevorzugt zu 0,1 bis 30 Massenanteile, jeweils bezogen auf 100 Massenanteile Polyester.
C2-Cio-Polyalkylenterephthalate als Polyester
Erfindungsgemäß vorzugsweise Polyester im Rahmen der vorliegenden Erfindung einzusetzende C2-Cio-Polyalkylenterephthalate sind Reaktionsprodukte aus einem Alkoholteil mit 2 bis 10 C-Atomen im Alkoholteil und der Terephthalsäure. C2-C10- Polyalkylenterephthalate sind dem Fachmann bekannt und in der Literatur hinreichend
beschrieben. Sie enthalten einen aromatischen Ring in der Hauptkette, der von der Terephthalsäure stammt, und einen aliphatischen Teil, der von einer Dihydroxyverbindung stammt. Der aromatische Ring der Terephthalsäure kann auch substituiert sein. Bevorzugte Substituenten sind Halogene oder Ci-C4-Alkylgruppen. Bevorzugte Halogene sind Chlor oder Brom. Bevorzugte Ci-C4-Alkylgruppen sind Methyl-, Ethyl-, n-Propyl- oder n-, i- bzw. t-Butylgruppen.
Bevorzugt einzusetzende C2-C -Polyalkylenterephthalate können durch Umsetzung von aromatischen Dicarbonsäuren, deren Estern oder anderen esterbildenden Derivaten mit aliphatischen Dihydroxyverbindungen in dem Fachmann bekannter Weise hergestellt werden.
Im Falle der C2-C -Polyalkylenterephthalate kann ein Teil der zu deren Herstellung zu verwendenden Terephthalsäure, bis zu 30 mol-%, durch 2,6-Naphthalindicarbonsäure, oder Isophthalsäure oder deren Mischungen ersetzt werden. Bis zu 70 mol-%, vorzugsweise nicht mehr als 10 mol-% der Terephthalsäure können durch aliphatische oder cycloaliphatische Dicarbonsäuren wie Adipinsäure, Azelainsäure, Sebacinsäure, Dodecandisäuren und Cyclohexan-dicarbonsäuren ersetzt werden.
Von den aliphatischen Dihydroxyverbindungen werden Diole mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen, insbesondere 1 ,2-Ethandiol, 1 ,3-Propandiol, 1 ,4-Butandiol, 1 ,6-Hexandiol, 1 ,4- Hexandiol, 1 ,4-Cyclohexandiol, 1 ,4-Cyclohexandimethanol und Neopentylglykol oder deren Mischungen bevorzugt. Besonders bevorzugte Polyalkylenterephthalate leiten sich von Alkandiolen mit 2 bis 4 C-Atomen ab. Von diesen werden insbesondere Polyethylenterephthalat (PET), Polypropylenterephthalat und Polybutylenterephthalat (PBT) oder deren Mischungen bevorzugt. Weiterhin bevorzugt sind PET und/oder PBT, welche bis zu 1 Gew.-%, vorzugsweise bis zu 0,75 Gew.-% 1 ,6-Hexandiol und/oder 2- Methyl-1 ,5-Pentandiol als weitere Monomereinheiten enthalten.
Vorzugsweise weisen erfindungsgemäß als Polyester einzusetzende C2-C10- Polyalkylenterephthalate eine nach ISO 1628 zu bestimmende Viskositätszahl m Bereich von 50 bis 220, vorzugsweise im Bereich von 80 bis 160 auf, wobei in einer 0,5 gew.-%igen Lösung in einem Phenol/o-Dichlorbenzolgemisch, Gew.-Verh. 1 :1 bei 25°C, gemessen wird.
Erfindungsgemäß als Polyester bevorzugt einzusetzende C2-C -Polyalkylenterephthalate weisen vorzugsweise einen Carboxylendgruppengehalt von bis zu 100 mval/kg Polyester, besonders bevorzugt von bis zu 50 mval/kg Polyester und insbesondere bevorzugt von bis zu 40 mval/kg Polyester auf. Derartige C2-C -Polyalkylenterephthalate können beispielsweise nach dem Verfahren der DE-A 44 01 055 hergestellt werden. Der
Carboxylendgruppengehalt wird üblicherweise durch Titrationsverfahren, insbesondere Potentiometrie, bestimmt.
Insbesondere bevorzugte und als Polyester einzusetzende C2-C -Polyalkylenterephthalate werden mit Ti- Katalysatoren hergestellt. Diese weisen nach der Polymerisation vorzugsweise einen restlichen Ti-Gehalt von <250 ppm, besonders bevorzugt von <200 ppm, ganz besonders bevorzugt von <150 ppm auf.
Das erfindungsgemäß als Polyester bevorzugt einzusetzende Polybutylenterephthalat (PBT) [CAS Nr. 24968-12-5] wird aus Terephthalsäure oder ihren reaktionsfähigen Derivaten und Butandiol nach bekannten Methoden hergestellt (Kunststoff-Handbuch, Bd. VIII, S. 695-743, Karl Hanser Verlag, München 1973).
Bevorzugt enthält das als Polyester einzusetzende PBT mindestens 80 Mol-%, vorzugsweise mindestens 90 Mol-%, bezogen auf die Dicarbonsäure,
T erephthalsäurereste.
Erfindungsgemäß bevorzugt als Polyester einzusetzendes PBT kann in einer
Ausführungsform neben Terephthalsäureresten bis zu 20 Mol-% Reste anderer aromatischer Dicarbonsäuren mit 8 bis 14 C-Atomen oder Reste aliphatischer Dicarbonsäuren mit 4 bis 12 C-Atomen enthalten, insbesondere Reste von Phthalsäure, Isophthalsäure, Naphthalin-2,6-dicarbonsäure, 4,4'-Diphenyldicarbonsäure, Bernsteinsäure, Adipinsäure, Sebacinsäure, Azelainsäure, Cyclohexandiessigsäure, Cyclohexandicarbonsäure, 2,5-Furandicarbonsäure.
Erfindungsgemäß bevorzugt als Polyester einzusetzendes PBT kann in einer Ausführungsform neben Butandiol bis zu 20 Mol-% andere aliphatische Diole mit 3 bis 12 C-Atomen oder bis zu 20 Mol -% cycloaliphatische Diole mit 6 bis 21 C-Atomen enthalten, bevorzugt Reste von Propandiol-1 ,3, 2-Ethylpropandiol-1 ,3, Neopentylglykol, Pentan-diol- 1 ,5, Hexandiol-1 .6, 1 ,4-Cyclohexandimethanol, 3-Methylpentandiol-2,4, 2-
Methylpentandiol-2,4, 2,2,4-Trimethylpentandiol-1 ,3, 2,2,4-Trimethylpentandiol-1 ,5, 2- Ethylhexandiol-1 ,3, 2,2-Diethylpropandiol-1 ,3, Hexandiol-2,5, 1 ,4-Di-(ß-hydroxyethoxy)- benzol, 2,2-Bis-(4-hydroxycyclohexyl)-propan, 2,4-Dihydroxy-1 ,1 ,3,3- tetramethylcyclobutan,2,2-bis-(3-ß-hydroxyethoxyphenyl)-propan und 2,2-bis-(4- hydroxypropoxyphenyl)-propan.
Bevorzugt als Polyester einzusetzendes PBT hat eine intrinsische Viskosität nach EN-ISO 1628/5 im Bereich von 40 bis 170cm3/g, besonders bevorzugt im Bereich von 50 bis 150cm3/g, ganz besonders bevorzugt im Bereich von 65 bis 135cm3/g, jeweils gemessen im Ubbelohde Viskosimeter in Phenol/o-Dichlorbenzol (1 :1 Gew.-Teile) bei 25°C. Die
intrinsische Viskosität iV, auch als Staudinger-Index oder Grenzviskosität bezeichnet, ist nach der Mark-Houwink-Gleichung proportional zur mittleren Molekülmasse und ist die Extrapolation der Viskositätszahl VN für den Fall verschwindender Polymerkonzentrationen. Sie kann aus Messreihen oder durch die Verwendung geeigneter Näherungsverfahren (z. B. Billmeyer) abgeschätzt werden. Die VN [ml/g] erhält man aus der Messung der Lösungsviskosität im Kapillar-Viskosimeter, beispielsweise Ubbelohde- Viskosimeter. Die Lösungsviskosität ist ein Maß für das mittlere Molekulargewicht eines Kunststoffs. Die Bestimmung erfolgt an gelöstem Polymer, wobei unterschiedliche Lösungsmittel (m-Kresol, Tetrachlorethan, Phenol, 1 ,2-Dichlorbenzol, etc.) und Konzentrationen zum Einsatz kommen. Durch die Viskositätszahl VN ist eine Kontrolle der Verarbeitungs- und Gebrauchseigenschaften von Kunststoffen möglich. Eine thermische Beanspruchung des Polymers, Alterungsvorgänge oder das Einwirken von Chemikalien, Bewitterung und Licht können durch vergleichende Messungen untersucht werden. Siehe hierzu auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Viskosimetrie und http://de.wikipedia.org/wiki/Mark-Houwink-Gleichung.
Bevorzugt als Polyester einzusetzendes PBT kann auch im Gemisch mit anderen Polymeren eingesetzt werden. Die Herstellung erfindungsgemäß einzusetzender PBT Blends erfolgt durch Compoundieren. Während einer solchen Compoundierung können zudem übliche Additive, insbesondere Entformungsmittel oder Elastomere in der Schmelze zugemischt werden, wodurch die Eigenschaften der Blends verbessert werden.
Erfindungsgemäß bevorzugt einzusetzendes PBT kann als Pocan® B 1300 von der Lanxess Deutschland GmbH, Köln, bezogen werden.
Polycarbonat als Polyester
Erfindungsgemäß bevorzugt kann als Polyester auch wenigstens ein Thermoplast aus der Gruppe der Polycarbonate eingesetzt werden.
Erfindungsgemäß bevorzugt einzusetzende Polycarbonate sind solche Homopolycarbonate oder Copolycarbonate auf Basis von Bisphenolen der allgemeinen Formel (I),
HO-Z-OH (I) worin Z für einen divalenten organischen Rest mit 6 bis 30 C-Atomen steht der eine oder mehrere aromatische Gruppen enthält.
Bevorzugt wird als Polyester wenigstens ein Polycarbonat auf Basis von Bisphenolen der Formel (la) eingesetzt
worin
A für eine Einfachbindung oder für einen Rest der Reihe Ci -Cs-Alkylen, C2-C5- Alkyliden, Cs-Cs-Cycloalkyliden, -O-, -SO-, -CO-, -S-, -SO2-, C6-Ci2-Arylen steht, woran weitere aromatische, gegebenenfalls Heteroatome enthaltende, Ringe kondensiert sein können, oder A für einen Rest der Formel (II) oder (III) steht
worin
R7 und R8 für jedes Y individuell wählbar sind und unabhängig voneinander für Wasserstoff oder Ci-Ce-Alkyl stehen, vorzugsweise für Wasserstoff, Methyl oder Ethyl stehen,
B jeweils für Ci-Ci2-Alkyl, vorzugsweise für Methyl, Halogen, vorzugsweise Chlor und/oder Brom, steht, x jeweils unabhängig voneinander für 0, 1 oder 2 steht, p für 1 oder 0 steht,
Y für Kohlenstoff steht, und
m für eine ganze Zahl von 4 bis 7 steht, bevorzugt für 4 oder 5 steht, mit der Maßgabe, dass an mindestens einem Y (Kohlenstoff atom) R7 und R8 gleichzeitig für Alkyl stehen.
In bevorzugter Ausführungsform gilt: wenn m für 4 steht, steht Y für -CR7R8-CR7R8-CR7R8-CR7R8-; wenn m für 5 steht, steht Y für - CR7R8-CR7R8-CR7R8-CR7R8-CR7R8-; wenn m für 6 steht, steht Y für -CR7R8-CR7R8-CR7R8-CR7R8- CR7R8-CR7R8-; und wenn m für 7 steht, steht Y für -CR7R8-CR7R8- CR7R8-CR7R8-CR7R8- CR7R8-CR7R8-.
Bevorzugte Bisphenole enthaltend die allgemeine Formel (II) sind Bisphenole aus der Gruppe Dihydroxydiphenyle, Bis-(hydroxyphenyl)-alkane, Bis-(hydroxyphenyl)-cyclo- alkane, Indanbisphenole, Bis-(hydroxyphenyl)-sulfide, Bis-(hydroxyphenyl)-ether, Bis-(hy- droxyphenyl)-ketone, Bis-(hydroxyphenyl)-sulfone, Bis-(hydroxyphenyl)-sulfoxide und a,a'- Bis-(hydroxyphenyl)-diisopropylbenzole.
Auch Derivate der genannten Bisphenole, die vorzugsweise durch Alkylierung oder Halogenierung an den aromatischen Ringen der genannten Bisphenole erhältlich sind, sind bevorzugt einzusetzende Bisphenole enthaltend die allgemeinen Formel (II).
Besonders bevorzugte Bisphenole enthaltend die allgemeine Formel (II) sind Hydrochinon, Resorcin, 4,4’-Dihydroxydiphenyl, Bis-(4-hydroxyphenyl)sulfid, Bis-(4- hydroxyphenyl)sulfon, Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-methan, Bis-(3,5-dimethyl-4- hydroxyphenyl)-sulfon, 1 ,1 -Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-p/m-diisopropylbenzol, 1 ,1 - Bis-(4-hydroxyphenyl)-1 -phenyl-ethan, 1 ,1 -Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-cyclo- hexan, 1 ,1 -Bis-(4-hydroxyphenyl)-3-methylcyclohexan, 1 ,1 -Bis-(4-hydroxyphenyl)-3,3- dimethylcyclohexan, 1 ,1 -Bis-(4-hydroxyphenyl)-4-methylcyclohexan. 1 , 1 -Bis-(4- hydroxyphenyl)-cyclohexan, 1 ,1 -Bis-(4-hydroxyphenyl)-3,3,5-trimethylcyclohexan, 2,2-Bis- (3,5-dichlor-4-hydroxyphenyl)-propan, 2,2-Bis-(3-methyl-4-hydroxyphenyl)-propan, 2,2-Bis- (3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-propan, 2,2-Bis-(4-hydroxyphenyl)-propan (d.h. Bisphenol A), 2,2-Bis-(3-chlor-4-hydroxyphenyl)-propan, 2,2-Bis-(3,5-dibrom-4-hydroxyphenyl)- propan, 2,4-Bis-(4-hydroxyphenyl)-2-methylbutan, 2,4-Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)- 2-methylbutan, a,a'-Bis-(4-hydroxyphenyl)-o-diisopropylbenzol, a,a'-Bis-(4-hydroxy- phenyl)-m-diisopropylbenzol (d. h. Bisphenol M), a,a'-Bis-(4-hydroxyphenyl)-p-diiso- propylbenzol und Indanbisphenol.
Die beschriebenen Bisphenole gemäß der allgemeinen Formel (II) können nach dem Fachmann bekannten Verfahren, vorzugsweise aus den entsprechenden Phenolen und Ketonen, hergestellt werden.
Auch die als Polyester einzusetzenden Polycarbonate können nach bekannten Verfahren hergestellt werden. Bevorzugte Verfahren zur Herstellung von Polycarbonaten sind zum Beispiel die Herstellung aus Bisphenolen mit Phosgen nach dem Phasengrenzflächenverfahren, oder aus Bisphenolen mit Phosgen nach dem Verfahren in homogener Phase, dem sogenannten Pyridinverfahren, oder aus Bisphenolen mit Kohlensäureestern nach dem Schmelzeumesterungsverfahren. Die genannten Bisphenole und Verfahren zu ihrer Herstellung sind zum Beispiel beschrieben in der Monographie H. Schnell, "Chemistry and Physics of Polycarbonates", Polymer Reviews, Band 9, S. 77-98, Interscience Publishers, New York, London, Sidney, 1964 und in US- A 3 028 635, in US-A 3 062 781 , in US-A 2 999 835, in US-A 3 148 172, in US-A 2 991 273, in US-A 3 271 367, in US-A 4 982 014, in US-A 2 999 846, in DE-A 1 570 703, in DE-A 2 063 050, in DE-A 2 036 052, in DE-A 2 211 956, in DE-A 3 832 396, und in FR- A 1 561 518 sowie in den Japanischen Offenlegungsschriften mit den Anmeldenummern JP-A 62039 1986, JP-A 62040 1986 und JP-A 105550 1986.
1 ,1 -Bis-(4-hydroxyphenyl)-3,3,5-trimethylcyclohexan und seine Herstellung ist z. B. beschrieben in US-A 4 982 014.
Indanbisphenole und ihre Herstellung sind zum Beispiel beschrieben in US-A 3288 864, in JP-A 60 035 150 und in US-A 4 334 106. Indanbisphenole können zum Beispiel aus Isopropenylphenol oder dessen Derivaten oder aus Dimeren des Isopropenylphenols oder dessen Derivaten in Gegenwart eines Friedel-Craft-Katalysators in organischen Lösungsmitteln hergestellt werden.
Das Schmelzeumesterungsverfahren ist beschrieben in H. Schnell, "Chemistry and Physics of Polycarbonates", Polymer Reviews, Band 9, S. 44 bis 51 , Interscience Publishers, New York, London, Sidney, 1964 sowie in DE-A 1 031 512.
Bei der Herstellung von Polycarbonat werden bevorzugt Rohstoffe und Hilfsstoffe mit einem geringen Grad an Verunreinigungen eingesetzt. Insbesondere bei der Herstellung nach dem Schmelzeumesterungsverfahren sollen die eingesetzten Bisphenole und die eingesetzten Kohlensäurederivate möglichst frei von Alkaliionen und Erdalkaliionen sein. Derart reine Rohstoffe sind zum Beispiel erhältlich, indem man die Kohlensäurederivate, insbesondere Kohlensäureester, und die Bisphenole umkristallisiert, wäscht oder destilliert.
Erfindungsgemäß bevorzugt als Polyester einzusetzende Polycarbonate weisen vorzugsweise ein Gewichtsmittel der molaren Masse Mw im Bereich von 10 000 bis 200 000 g/mol auf, welches sich durch Ultrazentrifugation (siehe K. Schilling, Analytische Ultrazentrifugation, Nanolytics GmbH, Dallgow, Seiten 1-15) oder Streulichtmessung gemäß DIN EN ISO 16014-5:2012-10 bestimmen lässt. Besonders bevorzugt weisen die einzusetzenden Polycarbonate ein Gewichtsmittel der molaren Masse im Bereich von 12.000 bis 80.000 g/mol, insbesondere bevorzugt ein Gewichtsmittel der molaren Masse im Bereich von 20.000 bis 35.000 g/mol.
Die mittlere molare Masse erfindungsgemäß bevorzugt als Polyester einzusetzender Polycarbonate kann vorzugsweise in bekannter Weise durch eine entsprechende Menge an Kettenabbrechern eingestellt werden. Die Kettenabbrecher können einzeln oder als Mischung verschiedener Kettenabbrecher eingesetzt werden.
Bevorzugte Kettenabbrecher sind sowohl Monophenole als auch Monocarbonsäuren. Bevorzugte Monophenole sind Phenol, p-Chlorphenol, p-tert.-Butylphenol, Cumylphenol oder 2,4,6-Tribromphenol, sowie langkettige Alkylphenole, insbesondere 4-(1 ,1 ,3,3-Tetra- methylbutyl)-phenol oder Monoalkylphenole bzw. Dialkylphenole mit insgesamt 8 bis 20 C- Atomen in den Alkylsubstituenten, insbesondere 3, 5-di-tert. -Butylphenol, p-tert.- Octylphenol, p-Dodecylphenol, 2-(3,5-Dimethyl-heptyl)-phenol oder 4-(3,5-Dimethyl- heptyl)-phenol. Bevorzugte Monocarbonsäuren sind Benzoesäure, Alkylbenzoesäuren oder Halogenbenzoesäuren.
Besonders bevorzugte Kettenabbrecher sind Phenol, p-tert.-Butylphenol, 4-(1 ,1 ,3,3-Tetra- methylbutyl)-phenol oder Cumylphenol.
Die Menge einzusetzender Kettenabbrecher liegt bevorzugt im Bereich von 0,25 bis 10 Mol- %, bezogen auf die Summe der jeweils eingesetzten Bisphenole.
Erfindungsgemäß bevorzugt als Polyester einzusetzende Polycarbonate können in bekannter Weise verzweigt sein, vorzugsweise durch den Einbau von trifunktionellen oder mehr als trifunktionellen Verzweigern. Bevorzugte Verzweiger sind solche mit drei oder mehr als drei phenolischen Gruppen oder solche mit drei oder mehr als drei Carbonsäuregruppen.
Besonders bevorzugte Verzweiger sind Phloroglucin, 4,6-Dimethyl-2,4,6-tri-(4-hydroxy- phenyl)-hepten-2, 4,6-Dimethyl-2,4,6-tri-(4-hydroxyphenyl)-heptan, 1 ,3,5-Tri-(4- hydroxyphenyl)-benzol, 1 ,1 ,1 -Tris-(4-hydroxyphenyl)-ethan, Tri-(4-hydroxyphenyl)- phenylmethan, 2,2-Bis-[4,4-bis-(4-hydroxyphenyl)-cyclohexyl]-propan, 2,4-Bis-(4- hydroxyphenyl-isopropyl)-phenol, 2,6-Bis-(2-hydroxy-5'-methyl-benzyl)-4-methylphenol, 2-
(4-Hydroxyphenyl)-2-(2,4-dihydroxyphenyl)-propan, Hexa-(4-(4-hydroxyphenyl-isopropyl)- phenyl)-terephthalsäureester, Tetra-(4-hydroxyphenyl)-methan, Tetra-(4-(4- hydroxyphenyl-isopropyl)-phenoxy)-methan und 1 ,4-Bis-(4',4"-dihydroxytriphenyl)- methylbenzol, 2,4-Dihydroxybenzoesäure, Trimesinsäure, Cyanurchlorid, 3,3-Bis-(3- methyl-4-hydroxyphenyl)-2-oxo-2,3-dihydroindol, Trimesinsäuretrichlorid oder a,a‘,a ’-Tris- (4-hydroxyphenol)-1 ,3,5-triisopropylbenzol.
Ganz besonders bevorzugte Verzweiger sind 1 ,1 ,1 -Tris-(4-hydroxyphenyl)-ethan oder 3,3- Bis-(3-methyl-4-hydroxyphenyl)-2-oxo-2,3-dihydroindol.
Die Menge einzusetzender Verzweiger liegt vorzugsweise im Bereich von 0,05 Mol-% bis 2 Mol-%, bezogen auf die Mole eingesetzter Bisphenole.
Vorzugsweise werden die Verzweiger im Falle der Herstellung eines Polycarbonats nach dem Phasengrenzflächenverfahren mit den Bisphenolen und den Kettenabbrechern in einer wässrig alkalischen Phase vorgelegt, oder in einem organischen Lösungsmittel gelöst zusammen mit den Kohlensäurederivaten zugegeben. Im Falle des Umesterungsverfahrens werden die Verzweiger bevorzugt zusammen mit den Dihydroxyaromaten oder Bisphenolen dosiert.
Bevorzugt einzusetzende Katalysatoren bei der Herstellung von erfindungsgemäß bevorzugt als Polyester einzusetzender Polycarbonate nach dem Schmelzeumesterungsverfahren sind Ammoniumsalze und Phosphoniumsalze, wie sie beispielsweise in US-A 3 442 864, JP-A-14742/72, US-A 5 399 659 oder DE-A 19 539 290 beschrieben werden.
Copolycarbonate können in einer bevorzugten Ausführungsform auch als Polyester eingesetzt werden. Copolycarbonate im Sinne der Erfindung sind insbesondere Polydiorganosiloxan-Polycarbonat-Blockcopolymere, deren Gewichtsmittel der molaren Masse Mw bevorzugt im Bereich von 10 000 bis 200 000 g/mol, besonders bevorzugt im Bereich von 20 000 bis 80 000 g/mol liegt, ermittelt durch Gelchromatographie gemäß DIN EN ISO 16014-5:2012-10 nach vorheriger Eichung durch Lichtstreuungsmessung oder Ultrazentrifugation. Der Gehalt an aromatischen Carbonatstruktureinheiten in den Polydi- organosiloxan-Polycarbonat-Blockcopolymeren liegt vorzugsweise im Bereich von 75 bis 97,5 Gew.-%, besonders bevorzugt im Bereich von 85 bis 97 Gew.-%. Der Gehalt an Polydiorganosiloxanstruktureinheiten in den Polydiorganosiloxan-Polycarbonat- Blockcopolymeren liegt vorzugsweise im Bereich von 25 bis 2,5 Gew.-%, besonders bevorzugt im Bereich von 15 bis 3 Gew.-%. Die Polydiorganosiloxan-Polycarbonat- Blockcopolymeren können vorzugsweise ausgehend von a,o-Bishydroxyaryloxy- endgruppen-haltigen Polydiorganosiloxanen mit einem mittleren Polymerisationsgrad Pn im
Bereich von 5 bis 100, besonders bevorzugt mit einem mittleren Polymerisationsgrad Pn im Bereich von 20 bis 80, hergestellt werden.
Besonders bevorzugt als Polyester einzusetzende Polycarbonate sind das Homopolycarbonat auf Basis von Bisphenol A, das Homopolycarbonat auf Basis von 1 ,1 - Bis-(4-hydroxyphenyl)-3,3,5-trimethylcyclohexan und die Copolycarbonate auf Basis der beiden Monomere Bisphenol A und 1 ,1 -Bis-(4-hydroxyphenyl)-3,3,5-trimethylcyclohexan (= Bisphenol TMC). Erfindungsgemäß bevorzugt als Polyester einzusetzende Polycarbonate sind beispielsweise unter der Marke Makrolon® bei der Covestro AG, Leverkusen erhältlich.
In einer Ausführungsform können den als Polyester einzusetzenden Polycarbonaten übliche Additive, insbesondere Entformungsmittel, in der Schmelze zugemischt oder auf der Oberfläche aufgebracht werden. Bevorzugt enthalten die als Polyester einzusetzenden Polycarbonate bereits Entformungsmittel vor einer sich anschließenden Compoundierung mit den anderen Komponenten, wobei der Fachmann unter Compoundierung (aus dem Englischen: Compound = „Mischung“) einen Begriff aus der Kunststofftechnik versteht, welcher mit Kunststoffaufbereitung gleichzusetzen ist und den Veredelungsprozess von Kunststoffen durch Beimischung von Zuschlagstoffen (Füllstoffe, Additive usw.) zur gezielten Optimierung der Eigenschaftsprofile beschreibt. Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Compoundierung. Eine Compoundierung erfolgt vorzugsweise in Extrudern, besonders bevorzugt in gleichläufigen Doppelschneckenextrudern, gegenläufigen Doppelschneckenextrudern,
Planetwalzenextrudern oder Ko-Knetern und umfasst die Verfahrensoperationen Fördern, Aufschmelzen, Dispergieren, Mischen, Entgasen und Druckaufbau.
In einer bevorzugten Ausführungsform können als Polyester aber auch Blends von Polycarbonat und Polyalkylenterephthalaten eingesetzt werden, die ebenfalls bei der Covestro AG unter der Marke Makroblend® angeboten werden. Bevorzugt handelt es sich hierbei um PC-PET-Blends, PC-PBT-Blends oder um PC-PCT-G-Blends, wobei PC für Polycarbonat, PET für Polyethylenterephthalat, PBT für Polybutylenterephthalat und PCT für Polycyclohexylendimethylenterephthalat steht.
1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1-naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2- onato(2-)-N5,N6,O5,O6)nickel
Erfindungsgemäß wird als Orangepigment das aus DE OS 2263235 bekannte 1 ,3-Dihydro- 5,6-bis(((2-hydroxy-1 -naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2-onato(2-)- N5,N6,O5,O6)nickel eingesetzt. 1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1 - naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2-onato(2-)-N5,N6,05,06)nickel kann entweder nach einem der beiden Verfahren in Beispiel 2 der DE OS 2263235 hergestellt
werden, oder ist als Pigment Orange 68 [CAS No. 42844-43-9] unter anderem bei Sinoever International, Dalian, China erhältlich. Sinoever International weist für das Pigment Orange 68 bzw. 1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1 -naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2- onato(2-)-N5,N6,05,06)nickel [CAS No. 42844-93-9] den Farbort mit den kartesischen Koordinaten L*=53.5 a*= 58.2 und b*= 76.7 aus.
1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1 -naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2-onato(2-)- N5,N6,O5,O6)nickel kann direkt als Pulver, oder aber in Form eines Masterbatches, in Form eines Kompaktes oder in Form eines Konzentrates eingesetzt werden, wobei Masterbatche bevorzugt sind und Masterbatche in einer Polyestermatrix besonders bevorzugt sind.
1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1 -naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2-onato(2-)- N5,N6,O5,O6)nickel kann als Addukt bezeichnet werden. Ein Addukt im Sinne der vorliegenden Erfindung ist ein zusammengesetztes Molekül worin die Bindung zwischen Metall - hier Nickel - und dem Rest des Moleküls vorzugsweise durch intermolekulare Wechselwirkungen, durch Lewis-Säure-Base Wechselwirkungen oder durch koordinative Bindungen erfolgt. Ein Addukt soll im Sinne der vorliegenden Erfindung generell alle Arten von Einlagerungsverbindungen und Anlagerungsverbindungen umfassen. Einlagerungsverbindung oder Anlagerungsverbindung im Sinne der vorliegenden Erfindung sind vorzugsweise Verbindungen, die aufgrund von intermolekularen Wechselwirkungen wie Van-der Waals-Wechselwirkungen oder auch Lewis-Säure-Base Wechselwirkungen gebildet werden. Dabei hängt es sowohl von den chemischen Eigenschaften der einzulagernden Komponente, aber auch von der chemischen Natur des Wirtsgitters ab, wie die Einlagerung abläuft. Solche Verbindungen werden häufig auch als Interkalationsverbindungen bezeichnet. Im chemischen Sinn versteht man darunter die Einlagerung von Molekülen, Ionen - selten auch Atomen - in chemische Verbindungen.
Weiterhin sollen unter Einlagerungsverbindung oder Anlagerungsverbindung auch Einschlussverbindungen, sogenannte Clathrate, verstanden werden. Diese stellen Verbindungen zweier Stoffe dar, von denen ein Gastmolekül in ein Gitter oder Käfig aus einem Wirtsmolekül eingelagert ist.
Unter den Begriffen „Einlagerungsverbindung“ oder „Anlagerungsverbindung“ im Sinne der vorliegenden Erfindung sollen auch Einlagerungsmischkristalle wie auch interstitielle Verbindungen verstanden werden. Es handelt es sich hierbei um chemische, nichtstöchiometrische, kristalline Verbindungen aus mindestens zwei Elementen.
Weiterhin sollen unter den Begriffen Einlagerungsverbindung oder Anlagerungsverbindung im Sinne der vorliegenden Erfindung auch Verbindungen verstanden werden, die aufgrund von koordinativen Bindungen oder Komplexbindungen gebildet werden. Solche
Verbindungen werden teilweise auch als Substitutionsmischkristall oder Austauschmischkristall bezeichnet, bei dem mindestens zwei Stoffe einen gemeinsamen Kristall bilden und die Atome der zweiten Komponente auf regulären Gitterplätzen der ersten Komponente sitzen.
Weitere Komponenten
In bevorzugter Ausführungsform wird wenigstens ein Füll- oder Verstärkungsstoff eingesetzt. Dabei können auch Mischungen aus zwei oder mehreren unterschiedlichen Füllstoffen und/oder Verstärkungsstoffen eingesetzt werden.
Vorzugsweise wird wenigstens ein Füll- oder Verstärkungsstoff aus der Gruppe Kohlenstofffasern [CAS Nr. 7440-44-0], Glaskugeln oder Voll- oder Hohlglaskugeln, oder Glasfasern, oder gemahlenes Glas, amorphes Quarzglas, Aluminium-Borsilikatglas mit einem Alkaligehalt 1 % (E-Glas) [CAS Nr. 65997-17-3], amorphe Kieselsäure [CAS Nr. 7631 -86-9], Quarzmehl [CAS Nr. 14808-60-7], Calciumsilicat [CAS Nr. 1344-95-2], Calciummetasilicat [CAS Nr. 10101 -39-0], Magnesiumcarbonat [CAS Nr. 546-93-0], Kaolin [CAS Nr. 1332-58-7], calciniertes Kaolin [CAS Nr. 92704-41 -1], Kreide [CAS Nr.1317-65- 3], Kyanit [CAS Nr. 1302-76-7], gepulverter oder gemahlener Quarz [CAS Nr. 14808-60-7], Glimmer [CAS Nr. 1318-94-1], Phlogopit [CAS Nr. 12251 -00-2], Bariumsulfat [CAS Nr. 7727-43-7], Feldspat [CAS Nr. 68476-25-5], Wollastonit [CAS Nr. 13983-17-0], Montmorillonit [CAS Nr. 67479-91 -8], Pseudoböhmit der Formel AIO(OH), Magnesiumcarbonat [CAS Nr. 12125-28-9] und Talkum [CAS Nr. 14807-96-6] eingesetzt.
Unter den faserförmigen Füll- oder Verstärkungsstoffen sind Glasfasern und Wollastonit besonders bevorzugt, wobei Glasfasern ganz besonders bevorzugt sind. Bezüglich der Glasfasern unterscheidet der Fachmann gemäß „http://de.wikipedia.org/wiki/Faser- Kunststoff-Verbund“ geschnittene Fasern, auch als Kurzfasern bezeichnet, mit einer Länge im Bereich von 0,1 bis 1 mm, Langfasern mit einer Länge im Bereich von 1 bis 50 mm und Endlosfasern mit einer Länge L > 50 mm. Kurzfasern werden vorzugsweise in der Spritzgusstechnik eingesetzt und können direkt mit einem Extruder verarbeitet werden. Langfasern können ebenfalls noch in Extrudern verarbeitet werden. Sie finden im großen Umfang Einsatz beim Faserspritzen. Langfasern werden häufig Duroplasten als Füllstoff zugemischt. Endlosfasern werden als Rovings oder Gewebe in faserverstärkten Kunststoffen eingesetzt. Erzeugnisse mit Endlosfasern erzielen die höchsten Steifigkeitsund Festigkeitswerte. Des Weiteren werden gemahlene Glasfasern angeboten, deren Länge nach der Vermahlung typischerweise im Bereich von 70 bis 200 pm liegt.
Erfindungsgemäß bevorzugt als Füll- oder Verstärkungsstoff einzusetzende Glasfasern sind geschnittene Langglasfasern mit einer mittels Laserbeugungs-Partikelgrößenanalyse
(lasergranulometrische Messung bzw. Laserdiffraktometrie) gemäß ISO 13320 zu bestimmenden mittleren Ausgangslänge im Bereich von 1 bis 50 mm, besonders bevorzugt im Bereich von 1 bis 10 mm, ganz besonders bevorzugt im Bereich von 2 bis 7 mm. Zu Laserbeugungs-Partikelgrößenbestimmung/Laserdiffraktometrie gemäß der Norm ISO 13320 siehe: https ://de.wikipedia.org/wiki/Laserbeugungs-Partikelgr%C3%B6%C3%9Fenanalyse
Bevorzugte, als Füll- oder Verstärkungsstoff einzusetzende Glasfasern haben einen mittels Laserdiffraktometrie gemäß ISO 13320 zu bestimmenden mittleren Faserdurchmesser im Bereich von 7 bis 18 pm, besonders bevorzugt im Bereich von 9 bis 15 pm.
Die als Füll- oder Verstärkungsstoff vorzugsweise einzusetzenden Glasfasern werden in einer bevorzugten Ausführungsform mit einem geeigneten Schlichtesystem oder einem Haftvermittler bzw. Haftvermittlersystem ausgerüstet. Bevorzugt wird ein Schlichtesystem bzw. ein Haftvermittler auf Silanbasis eingesetzt.
Flammschutzmittel
In bevorzugter Ausführungsform wird wenigstens ein Flammschutzmittel eingesetzt. Bevorzugte Flammschutzmittel sind mineralische Flammschutzmittel, stickstoffhaltige Flammschutzmittel oder phosphorhaltige Flammschutzmittel.
Unter den mineralischen Flammschutzmitteln ist Magnesiumhydroxid besonders bevorzugt. Magnesiumhydroxid [CAS Nr. 1309-42-8] kann aufgrund seiner Herkunft und Herstellungsweise verunreinigt sein. Typische Verunreinigungen sind z.B. Silicium-, Eisen- , Calcium- und/oder Aluminium-haltige Spezies, die beispielsweise in Form von Oxiden in den Magnesiumhydroxid-Kristallen eingelagert sein können. Das als mineralisches Flammschutzmittel einzusetzende Magnesiumhydroxid kann unbeschlichtet oder aber mit einer Schlichte versehen sein. Vorzugsweise wird das als mineralisches Flammschutzmittel einzusetzende Magnesiumhydroxid mit Schlichten auf Basis von Stearaten oder Aminosiloxanen, besonders bevorzugt mit Aminosiloxanen versehen. Vorzugsweise als mineralisches Flammschutzmittel einzusetzendes Magnesiumhydroxid hat eine mittels Laserdiffraktometrie gemäß ISO 13320 zu bestimmende mittlere Teilchengröße d50 im Bereich von 0,5 pm bis 6 pm, wobei ein d50 im Bereich von 0,7 pm bis 3,8 pm bevorzugt und ein d50 im Bereich von 1 ,0 pm bis 2,6 pm besonders bevorzugt ist.
Erfindungsgemäß als mineralisches Flammschutzmittel geeignete Magnesium- hydroxidtypen sind beispielsweise Magnifin® H5IV der Martinswerk GmbH, Bergheim, Deutschland oder Hidromag® Q2015 TC der Firma Penoles, Mexiko-Stadt, Mexico.
Bevorzugte stickstoffhaltige Flammschutzmittel sind die Reaktionsprodukte aus T richlortriazin, Piperazin und Morpholin gemäß CAS No. 1078142-02-5, insbesondere MCA PPM Triazin HF der Fa. MCA Technologies GmbH, Biel-Benken, Schweiz, ferner Melamincyanurat und Kondensationsprodukte des Melamins, insbesondere Meiern, Melam, Melon bzw. höherkondensierte Verbindungen dieses Typs. Bevorzugte anorganische stickstoffhaltige Verbindungen sind Ammoniumsalze.
Ferner können auch Salze aliphatischer und aromatischer Sulfonsäuren und mineralische Flammschutzadditive, insbesondere Aluminiumhydroxid oder Ca-Mg-Carbonat-Hydrate (DE-A 4 236 122) eingesetzt werden.
In einer alternativen Ausführungsform können aber auch zinkhaltige Verbindungen eingesetzt werden. Hierzu zählen bevorzugt Zinkoxid, Zinkborat, Zinkstannat, Zinkhydroxystannat, Zinksulfid und Zinknitrid, oder deren Mischungen.
Bevorzugte phosphorhaltige Flammschutzmittel sind organische Metallphosphinate, Aluminiumsalze der Phosphonsäure, roter Phosphor, anorganische Metallhypophosphite, Metallphosphonate, Derivate der 9,10-Dihydro-9-oxa-10-phosphaphenanthren-10-oxide (DOPO-Derivate), Resorcinol-bis-(diphenylphosphat) (RDP) einschließlich Oligomere, Bisphenol-A-bis-diphenylphosphat (BDP) einschließlich Oligomere, Melaminpyrophosphat, Melaminpolyphosphat, Melamin-poly(aluminiumphosphat), Melamin-poly(zinkphosphat) oder Phenoxyphosphazenoligomere und deren Mischungen.
Ein bevorzugtes organisches Metallphosphinat ist Aluminium-tris(diethylphosphinat). Ein bevorzugtes anorganisches Metallhypophosphit ist Aluminiumhypophosphit.
Weitere einzusetzende Flammschutzmittel sind Kohlebildner, besonders bevorzugt Phenol- Formaldehydharze, Polycarbonate, Polyimide, Polysulfone, Polyethersulfone oder Polyetherketone sowie Antitropfmittel, insbesondere Tetrafluorethylenpolymerisate.
Ferner können halogenhaltige Flammschutzmittel eingesetzt werden. Bevorzugte halogenhaltige Flammschutzmittel sind handelsübliche organische Halogenverbindungen, besonders bevorzugt Ethylen-1 ,2-bistetrabromphthalimid, Decabromdiphenylethan, T etrabrombisphenol-A-epoxyoligomer, T etrabrombisphenol-A-oligocarbonat,
Tetrachlorbisphenol-A-oligocarbonat, Polypentabrombenzylacrylat, bromiertes Polystyrol oder bromierte Polyphenylenether, die alleine oder in Kombination mit Synergisten, insbesondere Antimontrioxid oder Antimontpentoxid, eingesetzt werden können, wobei unter den halogenhaltigen Flammschutzmitteln bromiertes Polystyrol besonders bevorzugt ist. Bromiertes Polystyrol wird dabei bevorzugt in Mengen im Bereich von 10 bis 30 Gew.- %, besonders bevorzugt in Mengen im Bereich von 15 bis 25 Gew.%, eingesetzt, jeweils
bezogen auf die Gesamtzusammensetzung, wobei wenigstens eine der übrigen Komponenten soweit reduziert wird, dass die Summe aller Gewichtsprozente stets 100 ergibt.
Bromiertes Polystyrol ist in diversen Produktqualitäten kommerziell verfügbar. Beispiele hierfür sind z.B. Firemaster® PBS64 der Fa. Lanxess, Köln, Deutschland sowie Saytex® HP-3010 der Fa. Albemarle, Baton Rouge, USA.
Additive
In bevorzugter Ausführungsform wird zusätzlich zum Polyester und 1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2- hydroxy-1 -naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2-onato(2-)-N5,N6,05,06)nickel ein Additiv eingesetzt. Bevorzugt einzusetzende Additive sind Antioxidantien, Thermostabilisatoren, UV-Stabilisatoren, Gammastrahlenstabilisatoren, Komponenten zur Verringerung der Wasseraufnahme bzw. Hydrolysestabilisatoren, Antistatika, Emulgatoren, Nukleierungsmittel, Weichmacher, Verarbeitungshilfsmittel, Schlagzähmodifikatoren, Gleit- und/oder Entformungsmittel, Komponenten zur Verringerung der Wasseraufnahme, Fließhilfsmittel oder Elastomermodifikatoren, kettenverlängernd wirkende Additive, sowie von 1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1 -naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2- onato(2-)-N5,N6,05,06)nickel verschiedene Farbmittel. Die Additive können alleine oder in Mischung bzw. in Form von Masterbatchen eingesetzt werden.
Bevorzugte Thermostabilisatoren als Additiv sind sterisch gehinderte Phenole, insbesondere solche enthaltend mindestens eine 2,6-Di-tert.-butylphenyl-Gruppe und/oder 2-tert.-Butyl-6-methylphenyl-Gruppe, ferner Phosphite, Hypophosphite, insbesondere Natriumhypophosphit NaH2PO2, Hydrochinone, aromatische sekundäre Amine, substituierte Resorcine, Salicylate, Benzotriazole und Benzophenone, 3,3‘- Thiodipropionsäureester sowie verschieden substituierte Vertreter dieser Gruppen oder deren Mischungen. Die als Additiv einzusetzenden Thermostabilisatoren werden vorzugsweise zu 0,01 bis 2 Massenanteilen, besonders bevorzugt zu 0,05 bis 1 Massenanteilen, jeweils bezogen auf 100 Massenanteile Polyester eingesetzt.
Als Additiv einzusetzende UV-Stabilisatoren werden vorzugsweise substituierte Resorcine, Salicylate, Benzotriazole und Benzophenone, HALS-Derivate („Hindered Amine Light Stabilizers“) enthaltend mindestens eine 2,2,6,6-Tetramethyl-4-piperidyl-Einheit oder Benzophenone eingesetzt. Die als Additiv einzusetzenden UV-Stabilisatoren werden vorzugsweise zu 0,01 bis 2 Massenanteilen, besonders bevorzugt zu 0,1 bis 1 Massenanteilen, jeweils bezogen auf 100 Massenanteile Polyester eingesetzt.
Als Additiv einzusetzende und von 1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1 - naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2-onato(2-)-N5,N6,05,06)nickel verschiedene Farbmittel werden bevorzugt, anorganische Pigmente, insbesondere Ultramarinblau, Bismutvanadat, Eisenoxid, Titandioxid, Zinksulfid, Cersulfide, Zinn-Titan-Zinkoxide [CAS Nr. 923954-49-8], weiterhin organische Farbmittel, bevorzugt Phthalocyanine, Chinacridone, Benzimidazole, insbesondere Pyrimidin-azo-benzimidazol [CAS-Nr. 72102- 84-2] und/oder Pigment Yellow 192 [CAS Nr. 56279-27-7], außerdem Perylene, Anthrachinone, insbesondere C.l. Solvent Yellow 163 [CAS Nr. 13676-91 -0], Perinoe, insbesondere 10,10‘-Oxy-bis-12H-phthaloperin-12-on [CAS Nr. 203576-97-0] eingesetzt, wobei diese Aufzählung nicht abschließend ist. In einer Ausführungsform, werden als Farbmittel auch Ruß oder Nigrosin eingesetzt.
Als Additiv einzusetzende Nukleierungsmittel werden bevorzugt Natrium- oder Calciumphenylphosphinat, Aluminiumoxid oder Siliziumdioxid sowie ganz besonders bevorzugt Talkum eingesetzt, wobei diese Aufzählung nicht abschließend ist.
Bevorzugt als Additiv einzusetzende Weichmacher sind Phthalsäuredioctylester, Phthalsäuredibenzylester, Phthalsäurebutylbenzylester, Kohlenwasserstofföle oder N-(n- Butyl)benzolsulfonamid.
Bevorzugt als Additiv einzusetzende Elastomermodifikatoren umfassen u.a. ein oder mehrere Pfropfpolymerisate von
E.1 5 bis 95 Gew.-%, vorzugsweise 30 bis 90 Gew.-%, wenigstens eines Vinylmonomeren und
E.2 95 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 70 bis 10 Gew.-% einer oder mehrerer
Pfropfgrundlagen mit Glasübergangstemperaturen < 10°C, vorzugsweise < 0°C, besonders bevorzugt < -20°C, wobei die Gewichtsprozente sich auf 100 Gew.-% Elastomermodifikator beziehen. Die Pfropfgrundlage E.2 hat im allgemeinen eine mittels Laserdiffraktometrie gemäß ISO 13320 zu bestimmende mittlere Teilchengröße d50-Wert von 0,05 bis 10 pm, vorzugsweise 0,1 bis 5 pm, besonders bevorzugt 0,2 bis 1 pm.
Monomere zu E.1 sind vorzugsweise Gemische aus
E.1.1 50 bis 99 Gew.-% Vinylaromaten und/oder kernsubstituierten Vinylaromaten, insbesondere Styrol, a-Methylstyrol, p-Methylstyrol, p-Chlorstyrol, und/oder Meth- acrylsäure-(Ci-C8)-Alkylester, insbesondere. Methylmethacrylat, Ethylmethacrylat) und
E.1 .2 1 bis 50 Gew.-% Vinylcyanide, insbesondere ungesättigte Nitrile wie Acrylnitril und Methacrylnitril, und/oder (Meth)Acrylsäure-(Ci-C8)-alkylester, insbesondere Methylmethacrylat, Glycidylmethacrylat, n-Butylacrylat, t-Butylacrylat, und/oder Derivate , insbesondere Anhydride und Imide ungesättigter Carbonsäuren, insbesondere Maleinsäureanhydrid oder N-Phenyl-Maleinimid, wobei die Gewichtsprozente sich auf 100 Gew.-% Elastomermodifikator beziehen.
Bevorzugte Monomere E.1.1 sind auszuwählen aus mindestens einem der Monomere Styrol, a-Methylstyrol und Methylmethacrylat, bevorzugte Monomere E.1 .2 sind ausgewählt aus mindestens einem der Monomere Acrylnitril, Maleinsäureanhydrid, Glycidylmethacrylat und Methylmethacrylat. Besonders bevorzugte Monomere sind E.1.1 Styrol und E.1.2 Acrylnitril.
Für die in den Elastomermodifikatoren einzusetzenden Pfropfpolymerisate geeignete Pfropfgrundlagen E.2 sind beispielsweise Dienkautschuke, EPDM-Kautschuke, also solche auf Basis Ethylen/Propylen und gegebenenfalls Dien, ferner Acrylat-, Polyurethan-, Silikon- , Chloropren und Ethylen/Vinylacetat-Kautschuke. EPDM steht für Ethylen- Propylen-Dien-Kautschuk.
Bevorzugte Pfropfgrundlagen E.2 sind Dienkautschuke, insbesondere auf Basis Butadien, Isopren etc. oder Gemische von Dienkautschuken oder Copolymerisate von Dienkautschuken oder deren Gemischen mit weiteren copolymerisierbaren Monomeren, insbesondere gemäß E.1.1 und E.1.2, mit der Maßgabe, dass die Glasübergangstemperatur der Komponente E.2 bei <10°C, vorzugsweise bei <0°C, besonders bevorzugt bei <-10°C liegt.
Als Additiv einzusetzende Gleit- und/oder Entformungsmittel sind bevorzugt langkettige Fettsäuren, insbesondere Stearinsäure oder Behensäure, deren Salze, insbesondere Ca- oder Zn-Stearat, sowie deren Esterderivate, insbesondere solche auf Basis von Pentaerythritol, insbesondere Fettsäureester des Pentaerythritols oder Amidderivate, insbesondere Ethylen-bis-stearylamid, Montanwachse sowie niedermolekulare Polyethylen- bzw. Polypropylenwachse. Montanwachse im Sinne der vorliegenden Erfindung sind Mischungen aus geradkettigen, gesättigten Carbonsäuren mit Kettenlängen von 28 bis 32 C-Atomen.
Verfahren
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung kriechstromfester Elektromobilitätskomponenten mit einem Farbabstand AE <20 von den L*a*b* Koordinaten
zu einer mit "2" beginnenden Farbnummer der RAL-Farbtabelle und einem nach IEC 60112 zu bestimmenden CTI im Bereich von 425 bis 600 Volt mit einer maximalen Abweichung des CTI von 2,5% zu einer Komponente derselben Zusammensetzung ohne Farbmittel, indem man wenigstens einen Polyester und 1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1 - naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2-onato(2-)-N5,N6,05,06)nickel zu Polymerzusammensetzungen mischt, zu Strängen austrägt, bis zur Granulierfähigkeit abkühlt, trocknet und granuliert und die Polymerzusammensetzungen anschließend im Spritzguss, einschließlich der Sonderverfahren Gasinjektionstechnik (GIT), Wasserinjektionstechnik (WIT) oder Projektilinjektionstechnik (PIT), in Extrusionsverfahren, einschließlich in der Profil-Extrusion, oder durch Blasformen, weiter verarbeitet, wobei
A) auf 100 Massenanteile wenigstens eines Polyesters,
B) 0,01 bis 3 Massenanteile, vorzugsweise 0,01 bis 2,5 Massenanteile, 1 ,3-Dihydro- 5,6-bis(((2-hydroxy-1 -naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2-onato(2-)- N5,N6,O5,O6)nickel eingesetzt werden.
Vorzugsweise weisen auch für das erfindungsgemäße Verfahren die Elektromobilitätskomponenten einem Farbabstand AE <10 von den L*a*b* Koordinaten zu einer mit "2" beginnenden Farbnummer der RAL-Farbtabelle auf, besonders bevorzugt AE <5.
Vorzugsweise werden als Polyester Polycarbonat oder C2-C -Polyalkylenterephthalat eingesetzt, insbesondere Polybutylenterephthalat.
Zur Klarstellung sei angemerkt, dass vom Rahmen der vorliegenden Erfindung alle im Rahmen der Elektromobilitätskomponenten aufgeführten allgemeinen oder in Vorzugsbereichen genannten Definitionen und Parameter in beliebigen Kombinationen von den erfindungsgemäßen Verfahren mit umfasst sind.
Beispiele
Zum Nachweis der erfindungsgemäß beschriebenen Verbesserungen der Eigenschaften wurden zunächst durch Compoundierung entsprechende Polyester basierte Polymerzusammensetzungen angefertigt. Die einzelnen Komponenten wurden hierzu in einem Zweiwellenextruder (Leistritz LSM 30-34der Leistritz AG (Nürnberg, Deutschland)) bei Temperaturen zwischen 270 und 300°C gemischt, als Strang ausgetragen, bis zur Granulierbarkeit abgekühlt und granuliert. Nach dem Trocknen (in der Regel zwei Tage bei 80°C im Vakuumtrockenschrank) erfolgte die Verarbeitung des Granulats im Spritzguss bei Temperaturen im Bereich von 270 bis 290°C zu Normprüfkörpern für die jeweiligen Prüfungen.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung galt als Maß für die Kriechstromfestigkeit der in Tabelle I beschriebenen Formmassen in Form von 60*40*2 mm3-Platten den CTI-Wert (Comparative Tracking Index) in Volt nach IEC 60112 zu bestimmen.
Edukte:
Komponente A) Polybutylenterephthalat (Pocan® B1505, Fa. Lanxess Deutschland GmbH, Köln, Deutschland)
Komponente B): 1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1 -naphthyl)methylen)amino-2H- benzimidazol-2-onato(2-)-N5,N6,05,06)nickel [CAS- Nr. 42844-93- 9], Fa. Lanxess Deutschland GmbH, Köln, Deutschland)
Tab. I
Die Ergebnisse in Tab. I zeigen beim erfindungsgemäßen Beispiel 1 keine negative Beeinträchtigung der nach IEC 601 12 bestimmten Kriechstromfestigkeit, gegenüber dem nicht eingefärbten Material in Vgl. 1. Die untersuchten Kunststoffplatten im erfindungsgemäßen Beispiel 1 wiesen einen RAL Farbwert von 2001 mit einem AE von <10 auf.
Die Kriechstromfestigkeit der im Rahmen der vorliegenden Anmeldung untersuchten Proben wurde in Übereinstimmung mit der IEC 60112 „Verfahren zur Bestimmung der
Prüfzahl und der Vergleichszahl der Kriechwegbildung von festen, isolierenden
Werkstoffen“ anhand von Plättchen mit den Maßen 60 mm • 60 mm • 2 mm gemessen, indem insgesamt 50 Tropfen genormter Elektrolytlösung im Zeitabstand von 30 Sekunden aufgetropft wurden und dabei auf der Oberfläche zwischen zwei Platin-Elektroden der Strom gemessen wurde, bis ein Kriechstrom von > 0,5 A erreicht war.
Claims
1 . Kriechstromfeste Elektromobilitätskomponenten mit einem Farbabstand AE <20 von den L*a*b* Koordinaten zu einer mit "2" beginnenden Farbnummer der RAL- Farbtabelle auf Basis wenigstens eines Polyesters und 1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2- hydroxy-1 -naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2-onato(2-)- N5,N6,O5,O6)nickel, dadurch gekennzeichnet, dass diese einen nach IEC 60112 zu bestimmenden CTI im Bereich von 425 bis 600 Volt mit einer maximalen Abweichung des CTI von 2,5% zu einer Komponente derselben Zusammensetzung ohne Farbmittel aufweisen und mit der Maßgabe, dass auf 100 Massenanteile Polyester 0,01 bis 3 Massenanteile 1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1 - naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2-onato(2-)-N5,N6,05,06)nickel eingesetzt werden.
2. Kriechstromfeste Elektromobilitätskomponenten gemäß Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass Polyester für C2-C -Polyalkylenterephthalat oder für Polycarbonat steht, vorzugsweise für Polybutylenterephthalat.
3. Kriechstromfeste Elektromobilitätskomponenten gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass auf 100 Massenanteile Polyester 0,01 bis 2,5 Massenanteile, 1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1 -naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2- onato(2-)-N5,N6,05,06)nickel vorliegen.
4. Kriechstromfeste Elektromobilitätskomponenten gemäß einem oder mehrerer der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass es sich um Bauteile handelt, die entweder direkt mit spannungsführenden Teilen in Kontakt stehen, oder die in direkter Nachbarschaft bzw. räumlicher Nähe dazu die Funktion eines Berührungsschutzes, einer Warnkennzeichnung beziehungsweise einer Abschirmung haben, vorzugsweise Bauteile, die direkt mit den spannungsführenden Teilen in Kontakt stehen.
5. Kriechstromfeste Elektromobilitätskomponenten gemäß einem oder mehrerer der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass es sich im Falle von Batteriekomponenten um Standard- und Rundzellenmodule, Zellgehäuse, Zellverbinder, Zellkontaktiersysteme, Modulverbinder, Druckausgleichselemente, Dichtungen und intelligente Batteriemanagement-Systeme, im Falle von Protonexchange membrane fuel cells um Module oder Stackmodule, metallische Bipolarplatten, End- und Medienmodule sowie Dichtsysteme, im Falle von elektrischen Antriebseinheiten um Dichtungen und um funktionsintegrierte
Gehäusedeckel, Gehäusedichtungen, Wellendichtringe, Lamellenträger sowie um Stanzpakete, Abschirmsysteme oder um dynamische Präzisionsteile handelt.
6. Verwendung von 1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1 -naphthyl)methylen)amino-2H- benzimidazol-2-onato(2-)-N5,N6,05,06)nickel zum Erhalt kriechstromfester Polyester basierter Elektromobilitätskomponenten mit einem Farbabstand AE <20, vorzugsweise AE <10, insbesondere AE <5, von den L*a*b* Koordinaten zu einer mit "2" beginnenden Farbnummer der RAL-Farbtabelle, dadurch gekennzeichnet, dass die Kriechstromfestigkeit durch einen nach IEC 60112 zu bestimmenden CTI im Bereich von 425 bis 600 Volt mit einer maximalen Abweichung des CTI von 2,5% zu einer Komponente derselben Zusammensetzung ohne Farbmittel liegt und mit der Maßgabe, dass auf 100 Massenanteile wenigstens eines Polyesters 0,01 bis 3 Massenanteile 1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1 -naphthyl)methylen)amino-2H- benzimidazol-2-onato(2-)-N5,N6,05,06)nickel eingesetzt werden.
7. Verwendung gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass Polyester für C2- Cw-Polyalkylenterephthalat oder für Polycarbonat steht, vorzugsweise für Polybutylenterephthalat.
8. Verwendung gemäß einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass auf 100 Massenanteile wenigstens eines Polyesters 0,01 bis 2,5 Massenanteile 1 ,3- Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1 -naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2- onato(2-)-N5,N6,05,06)nickel vorliegen.
9. Verwendung gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei den Elektromobilitätskomponenten um Bauteile handelt, die entweder direkt mit spannungsführenden Teilen in Kontakt stehen, oder die in direkter Nachbarschaft bzw. räumlicher Nähe dazu die Funktion eines Berührungsschutzes, einer Warnkennzeichnung beziehungsweise einer Abschirmung haben, vorzugsweise Bauteile, die direkt mit den spannungsführenden Teilen in Kontakt stehen.
10. Verwendung gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei den Elektromobilitätskomponenten im Falle von Batteriekomponenten um Standard- und Rundzellenmodule, Zellgehäuse, Zellverbinder, Zellkontaktiersysteme, Modulverbinder, Druckausgleichselemente, Dichtungen und intelligente Batteriemanagement-Systeme, im Falle von Protonexchange membrane fuel cells um Module oder Stackmodule, metallische Bipolarplatten, End- und Medienmodule sowie Dichtsysteme, im Falle von elektrischen Antriebseinheiten um Dichtungen und um funktionsintegrierte
Gehäusedeckel, Gehäusedichtungen, Wellendichtringe, Lamellenträger sowie um Stanzpakete, Abschirmsysteme oder um dynamische Präzisionsteile handelt.
1 1 . Verfahren zur Herstellung von kriechstromfester Elektromobilitätskomponenten mit einem Farbabstand AE <20 von den L*a*b* Koordinaten zu einer mit "2" beginnenden Farbnummer der RAL-Farbtabelle und einem nach IEC 60112 zu bestimmenden CTI im Bereich von 425 bis 600 Volt mit einer maximalen Abweichung des CTI von 2,5% zu einer Komponente derselben Zusammensetzung ohne Farbmittel, dadurch gekennzeichnet, dass man wenigstens einen Polyester und 1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1 -naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol- 2-onato(2-)-N5,N6,05,06)nickel zu Polymerzusammensetzungen mischt, zu Strängen austrägt, bis zur Granulierfähigkeit abkühlt, trocknet und granuliert und die Polymerzusammensetzungen anschließend im Spritzguss, einschließlich der Sonderverfahren Gasinjektionstechnik, Wasserinjektionstechnik oder Projektilinjektionstechnik, in Extrusionsverfahren, einschließlich in der Profil- Extrusion, oder durch Blasformen, verarbeitet, wobei
A) auf 100 Massenanteile wenigstens eines Polyester,
B) 0,01 bis 3 Massenanteile 1 ,3-Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1 - naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2-onato(2-)- N5,N6,O5,O6)nickel eingesetzt werden.
12. Verfahren gemäß Anspruch 1 1 , dadurch gekennzeichnet, dass als Polyester Polycarbonat oder C2-C -Polyalkylenterephthalat, insbesondere Polybutylenterephthalat, eingesetzt werden.
13. Verfahren gemäß der Ansprüche 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass auf 100 Massenanteile wenigstens eines Polyesters 0,01 bis 2,5 Massenanteile 1 ,3- Dihydro-5,6-bis(((2-hydroxy-1 -naphthyl)methylen)amino-2H-benzimidazol-2- onato(2-)-N5,N6,05,06)nickel eingesetzt werden.
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