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Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Gehäuses oder Gehäusebestandteils, ein Verfahren zum Herstellen eines Kontakts, ein Gehäuse oder einen Gehäusebestandteil und einen Kontakt eines Push-Pull-Steckverbinders, einen Push-Pull-Steckverbinder und die Verwendung von bleifreiem Messing zum Herstellen von Bauteilen eines Push-Pull-Steckverbinders.
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Steckverbinder, insbesondere Push-Pull-Verbinder, sind dazu ausgelegt, einen an einem Kabel befestigten Stecker aufzunehmen. Eine mit dem Steckverbinder verbindbare Steckverbinderbuchse weist in der Regel eine Steckerbuchse auf, in die der Stecker zum Verbinden eingeführt wird. Um den Steckverbinder mit der Steckverbinderbuchse zu verbinden, wird der Steckverbinder in die Steckverbinderbuchse entlang einer Einsteckrichtung gedrückt, wonach dieser mit der Steckverbinderbuchse verriegelt. Ferner kann durch Ziehen des Steckverbinders entgegen der Einsteckrichtung die Verriegelung zwischen Steckverbinder und Steckverbinderbuchse gelöst werden.
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In einem Steckverbinder sind verschiedene Bauteile miteinander verbunden. Diese Bauteile müssen verschiedene Eigenschaften aufweisen, um ihre Funktion einwandfrei erfüllen zu können. So müssen beispielsweise die Gehäuseteile besonderen Anforderungen an die Festigkeit, Bearbeitbarkeit und Haptik genügen. Teile des Steckverbinders, die dazu ausgelegt sind, elektrischen Strom zu leiten, wie beispielsweise die Kontakte, müssen dagegen eine hohe elektrische Leitfähigkeit aufweisen und leicht zu bearbeiten sein.
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Die oben genannten Anforderungen werden in Push-Pull-Steckverbindern beispielsweise durch den Einsatz von Messing als Material des Gehäuses und der Kontakte erfüllt. Durch seine hohe elektrische Leitfähigkeit sowie seine mechanischen Eigenschaften eignet sich Messing gut zur Herstellung von Gehäuse und Kontakten eines Steckverbinders. Insbesondere wird Automatenmessing eingesetzt, also ein Legierungstyp aus Kupfer (Cu) und Zink (Zn) mit geringen Bleigehalten (Pb) von beispielsweise 1 bis 4 Massen-%. Der Zusatz von Blei sorgt für eine leichte Bearbeitbarkeit, insbesondere bei der Anwendung von Zerspanungstechniken, wie beispielsweise Drehen, Fräsen und Bohren. Dabei wirken Bleipartikel, die nicht gleichmäßig im Messing festkörpergelöst sind, als Spanbrecher und ermöglichen so die Erzeugung von kleinen Spänen. Vor allem bei Zerspanungstechniken, welche Drehbewegungen aufweisen, etwa Bohren und Drehen, kann auf diese Weise ein Umwickeln von langen Spanabschnitten um die Zerspanungswerkzeuge verhindert werden.
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Es ist allerdings nachteilig, Blei in Messing einzusetzen, da dieses eine erhöhte Toxizität aufweist. Insbesondere in Einsatzgebieten von Messing, in welchen häufiger Kontakt zu Anwendern auftritt, wie etwa dem Einsatz in der Trinkwasserversorgung oder bei der manuellen Bedienung von Steckverbindern und dem damit einhergehenden Hautkontakt, ist Blei zu vermeiden. Aufgrund dieser Toxizität ist zudem zu erwarten, dass der Einsatz von Blei in Messinglegierungen zukünftig regulatorisch unterbunden wird.
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Es besteht also ein Bedarf nach bleifreiem Messing zur Verwendung in Steckverbindern und insbesondere nach einem Herstellungsverfahren von Bauteilen eines Steckverbinders, welches Zerspanungstechniken umfasst und in welchem bleifreies Messing eingesetzt wird.
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Diese technische Problemstellung wird durch die in den Patentansprüchen vorgesehenen Ausführungsformen gelöst.
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Insbesondere wird hierin ein Verfahren zum Herstellen eines Gehäuses eines Push-Pull-Steckverbinders, ein Verfahren zum Herstellen eines Kontakts eines Push-Pull-Steckverbinders, ein Gehäuse und ein Kontakt eines Push-Pull-Steckverbinders, ein Push-Pull-Steckverbinder und eine Verwendung eines Messings zum Herstellen von Bauteilen eines Push-Pull-Steckverbinders bereitgestellt.
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In einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zum Herstellen eines Gehäuses oder eines Gehäusebestandteils eines Push-Pull-Steckverbinders bereitgestellt, umfassend:
- Zerspanen eines Metallwerkstücks, wobei
- das Metallwerkstück als Hauptbestandteil Messing enthält,
- wobei das Messing weniger als 0,1 Massen-% Blei enthält.
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In einem zweiten Aspekt der Erfindung wird ein Gehäuse oder Gehäusebestandteil eines Push-Pull-Steckverbinders bereitgestellt, welches erhalten ist durch:
- Zerspanen eines Metallwerkstücks, wobei
- das Metallwerkstück als Hauptbestandteil Messing enthält,
- wobei das Messing weniger als 0,1 Massen-% Blei enthält.
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Ein dritter Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Kontakts eines Push-Pull-Steckverbinders, umfassend:
- Zerspanen eines Metallwerkstücks, wobei
- das Metallwerkstück als Hauptbestandteil Messing enthält,
- wobei das Messing weniger als 0,1 Massen-% Blei enthält.
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Ein vierter Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft einen Kontakt eines Push-Pull-Steckverbinders, welcher erhalten ist durch:
- Zerspanen eines Metallwerkstücks, wobei
- das Metallwerkstück als Hauptbestandteil Messing enthält,
- wobei das Messing weniger als 0,1 Massen-% Blei enthält.
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Ein fünfter Aspekt der Erfindung beschreibt einen Push-Pull-Steckverbinder, umfassend mindestens einen Kontakt und ein Gehäuse oder einen Gehäusebestandteil gemäß eines der vorstehenden Aspekte.
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Weiterhin ist ein sechster Aspekt der vorliegenden Erfindung bereitgestellt, welche eine Verwendung eines Messings zum Herstellen von Bauteilen eines Push-Pull-Steckverbinders durch Zerspanen ist, wobei das Messing weniger als 0,1 Massen-% Blei enthält.
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Insbesondere können mit den vorstehend genannten Verfahren Bauteile, also Gehäuse oder Gehäusebestandteile und Kontakte, eines Push-Pull-Steckverbinders aus Messing hergestellt werden, welche einen Bleianteil von weniger als 0,1 Massen-% und damit eine stark verminderte Toxizität aufweisen. Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung von bleifreiem Messing für die Herstellung von Bauteilen von Push-Pull-Steckverbindern.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung ist der Begriff "Messing" nicht besonders eingeschränkt und umfasst jede Legierung aus Cu und Zn, welche mindestens 51 Massen-% Cu, sowie Zn als zweite Hauptkomponente, also dem zweithöchsten Massenanteil, enthält. Optional können weitere Elemente enthalten sein, welche für spezielle Eigenschaften sorgen.
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Das gemäß der vorliegenden Erfindung beschriebene Messing enthält weniger als 0,1 Massen-% Blei, bevorzugt weniger als 0,05 Massen-% Blei, und wird nachfolgend auch als "bleifrei" bezeichnet.
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In einem ersten Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum Herstellen eines Gehäuses oder Gehäusebestandteils eines Push-Pull-Steckverbinders, umfassend Zerspanen eines Metallwerkstücks, wobei das Metallwerkstück als Hauptbestandteil Messing enthält und wobei das Messing weniger als 0,1 Massen-% Blei enthält.
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In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht das Metallwerkstück aus bleifreiem Messing.
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In diesem Zusammenhang bezeichnet der Ausdruck "Zerspanen" des Metallwerkstücks das Abtrennen von einzelnen Spänen durch mechanische Kraftübertragung. Dabei wird typischerweise ein Werkzeug, das in der Lage ist, Späne von dem Metallwerkstück abzutragen, eingesetzt, wobei entweder das Werkstück oder das Werkzeug bewegt wird. Beispielsweise kann das Werkstück in Ruhe gehalten werden, entgegen oder mit der Drehrichtung des Werkzeuges bewegt werden. Weiterhin kann das Werkstück gedreht werden und das Werkzeug in Ruhe gehalten werden. Beispiele für das Zerspanen von Metall sind das Drehen, Bohren, Fräsen, Stoßen und Sägen. In dem erfindungsgemäßen Verfahren ist das Zerspanen vorzugsweise Bohren oder Drehen.
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Die Anwendung von Zerspanungstechniken bei der Herstellung von Bauteilen von Push-Pull-Steckverbindern ermöglicht eine hohe Genauigkeit der Abmessungen der Bauteile wie beispielsweise des Durchmessers und der Radien an Innenkanten. Weiterhin sind keine Formschrägen und Werkzeugtrennebenen vorhanden und die Erstellung von Hinterschnitten im Innenbereich wird ermöglicht.
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Ob ein Werkstück mit Zerspanungstechniken bearbeitet wurde, kann an den charakteristischen oberflächlichen Bearbeitungsspuren erkannt werden. So sind bei runden Bauteilen umlaufend Riefen erkennbar.
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Beim Zerspanen von bleifreiem Messing tritt häufig eine schlechte Zerspanbarkeit auf, d.h. die Späne brechen nur selten und können sich beispielsweise um das eingesetzte Werkzeug wickeln und so den Arbeitsgang behindern. Dieses Problem ist insbesondere beim Drehen und Bohren eines Werkstücks zu beobachten. Zusätzlich sind große Späne, die beim Zerspanen von bleifreiem Messing entstehen, schlecht aus dem Bearbeitungsraum entfernbar.
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Weiterhin enthält das bleifreie Messing in dem erfindungsgemäßen Verfahren Cu und Zn und bevorzugt eines oder mehrere von Si, P, Mn, Ni, Al, Fe und Sn. Wie bereits beschrieben, bilden Cu und Zn die Grundstruktur des Messings. Weitere Elemente können im Messing festkörpergelöst sein oder als Partikel vorliegen. Insbesondere die genannten bevorzugten Elemente Si, P, Mn, Ni und Al können dem Messing verbesserte mechanische Eigenschaften verleihen wie etwa eine erhöhte Zugfestigkeit und Dehngrenze. Außerdem kann der Zusatz dieser Elemente ähnlich wie im Fall von Bleipartikeln zu einer verbesserten Zerspanbarkeit führen, indem das rechtzeitige Brechen des erzeugten Spans hervorgerufen wird.
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In einer spezifischen Ausführungsform des vorstehend definierten Verfahrens besteht das bleifreie Messing aus Cu und Zn.
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In dem vorstehend beschriebenen Verfahren enthält das bleifreie Messing bevorzugt Cu in einem Anteil von 55 bis 85 Massen-%, mehr bevorzugt von 60 bis 80 Massen-% und am meisten bevorzugt in einem Anteil von 65 bis 80 Massen-%, und Zn in einem Anteil von 15 bis 45 Massen-%, mehr bevorzugt von 20 bis 40 Massen-% und am meisten bevorzugt von 20 bis 35 Massen-%. Wenn das Messing die genannte Zusammensetzung aufweist, sind eine besonders gute Festigkeit des Messings und des hergestellten Gehäuses und eine hervorragende Bearbeitbarkeit des Werkstücks gewährleistet.
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In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens enthält das bleifreie Messing Si in einem Anteil von 0,1 bis 10,0 Massen-%, bevorzugt von 0,2 bis 7,5 Massen-%, besonders bevorzugt von 0,3 bis 5,0 Massen-%, weiter bevorzugt von 0,5 bis 3,5 Massen-%, weiter bevorzugt von 1,0 bis 3,5 Massen-%, weiter bevorzugt von 1,5 bis 3,5 Massen-% und am meisten bevorzugt von 2,0 bis 3,5 Massen-%, und/oder P in einem Anteil von 0,01 bis 0,2 Massen-%, bevorzugt von 0,01 bis 0,15 Massen-%, besonders bevorzugt von 0,02 bis 0,1 Massen-%, weiter bevorzugt von 0,03 bis 0,09 Massen-% und am meisten bevorzugt von 0,04 bis 0,07 Massen-%, und/oder Mn in einem Anteil von 0,1 bis 5,0 Massen-%, bevorzugt von 0,5 bis 3,0 Massen-% und besonders bevorzugt von 1,0 bis 2,0 Massen-%, und/oder Ni in einem Anteil von 0,05 bis 1,0 Massen-%, bevorzugt von 0,15 bis 0,85 Massen-% und besonders bevorzugt von 0,3 bis 0,7 Massen-%, und/oder Al in einem Anteil von 0,05 bis 1,0 Massen-%, bevorzugt von 0,15 bis 0,85 Massen-% und besonders bevorzugt von 0,3 bis 0,7 Massen-%, und/oder Fe in einem Anteil von 0,1 bis 2,0 Massen-% und bevorzugt von 0,2 bis 1,5 Massen-%, und/oder Sn in einem Anteil von 0,1 bis 0,45 Massen-% und bevorzugt von 0,2 bis 0,4 Massen-% oder eine Kombination mehrerer oder aller der genannten Elemente in ihren vorstehend definierten Anteilen. Im Fall, dass die beschriebenen Gehalte erfüllt sind, kann eine verbesserte Zerspanbarkeit des Messings erreicht werden.
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Insbesondere sollte ein Ni-Anteil in dem Messing von 2,0 Massen-% nicht überschritten werden, da ein zu hoher Ni-Anteil zu einer verschlechterten Zerspanbarkeit führt.
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Bevorzugte Beispiele von erfindungsgemäßen bleifreien Messingzusammensetzungen schließen Legierungen ein wie CuZn34Mn2SiAlNi und CuZn21Si3P.
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In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens weist das Metallwerkstück eine Zugfestigkeit von mehr als 450 MPa und/oder eine Dehngrenze von mehr als 300 MPa und/oder einen Elastizitätsmodul von 90 bis 130 GPa auf. Besonders bevorzugt sind eine Zugfestigkeit von 500 MPa oder höher und/oder eine Dehngrenze von 350 MPa oder höher und/oder einen Elastizitätsmodul von 95 bis 120 GPa. Die Einhaltung dieser mechanischen Eigenschaften des Messing-Metallwerkstücks gewährleisten eine optimale Weiterverarbeitung und die vorteilhafte Eignung in der Anwendung in Push-Pull-Steckverbindern. Weiterhin kann im Rahmen der genannten mechanischen Eigenschaften durch Zerspanen eine optimale Oberflächenrauigkeit erreicht werden, um die Haptik für den Benutzer zu garantieren.
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Ein typisches Zerspanungsverfahren des beschriebenen Messings ist das Drehen. Dabei kann beispielsweise eine Schnittgeschwindigkeit vc von 200 m/min bei Vorschüben f von 0,05 bis 0,15 mm/Umdrehung (mm/U) und Schnitttiefen ap von 0,10 bis 2,00 mm eingestellt werden.
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Ein zweiter Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft ein Gehäuse oder Gehäusebestandteil eines Push-Pull-Steckverbinders, welches erhalten ist durch Zerspanen eines Metallwerkstücks, wobei das Metallwerkstück als Hauptbestandteil Messing enthält und wobei das Messing weniger als 0,1 Massen-% Blei enthält. Sofern nicht nachstehend anders angegeben finden die Definitionen und Ausführungsformen, welche für das vorstehend definierte erfindungsgemäße Verfahren zum Herstellen eines Gehäuses oder Gehäusebestandteils (1. Aspekt) beschrieben wurden, auch Anwendung auf das hierin beschriebene Gehäuse oder den Gehäusebestandteil.
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Das Gehäuse oder der Gehäusebestandteil der vorliegenden Erfindung ist dazu ausgelegt, weitere Bauteile des Push-Pull-Steckverbinders aufzunehmen und zu umgeben. Unter den Begriff Gehäusebestandteil fallen Bestandteile eines Gehäuses, die in ihrem Zusammenschluss die vollständige Funktion eines Gehäuses erfüllen. Beispiele für solche Gehäusebestandteile sind Ringe, wie etwa Abschirmungsringe, Buchsen und Hülsen sowie Verriegelungsteile.
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Ausführungsbeispiele von erfindungsgemäßen Gehäusebestandteilen eines Push-Pull-Steckverbinders sind in den Figuren 1 bis 3 gezeigt. Dabei zeigt die Figur 1 eine Klemmhülse, die Figur 2 einen Abschirmungsring und die Figur 3 ein Verriegelungsteil.
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In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Gehäuse oder der Gehäusebestandteil aus dem erfindungsgemäßen Verfahren, welches bereits beschrieben wurde, erhalten worden.
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Gemäß einem dritten Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum Herstellen eines Kontakts eines Push-Pull-Steckverbinders, umfassend Zerspanen eines Metallwerkstücks, wobei das Metallwerkstück als Hauptbestandteil Messing enthält und wobei das Messing weniger als 0,1 Massen-% Blei enthält.
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In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht das Metallwerkstück aus bleifreiem Messing.
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In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist das Zerspanen vorzugsweise Bohren, Drehen oder Fräsen.
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In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens enthält das bleifreie Messing Cu in einem Anteil von 55 bis 65 Massen-%, mehr bevorzugt von 57 bis 63 Massen-% und am meisten bevorzugt von 58 bis 62 Massen-%, und Zn in einem Anteil von 35 bis 45 Massen-%, mehr bevorzugt von 37 bis 43 Massen-% und am meisten bevorzugt von 38 bis 42 Massen-%. Wenn das Messing die genannte Zusammensetzung aufweist, sind eine besonders gute Festigkeit des Materials und des daraus hergestellten Gehäuses und eine hervorragende Bearbeitbarkeit des Werkstücks gewährleistet. Weiterhin kann durch diese bevorzugte Zusammensetzung eine hohe elektrische Leitfähigkeit des Messings sichergestellt werden. In Bezug auf eine optimale Zerspanbarkeit liegt der Cu-Anteil bei 58 Massen-% oder mehr und weniger als 60 Massen-% und der Zn-Anteil bei mehr als 40 Massen-% und 42 Massen-% oder weniger.
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Weiterhin enthält das bleifreie Messing in dem erfindungsgemäßen Verfahren Si und P und gegebenenfalls eines oder mehrere von Mn, Ni, Al, Te, S, Fe und Sn. Wie bereits beschrieben, bilden Cu und Zn die Grundstruktur des Messings. Weitere Elemente können im Messing festkörpergelöst sein oder als Partikel vorliegen. Insbesondere die Elemente Si, P, Mn, Ni und Al können dem Messing verbesserte mechanische Eigenschaften verleihen wie etwa eine erhöhte Zugfestigkeit und Dehngrenze. Außerdem kann der Zusatz dieser Elemente ähnlich wie im Fall von Bleipartikeln zu einer verbesserten Zerspanbarkeit führen, indem das rechtzeitige Brechen des erzeugten Spans hervorgerufen wird.
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Besonders bevorzugt für das erfindungsgemäße Verfahren zum Herstellen eines Kontakts ist eine bleifreie Messingzusammensetzung, welche aus Cu und Zn besteht. Weiterhin ist eine bleifreie Messingzusammensetzung besonders bevorzugt, welche ausgewählt ist aus CuTeP und CuSP.
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Bevorzugte Beispiele von erfindungsgemäßen bleifreien Messingzusammensetzungen für den Einsatz in dem vorstehend definierten Verfahren schließen Legierungen wie CuZn42 und CuZn40 ein, von denen insbesondere CuZn42 bevorzugt ist.
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Das Messing-Metallwerkstück in dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Herstellen eines Kontakts weist bevorzugt eine elektrische Leitfähigkeit von mehr als 18 % IACS, mehr bevorzugt von 20 % IACS oder mehr und besonders bevorzugt von 25 % IACS oder mehr auf. Eine hohe elektrische Leitfähigkeit ist insbesondere entscheidend für die Herstellung von Kontakten eines Push-Pull-Steckverbinders, da diese für die elektrische Übertragung zwischen Stecker und Verbinderbuchse verwendet werden.
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Eine elektrische Leitfähigkeit, welche in % IACS (International Annealed Copper Standard) angegeben ist, bezeichnet eine anteilige elektrische Leitfähigkeit in Bezug auf die Leitfähigkeit von reinem geglühten Kupfer von 100 % IACS = 58 × 106 S/m.
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Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens weist das Metallwerkstück eine Zugfestigkeit von mehr als 350 MPa und/oder eine Dehngrenze von mehr als 180 MPa und/oder einen Elastizitätsmodul von 95 bis 120 GPa auf. Besonders bevorzugt sind eine Zugfestigkeit von 400 MPa oder höher und/oder eine Dehngrenze von 200 MPa oder höher und/oder einen Elastizitätsmodul von 100 bis 110 GPa. Die Einhaltung dieser mechanischen Eigenschaften des Messing-Metallwerkstücks sorgen für eine optimale Weiterverarbeitung und Anwendung in Push-Pull-Steckverbindern. Weiterhin kann im Rahmen der genannten mechanischen Eigenschaften durch Zerspanen eine optimale Oberflächenrauigkeit erreicht werden. Insbesondere kann die Oberflächenrauigkeit optimiert werden, um den Verschleiß eines Bauteils über eine lange Lebensdauer (z.B. 5000 Steckzyklen eines Push-Pull-Steckverbinders) zu minimieren.
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Ein typisches Zerspanungsverfahren des beschriebenen Messings ist das Drehen. Dabei kann beispielsweise eine Schnittgeschwindigkeit zwischen 50 und 200 m/min bei Vorschüben von 0,02 bis 0,10 mm/U und Schnitttiefen von 0,30 bis 1,00 mm eingestellt werden.
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Ein vierter Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft einen Kontakt eines Push-Pull-Steckverbinders, welcher erhalten ist durch Zerspanen eines Metallwerkstücks, wobei das Metallwerkstück als Hauptbestandteil Messing enthält und wobei das Messing weniger als 0,1 Massen-% Blei enthält. Sofern nicht nachstehend anders angegeben, finden die Definitionen und Ausführungsformen, welche vorstehend für das erfindungsgemäße Verfahren zum Herstellen eines Kontakts (3. Aspekt) beschrieben wurden, auch Anwendung auf den hierin beschriebenen Kontakt.
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Der Kontakt der vorliegenden Erfindung ist dazu eingerichtet, elektrischen Strom zwischen dem Push-Pull-Steckverbinder und einem damit verbundenen Stecker zu übertragen. Der Kontakt kann in zwei Formen vorliegen, einer weiblichen Form, die dazu ausgelegt ist, ein männliches Gegenstück aufzunehmen, und einer männlichen Form, die dazu ausgelegt ist, in ein weibliches Gegenstück aufgenommen zu werden.
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Ausführungsbeispiele von erfindungsgemäßen Kontakten eines Push-Pull-Steckverbinders sind in den Figuren 4 und 5 gezeigt. Dabei zeigt die Figur 4 einen weiblichen Kontakt und die Figur 5 einen männlichen Kontakt.
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In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Kontakt aus dem erfindungsgemäßen Verfahren, welches vorstehend beschrieben wurde (3. Aspekt), erhalten worden.
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Gemäß einem fünften Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung einen Push-Pull-Steckverbinder, umfassend mindestens einen Kontakt und ein Gehäuse oder Gehäusebestandteil, wobei mindestens eines des mindestens einen Kontakts und des Gehäuses oder Gehäusebestandteils ausgewählt ist aus dem vorstehend beschriebenen Gehäuse oder Gehäusebestandteil (2. Aspekt) und dem bereits beschriebenen Kontakt (4. Aspekt).
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In einer weiteren Ausführungsform umfasst der erfindungsgemäße Push-Pull-Steckverbinder sowohl das vorstehend beschriebene Gehäuse oder Gehäusebestandteil (2. Aspekt) als auch den vorstehend beschriebenen Kontakt (4. Aspekt).
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Gemäß einem sechsten Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung eines Messings zum Herstellen von Bauteilen eines Push-Pull-Steckverbinders durch Zerspanen, wobei das Messing weniger als 0,1 Massen-% Blei enthält.
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Ein Bauteil eines Push-Pull-Steckverbinders ist insbesondere ein Gehäuse oder Gehäusebestandteil oder ein Kontakt. Abhängig vom herzustellenden Bauteil ist es erforderlich, dass das Messing spezifische Eigenschaften aufweist, um die jeweilige Funktion des Bauteils erfüllen zu können.
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In der Verwendung eines Messings zum Herstellen eines Gehäuses oder Gehäusebestandteils eines Push-Pull-Steckverbinders durch Zerspanen können die bevorzugten Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Herstellen eines Gehäuses oder Gehäusebestandteils eines Push-Pull-Steckverbinders angewandt werden, welche bereits vorstehend detailliert beschrieben wurden. Insofern ist die obige Beschreibung der bevorzugten Verfahrenseigenschaften nicht eingeschränkt auf das spezifische Verfahren, sondern kann weiterhin auf die Verwendung des Messings zum Herstellen eines Gehäuses oder Gehäusebestandteils oder auf das Gehäuse oder den Gehäusebestandteil selbst angewandt werden.
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Hinsichtlich der Verwendung eines Messings zum Herstellen eines Kontakts eines Push-Pull-Steckverbinders durch Zerspanen sind die vorstehenden Definitionen und Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Herstellen eines Kontakts eines Push-Pull-Steckverbinders ebenfalls anzuwenden. Insofern ist die obige Beschreibung der bevorzugten Verfahrenseigenschaften nicht eingeschränkt auf das spezifische Verfahren, sondern kann weiterhin auf die Verwendung des Messings zum Herstellen eines Kontakts oder auf den Kontakt selbst angewandt werden.
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Die Figuren zeigen:
- Figur 1 zeigt eine beispielhafte Klemmhülse nach der vorliegenden Erfindung.
- Figur 2 zeigt einen beispielhaften Abschirmungsring nach der vorliegenden Erfindung.
- Figur 3 zeigt ein beispielhaftes Verriegelungsteil nach der vorliegenden Erfindung.
- Figur 4 zeigt einen beispielhaften weiblichen Kontakt nach der vorliegenden Erfindung.
- Figur 5 zeigt einen beispielhaften männlichen Kontakt nach der vorliegenden Erfindung.
- Figur 6 zeigt verschiedene Spanformen, welche beim Zerspanen des Messings SW1 - CuZn21Si3P (Beispiel 1) erhalten worden sind.
- Figur 7 zeigt verschiedene Spanformen, welche beim Zerspanen des Messings S34 - CuZn34Mn2SiAlNi (Beispiel 2) erhalten worden sind.
- Figur 8 zeigt verschiedene Spanformen, welche beim Zerspanen des Messings M59 - CuZn42 (Beispiel 3) erhalten worden sind.
- Figur 9 zeigt verschiedene Spanformen, welche beim Zerspanen des Messings M60 - CuZn40 (Beispiel 4) erhalten worden sind.
- Figur 10 zeigt verschiedene Spanformen, welche beim Zerspanen des Messings CuZn39Pb3 (Referenzbeispiel 1) erhalten worden sind.
- Figur 11 zeigt die Oberflächenrauigkeit nach dem Drehen des Messings CuZn39Pb3 (Referenzbeispiel 1).
- Figur 12 zeigt verschiedene Spanformen, welche beim Zerspanen des Werkstoffs K55 - CuNi3SiMg (Referenzbeispiel 2) erhalten worden sind.
Beispiele
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Im Folgenden wird die vorliegende Erfindung im Detail in Bezug auf Beispielausführungen beschrieben. Insbesondere wurden verschiedene Messingwerkstoffe zerspant und ihre Spanform beurteilt. Weiterhin wurde die Oberflächenrauigkeit des Werkstücks nach dem Zerspanen gemessen.
Messverfahren:
Werkstoffzusammensetzung:
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In den folgenden Beispielen wurden (Messing-)werkstoffe des Herstellers Wieland verwendet wie in jedem Beispiel angegeben. Die aufgeführten Zusammensetzungen entsprechen den Angaben des Herstellers.
Spanformen und Beurteilung dieser:
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Zur Ermittlung der Zerspanbarkeit des jeweiligen Werkstoffs wurde ein Musterwerkstück mit verschiedenen Schnitttiefen ap und Vorschüben f gedreht und die daraus abgetrennten Späne wurden gesammelt. Die Schnittgeschwindigkeit wurde in Abhängigkeit des Werkstoffes eingestellt. Diese wurden fotografiert und in den
Figuren 5 bis 10 dargestellt. Weiterhin wurden der Drehprozess in Bezug auf seine Zerspanbarkeit beurteilt und die Zerspanbarkeit in 4 Gruppen eingeteilt:
| unbrauchbar | Span bricht nicht und bildet als langer, breiter Span ungleichmäßige Knäuel, welche sich um die Werkzeuge wickeln können. |
| kritisch | Span bricht nicht und bildet als langer, dünner Span gleichmäßige Knäuel, welche sich mit geringerer Wahrscheinlichkeit um die Werkzeuge wickeln können. |
| brauchbar | Span bricht nicht, liegt jedoch sehr eng um die eigene Achse gedreht vor, was ein Umwickeln der Werkzeuge mit hoher Wahrscheinlichkeit verhindert. |
| gut | Span bricht regelmäßig, Umwickeln der Werkzeuge wird verhindert und entstehende Späne sind leicht entfernbar. |
Zerspanungsprozess:
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Der durchgeführte Zerspanungsprozess war ein Drehprozess und insbesondere ein Außenlängsdrehprozess mit den folgenden Parametern:
| Maschine: | CINCOM L20 (Beispiele 1 und 2) |
| | CINCOM L12 (Beispiele 3 und 4, Referenzbeispiel 2) |
| | OPTIturn TH3309 (Referenzbeispiel 1) |
| Kühlschmierstoff: | ECOCUT 216 (zur Verminderung der Reibung und Verbesserung der Wärmeabfuhr) |
| Werkzeuggeometrie: | VCGX 11 03 02-AL H10 |
| Schneidstoff: | Hartmetall |
| Vorschub: | variabel |
| Schnitttiefe: | variabel |
| Schnittgeschwindigkeit: | variabel |
Oberflächenrauigkeit:
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Bei früheren bleifreien Legierungsvarianten konnte die gewünschte "Rauheit" wie von bleihaltigen Werkstoffen nicht erreicht werden. Anzeichen von ausgerissenen Teilchen sind zu erkennen gewesen sowie ein erhöhter Werkzeugverschleiß. Um eine mit bleihaltigen Legierungen vergleichbare Oberflächengüte zu erreichen, mussten die Prozessparameter beim Zerspanen verändert werden. Je nach Legierungszusammensetzung gab es bei gleichen Prozessparametern unterschiedliche Oberflächengüten.
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Die Oberflächenrauigkeit wurde mit dem folgenden Messverfahren bestimmt:
Die Oberfläche wurde visuell überprüft und die Oberflächenrauigkeit mittels eines Oberflächenrauheitsmessgeräts mit Tastnadel nach ISO 4288:1996 gemessen.
Beispiel 1: SW1 - CuZn21Si3P (Verfahren zum Herstellen eines Gehäuse(-bestandteils) - 1. Aspekt)
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In Beispiel 1 wurde der Messingwerkstoff SW1 - CuZn21Si3P Ecobrass des Herstellers Wieland verwendet. Dieser besteht aus den in Tabelle 1 gezeigten Bestandteilen. Die Spanformen bei variablen Schnitttiefen und Vorschüben sind in
Figur 6 gezeigt und die dazugehörigen Oberflächenrauigkeiten sowie eine Beurteilung der Zerspanbarkeit sind in den Tabellen 2 und 3 aufgeführt. Der Drehprozess wurde mit einer Schnittgeschwindigkeit von v = 200 m/min durchgeführt. Es wurden Schnitttiefen von 0,10 bis 2,00 mm sowie Vorschübe von 0,05 bis 0,15 mm/U getestet. SW1 weist eine Zugfestigkeit von ≥ 670 MPa, eine Dehngrenze von ≥ 400 MPa, einen Elastizitätsmodul von 100 GPa und eine elektrische Leitfähigkeit von 7,8 % IACS auf.
Tabelle 1: Zusammensetzung von SW1 - CuZn21Si3P | Element | Massenanteil / Massen-% |
| Cu | 76,0 |
| Zn | 20,95 |
| Si | 3,0 |
| P | 0,05 |
| Pb | < 0,09 |
Beispiel 2: S34 - CuZn34Mn2SiAlNi (Verfahren zum Herstellen eines Gehäuse(-bestandteils) - 1. Aspekt)
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In Beispiel 2 wurde der Messingwerkstoff S34 - CuZn34Mn2SiAlNi des Herstellers Wieland verwendet. Dieser besteht aus den in Tabelle 4 gezeigten Bestandteilen. Die Spanformen bei variablen Schnitttiefen und Vorschüben sind in
Figur 7 gezeigt und die dazugehörigen Oberflächenrauigkeiten sowie eine Beurteilung der Zerspanbarkeit sind in den Tabellen 5 und 6 aufgeführt. Der Drehprozess wurde mit einer Schnittgeschwindigkeit von v = 200 m/min durchgeführt. Es wurden Schnitttiefen von 0,10 bis 2,00 mm sowie Vorschübe von 0,05 bis 0,15 mm/U getestet. S34 weist eine Zugfestigkeit von 450 bis 650 MPa, eine Dehngrenze von 200 bis 450 MPa, einen Elastizitätsmodul von 117 GPa und eine elektrische Leitfähigkeit von 20 % IACS auf.
Tabelle 4: Zusammensetzung von S34 - CuZn34Mn2SiAlNi | Element | Massenanteil / Massen-% |
| Cu | 62,0 |
| Zn | 34,5 |
| Mn | 1,5 |
| Si | 0,5 |
| Al | 0,5 |
| Ni | 0,5 |
| Fe | 0,5 |
| Pb | < 0,10 |
Beispiel 3: M59 - CuZn42 (Verfahren zum Herstellen eines Kontakts - 3. Aspekt)
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In Beispiel 3 wurde der Messingwerkstoff M59 - CuZn42 des Herstellers Wieland verwendet (Werkstoffnorm DIN EN 12164 (Stange) bzw. DIN EN 12166 (Draht)). Dieser besteht aus den in Tabelle 7 gezeigten Bestandteilen. Die Spanformen bei variablen Schnitttiefen und Vorschüben sind in
Figur 8 gezeigt und die dazugehörigen Oberflächenrauigkeiten sowie eine Beurteilung der Zerspanbarkeit sind in den Tabellen 8 und 9 aufgeführt. Der Drehprozess wurde mit einer Schnittgeschwindigkeit von v = 50 - 100 m/min durchgeführt. Es wurden Schnitttiefen von 0,30 bis 1,00 mm sowie Vorschübe von 0,02 bis 0,10 mm/U getestet. M59 weist eine Zugfestigkeit von ≥ 360 bis 680 MPa, eine Dehngrenze von ≥ 200 bis 560 MPa, einen Elastizitätsmodul von 107 GPa und eine elektrische Leitfähigkeit von 24 % IACS auf.
Tabelle 7: Zusammensetzung von M59 - CuZn42 | Element | Massenanteil / Massen-% |
| Cu | 58,0 |
| Zn | 42,0 |
| Pb | < 0,10 |
Beispiel 4: M60 - CuZn40 (Verfahren zum Herstellen eines Kontakts - 3. Aspekt)
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In Beispiel 4 wurde der Messingwerkstoff M60 - CuZn40 des Herstellers Wieland verwendet. Dieser besteht aus den in Tabelle 10 gezeigten Bestandteilen. Die Spanformen bei variablen Schnitttiefen und Vorschüben sind in
Figur 9 gezeigt und die dazugehörigen Oberflächenrauigkeiten sowie eine Beurteilung der Zerspanbarkeit sind in den Tabellen 11 und 12 aufgeführt. Der Drehprozess wurde mit einer Schnittgeschwindigkeit von v = 50 - 100 m/min durchgeführt. Es wurden Schnitttiefen von 0,30 bis 1,00 mm sowie Vorschübe von 0,02 bis 0,10 mm/U getestet. M60 weist eine Zugfestigkeit von 360 bis 500 MPa, eine Dehngrenze von 300 bis 350 MPa, einen Elastizitätsmodul von 95 GPa und eine elektrische Leitfähigkeit von 25 % IACS auf.
Tabelle 10: Zusammensetzung von M60 - CuZn40 | Element | Massenanteil / Massen-% |
| Cu | 60,0 |
| Zn | 40,0 |
| Pb | < 0,10 |
Referenzbeispiel 1: CuZn39Pb3
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In Referenzbeispiel 1 wurde der bleihaltige Messingwerkstoff CuZn39Pb3 des Herstellers Wieland verwendet. Dieser besteht aus den in Tabelle 13 gezeigten Bestandteilen. Die Spanformen bei variablen Schnitttiefen und Vorschüben sind in
Figur 10 gezeigt und die dazugehörigen Oberflächenrauigkeiten sind in der
Figur 11 dargestellt. Die Prozessbeurteilung war im untersuchten Prozessfenster gut. Der Drehprozess wurde mit einer Schnittgeschwindigkeit von v = 190 m/min durchgeführt. Es wurden Schnitttiefen von 0,20 bis 2,50 mm sowie Vorschübe von 0,1 bis 0,4 mm/U getestet. CuZn39Pb3 weist eine Zugfestigkeit von ≥ 500 MPa, eine Dehngrenze von >_ 350 MPa, einen Elastizitätsmodul von 96 GPa und eine elektrische Leitfähigkeit von 25 % IACS auf.
Tabelle 13: Zusammensetzung von CuZn39Pb3 | Element | Massenanteil / Massen-% |
| Cu | 57,5 |
| Zn | 39,2 |
| Pb | 3,3 |
Referenzbeispiel 2: K55 - CuNi3SiMg
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In Referenzbeispiel 2 wurde der Werkstoff K55 - CuNi3SiMg des Herstellers Wieland verwendet, welcher kein Messing ist. Dieser besteht aus den in Tabelle 14 gezeigten Bestandteilen. Die Spanformen bei variablen Schnitttiefen und Vorschüben sind in Figur 12 gezeigt und die dazugehörigen Oberflächenrauigkeiten sowie eine Beurteilung der Zerspanbarkeit sind in den Tabellen 15 und 16 aufgeführt. Der Drehprozess wurde mit einer Schnittgeschwindigkeit von v = 200 m/min durchgeführt. Es wurden Schnitttiefen von 0,30 bis 1,00 mm sowie Vorschübe von 0,02 bis 0,10 mm/U getestet. K55 weist eine Zugfestigkeit von 500 bis 950 MPa, eine Dehngrenze von 400 bis 860 MPa, einen Elastizitätsmodul von 130 GPa und eine elektrische Leitfähigkeit von 50 % IACS auf.
Tabelle 14: Zusammensetzung von K55 - CuNi3SiMg | Element | Massenanteil / Massen-% |
| Cu | 96,2 |
| Ni | 3,0 |
| Si | 0,65 |
| Mg | 0,15 |
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Wie aus den Tabellen 3, 6, 9, 12 und 16 sowie den Figuren 5 bis 9 und 11 ersichtlich ist, konnten die untersuchten Werkstoffe, welche die Eigenschaften der vorliegenden Erfindung erfüllten, in spezifischen Prozessfenstern unter Erzeugung brauchbarer Spanformen zerspant werden. Das bleihaltige Messing in Referenzbeispiel 1 wies eine gute Zerspanbarkeit auf, während der Werkstoff K55 in Referenzbeispiel 2 nicht brauchbar verarbeitet werden konnte. Es ist weiterhin zu bemerken, dass M59 eine bessere Zerspanbarkeit aufweist als M60.