Trocknungsmodul, Durchlauftrocknungsanlage und Verfahren zum Trocknen von lackierten Werkstücken und/oder lackierten Baugruppen
Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft ein Trocknungsmodul für eine Durchlauftrocknungsanlage zum Trocknen von lackierten Werkstücken und/oder lackierten Baugruppen, insbesondere von lackierten Fahrzeugkarosserien, aufweisend wenigstens ein Modulgehäuse, wenigstens einen Trocknungstunnel, der bezüglich seiner Längserstreckung radial außen von dem Modulgehäuse umschlossen ist und in dem durch den Trocknungstunnel durchlaufende lackierte lackierten Werkstücken bzw. Baugruppen mit einer Trocknungsluft beaufschlagbar sind, und wenigstens einen zwischen dem Modulgehäuse und dem Trocknungstunnel angeordneten Zwischenraum. Zudem betrifft die Erfindung eine Durchlauftrocknungsanlage zum Trocknen von lackierten Werkstücken und/oder lackierten Baugruppen, insbesondere von lackierten Fahrzeugkarosserien. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Trocknen von lackierten Werkstücken und/oder lackierten Baugruppen, insbesondere von lackierten Fahrzeugkarosserien, unter Verwendung von wenigstens einem Trocknungsmodul einer Durchlauftrocknungsanlage.
Stand der Technik
Um ein Aushärten von Beschichtungen, im Folgenden insgesamt als Lackierungen bezeichnet, auf Substraten, wie beispielsweise Fahrzeugkarosserien, zu beschleunigen, ist es bekannt, beschichtete Substrate in einer Durchlauftrocknungsanlage mit einer heißen Trocknungsluft zu beaufschlagen. Diese Trocknung findet insbesondere in der Automobilherstellung Anwendung, beispielsweise zum Trocknen von unter Verwendung eines kathodischen Tauchlackierungsverfahrens lackierten Fahrzeugkarosserien.
Beispielsweise ist aus DE 20 2011 104 983 U1 eine herkömmliche Durchlaufanlage zum Trocknen von lackierten Fahrzeugkarosserien bekannt. Die Anlage weist einen Durchlauftrockner und separat davon angeordnete Mittel zum Erzeugen einer heißen Trocknungsluft, die über Trocknungsluftleitungen mit dem Durchlauftrockner verbunden sind, um heiße Trocknungsluft dem Durchlauftrockner zuführen und von diesem abführen zu können.
Ein Nachteil einer solchen herkömmlichen Trocknungsanlage besteht darin, dass über die relativ viel Wärme über die Trocknungsluftleitungen an die Umgebung verloren geht, was die Energieeffizienz einer solche herkömmlichen Trocknungsanlage beeinträchtigt.
Offenbarung der Erfindung
Eine Aufgabe der Erfindung ist es, eine energieeffizientere Trocknung von lackierten Werkstücken und/oder lackierten Baugruppen, insbesondere von lackierten Fahrzeugkarosserien, unter geringerem Montageaufwand zu ermöglichen.
Diese Aufgabe wird durch die unabhängigen Patentansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den abhängigen Patentansprüchen, der nachfolgenden Beschreibung und den Figuren wiedergegeben, wobei diese Ausgestaltungen jeweils für sich genommen oder Kombination von wenigstens zwei dieser Ausgestaltungen miteinander einen vorteilhaften und/oder weiterbildenden Aspekt der Erfindung darstellen können. Vorteilhafte Ausgestaltungen des Trocknungsmoduls bzw. der Durchlauftrocknungsanlage können dabei vorteilhaften Ausgestaltungen des Verfahrens entsprechen, und umgekehrt, auch wenn hierauf im Folgenden nicht explizit hingewiesen wird.
Ein erfindungsgemäßes Trocknungsmodul für eine Durchlauftrocknungsanlage zum Trocknen von lackierten Werkstücken und/oder lackierten Baugruppen, insbesondere von lackierten Fahrzeugkarosserien, weist wenigstens ein Modulgehäuse, wenigstens einen Trocknungstunnel, der bezüglich seiner Längserstreckung radial außen von dem Modulgehäuse umschlossen ist und in dem durch den Trocknungstunnel durchlaufende lackierte Werkstücke bzw. Baugruppen mit einer Trocknungsluft beaufschlagbar sind, und wenigstens einen zwischen dem Modulgehäuse und dem Trocknungstunnel angeordneten Zwischenraum auf, wobei der Zwischenraum unter Ausbildung von wenigstens einem Trocknungsluftkreislauf über wenigstens einen Lufteinlass des Trocknungstunnels und über wenigstens einen Luftauslass des Trocknungstunnels kommunizierend mit dem Trocknungstunnel verbunden ist und in dem Zwischenraum wenigstens ein Trocknungsluftgebläse, mit dem die Trocknungsluft innerhalb des Trocknungsluftkreislaufs umwälzbar ist, und wenigstens eine elektrische Trocknungsluftheizeinrichtung, mit der die Trocknungsluft innerhalb des Zwischenraums aufheizbar ist, jeweils zumindest teilweise angeordnet sind.
Erfindungsgemäß wird ein Trocknungsluftkreislauf vollständig innerhalb des Trocknungsmoduls bzw. des Modulgehäuses des Trocknungsmoduls aufgebaut. Daher sind gemäß der Erfindung separat zu dem Trocknungsmodul angeordnete Mittel zum Erzeugen einer heißen Trocknungsluft und Trocknungsluftleitungen zum Verbinden des Trocknungsmoduls mit den separat zu dem Trocknungsmodul angeordneten Mitteln zum Erzeugen einer heißen Trocknungsluft überflüssig und nicht vorhanden. Hierdurch entfällt ein Wärmeverlust über solche Mittel und Trocknungsluftleitungen, wodurch das erfindungsgemäße Trocknungsmodul deutlich energiesparender bzw. energieeffizienter als herkömmliche Trocknungsmodule betrieben werden kann.
Durch den Entfall von Mitteln zum Erzeugen einer heißen Trocknungsluft und der Trocknungsluftleitungen kann eine das erfindungsgemäße Trocknungsmodul bzw. erfindungsgemäße Trocknungsmodule aufweisende Durchlauftrocknungsanlage zudem deutlich platzsparender ausgebildet und unter deutlich verringertem Montageaufwand installiert werden. Durch die erfindungsgemäße Verwendung einer elektrischen Trocknungsluftheizeinrichtung wird dieser Montageaufwand noch weitergehender verringert, da die elektrische Trocknungsluftheizeinrichtung auf einfache Art und Weise lediglich mit einem vorhandenen elektrischen Netz verbunden werden muss. Es ist kein Anschluss der elektrischen Trocknungsluftheizeinrichtung an fluidführende Systeme erforderlich, so dass letztendlich auch die Installation solcher fluidführender Systeme entfallen kann, was den Montageaufwand weiter verringert. Auch in einem Reparatur- und/oder Wartungsfall muss bei dem erfindungsgemäßen Trocknungsmodul nicht die elektrische Trocknungsluftheizeinrichtung von fluidführenden Systemen getrennt werden, so dass der mit dem erfindungsgemäßen Trocknungsmodul verbundene Reparatur- und/oder Wartungsaufwand gegenüber herkömmlichen Trocknungsmodulen reduziert ist. Insgesamt lassen sich unter Verwendung eines oder mehrerer erfindungsgemäßer Trocknungsmodule somit Montage- und Betriebskosten einer Durchlauftrocknungsanlage zum Trocknen von lackierten Werkstücken und/oder lackierten Baugruppen, insbesondere von lackierten Fahrzeugkarosserien, lackierten Karosseriebauteilen oder anderweitigen lackierten Fahrzeugbauteilen, deutlich reduzieren.
Das Modulgehäuse ist vorzugsweise ebenfalls derart thermisch isolierend ausgebildet, dass Wärmeverluste über das Modulgehäuse weitestgehend reduziert sind. Beispielsweise kann das Modulgehäuse teilweise oder vollständig entsprechend DE 10 2014 015 705 A1 ausgebildet bzw. mit entsprechend ausgebildeten Wandungen versehen
sein. Der Inhalt von DE 10 2014 015 705 A1 wird hiermit durch Bezugnahme vollständig in die vorliegende Anmeldung aufgenommen. Das Modulgehäuse kann insbesondere quaderförmig ausgebildet sein und zumindest eine Decke, einen Boden und zwei Seitenwände aufweisen. Die Dimensionierungen des Modulgehäuses können derart gewählt sein, dass das Trocknungsmodul als Ganzes mit einem Transportfahrzeug, insbesondere einem Lastkraftwagen, transportierbar ist. So kann das Trocknungsmodul herstellerseitig weitestgehend oder vollständig vorgefertigt, dann zu dem jeweiligen Einsatzort transportiert und dort auf einfache Art und Weise sowie unter geringem Zeitaufwand installiert werden. Um eine Länge des Modulgehäuses parallel zu der Längserstreckung des Trocknungstunnels an den jeweiligen Anwendungsfall anpassen zu können, können die Decke, der Boden und/oder die Seitenwände zumindest teilweise modular aufgebaut sein, so dass die Länge des Modulgehäuses durch die Anzahl von verwendeten Deckenmodulen, Bodenmodulen und/oder Seitenwandmodulen festlegbar ist.
Der Trocknungstunnel kann beispielsweise mittig durch das Modulgehäuse verlaufen. Dabei kann der Trocknungstunnel derart ausgebildet sein, dass die Längsrichtungen von durch den Trocknungstunnel durchlaufenden lackierten Fahrzeugkarosserien parallel oder quer zu der Längserstreckung des Trocknungstunnels ausgerichtet sind. Der Trocknungstunnel kann durch eine Decke, einen Boden und Seitenwände des Modulgehäuses radial außen umschlossen sein. Der Trocknungstunnel kann seitlich durch jeweils eine Zwischenwand begrenzt sein, an der ein oder mehrere Lufteinlässe angeordnet sein können, um die durch den Trocknungstunnel durchlaufenden lackierten Werkstücke bzw. Baugruppen mit der Trocknungsluft beaufschlagen zu können. Der Zwischenraum des Trocknungsmoduls kann beispielsweise zwischen einet solchen Zwischenwand und einer Seitenwand des Modulgehäuses angeordnet sein. Der wenigstens eine Lufteinlass des Trocknungstunnels kann an der Zwischenwand ausgebildet sein. Dabei kann der Lufteinlass als einfache Durchbrechung an der Zwischenwand oder als an einer Durchbrechung der Zwischenwand angeordnete Luftdüse ausgebildet sein.
Der Zwischenraum, der Trocknungstunnel, der wenigstens eine Lufteinlass des Trocknungstunnels und der wenigstens eine Luftauslass des Trocknungstunnels bilden Abschnitte des innerhalb des Trocknungsmoduls bzw. Modulgehäuses ausgebildeten Trocknungsluftkreislaufs, innerhalb dem die Trocknungsluft mittels des Trocknungsluft-
gebläses umwälzbar ist. Der Zwischenraum kann unmittelbar oder mittelbar über den wenigstens einen Lufteinlass des Trocknungstunnels und/oder unmittelbar oder mittelbar über den wenigstens einen Luftauslass des Trocknungstunnels kommunizierend mit dem Trocknungstunnel verbunden sein.
Das Trocknungsluftgebläse ist teilweise oder vollständig innerhalb des Zwischenraums angeordnet. Beispielsweise kann ein Laufrad bzw. Schaufelrad des Trocknungsluftgebläses, mit dem die Trocknungsluft innerhalb des Trocknungsluftkreislaufs umwälzbar ist, vollständig innerhalb des Zwischenraums angeordnet sein, während ein das Laufrad bzw. Schaufelrad antreibender Elektromotor des Trocknungsluftgebläses teilweise innerhalb des Zwischenraums und teilweise außerhalb des Zwischenraums, insbesondere teilweise außerhalb des Modulgehäuses, oder vollständig innerhalb oder außerhalb des Zwischenraums, insbesondere vollständig außerhalb des Modulgehäuses angeordnet sein kann. Das Trocknungsmodul kann auch zwei oder mehr Trocknungsluftgebläse aufweisen.
Die elektrische Trocknungsluftheizeinrichtung ist teilweise oder vollständig innerhalb des Zwischenraums angeordnet. Die elektrische Trocknungsluftheizeinrichtung kann wenigstens eine Heizwiderstandeinheit aufweisen, mit der die Trocknungsluft innerhalb des Zwischenraums aufheizbar ist. Das Trocknungsmodul kann auch zwei oder mehr elektrische Trocknungsluftheizeinrichtungen aufweisen.
Das erfindungsgemäße Trocknungsmodul eignet sich insbesondere für eine Durchlauftrocknungsanlage zum Trocknen von lackierten Werkstücken und/oder lackierten Baugruppen, insbesondere von lackierten Fahrzeugkarosserien. Selbstverständlich kann mit dem Trocknungsmodul eine thermische Behandlung von Werkstücken zu einem anderen Zweck als zum Trocknen eines Lacks bzw. einer Beschichtung durchgeführt werden, beispielsweise zum Aushärten eines Klebstoffs oder dergleichen. Dabei ist im Rahmen der Anmeldung unter einem Lack jegliche aushärtbare Beschichtung zu verstehen, beispielsweise eine Grundierung, ein Decklack, ein Schutzlack oder dergleichen.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung ist der Zwischenraum zwischen einer Seitenwand des Modulgehäuses und einer den Trocknungstunnel seitlich begrenzenden Zwischenwand angeordnet, wobei der wenigstens eine Lufteinlass des Trocknungs-
tunnels an der Zwischenwand angeordnet ist. Es kann auf beiden Seiten des Trocknungstunnels jeweils eine solche Zwischenwand bzw. ein entsprechender Zwischenraum vorhanden sein, in denen jeweils wenigstens ein Trocknungsluftgebläse und wenigstens eine elektrische Trocknungsluftheizeinrichtung vorhanden sind. Alternativ kann der Zwischenraum oberhalb oder unterhalb des Trocknungstunnels vorhanden sein.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist an einer dem Trocknungstunnel zugewandten Seite der Zwischenwand wenigstens eine Infrarotstrahleinheit angeordnet. Die ebenfalls elektrisch ansteuerbare Infrarotstrahleinheit kann beispielsweise in einem Bereich der Seitenwand angeordnet sein, in dem nicht auf einer gegenüberliegenden Seite der Zwischenwand das wenigstens eine Trocknungsluftgebläse und die wenigstens eine elektrische Trocknungsluftheizeinrichtung unmittelbar angeordnet sind. Beispielsweise kann die Infrarotstrahleinheit bezüglich einer Durchlaufrichtung der lackierten Werkstücke bzw. Baugruppen eingangsseitig in dem Trocknungstunnel angeordnet sein, um eine Vorheizzone ausbilden zu können, nach deren Erreichen eine Heizzone folgen kann, in der das wenigstens eine Trocknungsluftgebläse und die wenigstens eine elektrische Trocknungsluftheizeinrichtung angeordnet sind. An der dem Trocknungstunnel zugewandten Seite der Zwischenwand können auch zwei oder mehr Infrarotstrahleinheiten verteilt angeordnet sein.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist das Trocknungsluftgebläse und/oder die elektrische Trocknungsluftheizeinrichtung von außerhalb des Modulgehäuses bestimmungsgemäß an dem Trocknungsmodul montierbar bzw. von dem Trocknungsmodul demontierbar. Dies macht es beispielsweise möglich, im Falle einer Reparatur das Trocknungsluftgebläse und/oder die elektrische Trocknungsluftheizeinrichtung von außerhalb des Modulgehäuses von dem Trocknungsmodul zu entfernen und gegen ein funktionsfähiges Trocknungsluftgebläse bzw. eine funktionsfähige elektrische Trocknungsluftheizeinrichtung auszutauschen. Dabei kann das Trocknungsmodul derart ausgebildet sein, dass das Trocknungsluftgebläse und die elektrische Trocknungsluftheizeinrichtung unabhängig voneinander oder als Baugruppe gemeinsam von außerhalb des Modulgehäuses montierbar bzw. demontierbar an dem Trocknungsmodul angeordnet sind. Durch diese Montierbarkeit bzw. Dementierbarkeit des Trocknungsluftgebläses und/oder der elektrischen Trocknungsluftheizeinrichtung von außerhalb des Modulgehäuses kann beispielsweise im Schadensfall ein schneller Austausch
eines defekten Trocknungsluftgebläses und/oder einer defekten elektrischen Trocknungsluftheizeinrichtung erfolgen, so dass eine entsprechend ausgestattete Durchgangstrocknungsanlage schnell wieder im normalen Trocknungsbetrieb betrieben werden kann, also ohne dass lange Ausfallzeiten gegeben sind, in denen sich das Trocknungsmodul abkühlen würde, was nachteilig mit einem erhöhten Energiebedarf für das anschließende Wiederaufheizen des Trocknungstunnels bzw. diesen begrenzender Bauteile verbunden wäre.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung weist das Trocknungsmodul wenigstens eine Heizzone und wenigstens eine bezüglich der Längserstreckung des Trocknungstunnels der Heizzone vor- oder nachgeschaltete Haltezone auf, wobei das Trocknungsluftgebläse und die elektrische Trocknungsluftheizeinrichtung in der Heizzone angeordnet sind. In der Heizzone kann eine maximale Trocknungslufttemperatur hergestellt werden, um eine bestimmte thermische Behandlung, insbesondere Trocknung, herbeizuführen. In einer der Heizzone nachgeschalteten Haltezone kann das in der Heizzone aufgeheizte lackierte Werkstück bzw. die in der Heizzone aufgeheizte lackierte Baugruppe, insbesondere die lackierte Fahrzeugkarosserie, auf einer gewünschten Temperatur gehalten werden, wozu weniger Energie erforderlich ist. Eine Länge der Heizzone kann im Wesentlichen einer Länge der Haltezone sein. Das Trocknungsmodul kann auch zwei oder mehr Heizzonen und/oder Haltezonen aufweisen. Die Heizzonen und die Haltezonen können beispielsweise im Wechsel angeordnet sein.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung weist das Trocknungsmodul wenigstens eine bodenseitige Fördereinheit auf, mit der die lackierten Werkstücke bzw. Baugruppen durch den Trocknungstunnel förderbar sind. Die Fördereinheit kann durch den Trocknungstunnel verlaufende Schienen und auf den Schienen geführte Schlitten aufweisen, die jeweils zum Tragen eines lackierten Werkstücks bzw. einer lackierten Baugruppe, insbesondere einer lackierten Fahrzeugkarosserie, verwendbar sind. Die Fördereinheit kann als Längsfördereinheit, bei der die Längsrichtungen der geförderten lackierten Fahrzeugkarosserien parallel zur Längserstreckung des Trocknungstunnels ausgerichtet sind, oder als Querfördereinheit, bei der die Längsrichtungen der geförderten lackierten Fahrzeugkarosserien quer zur Längserstreckung des Trocknungstunnels ausgerichtet sind, ausgebildet sein. Die Fördereinheit kann herkömmlich ausgebildet sein.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist an wenigstens einer quer zu der Längserstreckung des Trocknungstunnels verlaufenden Stirnwand des Trocknungsmoduls wenigstens eine Schiebetür angeordnet, mit der eine an der Stirnwand angeordnete Durchgangsöffnung wahlweise verschließbar oder zumindest teilweise freigebbar ist. Im Trocknungsbetrieb des Trocknungsmoduls kann die Schiebetür die stirnseitige Durchgangsöffnung freigeben, um die lackierten Werkstücke bzw. Baugruppen in das Trocknungsmodul bzw. aus dem Trocknungsmodul heraus bewegen zu können. Das Trocknungsmodul kann beispielsweise am Anfang oder am Ende einer Durchlauftrockneranlage angeordnet werden, so dass die Durchlauftrocknungsanlage außerhalb des Trocknungsbetriebs endseitig mittels der Schiebetür geschlossen werden kann, um die Wärme innerhalb der Trocknungsanlage zu halten. Dies reduziert den Energieaufwand für das Aufheizen der Durchlauftrocknungsanlage vor einer Wiederaufnahme des Trocknungsbetriebs. Dabei kann insbesondere ein entsprechendes Trocknungsmodul am Anfang der Durchlauftrocknungsanlage und ein weiteres entsprechendes Trocknungsmodul am Ende der Durchlauftrocknungsanlage angeordnet sein. Alternativ können beiden Stirnwänden des Trocknungsmoduls entsprechende Schiebetüren angeordnet sein. Hierdurch kann das Trocknungsmodul als Kammertrockner ausgebildet sein, innerhalb dem die gewünschte Trocknung vollständig bei geschlossenen Schiebetüren durchgeführt wird.
Eine erfindungsgemäße Durchlauftrocknungsanlage zum Trocknen von lackierten Werkstücken und/oder lackierten Baugruppen, insbesondere von lackierten Fahrzeugkarosserien, weist wenigstens zwei Trocknungsmodule nach einer der oben genannten Ausgestaltungen oder einer Kombination von wenigstens zwei dieser Ausgestaltungen miteinander auf, die bezüglich einer Durchlaufrichtung der durch die Durchlauftrocknungsanlage durchlaufenden lackierten Werkstücke bzw. Baugruppen in Reihe zueinander angeordnet sind.
Mit der Durchlauftrocknungsanlage sind die oben mit Bezug auf das Trocknungsmodul genannten Vorteile entsprechend verbunden.
Gemäß einem erfindungsgemäßen Verfahren zum Trocknen von lackierten Werkstücken und/oder lackierten Baugruppen, insbesondere von lackierten Fahrzeugkarosserien, unter Verwendung von wenigstens einem Trocknungsmodul einer Durchlauftrock- nungsanlage werden die lackierten Werkstücke bzw. Baugruppen unter Verwendung
von wenigstens einem ausschließlich innerhalb des Trocknungsmoduls erzeugten Trocknungsluftkreislauf, der wenigstens ein zumindest teilweise innerhalb des Trocknungsmoduls angeordnetes Trocknungsluftgebläse und wenigstens eine zumindest teilweise innerhalb des Trocknungsmoduls angeordnete elektrische Trocknungsluftheizeinrichtung aufweist, getrocknet.
Mit dem Verfahren sind die oben mit Bezug auf das Trocknungsmodul bzw. die Durchlauftrocknungsanlage genannten Vorteile entsprechend verbunden. Insbesondere kann das Trocknungsmodul bzw. die Durchlauftrocknungsanlage gemäß einer der oben genannten Ausgestaltungen oder einer Kombination von zwei dieser Ausgestaltungen miteinander zur Durchführung des Verfahrens verwendet werden.
Im Folgenden wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren anhand einer bevorzugte Ausführungsformen beispielhaft erläutert, wobei die nachfolgend erläuterten Merkmale sowohl jeweils für sich genommen als auch in unterschiedlicher Kombination miteinander einen vorteilhaften und/oder weiterbildenden Aspekt der Erfindung darstellen können.
Kurze Beschreibung der Figuren
Es zeigt:
Fig. 1 eine schematische und perspektivische Darstellungen eines Ausführungsbeispiels für ein erfindungsgemäßes Trocknungsmodul;
Fig. 2 eine schematische Stirnansicht des in Fig. 1 gezeigten Trocknungsmoduls;
Fig. 3 eine schematische Draufsicht des in Fig. 1 gezeigten Trocknungsmoduls;
Fig. 4 eine schematische Seitenansicht des in Fig. 1 gezeigten Trocknungsmoduls;
Fig. 5 eine schematische Schnittdarstellung des in Fig. 1 gezeigten Trocknungsmoduls entsprechend der Schnittebene V-V aus Fig. 4;
Fig. 6 eine schematische Schnittdarstellung des in Fig. 1 gezeigten Trocknungsmoduls entsprechend der Schnittebene Vl-Vl aus Fig. 4;
Fig. 7 eine schematische Schnittdarstellung des in Fig. 1 gezeigten Trocknungsmoduls entsprechend der Schnittebene Vll-Vll aus Fig. 5; und
Fig. 8 eine schematische Schnittdarstellung des in Fig. 1 gezeigten Trocknungsmoduls entsprechend der Schnittebene VI I l-VI 11 aus Fig. 7.
Ausführliche Beschreibung der Figuren
In den Figuren sind gleiche bzw. funktionsgleiche Bauteile mit denselben Bezugszeichen versehen. Eine wiederholte Beschreibung solcher Bauteile kann im Einzelnen zur Vermeidung von unnötigen Wiederholungen weggelassen sein.
Fig. 1 zeigt eine schematische und perspektivische Darstellungen eines Ausführungsbeispiels für ein erfindungsgemäßes Trocknungsmodul 1 für eine nicht gezeigte Durchlauftrocknungsanlage zum Trocknen von nicht gezeigten lackierten Werkstücken und/oder nicht gezeigten lackierten Baugruppen, insbesondere von nicht gezeigten lackierten Fahrzeugkarosserien.
Das Trocknungsmodul 1 weist ein quaderförmiges Modulgehäuse 2 mit einer modular aufgebauten Decke 3, einem modular aufgebauten Boden 4, zwei modular aufgebauten Seitenwänden 5 und zwei modular aufgebauten Stirnwänden 6 auf.
Zudem weist das Trocknungsmodul 1 einen in den Fign. 5 bis 8 gezeigten Trocknungstunnel auf, der bezüglich seiner Längserstreckung radial außen von dem Modulgehäuse 2 umschlossen ist und in dem durch den Trocknungstunnel durchlaufende lackierte Werkstücke bzw. Baugruppen mit einer Trocknungsluft beaufschlagbar sind.
An jeder quer zu der Längserstreckung des Trocknungstunnels verlaufenden Stirnwand 6 des Trocknungsmoduls 1 sind zwei gegenläufig verschiebbare Schiebetüren 7 angeordnet, mit denen eine an der Stirnwand 6 angeordnete, nicht gezeigte Durchgangsöffnung wahlweise verschließbar oder zumindest teilweise freigebbar ist. In Fig. 1 sind die Schiebetüren 7 in ihren Schließstellungen gezeigt, in denen sie die Durchgangsöffnung verschließen.
Des Weiteren weist das Trocknungsmodul 1 zwei in den Fign. 5, 6 und 8 gezeigte zwischen dem Modulgehäuse 1 und dem Trocknungstunnel angeordnete Zwischenräume auf, die auf. Dabei ist der jeweilige Zwischenraum zwischen einer jeweiligen Seiten-
wand 5 des Modulgehäuses 1 und einer jeweilig den Trocknungstunnel seitlich begrenzenden, in den Fign. 5, 6 und 8 gezeigten Zwischenwand angeordnet.
Der jeweilige Zwischenraum ist unter Ausbildung von jeweils einem in Fig. 6 angedeuteten Trocknungsluftkreislauf über in den Fign. 5 bis 8 gezeigte Lufteinlässe des Trocknungstunnels und über in den Fign. 6 bis 8 gezeigte Luftauslässe des Trocknungstunnels kommunizierend mit dem Trocknungstunnel verbunden. Die Lufteinlässe des Trocknungstunnels sind an den Zwischenwänden angeordnet. An einer dem Trocknungstunnel zugewandten, in den Fign. 5 bis 8 gezeigten Seite der jeweiligen Zwischenwand kann wenigstens eine nicht gezeigte Infrarotstrahleinheit angeordnet sein.
In dem jeweiligen Zwischenraum sind zwei Trocknungsluftgebläse 8, mit denen die Trocknungsluft innerhalb des jeweiligen Trocknungsluftkreislaufs umwälzbar ist, und zwei elektrische Trocknungsluftheizeinrichtungen 9, mit denen die Trocknungsluft des jeweiligen Trocknungsluftkreislaufs innerhalb des jeweiligen Zwischenraums aufheizbar ist, jeweils zumindest teilweise angeordnet. Ein Elektroantrieb 10 des jeweiligen Trocknungsluftgebläses 8 ist teilweise außerhalb des Modulgehäuses 2 angeordnet. Eine Abdeckung 11 der jeweiligen elektrischen Trocknungsluftheizeinrichtung 9 ist außerhalb des Modulgehäuses 2 angeordnet. Das jeweilige Trocknungsluftgebläse 8 und die jeweilige elektrische Trocknungsluftheizeinrichtung 9 sind von außerhalb des Modulgehäuses 2 bestimmungsgemäß an dem Trocknungsmodul 1 montierbar bzw. von dem Trocknungsmodul 1 demontierbar.
Das Trocknungsmodul 1 weist zwei Heizzonen 12 und zwei bezüglich der Längserstre- ckung des Trocknungstunnels der jeweiligen Heizzone 12 nachgeschaltete Haltezonen 13 auf. In jeder Heizzone 12 sind zwei Trocknungsluftgebläse 8 und zwei elektrische Trocknungsluftheizeinrichtungen 9 angeordnet. In der jeweiligen Haltezone 13 ist kein Trocknungsluftgebläse 8 und keine elektrische Trocknungsluftheizeinrichtung 9 angeordnet.
Darüber hinaus weist das Trocknungsmodul 1 eine in den Fign. 2, 3 und 5 bis 8 gezeigte bodenseitige Fördereinheit auf, mit der die lackierten Werkstücke bzw. Baugruppen durch den Trocknungstunnel förderbar sind.
Ferner weist das Trocknungsmodul 1 eine Trocknungsluftreinigungseinheit 27 auf, mit der Schadstoffe aus der Trocknungsluft entfernbar sind. Von der Trocknungsluftreinigungseinheit ist ein vertikaler Kanalabschnitt 30 gezeigt. An der in Fig. 1 gezeigten Seitenwand 5 des Modulgehäuses 2 sind zudem zwei Schaltkästen 14 angeordnet, in denen nicht gezeigte elektrische Steuerungs- und/oder Regelungskomponenten des Trocknungsmoduls 1 angeordnet sind.
Fig. 2 zeigt eine schematische Stirnansicht des in Fig. 1 gezeigten Trocknungsmoduls 1. Es ist insbesondere die Stirnwand 6 mit den daran angeordneten Schiebetüren 7 gezeigt. Zudem ist eine seitlich an dem Modulgehäuse 2 angeordnete Antriebseinheit 15 der Fördereinheit 16 gezeigt, wobei eine weitere Antriebseinheit 15 in Fig. 2 von der gezeigten Antriebseinheit 15 verdeckt ist.
Fig. 3 zeigt eine schematische Draufsicht des in Fig. 1 gezeigten Trocknungsmoduls 1. Es sind beide Antriebseinheiten 15 der Fördereinheit 16 gezeigt. Zudem sind die beiden weiteren Trocknungsluftgebläse 8 und die beiden weiteren elektrischen Trocknungsluftheizeinrichtungen 9 gezeigt, die an der gegenüberliegenden Seitenwand 5 angeordnet sind.
Fig. 4 zeigt eine schematische Seitenansicht des in Fig. 1 gezeigten Trocknungsmoduls 1.
Fig. 5 zeigt eine schematische Schnittdarstellung des in Fig. 1 gezeigten Trocknungsmoduls 1 entsprechend der Schnittebene V-V aus Fig. 4. Es sind die beiden modular aufgebauten Zwischenwände 17 gezeigt, an denen die Lufteinlässe 18 des Trocknungslufttunnels 19 ausgebildet sind. In einem unteren Bereich ist die jeweilige Zwischenwand 17 in Richtung des Trocknungstunnels 19 abgewinkelt ausgebildet.
Zudem sind die beiden Zwischenräume 20 gezeigt, in denen jeweils zwei elektrische Trocknungsluftheizeinrichtungen 9 und zwei in Fig. 5 von den elektrischen Trocknungsluftheizeinrichtungen 9 verdeckt angeordnete, nicht gezeigte Laufräder von zwei Trocknungsluftgebläsen 8 angeordnet sind.
Des Weiteren ist die Fördereinheit 16 des Trocknungsmoduls 1 gezeigt. Die Fördereinheit 16 kann herkömmlich ausgebildet sein und ist weitestgehend unwesentlich für die Erfindung, weshalb ihr Aufbau nicht eingehender erläutert wird.
Fig. 6 zeigt eine schematische Schnittdarstellung des in Fig. 1 gezeigten Trocknungsmoduls 1 entsprechend der Schnittebene Vl-Vl aus Fig. 4. Es sind insbesondere die beiden mittels der gezeigten Trocknungsluftgebläse 8 ausbildbaren Trocknungsluftkreisläufe 21 durch Pfeile angedeutet. Die in dem Trocknungstunnel 19 befindliche Trocknungsluft wird dabei über die bodenseitigen Luftauslässe 22 des Trocknungstunnels 19 aus diesem abgesaugt. Diese Absaugung kann über die gesamte Länge des Trocknungsmoduls 1 bzw. Trocknungstunnels 19 erfolgen. Es können nicht gezeigte, automatisch verschiebbare Schiebebleche im Bereich der Luftauslässe 22 vorhanden sein, mit denen die Luftauslässe teilweise oder vollständig freigegeben werden können, um die Absaugung einstellen zu können. Die derart über das gezeigte Trocknungsluftgebläse 8 angesaugte Trocknungsluft wird mittels eines mit dem Elektroantrieb 10 angetriebenen Laufrads 25 des Trocknungsluftgebläses 8 in Richtung eines einer auf mehreren nicht gezeigten Heizstäben gebildeten Heizeinheit 26 der gezeigten elektrischen Trocknungsluftheizeinrichtung 9 bewegt. Hierzu sind das Laufrad 25 und die Heizeinheit 26 in einem vertikalen Schacht 31 angeordnet, der insbesondere bewirkt, dass dich von dem Laufrad 25 ausgehende Trocknungsluftströmung direkt zu der Heizeinheit 26 strömt. Die aus dem Schacht 31 austretende erhitzte Trocknungsluft wird dann durch die Hochtemperaturfilter 23 und die Zwischenwand 17 in den Trocknungstunnel 19 geblasen.
Des Weiteren sind in Fig. 6 Hochtemperaturfilter 23 gezeigt, die an den dem Trocknungstunnel 19 abgewandten Seiten der Zwischenwänden 17 angeordnet sind und zum Filtern der durch die Zwischenwände 17 durchzublasenden Trocknungsluft dienen.
Ferner zeigt Fig. 6 einen in den jeweiligen Zwischenraum 20 hineinragenden Abluftauslass 24 der Trocknungsluftreinigungseinheit 27. Alternativ kann der jeweilige Abluftauslass 24 an der jeweiligen Seitenwand 5 angeordnet sein.
Fig. 7 zeigt eine schematische Schnittdarstellung des in Fig. 1 gezeigten Trocknungsmoduls 1 entsprechend der Schnittebene Vll-Vll aus Fig. 5. Das in Fig. 7 links gezeigte Modul 28 der Zwischenwand 17 ist als Infrarotmodul 28 ausgebildet und weist vier durch gestrichelte Linien angedeutete Infrarotstrahleinheiten 29 auf. Die Infrarotstrahleinheiten 29 sind zu ihrer Kühlung mittels der durch die Zwischenwand 17 durchtretende Trocknungsluft hinterlüftet.
Fig. 8 zeigt eine schematische Schnittdarstellung des in Fig. 1 gezeigten Trocknungsmoduls 1 entsprechend der Schnittebene Vlll-Vlll aus Fig. 7.
Bezugszeichenliste
1 Trocknungsmodul
2 Modulgehäuse
3 Decke von 2
4 Boden von 2
5 Seitenwand von 2
6 Stirnwand von 2
7 Schiebetür
8 Trocknungsluftgebläse
9 elektrische Trocknungsluftheizeinrichtung
10 Elektroantrieb von 8
11 Abdeckung von 9
12 Heizzone
13 Haltezone
14 Schaltkasten
15 Antriebseinheit
16 Fördereinheit
17 Zwischenwand
18 Lufteinlass
19 Trocknungstunnel
20 Zwischenraum
21 Trocknungsluftkreislauf
22 Luftauslass
23 Hochtemperaturfilter
24 Abluftauslass
25 Laufrad von 8
26 Heizeinheit von 9
27 T rocknungsluftreinigungseinheit
28 Modul von 17
29 Infrarotstrahleinheit
30 Kanalabschnitt von 27
31 Schacht